Medienservice vom: 09.03.2022

„Community Nursing“ startet in Linz Weitere Säule in der Versorgung der SeniorInnen

  • Erste Umsetzung im SZ Franckviertel

Die gute und umfassende Versorgung der älteren Bevölkerung ist ein Kernpunkt in der Linzer Sozialpolitik. So stellt die Lebensstadt Linz eine Vielzahl von sozialen Leistungen für eine sichere Versorgung zur Verfügung, wie zum Beispiel eine hohe Versorgungsdichte an mobilen Diensten sowie moderne Seniorenzentren in allen Stadtteilen. Nicht zuletzt wegen seiner sozialen Stärke zählt Linz österreichweit zu den lebenswertesten Städten.

Um das Angebot für die ältere Generation noch weiter zu verbessern, setzt die Stadt Linz ein Pilotprojekt zu „Community Nursing“ um. „Mit dem Linzer Sozialprogramm 2021 haben wir unter anderem auch die Etablierung der SeniorInnenzentren als Netzwerkzentren beschlossen. Das Konzept der „Community Nurses“ ist eine wichtige Maßnahme, um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Damit schaffen wir eine Schnittstelle zwischen den Sozialberatungsstellen Kompass und dem Versorgungsangebot im Stadtteil“, erklärt Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. Zentrales Anliegen dabei ist ein wohnortnaher, niederschwelliger Zugang zu Beratung, Unterstützung und Vermittlung zu passgenauen Dienstleistungen.

Ziel ist es einerseits, eine Lücke in der Versorgung älterer Menschen zu schließen und stationäre Heimaufnahmen durch frühe Intervention hinauszuzögern. Andererseits sollen die Seniorenzentren im Stadtteil als Kompetenzzentren wahrgenommen werden, in denen man in allen Fragen zu Gesundheit und Pflege Information und Unterstützung erhält und die als erste Anlaufstelle für Betroffene, BürgerInnen und Interessierte fungieren.

Start in Seniorenzentrum Franckviertel

Die Stadt Linz beteiligte sich in Kooperation mit den städtischen Seniorenzentren an der Ausschreibung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit und Pflege. Österreichweit wurden 123 Pilotprojekte zu Community Nursing bewilligt, davon 31 in Oberösterreich. Die Stadt Linz erhielt Anfang Februar 2022 die Zusage zu diesem Projekt. Die Förderung des Pilotprojekts mit zirka einer Million Euro erfolgt aus Mitteln der Europäischen Union – NextGenerationEU. „Die Landeshauptstadt mit ihren städtischen Einrichtungen bietet die beste Voraussetzung, um dieses Pilotprojekt erfolgreich zu etablieren“, so Vizebürgermeisterin Hörzing.

Insgesamt sechs „Community Nurses“ werden an drei Standorten im Linzer Stadtgebiet aktiv sein und die Seniorenzentren als Pflegekompetenzzentren im Stadtteil etablieren. Bereits am Mitte März startet das Pilotprojet im Seniorenzentrum Franckviertel. Die Seniorenzentren Kleinmünchen und Dornach/Auhof werden voraussichtlich Anfang April folgen. Das hängt von der Verfügbarkeit der BewerberInnen ab. 

Soziale Netzwerkknoten in den Stadtteilen

Die Seniorenzentren Linz sind mit zehn Standorten architektonische Fixpunkte und soziale Netzwerkknoten in allen Linzer Stadtteilen. Sie sind der Bevölkerung umfassend bekannt und verfügen mit über 1.000 Mitarbeitenden über eine immense Expertise in Pflege und Gesundheit älterer Menschen. Darüber hinaus verfügen sie als Begegnungszentren im Quartier auch über eine Infrastruktur, die über stationäre Pflege- und Betreuungsplätze weit hinausgeht: Seniorenclubs, Tageszentren, Frisöre, Fußpflege, Ärzte und Ärztinnen, TherapeutInnen, Stadteilzentren, Sozialberatungsstellen und Cafeterias. Dieses breite Angebot wird mit den Community Nurses der Stadt Linz um eine wichtige Säule in der Sicherstellung der Versorgung älterer BürgerInnen erweitert.

Vorhandene Strukturen nutzen

Die Community Nurses sind in die vorhandene Struktur der Seniorenzentren integriert. Büros, Seminarräume, Veranstaltungssäle sowie das Organisationswissen der SZL werden genutzt. Ihre Aufgaben umfassen Beratungsgespräche, präventive Hausbesuche und Pflegebedarfserhebungen, Helferkonferenzen mit Angehörigen und ProfessionistInnen, die Organisation von Infoveranstaltungen, Vorträgen und Gesundheitsbildungsmaßnahmen sowie die aktive Netzwerkarbeit im Stadtteil unter Einbindung aller Akteure.

Einen hohen Stellenwert hat dabei die Stärkung nachbarschaftlicher Ressourcen und Nutzung des vorhandenen Potenzials an ehrenamtlich Tätigen in den Seniorenzentren.

Erste Anlaufstelle zu Gesundheit und Pflege

Die Community Nurses der Stadt Linz sollen als Pilotprojekt an drei Standorten die Seniorenzentren als Pflegekompetenzzentren im Stadtteil etablieren. Als erste Anlaufstelle und Expertinnen für alle Fragen zu Gesundheit und Pflege sind sie ein wohnortnahes, niederschwelliges Angebot für von Pflegebedarf betroffener Menschen, ihre Angehörigen sowie alle interessierten Personen vor Eintritt der Pflegebedürftigkeit. 

Das Pilotprojekt hat als weitere zentrale Aufgabe, Informationen über die Bedarfe von Menschen im Stadtteil zu generieren, die als Entscheidungsgrundlage für die Entwicklung passgenauer Angebote dienen. 

Wissenschaftliche Begleitung durch die Fachhochschule

Ab Herbst startet die Fachhochschule OÖ die wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojektes. Dabei wird ein Wirkungscontrolling für die neuen Dienstleistungen der Community Nurses erstellt.

Vorerst ist das neue Projekt bis Ende 2024 vorgesehen.

(Informationsunterlage für die Pressekonferenz zur Einführung des „Community Nursing“ mit Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing)

Weiterer Gesprächspartner:

Mag.(FH) Robert Ritter-Kalisch, Leiter der Seniorenzentren Linz GmbH

 

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