Medienservice vom: 14.03.2022

Institut für Familien- und Jugendberatung Mehr als 3.700 Beratungskontakte im Jahr 2021

  • Sozialer Anker während der Coronakrise
  • Plus bei den Beratungen um 11 Prozent

Auch wenn sich die Situation durch die Lockerungen im schulischen und im Freizeitbereich nun schrittweise entspannt -  die sozialen und psychischen Auswirkungen der Coronakrise zeigen vor allem für Familien und Jugendliche nach wie vor Folgen. Die Stadt Linz versucht mit ihrem breiten sozialen Beratungsangebot die Familien und Jugendlichen in dieser schwierigen Lebenslage zu unterstützen. Wie sehr die Coronakrise die Familien belastet, zeigt ein Rückblick auf das Jahr 2021: in diesem wurden mehr als 3.700 Beratungskontakte verzeichnet. Damit stieg im Institut für Familien- und Jugendberatung die Zahl der Beratungen im Vergleich zu 2020 um 11 Prozent.

Die Stadt Linz hat auf diese Entwicklung reagiert und die Beratungskapazität im Institut für Familien- und Jugendberatung im Vorjahr um 80 Wochenstunden aufgestockt. 

Derzeit stehen 11 Psychologinnen und Psychologen sowie eine Therapeutin Linzer Familien bei den vielfältigsten Fragestellungen zur Seite. Von klinisch-psychologischer Diagnostik für Kinder und Jugendliche über Erziehungsberatung, Einzel- und Paartherapie für Erwachsene sowie Einzel- und Gruppentherapie für Kinder und Jugendliche bis hin zu Familientherapie wird für fast alle psychosozialen, pädagogischen und psychologischen Problemstellungen eine Unterstützung angeboten.

Wie die Grafik zeigt, verzeichnet das Institut bei den Beratungen einen Anstieg um 11 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr 2020. Trotz der Schließungen bedingt durch die Lockdowns stieg die Gesamtfrequenz im Vergleich zu vor Corona an. Das lässt die Notwendigkeit dieser Einrichtung für Familien erkennen. 

Das Institut für Familien- und Jugendberatung bietet vier Aufgabenfelder an: ein Kinderpsychologisches Kompetenzzentrum, eine Kinder- und jugendlichentherapeutische Einrichtung, einen Psychologischen Dienst für die Kinder- und Jugendhilfe sowie eine Familien- und Partnerberatungsstelle. 

„Wichtig ist, dass die Angebote niederschwellig zugänglich sind. Die Scheu, Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist in den vergangenen Jahren auch entsprechend gesunken. Die Leute sind eher bereit, ExpertInnen für Hilfen zu konsultieren. Und eines ist sicher: je schneller geholfen wird, desto effizienter kann die Hilfe sein. Ähnlich wie in der Medizin hat sich Früherkennung als Goldener Standard auch hier bewährt“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.  

KundInnenfreundliche Erreichbarkeit

Das Institut für Familien- und Jugendberatung ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie Freitag von 8 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer +43 732 7070 2700 und per Mail inst.fjb@mag.linz.at erreichbar. So können neben AlleinerzieherInnen vor allem Familien, bei denen beide Eltern berufstätig sind, die Angebote während der ganzen Woche in Anspruch nehmen. 

Rückblick 2021 

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 3.715 Beratungskontakte verzeichnet. Der Zugang zur Beratungsleistung des Instituts erfolgte zu 47 Prozent auf Eigeninitiative der Familien, 30 Prozent wurden von den SozialarbeiterInnen, vor allem der Kinder- und Jugendhilfe und Schulsozialarbeit, und 7 Prozent von Schulen zugewiesen. 

Die am stärksten vertretene Altersgruppe waren Kinder im Pflichtschulalter zwischen sechs und vierzehn Jahren. Das Verhältnis Mädchen zu Buben beträgt 48:52. Das heißt, mit 52 Prozent war der Anteil der Kinder, die 2021 Beratung oder Therapie erhielten, bei den Buben etwas größer. Die gefragtesten Bereiche sind mit 39 Prozent Lern- und Leistungsschwierigkeiten und mit 35 Prozent waren Verhaltensprobleme Grund des Aufsuchens der Einrichtung. Daneben sind oft Ängste, psychosomatische Reaktionen, soziale Schwierigkeiten oder die Trennungsproblematik der Eltern Anlass einer Beratung. 

In den letzten beiden Jahren hat jedoch auch vor allem die Anzahl hilfesuchender Jugendlicher zugenommen. Die soziale Isolation während der Lockdowns und das Homeschooling haben bei vielen Jugendlichen psychische Beschwerden wie Depressionen, Ängste und Essstörungen verstärkt.

Beste Beratung 

Elf Teilzeit-Psychologinnen und -Psychologen und eine ganztags tätige pädagogisch-therapeutische Fachkraft stellen das Kernteam des Instituts für Familien- und Jugendberatung. Hinzu kommen noch HonorarmitarbeiterInnen, die stundenweise in der Rechtsberatung oder der First-Love-Ambulanz eingesetzt werden.      

Als besonderes Service bietet das Institut für Familien- und Jugendberatung auch eine gezielte kinderpsychologische Diagnostik bei Lern- und Leistungsproblemen an. Darunter fällt auch das Erkennen von Legasthenie und Dyskalkulie. Zusätzlich gibt es jeweils bedarfsorientiert therapeutische Gruppenangebote für Kinder zur Scheidungsbewältigung und bei Problemen im Sozialverhalten. Diese sind (wie auch die Einzeltherapie) kostenlos bzw. mit geringen Kosten verbunden, damit alle Familien notwendige Therapien für ihre Kinder in Anspruch nehmen können. 

Bei der Kindererziehung herrscht häufig große Verunsicherung und zum Teil Überforderung der Eltern. Ein Grund dafür ist sicherlich die gesellschaftliche Tendenz zur Flexibilisierung speziell bei den Arbeitszeiten der Eltern. Denn diese bewirkt oftmals eine Auflösung von familiären Strukturen, wie Rhythmus, Regelmäßigkeit der Abläufe und Ruhepausen, die Kinder für die seelische gesunde Entwicklung benötigen. Erziehungsberatung, die auf die persönliche Situation der Familien angepasst ist, hat lange Tradition. 

Zur Geschichte des Instituts: 

Das Institut für Familien- und Jugendberatung der Stadt Linz besteht mittlerweile seit fast 73 Jahren. „Kurz nach dem zweiten Weltkrieg, 1947, wurde der Beschluss gefasst die Beratungsstelle einzurichten. Schon im 20. Jahrhundert war das Institut ein ,Aushängeschild‘ des sozialen Linz und eine Einrichtung, für die uns andere Städte bewundert haben“, informiert Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. 

Der Start erfolgte in den Nachkriegsjahren, also in einer Zeit, in der Lebensmittel- und Energiemangel herrschten und die sozialen Ressourcen der Gemeinde denkbar begrenzt waren. Hier ist Linz schon damals beispielhaft vorangegangen. Ein Pioniergeist auf sozialem Gebiet, der die Entwicklung der Stadt bis heute kennzeichnet. 

„Linz nimmt sehr oft eine Vorreiterrolle ein, dies gilt auch in diesem Bereich. Obwohl sich die gesellschaftlichen Bedingungen und damit auch Beratungsinhalte seither geändert haben, hat die Beratungseinrichtung ihre wichtige Funktion beibehalten. Wie man sieht, ist sie heute gefragter denn je“, schließt Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

(Informationsunterlage zur Online-Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Institut für Familien- und Jugendberatung - Sozialer Anker in Krisenzeiten“)

Weitere Gesprächspartnerin:
Mag.a Barbara Spranger, Institutsleitung 

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