Medienservice vom: 19.09.2022 |Fotos zum Medienservice

Climate Campaigners – Linz und Freistadt gemeinsam gegen den Klimawandel 13 Städte, 20 Millionen Bürger*innen, ein gemeinsames Ziel: mit der Klima-App aktiv zum Klimaschutz beitragen

  • Linz und Freistadt in einer Reihe mit Mailand, Izmir und Lahti

Das Klima zu retten, ist nicht nur Sache von Politik und Wirtschaft. Auch Bürger*innen können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mit dem EU-Projekt Climate Campaigners, an dem sich Linz, Freistadt und viele andere europäische Städte beteiligen, sollen Menschen beim konkreten Klimaschutz im Alltag mit einer Klima-App unterstützt werden. 

Nachhaltiger zu leben, zeigt sich gleichzeitig für viele Menschen als große Herausforderung. Es lohnt sich jedoch für alle, wie schon eine einfache Rechnung zeigt: Wer beispielsweise sein Auto stehen lässt und konsequent täglich mit dem Fahrrad zehn Kilometer ins Büro fährt, spart mehr als eine halbe Tonne CO2. Das mag zunächst als überschaubarer Beitrag erscheinen – im Vergleich zu jenen 8,26 Milliarden Tonnen CO2, die der Verkehrssektor weltweit verursacht. Wenn jedoch viele Menschen in Linz, Österreich, Europa und darüber hinaus mitmachen,  sind die Einsparungseffekte enorm.  

Diese Synergieeffekte zugunsten des Klimas sind es, welche die EU-Initiative „Climate Campaigners“ (CC) thematisiert. Daran beteiligen sich nun seit 2021 auch die Städte Linz und Freistadt. Die Aktivitäten zur CO2-Reduktion sind speziell auf die einzelnen Städte zugeschnitten. Die Stadt Linz setzt ihren Schwerpunkt auf Energie und Mobilität. 

Auch die Bezirkshauptstadt Freistadt forciert Maßnahmen auf Mobilität. Als flächenmäßig kleine Stadt mit kurzen Wegen soll etwa das Potenzial den Ausbau des Radverkehrs betreffend ausgeschöpft werden. Unterschiedliche Maßnahmen motivieren somit etwa Pendler*innen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel, Fahrgemeinschaften oder umweltfreundliche Fahrzeuge motivieren und schärfen insgesamt das Bewusstsein für den Klimaschutz.

Unterstützung erhalten Bürger*innen durch innovative Funktionen der mobilen Klima-App: Sie können in Echtzeit die eigenen Einsparungen mit einer detaillierten Auswertung verfolgen und analysieren, sich mit anderen vernetzen, miteinander Erfahrungen teilen oder auch gegenseitig motivieren. Aktionswochen, in denen bspw. Challenges mit Gewinnspielen die Motivation steigern mitzumachen. So kann jede und jeder auf spielerische und nachhaltige Weise gemeinsam etwas für die Umwelt tun – und Linz sowie Freistadt helfen, schneller ihre Klimaziele zu erreichen.

„Wer bei den Climate Campaigners mitmacht, wird Teil einer großen Klima-Community, die einiges in Bewegung setzen kann. Das Projekt wird vom Energieinstitut an der Johannes-Kepler-Universität geleitet und zeigt damit die Relevanz des Forschungs- und Innovationsstandortes Linz. Das Projekt liefert wichtige Daten und Erkenntnisse, die an verschiedenen europäischen Universitäten ausgewertet werden und europaweit als Basis für politische Handlungsempfehlungen dienen“, informiert Bürgermeister Klaus Luger.

„International beteiligen sich viele weitere Städte an dem Projekt, etwa Izmir, Mailand oder Lahti. Das Projekt Climate Campaigners dient vor allem zur Bewusstseinsbildung für ein klimabewussteres Leben. Jeder und jede Einzelne ist eingeladen, Climate Campaigner zu werden und damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und CO2 einzusparen“, bekräftigt Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

„Schadstoffe kennen keine Staatsgrenzen. Umweltschutz ist somit eine große globale Herausforderung. Umso mehr freut es mich, dass an diesem Projekt Vertreter aus mehreren Ländern Hand in Hand arbeiten“, betont auch Mag. Harald Schuh, Umweltstadtrat von Freistadt.

Das Projekt Climate Campaigners in Linz

Das Akronym „CAMPAIGNers“ steht für (engl.) “Citizens Acting on Mitigation Pathways through Active Implementation of a Goalsetting Network”. Das aus EU-Mitteln finanzierte Projekt hat eine empirisch belegte Veränderung der Lebensweise zur Bekämpfung des Klimawandels zum Ziel. Beinahe 30 nationale und internationale Organisationen beteiligen sich an diesem EU-Projekt. Die Stadt Linz zählt seit 2021 als eine der 13 Leuchtturmstädte (lighthouse cities).

„Die Bestrebung bis 2040 klimaneutral zu werden, erfordert neben der CO2-Reduktion bei den größten Treibhausgas-Emittenten auch einen grundlegenden und schnellen Wandel unserer Lebensweise. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen wir auf der ganzen Welt vor der Herausforderung, faire, effektive und integrative Wege zu finden, die von allen Menschen voll unterstützt werden“, betonen Bürgermeister Klaus Luger und Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Freistadt auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft

Freistadt gilt als Vorreitergemeinde in Sachen Klimaschutz. Als eine der ersten Gemeinden setzte die Stadt auf ein nachhaltiges Lichtkonzept. Seit 2016 leuchtet ein Großteil des Straßennetzes mit energiesparender LED-Technologie. Aktuell lässt die Stadtgemeinde ihre Gemeindedächer mit Photovoltaik-Anlagen und intelligenten Speichersystem ausstatten und begründet eine erneuerbare Energiegemeinschaft. Auf 3.228 Quadratmetern Dachfläche entstehen Sonnenkraftwerke.

Außerdem arbeitet Freistadt gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden am Ausbau und der Attraktivierung des regionalen Radwegenetzes und forciert die Begrünung der Stadtmitte.
Mit der neuen Klima-App setzt Freistadt einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft. Als Kommune will man mit Vorbild vorangehen und Änderungen im Alltagsverhalten anstoßen. 

„Je mehr Menschen sich ihrer persönlichen Verantwortung für die Umwelt bewusst sind und entsprechend ihren Möglichkeiten handeln, desto besser. Diverse Fitness-Apps haben es geschafft, so genannte Couch Potatoes zu Sportlerinnen und Sportlern zu machen. Ich sehe eine gute Chance, Menschen mittels App zu ökologisch verantwortungsvollem Handeln motivieren zu können“, ist Freistadts Umweltstadtrat Harald Schuh überzeugt. 

Kostenlose Klima-App zum Download

Öfter vegetarisch essen, mehr zurückgelegte Wege mit dem Bus, der Straßenbahn, dem Fahrrad oder zu Fuß, erneuerbare Energieträger für die Beheizung – all dies trägt dazu bei, die Treibhausgas-Emissionen zu verringern. In Climate Campaigners wird ein Zielnetzwerk eingeführt, in dem über 100.000 Bürger*innen in 13 Städten auf fünf Kontinenten in einer App „Challenges“ erhalten. Die #CCchallenges sind maßgeschneiderte spielerische Aufgaben für Veränderungen im Alltagsverhalten.

Die Climate Campaigners-App wurde jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Im Social Feed besteht die Möglichkeit, Fotos zu laufenden oder absolvierten #CCchallenges zu posten und damit den Fortschritt bei den verschiedenen Aufgaben zu dokumentieren. Durch das Gruppen-Feature lassen sich Challenges auch im Freundeskreis oder mit Arbeitskolleg*innen starten. Das Mitmachen bei den Lifestyle Challenges soll in Aktionszeiträumen mit verschiedenen Anreizen belohnt werden (z.B. mit Eintrittskarten für den Botanischen Garten, VHS-Bildungsgutscheinen und weiteren Goodies).

Die Kampagne wird überdies in der gesamten Stadt auf Infoscreens in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Cityscreens und Plakaten zu sehen sein:

Foto: Helen Rushbrook

Von Universitäten wissenschaftlich begleitet

Mit einem neuen Forschungsansatz untersucht das Projekt Climate Campaigners vorrangig zwei Themen: die Veränderung von Verhaltensweisen anhand einer großen Datenbasis und wie die empirisch belegten Ergebnisse die Klimapolitik mitgestalten können. Neu am Forschungsansatz zeigt sich insbesondere die praktische Umsetzung von klimafreundlichen Verhaltensänderungen mit einer großen Anzahl an teilnehmenden Personen. Bisher war die Forschung auf hypothetisches Verhalten oder eingeschränkte Gruppen beziehungsweise auf spezifische Themen beschränkt. 
Im Zuge der wissenschaftlichen Begleitung von Climate Campaigners identifizieren Forschende Hindernisse und Potentiale für diese Veränderungen des Alltagsverhaltens und lokale Aspekte. Die empirischen Erkenntnisse dienen dazu, greifbare Wege für die Reduktion von Treibhausgasemissionen aufzubereiten.

Federführend in dieser internationalen Umweltinitiative ist das Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz in Zusammenarbeit mit der National University of Ireland (Galway), Norwegian University of Science and Technology (Oslo), und den Städten Cape Town (ZAF), Dublin (IRL), Freistadt (AUT), Grenoble (FRA), Izmir (TUR), Lahti (FIN), La Libertad (PER), Linz (AUT), Mailand (ITA), Pesaro (ITA), Skopelos (GRC), Trois-Rivières (CAN), Vilnius (LTU) verantwortlich, gefördert durch das „European Union's Horizon research 2020 and innovation programme under grant no. 101003815.“

„Der Anspruch, bis 2040 klimaneutral zu werden, erfordert einen grundlegenden und schnellen Wandel unserer Lebensweise. Wege zur Erreichung dieses Ziels müssen fair, effektiv, integrativ sein und von Bürger*innen aus allen Gesellschaftsschichten voll unterstützt werden. Das Projekt Climate Campaigners dient als Beitrag zu diesem Ziel, indem es in Kombination mit einem Forschungsansatz Städte und Bürger*innen bei der Dekarbonisierung ihres Lebensstils unterstützt“, sind sich Bürgermeister Klaus Luger und Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger einig.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Bürgermeister Klaus Luger und Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Projektstart Climate Campaigners“)

Weitere Gesprächspartner*innen:
Mag. Harald Schuh, Umweltstadtrat Stadt Freistadt
DI.in Anna Sonnleitner, Projektbetreuung, Abteilung Stadtklimatologie und Umwelt, Stadt Linz
Martin Reindl, Leiter Finanzabteilung Freistadt
 

Wahl 2022

Bundespräsidentenwahl 2022

Am 9. Oktober 2022 findet die Bundespräsidentenwahl statt. Wir bieten alle Informationen zur Wahl und die Online-Bestellung von Wahlkarten für in Linz wahlberechtigte Personen.

Mehr dazu