Medienservice vom: 05.04.2022

Ausschuss-Sitzung mit viel Spiel, Sport und Bewegung auf der Tagesordnung Hörzing: „Vielfältiges Bewegungsangebot neu aufleben lassen, ohne Vereine zu überfordern. Frage bleibt: Wann kommt die tägliche Turnstunde?“

  • Idee Sportplattform wird im Rahmen der ‚Digitalen Agenda‘ weiterverfolgt
  • Partizipativer Prozess zu inklusiven Spielplätzen wird eingeleitet

Gleich drei vom Gemeinderat zugewiesen Anträge, die sich thematisch mit Spiel und Sport befassen, wurden von den Mitgliedern des Ausschusses für Generationen, Soziales und Sport in der heutigen Sitzung breit diskutiert. Neben einem Bewegungsschwerpunt für Linzer Kinder, wozu als Experte im Linzer Sportwesen ein Vertreter der Sportdachverbände eingeladen war, stand die ebenfalls von der ÖVP GR-Fraktion eingebrachte Idee einer Sportplattform wie auch der Linz Plus-Antrag zur Errichtung eines inklusiven Spielplatzes im Volksgarten auf der Tagesordnung. Durch die bis heute wirkenden Herausforderungen der vergangenen Monate, wie zum Beispiel die enormen Belastungen für die zumeist ehrenamtlich tätigen Funktionärinnen und Funktionäre, scheint ein gänzlich neues Programmangebot derzeit nicht der zumutbaren Realität zu entsprechen. Vielmehr geht es darum, die vielfältigen Bewegungsprogramme aus der Vor-Corona-Zeit wieder vollständig aufleben zu lassen. Längst überfällig ist dabei die seit Jahren angekündigte Realisierung der täglichen Bewegungseinheit in Schulen. Die Umsetzung einer Sportplattform mit Übersicht des vielfältigen Angebots soll im Rahmen der städtischen Digitalisierungsagenda weiterverfolgt werden. Für die ohnehin im nächsten Jahr vorgesehene Großsanierung des Spielplatzes im Volksgarten wird nun ein Beteiligungsprozess gestartet, der Vertreterinnen und Vertreter von Behindertenorganisationen jedenfalls miteinbindet.

Ein Ziel der Linzer Sportpolitik ist, die Freude an Sport und Bewegung möglichst frühzeitig zu fördern. „Nicht zuletzt aus diesem Grund habe ich mit ‚Sport & Spaß mit den Stars‘ bereits vor Jahren eine Initiative gestartet, die weitgehend dem Inhalt des ÖVP-Antrages nach einem Bewegungsschwerpunkt in den Kinderbetreuungseinrichtungen in Kooperation mit unseren Sportvereinen entspricht“, informiert Hörzing. Knapp 1.000 Kindergartenkinder nahmen vor Pandemieausbruch jährlich an den bewegungsfördernden Stunden am Eis, im Schwimmbecken, am Fußballplatz, in der Handballhalle oder auch am Center-Court teil. „Tatsache ist aber leider, dass uns Corona und die verordneten Maßnahmen der Bundesregierung einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.“ Weil die Kinder bis heute nicht zu den Sportstätten fahren können, wurden sie von den Sportstars zwischenzeitlich direkt in den Kindergärten besucht. „Bis uns auch das die Bildungsdirektion verboten hat. Ich freue mich daher, wenn wir unser Programmangebot endlich wieder in bewährter Weise hochfahren können“, erinnert Hörzing auf die per Verordnung verhängten Einschränkungen.

Wo bleibt die tägliche Turnstunde?

Die in jedem Kindergarten vorhandenen Bewegungsräume wurde und werden dennoch intensiv genutzt. Bewegung im Freien findet jeden Tag statt, unabhängig der Wetterlage. „Wir orientieren uns an den Bildungsbereichen aus dem bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan. Bewegung und Gesundheit bildet dabei einen von insgesamt sechs gleichberechtigten Bildungsbereichen, neben beispielsweise Natur und Technik, Sprache und Kommunikation oder Emotionen und soziale Beziehungen“, informiert Hörzing. Zudem sind Bewegungsmangel und Übergewicht bis hin zu Adipositas Themen, die vorrangig ab dem Schuleintritt hohe Relevanz zeigen. „In den vorschulischen Bildungseinrichtungen wird gespielt und herumgetollt, die Kinder bewegen sich jeden Tag viele Stunden, bevor man ihnen später ihren natürlichen Bewegungsdrang gegen stundenlanges Stilsitzen abgewöhnt. Dass daher nach jahrelanger Ankündigung immer noch über die längst überfällige Einführung der täglichen Turnstunde diskutiert wird, ist tatsächlich ein Armutszeugnis. Nimmt man die ÖVP und ihren damaligen Sportlandesrat beim Wort, sollte sie schon seit 2017 eingeführt sein. Wir werden daher Versprochenes einfordern“, kündigt Hörzing einen weiteren Vorstoß auch im Linzer Gemeinderat an.

Die heute im Ausschuss formulierten Bedenken der Vereine, wonach sie derzeit nicht auch noch ein zusätzliches Angebot stemmen könnten, der im Antrag geforderte Schwerpunkt folglich nur sehr schwierig umzusetzen wäre, sind daher überaus nachvollziehbar. „Nach den monatelangen Herausforderungen - bei der die Grenzen des Zumutbaren aufgrund unqualifizierter und über Nacht hereingebrochener Verordnungen mehr als nur einmal überschritten wurden - versuchen wir unsere Sportvereine mit ihren engagierten Funktionärinnen und Funktionären nach Kräften beim Wiederaufleben lassen ihrer vielfältigen Angebote zu unterstützen, anstatt sie zu überfordern“, zeigt Hörzing Verständnis für die seitens der Sportdachverbände ASKÖ, ASVÖ und Union geschilderte Situation.

Sportplattform wird im Rahmen der Digitalen Agenda weiterverfolgt

Der ebenfalls von der ÖVP Gemeinderatsfraktion stammende und dem Ausschuss zugewiesene Antrag „Plattform.Sport“ soll im Rahmen der digitalen Gesamtstrategie der Stadt weiterdiskutiert werden. Es erscheint grundsätzlich sinnvoll, das vielfältige Vereinsangebot verstärkt auch auf den Online-Kanälen der Stadt Linz einzubinden. Auch eine Kategorisierung dieses Angebots nach Sportarten und der Differenzierung nach Altersgruppen ist gut vorstellbar. Der Ausbau digitaler Services entspricht zudem der städtischen Strategie und soll daher im Rahmen des Programms „Digitales Linz“ weiterverfolgt werden. „Ein im Antrag gefordertes Buchungssystem für alle diese Angebote ist aber nicht zielführend und würde jedenfalls eine Verdopplung des Aufwands ohne zusätzlichen Nutzen bedeuten. Die meisten Vereine, Fach- und Dachverbände sowie Veranstaltungsorganisationen wie etwa die LIVA betreiben bereits geeignete Buchungs- und Ticketing-Systeme“, erklärt Hörzing ihre diesbezüglichen Vorbehalte.

Partizipativer Prozess zu Neugestaltung Spielplatz Volksgarten

Ein weiteres heute im Ausschuss diskutiertes Anliegen nimmt verstärkt Rücksicht auf Kinder mit speziellen Bedürfnissen. Die Stadt Linz setzt sich mit dem Thema Inklusion und der Teilhabe aller Kinder unabhängig ihrer individuellen Fähigkeiten seit vielen Jahren auseinander. Mehr als 30 Spielplatz-Standorte sind aus diesem Grund beispielsweise mit Nestschaukeln ausgestattet. Der überwiegende Teil der 116 Linzer Spielplätze ist zudem barrierefrei oder zumindest teilweise barrierefrei zugänglich, zum Beispiel mittels Rampen. „Ich habe für den konkreten Wunsch viel Verständnis, als Sozialreferentin ist es mir generell ein Anliegen, den Blick von Betroffenen miteinzubeziehen. Wir werden daher für die 2023 geplante Großsanierung des Spielplatzareals im Volksgarten einen partizipativen Prozess starten. VereinsvertreterInnen bzw. Behindertenorganisationen laden wir dazu selbstverständlich ein“, informiert Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

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