Medienservice vom: 17.11.2021 |Downloads zum Medienservice|Fotos zum Medienservice

16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen 25. November bis 10. Dezember

Gewalt gegen Frauen ist weltweit – auch in Österreich – die häufigste Menschenrechtsverletzung. Im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ wird das Recht auf ein gewaltfreies Leben eingefordert. Diese 16 Tage finden zwischen 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen) und 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) statt. Als weithin sichtbares Zeichen wird vor dem Alten Rathaus die Aktionsfahne gehisst, zudem wird es ein Projekt zum Aufzeigen von Femiziden in Österreich im öffentlichen Raum geben.  

„Österreich zählt in diesem Jahr bereits 25 Femizide. Frauenmorde stellen die schlimmste Eskalationsstufe eines umfassenden Problems dar: das gesellschaftliche Zusammenleben ist geprägt von einer massiven Schieflage zwischen den Geschlechtern. Eine Ausprägung davon ist Männergewalt, genährt von männlichem Besitz- und Anspruchsdenken gegenüber Frauen. Mindestens jede fünfte Frau ist in Österreich von häuslicher Gewalt betroffen. Wir vermuten, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist. Die aufgrund der Corona-Pandemie notwendigen Ausgangsbeschränkungen und die wirtschaftliche Krisensituation erhöhen gerade auch jetzt die Gefahr für Frauen und Kinder, Opfer von Gewalt im eigenen Zuhause zu werden. Das können wir als Gesellschaft trotz einer Notsituation nicht hinnehmen! Neben einer engagierten Frauenpolitik bedarf es mehr denn je einer opferschutzorientierten Täterarbeit und Gewaltprävention von Anfang an“ so Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.  

Bestehende Hilfsangebote bekannter machen

Bestehende Hilfseinrichtungen sind den Betroffenen oft nicht bekannt und viele wissen nicht, wohin sie sich in dieser sehr schwierigen Situation wenden können. Die Frauenhelpline gegen Gewalt (0800/222 555) bietet kostenlose und anonyme Hilfe für gewaltbetroffene Frauen an. Die Helpline ist rund um die Uhr erreichbar. Im Rahmen des Aktionszeitraums wird die Frauenhelpline durch Spotschaltungen des Frauenbüros in den Infoscreens in den Öffis beworben. Zudem hat das Frauenbüro der Stadt Linz zu diesem Zweck Stafix-Sticker mit der Telefonnummer der Frauenhelpline angeschafft, welche an verschiedenen Orten im Linzer Stadtgebiet angebracht wurden (Gaststätten, Ordinationen, Wohngebäude, Kindergärten und Horte, öffentliche Toiletten, etc). Die Stafix-Sticker sind aus elektrostatischem Material (ohne Klebstoff) und können somit rückstandslos entfernt werden. Sie können jederzeit gerne einfach ab- und mitgenommen werden und werden laufend nachbestückt. Eine kostenlose Nachbestellung der Sticker ist jederzeit unter frauenbuero@mag.linz.at möglich.

Frauenhelpline-Sticker

Sprechblasen gegen Gewalt

An verschiedene Unternehmen in Linz wurden zahlreiche Sprechblasen ausgeschickt und gebeten, diese in ihren Auslagen und Geschäftsräumen sichtbar anzubringen. Auch Privatpersonen sind eingeladen, gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen und Sprechblasen beispielsweise auf der Innenseite der Heckscheibe ihres Autos, auf ihr Fenster zu Hause oder in der Arbeit auf der Bürotüre anzubringen. Kostenlose Bestellungen werden unter frauenbuero@mag.linz.at entgegengenommen – Post-Adresse und das gewünschte Sujet bekanntgeben. Näheres zu den verschiedenen Varianten erfahren Interessierte unter https://www.linz.at/frauen/103988.php

Online: Poetry Slam gegen Gewalt am 3. Dezember

Gemeinsam mit dem Verein Post Skriptum veranstaltet das Frauenbüro der Stadt Linz wieder einen themenbezogenen Dichterinnenwettstreit Poetry Slam. Künstlerinnen werden unter dem Titel „Slammen für (Gewalt-)Freiheit“ ihre selbstgeschriebenen Texte vortragen und inszenieren. Die Veranstaltung findet am 3. Dezember um 20 Uhr in Kooperation mit DORF TV online statt.

Autonomes Frauenzentrum bietet präventive Rechtsberatung

Finanzielle Unabhängigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Frauen ihr Leben selbstbestimmt und frei von Gewalt gestalten können. Die Erwerbsbiographien von Frauen sind jedoch vielfach durch Berufsunterbrechungen zur Betreuung von Kindern und Angehörigen sowie Zeiten der Teilzeitbeschäftigung geprägt. Dies kann für Frauen weitreichende Konsequenzen haben und gerade auch in der Pension existenzbedrohend sein. So erhalten Frauen in Österreich um 42 Prozent weniger Pension als Männer. Durch die Folgen der Corona-Pandemie stehen vor allem Frauen vielfachen Belastungen gegenüber. Dementsprechend ist es wichtig, dass Frauen die Möglichkeit haben, sich gezielt über die Auswirkungen von Entscheidungen zu informieren und ihre Rechte zu kennen. Gemeinsam mit dem autonomen Frauenzentrum (afz) stellt das Frauenbüro das kostenlose Beratungsangebot zur Verfügung. 

Workshops an den Schulen 

Das Linzer Frauenbüro führt das ganze Jahr gemeinsam mit verschiedenen Organisationen unterschiedliche Aktionen durch, um insbesondere auch Mädchen zu sensibilisieren und wertvolle Aufklärungsarbeit zu leisten. 

  • „Mit uns nicht!“ – Vortrag und Workshop für Schülerinnen der 4. Klassen Neue Mittelschule und der Polytechnischen Schulen über verschiedene Formen (sexualisierter) Gewalt und die von K.O.-Tropfen ausgehende Gefahr; gemeinsam mit dem autonomen Frauenzentrum. 
  • „Workshops zur Prävention von sexueller Gewalt mit dem Titel „Wenn alles sich verändert“ werden vom Verein PIA für Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Schulstufe der Mittelschulen angeboten. Im Fokus stehen Themen wie die „erste Beziehung“, die „erste Liebe“ und „Rollen-Bilder“. 
  • Bewusstseinsbildungsworkshops zum Thema Bodyshaming: Das Programm des Gesundheitsdienstleisters Proges richtet sich an Mädchen in den städtischen Mittelschulen. PsychologInnen setzen sich dabei zusammen mit den Mädchen kritisch mit gängigen Körpernormen und Schönheitsidealen auseinander
  • „Mein kunterbuntes Bauchgefühl“ – diese Workshops, durchgeführt von Trainerinnen des Vereins PIA, richteten sich an Kinder im Volksschulalter und beinhaltetet unter anderem die Prävention sexueller Gewalt, Nein-Sagen und Selbstbestimmung über den eigenen Körper. 

Selbstverteidigungskurse 

Gemeinsam mit dem autonomen Frauenzentrum finden Selbstverteidigungskurse für Mädchen und Frauen statt. Durchgeführt werden die Kurse von einer Trainerin vom Verein Drehungen - sofern die Coronasituation es ermöglicht. 

Maria Schwarz-Schlöglmann Lecture zum Gewaltschutz 

Maria Schwarz-Schlöglmann war Gründerin und langjährige Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums . Sie setzte sich unermüdlich für die Rechte von Frauen und Gewaltopfern ein und verstand den Kampf gegen häusliche Gewalt auch als Kampf für die Rechte der Frauen. Mit ihrem Engagement setzte sie Maßstäbe, die für Österreich und viele andere europäische Staaten zum Vorbild wurden. Im Gedenken an sie wurde dieses Veranstaltungsformat ins Leben gerufen, welche die Erinnerung an Maria Schwarz-Schlöglmanns außerordentlichen Einsatz hochhalten soll. Veranstaltet wird die jährlich stattfindende Lecture vom Institut für Legal Gender Studies an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der JKU in Kooperation mit dem Frauenbüro der Stadt Linz sowie dem Gewaltschutzzentrum Oberösterreich. Ziel ist es, Auseinandersetzung mit Gewalt- und Opferschutz zu forcieren und auf eine nachhaltige Basis zu stellen. Dies geschieht durch das Vereinen rechtswissenschaftlicher Expertise mit Praxis durch wissenschaftliche Vorträge, praxisnahe Diskussionen und interdisziplinären Austausch.

Im Juli beschlossen: Gewaltpräventionsprojekt im Familienzentrum Pichling wird 2022 ausgebaut 

Bereits in der letzten Gemeinderatssitzung der abgelaufenen Gemeinderatsperiode wurde beschlossen, dass das Projekt zur opferschutzorientierten Täterarbeit und zur Gewaltberatung des Familienzentrums Pichling ab 2022 ausgebaut wird.  

Weitere Gesprächspartnerinnen:
Mag.a Eva Schuh, Geschäftsführerin Gewaltschutzzentrum
Mag.a Grete Rackl, Geschäftsführerin Frauenhaus Linz 
Mag.a Christina Schwaiger-Hengstschläger, Geschäftsführerin des autonomen Frauenzentrums 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zu den „16 Tagen gegen Gewalt gegen Frauen“)

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