Medienservice vom: 24.09.2021

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Klimahauptstadt Vizebürgermeister Hein: „Flächendeckende Klimaschutzmaßnahmen bei allen Planungen und Bauvorhaben schon ab Oktober“

Mit Bescheid des Amtes der Oö. Landesregierung vom 14. September 2021 wurde die Ediktalverordnung Nr. 2 aufsichtsbehördlich genehmigt. Die Kundmachung dazu soll im kommenden Amtsblatt am 4. Oktober dieses Jahres erfolgen, so dass diese Vorschriften noch im Oktober rechtswirksam werden.

„Hinter dem relativ sperrigen Begriff ,Ediktalverfahren‘ verbirgt sich nichts anderes als dass ein rechtlicher Rahmen geschaffen wird, mit dem in allen künftigen Bebauungsplänen und -maßnahmen verbindlich Dachbegrünungen vorgeschrieben werden. Das ist ein großer Schritt bei den Maßnahmen der Stadt Linz auf dem Weg zur Klimahauptstadt und zur Reduzierung von Hitzeinseln in der Stadt“, erklärt Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein. „Auch bestehende Bebauungspläne sollen dahingehend überarbeitet werden“, so Hein.

Mit der Ediktalverordnung Nr. 2, die nun im Oktober in Kraft treten wird, sind dann vor allem jene Maßnahmen im Bereich Begrünung geregelt, die dem Ansteigen der Durchschnittstemperaturen insbesondere in der Linzer Innenstadt entgegenwirken. Vorgesehen ist die verbindliche Begrünung von Dachflächen von Hauptgebäuden und ober- wie unterirdischen Garagen sowie verbindliche Baumpflanzungen. 

„Linz ist die erste Stadt Österreichs, in der Klimaschutz beim Bau derart umfassend definiert wird“, so Vizebürgermeister Hein.

Die wichtigsten Neuregelungen:  

  • Dachbegrünung wird bei Gebäuden und Garagen über 100 verpflichtend. Es soll in Linz keine Flachdächer über 100 , deren Vegetationsschicht unter 15 cm Mindeststärke aufweist, mehr geben. Bei Tiefgaragen soll zukünftig die Vegetationsschicht eine Mindeststärke von 50 cm aufweisen. 
  • Auf Bauplätzen ist pro 750 vollendeter Bauplatzfläche zumindest ein Laubbaum zu pflanzen bzw. zu erhalten. Laubbäume sind deshalb erforderlich, weil sie im Vergleich zu Nadelbäumen wirkungsvoller Lärm und Schadstoffe absorbieren, mehr Sauerstoff liefern und effektiver kühlen. Für den ruhenden Verkehr ist vorgesehen, dass nach jedem fünften Kfz-Abstellplatz ebenfalls Laubbäume mit einer Mindestgröße von 8 m gepflanzt werden müssen. Zudem muss den Bäumen genügend Grünraum geboten werden.
  • Auch Lärmschutzwälle (Dämme) und –wände sind zu bepflanzen. So sollen bei Wällen Bäume und Sträucher, bei Lärmschutzwänden rankende Kletterpflanzen oder hängende Bepflanzung verbindlich vorgesehen werden.
  • Ebenso sind Stützmauern mit Kletterpflanzen bzw. hängender Bepflanzung zu begrünen.