Medienservice vom: 02.05.2022

Neues Stiftungsmodell wirkt Fachkräftemangel in Kindergärten entgegen 21 künftige Fachkräfte seit März in städtischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen beschäftigt

  • Förderung durch Stadt Linz, AMS und Land

Ob durch Karenzierungen, berufliche Veränderungen oder Quarantäne – ausreichend qualifizierte Mitarbeiter*innen für die Kinderbetreuungs- und -bildungseinrichtungen zu finden, stellt für Gemeinden oftmals eine Herausforderung dar. Durch sorgfältige und mittelfristige Planungsansätze kann das Linzer Kinder- und Jugend-Services (KJS) auf ein äußerst gutes Netzwerk innerhalb der Organisation zurückgreifen. Darüber hinaus investiert die Stadt Linz laufend in qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildungen der Mitarbeiter*innen. Dies wirkte dem generellen Fachkräftemangel entgegen und sorgte dafür, gute Fachkräfte für die Elementarbildungseinrichtungen bereitstellen zu können. Damit sorgt die Stadt Linz vor, dass die städtischen Kinderbildungs- und -betreuungsreinrichtungen auch in Zukunft zu den besten Institutionen des Landes zählen.

Um für die Zukunft weiter vorsorgen und die besten Mitarbeiter*innen für die Bildungs- und -betreuungseinrichten einstellen zu können, greift die Stadt Linz nun zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Im März 2022 wurde ein innovatives Stiftungsmodell ins Leben gerufen, das Personalengpässen in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen entgegenwirkt. Über den Weg einer Implacement-Stiftung des Vereins zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB) wird eine sechsmonatige Ausbildung zum*zur Kindergartenassistent*in den Kinderbetreuungsreinrichtungen der städtischen Kinder- und Jugend-Services angeboten. 

Bereits 21 Teilnehmer*innen sind seitdem in Kindergärten beschäftigt und durchlaufen Theorie- und Praxis-Module mit dem Ziel, in einer Einrichtung dauerhaft zu arbeiten.

Die Finanzierung der Implacement-Stiftung übernehmen die Stadt Linz, das AMS und das Land Oberösterreich. Sie investieren damit in die Ausbildung von zukünftigen Mitarbeiter*innen im systemrelevanten Kinderbildungsbereich.

„Die Bildung und Betreuung unserer Jüngsten war und ist für die Linzer Eltern nicht nur in Krisenzeiten stets gesichert. Dafür ausschlaggebend ist die jahrzehntelange vorausschauende Planung des Sozialressorts. Die laufende Ausbildung neuer Mitarbeiter*innen stellt eine flächendeckende Vollversorgung langfristig sicher und ist für die Stadt ein zentraler Bestandteil der Planungen, wovon letzten Endes nicht nur die Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen, sondern vor allem auch die Eltern profitieren“, betont Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

„Die Initiierung und Umsetzung des Beschäftigungsprogrammes ist für die Stadt Linz als attraktive Arbeitgeberin eine gute Möglichkeit, in Zeiten des Fachkräftemangels gut qualifizierte Arbeitskräfte für die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen zu gewinnen. Das schafft zweierlei Vorteile: Zum einen werden nachhaltige Bildungsmöglichkeiten für Interessierte angeboten. Zum anderen gelingt es uns dadurch, die aktuell 1.633 Stellen in den Kinder- und Jugend-Services auch weiterhin gut zu besetzen“, unterstreicht Personalreferentin Vizebürgermeisterin Tina Blöchl.

Kinderbildung- und -betreuung in Linz ganzjährig und flächendeckend gesichert

In Linz stehen für die 3- bis 5-jährigen Kinder 60 städtische und 19 private Kindergärten, 22 Kindergärten der Caritas sowie ein Übungskindergarten des Bundes zur Verfügung. In insgesamt 337 Gruppen wurden im März 2022 rund 6.700 Kinder betreut, davon rund 4.860 Kinder in 233 städtischen Kindergartengruppen.

Als Arbeitgeber beschäftigt der Magistrat Linz insgesamt 1.633 Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugend-Services. Davon stellen 843 (51,6 Prozent der KJS-Mitarbeiter*innen gesamt) Mitarbeiter*innen in 60 städtischen Kindergärten ein flächendeckendes Angebot an Kinderbetreuung sicher. Davon sind derzeit 342 (40,6 Prozent) als Kindergartenhelfer*in bzw. in der Pädagogischen Assistenz tätig.

Grafik: Stadtforschung Linz

Der steigende Bedarf an qualifizierten Elementarpädagog*innen und Kindergartenassistent*innen stellt viele Gemeinden zunehmend vor enorme Herausforderungen. Um dem entgegenzuwirken, setzt Linz seit Jahren einen sozialen Schwerpunkt und investiert in den Ausbau des Kinderbildungs- und -betreuungsangebotes, dazu zählt auch die Sicherstellung von Mitarbeiter*innen. Damit festigt Linz weiterhin ihre Position als kinder- und familienfreundliche Lebensstadt.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurden in den letzten Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen für Kinder und Familien auf den Weg gebracht. So ist es durch ein umfangreiches Ausbauprogramm gelungen, im Kindergarten- und Hortbereich gemeinsam mit privaten Anbietern die Vollversorgung zu erreichen und zu erhalten. Auch für unter 3-Jährige wird das Betreuungsangebot laufend ausgebaut.

Darüber hinaus steht für Beratung und Betreuung in den Bereichen Entwicklung, Gesundheit und Erziehung ein umfangreiches Angebot in verschiedenen Einrichtungen zur Verfügung. Insgesamt sollen durch dieses Bündel an Angeboten die Chancen aller Kinder erhöht werden.

Die Erfolgsgeschichte der Linzer Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen wird jährlich durch den Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer bestätigt. In diesem wird jedes Jahr die Qualität und Versorgung der Kinderbetreuung in Oberösterreich geprüft sowie die Angebote der einzelnen Gemeinden miteinander verglichen und im Anschluss veröffentlicht. Mit der Bestnote 1A wird das erstklassig ausgebaute Kinderbildungs- und -betreuungsangebot der Stadt Linz bereits seit vielen Jahren immer wieder ausgezeichnet.

Eine fortwährend gesicherte Kinderbetreuung wurde vor mehr als zehn Jahren stark in der Linzer Sozialpolitik verankert. Bürgermeister Klaus Luger hat in seiner damaligen Funktion als Sozialreferent die durchgehende Sommerbetreuung initiiert, um damit dem Betreuungsproblem in der Ferienzeit für viele Eltern entgegenzusteuern.

„Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter*innen in unseren Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen anstellen zu können, ist uns ein großes Anliegen. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtig, neue Wege im Recruiting zu beschreiten, um weiterhin ein flächendeckendes Betreuungsangebot für jedes Linzer Kind anbieten zu können“, informieren Hörzing und Blöchl.

Ausbildung zur Kindergartenassistent*in über Implacement-Stiftung 

Mit der Implacement-Stiftung ermöglichen die Stadt Linz, das AMS Oberösterreich sowie das Land Oberösterreich die Ausbildung von zukünftigen Mitarbeiter*innen in einem Bereich mit Fachkräftemangel. Über diesen Weg werden seit März 2022 bereits 21 Teilnehmer*innen innerhalb von sechs Monaten zur Kindergartenassistent*in in einem Kindergarten der Stadt Linz ausgebildet. Die Ausbildung umfasst insgesamt 30 Wochenstunden Praxis und Theorie (Montag bis Freitag im Zeitrahmen der Öffnungszeiten der Kindergärten bis 17 Uhr). Die Stadt Linz forciert damit das Recruiting für Assistent*innen, die intern in den Kinder- und Jugend-Services noch über einen Lehrgang weitergebildet werden.

Ein Mindestalter von 18 Jahren, ein Pflichtschulabschluss und die Meldung beim AMS sind die Voraussetzungen für die Ausbildung zur*zum Kindergartenassistent*in am Magistrat Linz über den Weg der Implacement-Stiftung. Ebenso waren unter anderem sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort (B1) und Schrift, gesundheitliche Eignung und Unbescholtenheit vorzuweisen.

Die Teilnehmer*innen werden zum*zur Kindergartenassistent*in bzw. Pädagogischen Assistenz in einem städtischen Kindergarten ausgebildet. Das sechsmonatige Ausbildungsprogramm bietet den Stiftungs-Teilnehmer*innen im Rahmen der im Bildungsplan festgelegten Ausbildung die Möglichkeit, eine entsprechende praktische Ausbildung direkt im Betrieb zu absolvieren.

Ziel der praktischen Ausbildung ist die Unterstützung der theoretischen/schulischen Ausbildung. Jeder praktischen Ausbildung wird ein theoretisches Einstiegsmodul vorangestellt:

  • dem*der Auszubildenden wird die Möglichkeit geboten, beim Ausbildungsbetrieb sämtliche im Rahmen des Berufsbildes erforderlichen Fertigkeiten zu erlernen und zu trainieren.
  • besonderes Engagement des*der Auszubildenden bei einzelnen Ausbildungsinhalten wird vom Ausbildungsbetrieb gefördert. Bei Ausbildungsdefiziten wird dem*der Auszubildenden die Chance geboten, den Tätigkeitsbereich zu vertiefen. Nach Möglichkeit wird in beiden Fällen der Einsatzbereich des*der Auszubildenden seinen*ihren Interessen entsprechend abgestimmt.

Die praktische Ausbildung umfasst dabei Tätigkeiten von der Kinderbetreuung und -beaufsichtigung über hauswirtschaftliche Arbeiten bis hin zu Tätigkeiten im pflegerischen und pädagogischen Bereich, auch im Zusammenhang mit der Integration von Kindern mit Beeinträchtigungen (einzeln oder in Gruppen) unter Anleitung und Aufsicht der Pädagog*innen.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des AMS Oberösterreich, dem Magistrat Linz und des Landes Oberösterreich. Alle Teilnehmer*innen erhalten damit während der Ausbildung eine Unterstützung für die Finanzierung des Lebensunterhalts seitens des AMS. Die Kosten der Ausbildung werden vom Magistrat übernommen und zu 75 Prozent bis zur Höhe von maximal 2.000 Euro aus Mitteln des Landes gefördert.

Das Ziel ist, im Rahmen der Implacement-Stiftung arbeitssuchenden Menschen durch gezielte theoretische und praktische Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie fundierte Begleitung bei der Integration in den Arbeitsprozess zu unterstützen. Damit soll die Erlangung eines Arbeitsplatzes gefördert werden. Nach erfolgreichem Abschluss der vereinbarten Qualifizierung sollen die ausgebildeten Teilnehmer*innen vom jeweiligen Unternehmen in ein Dienstverhältnis übernommen werden.

„Es ist mir ein persönliches Anliegen, auch interne Karrieren unserer Mitarbeiter*innen zu fördern. Damit bleibt wertvolles Know-how in der Einrichtung. Durch hochwertige Ausbildungsprogramme bieten wir bei uns beschäftigten Kindergartenassistent*innen die Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln und auch pädagogische Aufgaben im Kinderbetreuungsbereich wahrnehmen zu können. Die Personalsituation in den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen ist aktuell zwar nicht von einem massiven Fachkräftemangel bedroht, dennoch ist es wichtig, in neue Wege der Ausbildung nachhaltig zu investieren, um den hohen Qualitätsstandard zu sichern“, bekräftigt Personalreferentin Vizebürgermeisterin Tina Blöchl.

„Mit unserem flächendeckenden und auch über die Sommermonate durchgehend geöffneten Kinderbildungs- und -betreuungsangebot, dem stetigen Ausbau der Einrichtungen, der Förderung von Mitarbeiter*innen sowie dem eigenen Linzer Tarifmodell für die Nachmittagsbetreuung garantieren wir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, verweist Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing abschließend auf das starke soziale Netz.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing und Personalreferentin Vizebürgermeisterin Tina Blöchl zum Thema „Neues Stiftungsmodell für Kinderbetreuungs-Berufe“)

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