Medienservice vom: 18.07.2022 |Fotos zum Medienservice

Vorbeugende Maßnahmen und Tipps gegen die Hitze Trinkwasserbrunnen sorgen auch in der Stadt für ausreichende Wasserzufuhr

In den kommenden Tagen kann es auch in Linz wieder sehr heiß werden. Da Hitze auch massive Auswirkungen auf das physische und psychische Wohlergehen hat und mitunter auch ernsthafte körperliche Beschwerden nicht nur bei älteren Menschen hervorrufen kann, ist eine entsprechende Vorbereitung wichtig.  

Ein Zusammenhang zwischen Hitzewellen und erhöhter Sterblichkeit wurde in verschiedenen wissenschaftlichen Studien festgestellt. Die extreme Hitze des Sommers im Jahr 2003 führte europaweit zu etwa 70.000 zusätzlichen Todesfällen während in Wien, während der 44 Hitzewellentage in Summe 180 Menschen mehr verstarben. Die Hauptgründe für Erkrankungen oder Todesfälle während einer Hitzewelle sind nicht Hitzeschläge oder ähnliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, sondern bereits bestehende Atemwegs- oder Herzerkrankungen. Die Hitze kann chronische Lungenerkrankungen, Herzprobleme, Nierenprobleme sowie psychische Erkrankungen zusätzlich verschlechtern und damit verbundene Risiken erhöhen.

„Ich bitte alle Linzer*innen auch in ihrem eigenen Umfeld darauf zu achten und Personen, die es brauchen, entsprechend zu unterstützen, und etwa Einkäufe zu erledigen. Neben unseren Hitzetipps möchte ich besonders auf unsere rund 80 beschilderten Trinkbrunnen aufmerksam machen. So können Sie sich, wenn Sie in der Stadt unterwegs sind, gerade auch bei Hitze kostenlos mit genügend Trinkwasser versorgen“, so Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger.   

Besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen während Hitzewellen sind unter anderem

  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Menschen gehobenen Alters
  • Schwangere und Stillende
  • Arbeiter*innen im Freien
  • Alleine lebende Menschen
  • Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen
  • chronisch kranke Menschen, insbesondere mit Lungen- und Atemwegserkrankungen, Herzerkrankungen, Nierenproblemen oder Diabetes.
  • Migrant*innen oder der Landessprache nicht mächtige Bewohner*innen

Vorbeugende Maßnahmen

Den Wohnraum kühl halten

  • Tagsüber die Fenster schließen. Heißere von außen eindringende Luft erwärmt ansonsten die Wohnung.
  • Jalousien (idealerweise außen angebracht) oder Vorhänge schließen oder mit z.B. Decken oder Tüchern abdunkeln. Einfallendes Sonnenlicht erhitzt Oberflächen und erhöht somit die Lufttemperatur in der Wohnung.
  • Nur bei Nacht und, sofern es kühl genug ist, in den Morgenstunden lüften. Ein nach innen gerichteter, am Fenster stehender Ventilator kann dazu dienen, bei unzureichender natürlicher Durchlüftung kühlere Außenluft in den Raum zu transportieren.
  • Glühlampen und nicht benötigte Elektrogeräte abschalten, Nutzung des Ofens so weit als möglich vermeiden, um Wärmequellen in der Wohnung zu reduzieren.
  • Feuchte Handtücher, die im Raum aufgehängt werden, können zur Kühlung beitragen. Achtung, dies erhöht auf Dauer die Luftfeuchtigkeit und kann zu einem unangenehmen Raumklima führen.

Sich wenn möglich nicht der Hitze aussetzen

  • In kühlen oder klimaregulierten Umgebungen aufhalten. Sollte das eigene Zuhause nicht kühl gehalten werden können 2 bis 3 Stunden am Tag einen kühlen Ort aufsuchen (z.B. ein klimareguliertes öffentliches Gebäude oder Einkaufszentrum).
  • Nicht zur heißesten Tageszeit nach draußen gehen, diese ist für Linz etwa von 15 bis 18 Uhr zu erwarten.
  • Körperlich anstrengende Tätigkeiten sollten so weit als möglich vermieden oder reduziert werden. Ansonsten wird empfohlen, diese zur kühlsten Tageszeit (vor Sonnenaufgang) durchzuführen.
  • Bei Außenarbeiten regelmäßig Pausen machen oder, wenn möglich, die Arbeit überhaupt auf kühlere Tagesabschnitte verlagern.
  • Aktivitäten im Freien sollten weitgehend eingeschränkt werden.
  • Im Schatten aufhalten.
  • Niemals Menschen (insbesondere Kleinkinder oder Babys) oder Tiere in einem geparkten verschlossenen Fahrzeug zurücklassen.

Den Körper kühlen und mit Wasser versorgen

  • Kühl duschen oder baden. Als Alternative werden zum Beispiel Kühlpolster (Cold Packs), feuchte Handtücher, Schwämme oder Fußbäder empfohlen.
  • Lockere, leichte und helle Kleidung sowie einen Sonnenhut tragen.
  • Leichte und dünne Bettwäsche/Leintücher verwenden, von Polstern wird eher abgeraten.
  •  Ausreichend Wasser trinken, noch bevor man sich durstig fühlt, mindestens 1,5 bis 3 Liter täglich (bei anstrengenden Tätigkeiten kann mehr notwendig sein). Menschen mit Nieren- oder Herz-Kreislauferkrankungen wird empfohlen, unbedingt ihren Arzt / ihre Ärztin im Hinblick auf die geeignete Flüssigkeitsmenge zu konsultieren. Dies gilt insbesondere auch für Menschen, die aus medizinischen Gründen weniger Flüssigkeit zu sich nehmen dürfen.
  • Alkohol, Koffein und Zucker meiden. 
  • Kleine Mahlzeiten einnehmen, diese aber dafür öfter. Nahrung mit hohem Proteingehalt sollte gemieden werden. Leicht verdauliche und fettarme Nahrungsmittel mit hohem Wassergehalt werden empfohlen.

Anderen helfen

  • Nach dem Wohlbefinden von Familienangehörigen, Freunden, Nachbar*innen und im speziellen älteren oder Risikogruppen angehörenden Menschen erkundigen. Sicherstellen, dass diese genug Wasser zu sich nehmen.
  • Das Gespräch mit Familienangehörigen über extreme Hitzewellen suchen – was kann jeder/jede an den Orten tun wo er/sie die meiste Zeit verbringt?
  • Aktiv auf Bekannte, die in eine Risikogruppe fallen, zugehen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ältere oder kranke Menschen sollten zumindest täglich besucht werden.
  • Nimmt eine Person Medikamente, sollte mit der Ärztin / dem Arzt abgeklärt werden, wie diese die Thermoregulation des Körpers und dessen Wasserhaushalt beeinflusst.
  • Einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen und lernen, wie man mit hitzebedingten Notfällen (aber auch anderen) umgehen kann.
  • Man sollte die Risiken, die mit dem Aufenthalt und Aktivitäten in der Hitze einhergehen sowie die Symptome von hitzebedingter Erschöpfung und Hitzeschlag, kennen.
  • Auch auf Tiere und insbesondere auf Haustiere muss geachtet werden. 

Zusätzliche Vorsorge bei bestehenden gesundheitlichen Problemen

  • Medikamente sollten unter 25 Grad Celsius oder im Kühlschrank gelagert werden. Achtung, die Packungsbeilage gibt Aufschluss über den zulässigen Temperaturbereich!
  • Im Fall chronischer Leiden oder der Einnahme von Medikamenten sollte der Arzt/die Ärztin konsultiert werden. Bestimmte Arzneimittel können die Hitzeverträglichkeit negativ beeinflussen, insbesondere
    • Diuretika (Entwässerungsmittel)
    • Benzodiazepine (Schlaf verursachende und stark betäubende Mittel)
    • Sedativa (Beruhigungsmittel)
    • Betarezeptorenblocker (oft als Kombinationspräparat mit Diuretika oder anderen blutdrucksenkenden Substanzen)

Informationen zu den Standorten der öffentlichen Trinkanlagen sind abrufbar unter: https://webgis.linz.at   
 

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