Medienservice vom: 14.09.2022

Neue Bedarfsprognose für Linzer Kinderbetreuung bis 2025: Vollversorgung gesichert Notwendige 220 neue Plätze in Krabbelstuben, Kindergärten und Horten werden geschaffen

Obwohl das Kindergarten-, Krabbelstuben- oder Horte-Angebot der Stadt Linz äußerst umfangreich ist, zeigt die neue Bedarfsprognose für Kinderbetreuungseinrichtungen weiterhin einen steigenden Bedarf auf. So werden in den kommenden drei Jahren acht Gruppen mit 220 zusätzlichen Plätzen in städtischen Kinderbetreuungs-Einrichtungen geschaffen. Im Gegensatz zu den Vorjahren zeigt sich allerdings für den Zeitraum bis 2025 ein geringerer zusätzlicher Bedarf. Dies ist primär auf die erfolgreich umgesetzten Ausbauprogramme in der Vergangenheit und der sinkenden Geburtenzahlen seit dem Jahr 2018 zurückzuführen. Fazit: die Vollversorgung wird auch bis 2025 und darüber hinaus gewährleistet!

„Linz nimmt in der Kinderbetreuung österreichweit eine Führungsrolle ein. Es gibt keine andere Landeshauptstadt, die ganzjährig eine Vollversorgung anbietet. Sowohl die Anzahl der Betreuungsplätze als auch eine flächendeckende Versorgung erleichtern Eltern den Alltag. Damit die Versorgungssituation auch künftig auf diesem hohen Niveau bleibt, erstellt die Magistrats-Abteilung Stadtforschung regelmäßig Prognosen über die Bevölkerungsentwicklung und den daraus resultierenden zukünftigen Bedarf. Damit sorgen wir vor, um die von Linzer Familien benötigten Betreuungsplätze bereitstellen zu können“, sagt Bürgermeister Klaus Luger.

„Die Linzer Familien schätzen das Angebot der städtischen Betreuungseinrichtungen. Ein wichtiger Punkt sind unsere familienfreundlichen Öffnungszeiten von Krabbelstuben, Kindergärten und Horten. Um Beruf und Familie vereinbaren zu können, braucht es für Eltern ein den Bedürfnissen angepasstes Leistungsangebot. Deshalb laufen auch die Planungen des Gruppen- und Betreuungsplätze-Ausbaus auf Hochtouren“, freut sich Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Gesetzliche Verpflichtung

Gemäß § 17 Abs. 1 Oö. Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz haben Gemeinden über 3.000 Einwohner*innen alle drei Jahre, ausgehend vom Bestand an Kinderbetreuungsplätzen, die für Kinder mit Wohnsitz in der Gemeinde zur Verfügung stehen, den zukünftigen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu erheben und zwischen den Erhebungen die Bevölkerungsentwicklung in die laufenden Planungen miteinzubeziehen. Deshalb wird eine Bedarfserhebung und -prognose für den Zeitraum September 2022 bis August 2025 von der Abteilung Stadtforschung und dem zuständigen Geschäftsbereich Soziales, Jugend und Familie erstellt.

Vorgangsweise

Von der Abteilung Stadtforschung werden Planungsrechnungen zur Entwicklung des Bedarfs an Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen erstellt. Für die Untersuchung werden Bevölkerungsdaten, Krabbelstuben-, Kindergarten- und Hortkapazitäten, der Besuch von Betreuungseinrichtungen und die Zahl der Anmeldungen analysiert. Darüber hinaus fließen Daten der Gebäude- und Wohnungsdateien sowie alle Baubewilligungen und die in der Bebauungsplanung aufliegenden in Plan oder Umsetzung befindlichen Großbauvorhaben in die Parameteranalyse und die Bedarfsschätzung ein.

Bei der Erarbeitung von Vorschlägen wurden folgende Parameter berücksichtigt:

  • Prüfung, ob in bestehenden Kinderbetreuungseinrichtungen oder anderen städtischen Gebäuden Raumkapazitäten leer stehen bzw. freigemacht werden könnten.
  • Prüfung, ob bei bestehenden städtischen Gebäuden/Liegenschaften ein Zu- oder Umbau möglich ist.
  • Die Investitionskosten sollen möglichst niedrig gehalten werden. 

Ausgangsituation 2021/22 

Kindergärten: Vollversorgung

Die gesamtstädtische Kapazität für Kinder in den Kindergärten für das Betriebsjahr 2021/22 betrug bewilligte 6.936 Plätze, verteilt auf 327 Gruppen. Im März 2022 besuchten 6.750 Kinder einen Linzer Kindergarten, davon 222 Kinder aus anderen Wohngemeinden. Im September 2022 wird das Angebot aufgrund der Inbetriebnahme aller Gruppen in den bereits errichteten neuen Einrichtungen auf insgesamt 7.074 bewilligte Plätze ansteigen.

Krabbelstuben: Vollversorgung

Die gesamtstädtische Kapazität für Kinder in den Krabbelstuben für das Betriebsjahr 2021/22 betrug 1.195 bewilligte Plätze, verteilt auf 122 Gruppen. Im März 2022 besuchten 1.222 Kinder eine Linzer Krabbelstube, davon 97 Nicht-Linzer Kinder. Im September 2022 wird das Angebot aufgrund der Inbetriebnahme aller Gruppen in den bereits errichteten neuen Einrichtungen auf insgesamt 1.235 bewilligte Plätze ansteigen.

Horte: Vollversorgung

Die gesamtstädtische Kapazität für Kinder in den Horten für das Betriebsjahr 2021/22 betrug 
5.396 bewilligte Plätze, verteilt auf 263 Gruppen. Im Oktober 2021 besuchten 5.230 Kinder einen Linzer Hort, davon 167 Kinder mit einem anderen Hauptwohnsitz als Linz. Im September 2022 wird das Angebot aufgrund der Inbetriebnahme aller Gruppen in den bereits errichteten neuen Einrichtungen auf insgesamt 5.519 bewilligte Plätze ansteigen.

Integrationskinder

Die Anzahl der Integrationskinder ist seit 2018 um mehr als 30 Prozent gestiegen, bei steigender Tendenz.

Daraus ergeben sich folgende Problemsituationen:

  • Integrationskinder bewirken eine Reduktion der Gruppengröße.
  • Das bisher vom Land Oberösterreich genehmigte Stundenausmaß für Assistenzen für Integration ist nicht ausreichend, um die Bedarfe in Menge und Qualität sicherzustellen.
  • Es sind zu wenig Personalressourcen und finanzielle Mittel verfügbar. Obwohl bei den städtischen Einrichtungen beträchtlich mehr Mittel eingesetzt werden als vom Land ersetzt werden, gelingt es nicht, die Bedarfe abzudecken, da nicht ausreichend Personal verfügbar ist.
  • So sehr die Idee der Integration grundsätzlich zu begrüßen ist, muss festgestellt werden, dass es Kinder gibt, deren Betreuung sowohl die anderen Kinder als auch das betreuende Personal überfordert. Es gibt Kinder, für deren Betreuung nach Aussage des pädagogischen Fachpersonals eine Eins-zu-Eins-Betreuung erforderlich ist und selbst dann ist die Integration dieses Kindes im Hinblick auf die anderen Kinder kaum umsetzbar.

Aus diesen Gründen ist ein auch zusätzlicher Bedarf an heilpädagogischen Gruppen gegeben, um diesen Kindern ein qualitätsvolles pädagogisches Setting für ihre Bedürfnisse anbieten zu können. Dieser Bedarf müsste vom Land Oberösterreich gedeckt werden.

Öffnungszeiten

Bei den städtischen Einrichtungen liegen sehr großzügige Öffnungszeiten vor:

  • Kindergärten und Krabbelstuben haben eine tägliche Regelöffnungszeit von 6.30 bis 17 Uhr, und waren 2.604 Stunden bzw. 248 Tage im Jahr 2021 geöffnet
  • Horte haben eine tägliche Regelöffnungszeit von 11 bis 18 Uhr (an schulfreien Tagen von 7.30 bis 18) und waren 1.925 Stunden bzw. 246 Tage im Jahr 2021 geöffnet

Die privaten Einrichtungen haben in Relation zu den Stunden bei den städtischen Einrichtungen durch die Bank geringere Öffnungszeiten. Die Stadt Linz wird auch künftig die familienfreundlichen Öffnungszeiten beibehalten.

Demografische Kennzahlen

Im Zeitraum 2019 – 2022 ist die Linzer Gesamtbevölkerung um 0,9 Prozent gewachsen. Für die kommenden drei Jahre wird mit einer weiteren Zunahme um etwa 1,9 Prozent gerechnet. 

Im Schnitt wurden in den vergangenen drei Jahren in Linz jährlich etwa 2.090 Geburten gezählt. Für die kommenden drei Jahre wird im Schnitt mit etwa 2.050 Geburten pro Jahr gerechnet. 

Der Wanderungssaldo schwankte Corona-bedingt in den vergangenen Jahren sehr stark – im Schnitt betrug der Wanderungsgewinn zirka 600 Personen pro Jahr. Für die kommenden drei Jahre wird im Mittel von einem jährlichen Wanderungsgewinn von etwa 1.250 Personen ausgegangen.

Gemeindeübergreifende Betreuung

Im Durchschnitt besuchen jährlich ca. 300 Nicht-Linzer Kinder Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt Linz und ca. 70 Linzer Kinder Kinderbetreuungseinrichtungen anderer Gemeinden. Dies gilt aber fast ausschließlich für den Zeitraum eines unterjährigen Wechsels, das heißt nur für einige Monate.

Bedarf 2022/23 – 2024/25

Im Gegensatz zu den Vorjahren zeigt sich für den Zeitraum bis 2025 nur ein geringer Bedarf an weiteren Gruppen. Dies ist primär auf die erfolgreich umgesetzten Ausbauprogramme in der Vergangenheit und der sinkenden Geburtenzahlen seit dem Jahr 2018 zurückzuführen. Daraus ergibt sich folgender rechnerischer Bedarf:

Tabelle Bedarf KinderbetreuungseinrichtungenKindergärten (KG): 69 Plätze werden geschaffen

Der Bedarf von 69 Plätzen wird durch die Fertigstellung der Gruppen, die bereits im letzten Entwicklungskonzept angeführt waren, folgendermaßen gedeckt: 

  • 1 Gruppe beim Hartmayrgut
  • 2 Gruppen in der Poschacherstr. 

Krabbelstuben (KR): 20 Plätze werden geschaffen

Die eruierten 20 zusätzlichen Plätze werden durch zwei neue Gruppen am Standort Poschacherstraße realisiert. 

Darüber hinaus wird eine Gruppe (heilpädagogisch oder integrativ) bei der Einrichtung „Diakonie Zentrum Spattstraße“ geschaffen, um die Herausforderungen bezüglich des Anstiegs der Integrationskinder zu bewältigen.

Horte: 130 Plätze werden geschaffen

Der Bedarf von 132 Plätzen ab September 2025 wird wie folgt gedeckt:

  • 2 Gruppen am Aubrunnerweg: der Neubau umfasst 7 Gruppen mit 161 Plätzen. Die 5-gruppige Einrichtung in der J.-W.-Klein-Straße mit 77 Plätzen wird dafür geschlossen.
  • Durch Umbau der Räumlichkeiten werden zusätzlich 32 Plätze in der Goetheschule und 16 Plätze in der Pichlingerschule geschaffen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeinster Klaus Luger und Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Bedarfsprognose Kinderbetreuungseinrichtungen in Linz 2022 bis 2025“

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