Medienservice vom: 16.05.2022 |Downloads zum Medienservice

Linz zu Fuß – Schritt für Schritt zum Klimaschutz Mobilitätsprojekt macht auf positive Effekte des Gehens aufmerksam

Gemeinsam die Stadt zu Fuß neu entdecken – mit dem Projekt „Linz zu Fuß“ machen das Unabhängige Landesfreiwilligenzentrum (ULF) und das Klimabündnis Lust aufs Zu-Fuß-Gehen fürs Klima. Das vom Klimafonds der Stadt Linz geförderte Projekt läuft noch bis März 2023. Das Sozialressort des Landes Oberösterreich finanziert die für das Projekt nötige Infrastruktur. 

Gehen ist die natürlichste Art der Fortbewegung. Der Stellenwert dieser Mobilitätsform ging in den vergangenen Jahrzehnten jedoch auffällig zurück. Dabei ist Gehen ressourcenschonend, platzsparend, lärmarm, emissionsfrei, kostenlos, inklusiv und für alle sozialen Gruppen möglich. Es hält gesund und fördert die eigenständige Mobilität von Jung und Alt. 

„Es ist sehr erfreulich, dass bei diesem Projekt so viele Aspekte miteinfließen. Einerseits steht der klimafreundliche Gedanke im Zentrum, andererseits stärkt diese Aktion das gesundheitliche Wohlbefinden und lässt Bürger*innen die Linzer Vielfalt kennenlernen“, zeigt sich Bürgermeister Klaus Luger, selbst ein begeisterter Fußgänger und Läufer, erfreut. 

„Es gibt wenig Dinge, die ich lieber mache, als unsere Stadt auch im Alltag zu Fuß zu erkunden. Eine fußgänger*innengerechte Stadt hilft dem Klima und erhöht die Lebensqualität für alle! Daher müssen wir in Zukunft nicht nur den Radfahrer*innen, sondern auch den Fußgänger*innen mehr Platz einräumen. Dieses Projekt leistet hierfür einen ganz wichtigen Beitrag“, so Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

Mitmachen ausdrücklich erwünscht

Auf der Online-Plattform linzzufuss.at finden interessierte Linzer*innen eine bunte Mischung an Angeboten und Mitmach-Möglichkeiten. Alle Aktivitäten haben eines gemeinsam: sie machen auf die vielen positiven Effekte des Gehens für Klima, Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt aufmerksam und schaffen dadurch ein Bewusstsein in den Stadtteilen. Bei themenspezifischen Spaziergängen wird die Stadt unter verschiedenen Geschichtspunkten Schritt für Schritt erlebbar gemacht. Die Teilnahme an allen Formaten ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten. 

„Linz zu Fuß“ basiert auf Partizipation: Interessierte können sich am gesamten Projektablauf beteiligen. Um eine breite Beteiligung zu ermöglichen, wurden unterschiedlichste Formen entwickelt. Von punktuellen Einsätzen bei Veranstaltungen über projektartiges Engagement und Online-Volunteering als „Linz zu Fuß“-Blogger*innen bis hin zu ehrenamtlichen Tätigkeiten, bei denen eine Funktion im Projekt übernommen werden kann. 

So bringt etwa Susanne Mayrhofer ihr umfangreiches Wissen zu den positiven Effekten des Gehens auf die Gesundheit in die Steuerungsgruppe von „Linz zu Fuß“ ein. Als Physiotherapeutin am Ordensklinikum Linz Elisabethinen beschäftigt sie sich intensiv mit den Folgen körperlicher Inaktivität und gibt ihr Wissen unter anderem an der Fachhochschule Linz und bei einem Masterstudienlehrgang der Med Uni Graz an Studierende weiter.

„Schon eine halbe Stunde Zu-Fuß-Gehen bewirkt eine Reihe von positiven physiologischen Veränderungen, wodurch zahlreiche Erkrankungen hintangehalten werden können. Neben den bekannteren, wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Schlaganfall, trifft das auch auf die Vorbeugung von diversen Krebserkrankungen und Alzheimer zu. Kein Medikament hat ähnlich weitreichende, systemische Effekte“, so Mayrhofer. Vor allem Menschen, die zuvor nicht aktiv waren, profitieren besonders von den gesundheitsfördernden Effekten des Zu-Fuß-Gehens, wenn es ihnen gelingt, ihren Bewegungsumfang damit ein wenig zu steigern.

Die Steuerungsgruppe besteht aus freiwillig Engagierten, die sich für den Fußverkehr in Linz einsetzen. So können Linzer*innen den Planungs- und Entscheidungsprozess innerhalb des Projekts aktiv mitgestalten. „Wir möchten allen Interessierten die Möglichkeit bieten, ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Kreativität rund um das Zu-Fuß-Gehen einzubringen. Das Projekt profitiert enorm durch die Integration verschiedenster Blickwinkel, dem lokalen Wissen und spannenden Ideen der Freiwilligen“, sagt Projektleiterin Petra Pongratz vom Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrum. Durch das hohe Maß an Beteiligung sollen innovative Lösungen zur Förderung des Linzer Fußverkehrs gefunden werden.

Auch der Klimabeirat der Stadt Linz ist von der Wirkung des Projektvorhabens überzeugt und anerkennt, dass die umgesetzten Maßnahmen probate Mittel sind, um ein mehr an zu Fuß gehen in Linz zu verankern. Besonders der identitätsstiftende und gut ausbalancierte Mix an Bewusstseinsbildung und Facharbeit besitzt großes Potenzial der Linzer Bevölkerung eine neue Wahrnehmung ihrer Stadt zu ermöglichen. 

„Linz zu Fuß ist ein absolutes Vorzeigeprojekt und eine Bestätigung für den Innovationscharakter des städtischen Klimafonds. Es wirkt sowohl in Richtung Bürger*innen, als auch in Richtung Magistrat und leistet dadurch wichtige Arbeit für eine lebenswerte und klimaneutrale Fortbewegung in Linz. Ob Mobilitätsplanung, Vermessung und Geoinformation oder Klimastabsstelle, viele unserer Abteilungen bringen sich aktiv in das Projekt ein und erzeugen dadurch einen langfristigen Mehrwert. Das alles macht Linz zu Fuß zu einem einzigartigen Leuchtrum der klimaneutralen Mobilität für mich, so Stadtklimakoordinator Oliver Schrot, PhD

GEHspräche

Im Rahmen von „Linz zu Fuß” finden regelmäßig sogenannte GEHspräche statt, bei denen Linz unter verschiedensten Gesichtspunkten gemeinsam erkundet wird. So steht etwa am 18. Mai das Thema Fairtrade im Mittelpunkt, wenn zum Lokalaugenschein durch das faire Linz geladen wird. Am 10. Juni steht eine Gratwanderung durch das obdachlose Linz am Programm. Am 22. Juni erforschen die Teilnehmer*innen unter dem Motto „Hecken, die schmecken“ das essbare Linz. 

Fußverkehrs-Checks

Während das ULF Schwerpunkte auf die sozialen und inklusiven Komponenten des Gehens legt, bringt der Projektpartner Klimabündnis umfangreiche Expertise im Bereich Mobilität ins Projekt mit ein.

„Zwischen Auto, Schiene und Fahrrad wird das Zu-Fuß-Gehen als Mobilitätsform oft übersehen. Und doch erfährt das Gehen einen Aufwind – seit vergangenem Jahr gibt es spezielle Förderprogramme vom Bund, erste Städte widmen sich gezielt der Fußverkehrsförderung und als Reaktion auf die Pandemie haben viele Menschen ihre Liebe zum Gehen entdeckt. Es freut uns sehr, dass wir mit dem Projekt ,Linz zu Fuß‘ dem Gehen als klimaneutrale Mobilitätsform mehr Sichtbarkeit und Öffentlichkeit bringen”, sagt Norbert Rainer, Geschäftsführer des Klimabündnis .

Der Fußverkehrs-Check ist eine dreiteilige Workshop-Reihe. Dabei setzen sich die Teilnehmer*innen partizipativ mit drei ausgewählten Stadtteilen, also Kleinmünchen-Auwiesen, Franckviertel-Bulgariplatz und Solarcity-Pichling, auseinander. Geh-Begeisterte, Bewohner*innen der jeweiligen Stadtteile, Stadt- und Verkehrsplaner*innen sowie Vertreter*innen von Organisationen und Engagierte erkunden jeweils einen Stadtteil. Die bewusste Durchmischung der Teilnehmer*innen bringt möglichst viele Perspektiven zusammen. Der Fußverkehrs-Check bietet somit ein Forum für die praxisnahe Diskussion der Anliegen von Fußgänger*innen und sensibilisiert für das Thema im Stadtteil.

Auftakt ist am 23. Mai im Stadtteil Franckviertel. In einem Startworkshop wird eine Situationsanalyse vorgenommen und unter anderem diese Leitfragen behandelt: Wie gut lassen sich Alltagswege im Stadtteil zu Fuß zurücklegen? Was ist das Schöne am Zu-Fuß-Gehen? Was motiviert dazu? Bei je zwei Gruppenbegehungen steht dann die Wahrnehmung und Sicherheit des Verkehrsraumes aus Sicht der Fußgänger*innen im Mittelpunkt. Der Fokus liegt etwa auf Sicherheit für Kinder, Barrierefreiheit oder Gender. Im abschließenden Aktionsworkshop tragen die Teilnehmer*innen dann ihre gewonnenen Erkenntnisse zusammen. Zusätzlich dazu werden Vorschläge für Verbesserungen im Stadtteil erarbeitet und auch erste Ansätze zur systematischen Förderung des Fußverkehrs in Linz geschaffen.

Mitgehbankerl: Mitgehen leicht gemacht!

Für alle, die gern in Gesellschaft zu Fuß unterwegs sind, gibt es mit dem Mitgehbankerl ab sofort ein neues Angebot. In der Pilotphase bringen drei markierte Mitgehbankerl Gehbegeisterte für gemeinsame Unternehmungen zusammen. Die ersten drei Standorte sind:

  • Hauptbahnhof 
  • Volkshaus Harbach 
  • Kleinmünchen – Dürerstraße

Inspirationen für besonders schöne Routen mit Startpunkt der Mitgehbankerl sind in Zukunft auf der Projekthomepage www.linzzufuss.at zu finden. 

Kontakt und nähere Infos zum Projekt: info@linzzufuss.at | 0650 47 000 72

Mitmachmöglichkeiten und Termine: www.linzzufuss.at 

Nächste Termine:

  • 18.05.2022: GEHspräch: Die faire Stadt Linz – ein Lokalaugenschein
  • 23.05.2022: FUSSVERKEHRS-CHECK: Auftakt im Franckviertel
  • 03.06.2022: Stadtpilgern mit dem URBI@ORBI
  • 10.06.2022: GEHspräch: Gratwanderung durch das obdachlose Linz mit der Kupfermuckn
  • 20.06.2022: GEHspräch um die Linie 19
  • 22.06.2022: GEHspräch: Hecken, die schmecken
  • 29.06.2022: GEHspräch: Spallerhof und Bindermichl
  • 07.07.2022: FUSSVERKEHRS-CHECK: Auftakt in solarCity-Altpichling

Unabhängiges Landesfreiwilligenzentrum (ULF)

Das ULF ist das Kompetenzzentrum in Oberösterreich, wenn es um freiwilliges Engagement geht und will Menschen aller Altersgruppen motivieren, freiwillig tätig zu sein. Es arbeitet daran, Solidarität und gegenseitige Unterstützung in unserer Gesellschaft zu fördern sowie den Zusammenhalt zwischen Generationen, Kulturen und sozialen Schichten zu stärken. 

ULF hat langjährige Erfahrung in der Umsetzung partizipativer Projekte für freiwilliges Engagement, wie beispielsweise „Spaller.Michl – Engagiert & fit ins Alter am Spallerhof & Bindermichl-Keferfeld“ oder „L.E.V. Lernen.Engagement.Verantwortung.“

Trägerverein des ULF ist der Verein dieziwi. – Die Zivilgesellschaft wirkt.

Klimabündnis

Die steigenden Treibhausemissionen, die Abholzung der Regenwälder und der damit verursachte Klimawandel haben Auswirkungen auf die gesamte Erde. Klimaschutz erfordert daher lokale Initiativen und globale Zusammenschlüsse. Das Klimabündnis ist eine globale Partnerschaft zum Schutz des Klimas und verbindet mittlerweile mehr als 1.700 Gemeinden in 27 Ländern Europas mit indigenen Völkern in Südamerika. Seit 1993 unterstützt es indigene Völker am Rio Negro, im Nordwesten Brasiliens.

In Österreich ist das Klimabündnis das größte Klimaschutz-Netzwerk: acht Regionalvereine in den Bundesländern bilden gemeinsam den Verband Klimabündnis Österreich und unterstützen bei der Umsetzung von klimafreundlichen Maßnahmen vor Ort. Das Klimabündnis Oberösterreich zählt mittlerweile rund 900 Betriebe, 300 Gemeinden und 230 Schulen zu seinen Mitgliedern.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Bürgermeister Klaus Luger und Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Linz zu Fuß“. Weitere Gesprächspartner*innen: Stadtklimakoordinator Oliver Schrot, PhD, Susanne Mayrhofer, MSc, Petra Pongratz, Unabhängiges Landesfreiwilligenzentrum (ULF))

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