Medienservice vom: 19.04.2022 |Fotos zum Medienservice

„Corona – und was wird jetzt?“ Neuer Workshop soll Belastungen durch Corona bei Schülerinnen reduzieren

Pandemiekonsequenzen wie Online- und Hybridunterricht, das Tragen von FFP2-Masken oder der Ausfall von Schulstunden haben den Alltag von Schüler*innen geprägt und diese belastet. Ein neues Workshop-Angebot für die Linzer Mittelschulen und Polytechnische Schulen soll Entlastung bringen und Schülerinnen begleiten, um wieder psychisch gestärkt durch den Schulalltag zu kommen. 

Der Alltag von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, wurde mitunter völlig auf den Kopf gestellt: Der fehlende Kontakt zu Gleichaltrigen, der langzeitige Verlust von Schule (auch) als Austauschort und die Reduktion von individuellen Entfaltungsmöglichkeiten sind nur einige Ursachen für den Anstieg von psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen.

Jugendliche müssen in der Lebensphase der Adoleszenz versuchen, ihre eigene Identität in den aktuellen Strukturen der Gesellschaft, zu finden. Durch Covid-19 und die Auswirkungen haben sich wichtige Lernfelder, in den Sektoren Beziehungen und Schule, stark verändert. 
Die Pandemie-Maßnahmen (Distance-Learning mit hoher Eigenverantwortung,

Ausgangsbeschränkungen, Einschränkungen in Sport sowie Bewegung, wiederholte Änderungen von öffentlichen Regelungen, etc) beeinträchtigen die Autonomie-Entwicklung und altersadäquate Ablösungsprozesse – stören also definierte Entwicklungsziele. 

„Unsere Kinder und Jugendlichen haben nun zwei Jahre im Ausnahmezustand – geprägt von Schulausfällen, Homeschooling, Online- bzw. Hybridunterricht und abseits der normalen Rhythmen und Gewohnheiten – erlebt. Als Stadt Linz versuchen wir mit verschiedenen Angeboten unsere Schüler*innen zu unterstützen, denn die Unsicherheiten und die Unplanbarkeit, die mit der Coronapandemie einhergehen, sind nach wie vor groß. Mit dem Workshop ,Corona – und was wird jetzt?‘ möchten wir speziell Mädchen stärken und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Ängste und Sorgen gemeinsam mit Psycholog*innen zu besprechen“ so Frauen- und Bildungsstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

„Corona hat unser Leben nachhaltig verändert. Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass vor allem Jugendliche besonders stark auf diese Ausnahmesituation reagieren – und zwar mit emotionalen und psychosomatischen Beschwerden. Viele berichten über pandemiebedingten sozialen Rückzug, Isolation und den Verlust von Alltagsstrukturen. Ängste und damit verbundene Probleme beim Bewältigen alltäglicher Aufgaben sind die häufige Konsequenz. Wir lassen Schülerinnen mit diesen Sorgen nicht alleine und stehen hier als professioneller Partner zur Seite. In dem neu konzipierten Workshop bringen wir unsere langjährige fachliche Expertise aus dem Bereich Therapie ein“, erläutert PROGES-Geschäftsführerin Mag.a Dr.in Doris Polzer.
„Corona – und was wird jetzt?“

An zwei Workshop-Terminen zu je 90 Minuten können Schülerinnen in einer Gruppe unter Anleitung Klinischer Psychologen*innen ihre Ängste, Einstellungen, Fragen, Sorgen und Unsicherheiten ansprechen, reflektieren und gemeinsam an konkreten Stabilisierungs- und Verbesserungsstrategien arbeiten. Sie lernen konkrete praktische Alltagshilfen für einen gesunden und positiven Umgang mit der Corona-Krise kennen und erhalten altersgerechte Inputs, um Krisensituationen bzw. Belastungen gut meistern zu können. Beim Workshop sollen wichtige Themenkreise abgedeckt werden, die aktuell mit dem Alltag von jungen Menschen vernetzt sind.
Der erste Workshop steht im Dienste des gegenseitigen Austauschs über die Ist-Situation und über die konkreten individuellen Bedürfnisse aller Beteiligten. Themenkreise wie Neuorientierung, Umgang mit der Pandemie, Wohlbefinden oder Veränderungen im Schul- und Lernfeld sollen behandelt werden.

Beim zweiten Workshop liegt der Schwerpunkt auf Vermittlung von Fachwissen und das Kennenlernen möglicher Selbsthilfestrategien. Die Themenkreise „Veränderungen der Beziehungsstrukturen durch Corona“, „Achtsamkeit“ und „Regulation von Emotionen“ stehen dabei im Fokus.

Mit Übungen und Gruppendiskussionen werden Möglichkeiten beleuchtet, was man selbst tun kann, um in Krisensituationen im Gleichgewicht bleiben zu können. Nicht nur in Corona-Zeiten können diverse Apps oder Online-Programme das psychische Gleichgewicht unterstützen. Verschiedene, wissenschaftsbasierte Tools werden vorgestellt und gemeinsam ausprobiert. 

Die Workshops können im Unterricht oder in der Nachmittagsbetreuung stattfinden. Die Schülerinnen können bei Bedarf in einer kleinen Gruppe oder auch einzeln das Zusatz-Angebot „Sprechstunde“ mit einer Klinischen Psychologin in Anspruch nehmen. Dieses Format soll einen vertrauensvollen Raum bieten, konkrete Situationen oder Themen im direkten Gespräch zu erörtern oder zu vertiefen. Hier bietet sich auch die Möglichkeit, auf mögliche Akut-Situationen, steuernd einzugreifen.

Neben der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sind auch der Austausch mit und die Wissensvermittlung an Pädagog*innen ein wichtiger Faktor. In einem Online-Fachinput, vermitteln PROGES-Expertinnen Beispiele, konkrete Informationen und spezifische Tipps, die dabei helfen der Entstehung psychischer Probleme vorzubeugen, Belastungen frühzeitig zu erkennen oder mit bestehenden Belastungen besser umzugehen. 

Fünf Präventions-Workshops werden vom Frauenbüro der Stadt Linz in einem Pilotversuch finanziert und sind für Mittelschulen und Polytechnische Schulen der Stadt Linz kostenlos.

Zusammenfassung „Corona – und was wird jetzt?“

  • Angeleiteter Austausch bzw. Wissenstransfer 
  • Zielgruppe: Mädchen und junge Frauen im Alter von 12 bis 16 Jahren
  • Gruppengröße: max. 15 Gleichaltrige
  • Zwei Workshop-Termine, 14-tägig, je 90 Minuten
  • Bei Bedarf gibt es eine Sprechstunde für eine kleinere Gruppe oder Einzelpersonen.
  • Ein Online-Fachinput für Pädagog*innen mit der Möglichkeit für konkrete Fragestellungen, 60 Minuten

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Corona – und was wird jetzt?“)

Weitere Gesprächspartnerinnen
Mag.a Dr.in Doris Polzer / Geschäftsführerin PROGES
Mag.a Jutta Reisinger / Frauenbeauftragte der Stadt Linz 

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