Medienservice vom: 07.10.2022 |Downloads zum Medienservice|Fotos zum Medienservice

Stadt Linz zeichnet „Women in MediaArts“ aus „Marianne.von.Willemer – Preis für digitale Medien 2022“ geht an Christina Krämer

Der mit 3.600 Euro dotierte „Marianne.von.Willemer – Preis für digitale Medien“ der Stadt Linz geht 2022 an Christina Krämer aka Tina Kult. Ausgezeichnet wird die Wiener Medienkünstlerin für ihre 30-minütige Videoinstallation „Pampa“, in deren Mittelpunkt private Wohnräume und die hier kulminierenden soziokulturellen Herausforderungen in Zeiten der Pandemie stehen.  

„Der Preis versteht sich als Anerkennung qualitativ hochwertiger Arbeiten von Künstlerinnen und ist eine direkte Förderung von Künstlerinnen. Der heute zu verleihende Preis für digitale Medien zeichnet Christina Krämer aus, die digitale Medien sehr eindrucksvoll als künstlerisches Werkzeug und Ausdrucksmittel nutzt“, so Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger. Die Preisverleihung wird im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Ars Electronica Center, Sky Loft, 3. Obergeschoß stattfinden.

Pampa – eine Videoinstallation zum Thema Isolation

Eine Kamerafahrt führt durch virtuelle Szenarien und zeigt mit weißen Laken bedeckte Menschen inmitten ihres eigenen Chaos sitzend, stehend oder liegend in ihrem Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad oder ihrer Küche. Alles Räume, in denen sich Freizeit, Familien- und Arbeitsleben der Protagonist*innen längst miteinander vermischt haben. Die verschiedenen Räume und Orte, die durch Möbelstücke, ihre Dekoration und persönliche Gegenstände ihrer Bewohner*innen erkennbar sind, wurden aus unterschiedlichen Perspektiven fotografiert und die einzelnen Bilder dann zu 3D-Scans transformiert. Projiziert wird die Videoinstallation auf ein im Raum hängendes Baumwolltuch. Die mit Laken abgedeckten Menschen sowie die verschiedenen Räume ziehen in der Videoinstallation beinahe geisterhaft an den Betrachter*innen vorbei. 

Mit „Pampa“ thematisiert Christina Krämer die Ausbeutung von Körper und Geist in einer neoliberalen Leistungs-und Produktionsgesellschaft. „Im Zentrum meiner Arbeit stehen das Gefühl der Isolation und Überforderung und das starke Bedürfnis nach Ruhe, das ich bei mir selbst und den Menschen um mich herum beobachtete“, sagt Christina Krämer.

Die Jurybegründung für die Gewinnerin des „Marianne.von.Willemer – Preis für digitale Medien 2022“ lautet folgendermaßen. „Tina Kult zeigt in ihrem künstlerischen Werk private Wohnräume, wie wir sie noch nie gesehen haben. In der Erarbeitung ihrer semi-dokumentarischen Wohnraumbilder beweist sie künstlerische Eigenständigkeit. Aus zahlreichen Einzelbildern aus unterschiedlichen Perspektiven erstellt sie eigenmächtige 3D-Scans. Sie fügt die so entstandenen Ton- und Bild-Materialien in einer visuell und auditiv abtastenden Montage aneinander. Insgesamt zeichnet sie ein Bild der Erschöpfung von Körper und Geist in privaten Wohnräumen, die durch die Pandemie verstärkt sichtbar wurde.“

Christina Krämer aka Tina Kult

Christina Krämer aka Tina Kult ist eine 1991 in Kasachstan geborene und in Wien lebende und arbeitende Medienkünstlerin. Sie studierte Digitale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien und absolvierte ein Gastjahr in der Klasse für Experimentalfilm an der UdK Berlin. Sie ist Mitbegründerin des Kollektivs T(n)C. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit soziokulturellen Morphologien und sozialen Strukturen und wurden unter anderem im Q21/Museumsquartier (2022), Kunstraum Niederösterreich (2018), bei Krinzinger Projekte (2017) in Wien oder Art+Text (2017) in Budapest gezeigt.

Der „Marianne.von.Willemer – Preis für digitale Medien“

Mit dem „Marianne.von.Willemer – Preis für digitale Medien“ unterstützt die Stadt Linz Frauen, die digitale Medien für den künstlerischen Ausdruck nutzen. Gesucht werden innovative Arbeiten, die durch den Einsatz von oder die explizite Bezugnahme auf digitale Medien gekennzeichnet sind. Was die technische Realisierung angeht, kann aus einem breiten Spektrum gewählt werden - so können Arbeiten aus den Bereichen digitale Fotografie, Digital Video, Computeranimation, generative Graphik, digitale Musik, interaktive Installationen, Netzprojekte, Medienperformances, Medienarchitektur etc. eingereicht werden. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre vom Frauenbüro der Stadt Linz in Zusammenarbeit mit Ars Electronica und mit Unterstützung von DORFTV ausgeschrieben, die Gewinnerin erhält 3.600 Euro. Namenspatronin des Linzer Preises ist die 1784 in Linz geborene Marianne von Willemer, die als 14-Jährige mit ihrer Mutter nach Frankfurt am Main zog und dort Johann Wolfgang von Goethe kennen lernte. Dieser wiederum verewigte Marianne von Willemer in seinem 1819 erschienenen Werk „Westöstlicher Diwan". Erst neun Jahre nach Marianne von Willemers Tod wurde bekannt, dass mehrere der schönsten Gedichte daraus eigentlich ihrer Feder stammten. Die Leistungen von Marianne von Willemer wurden bis heute dennoch kaum bis gar nicht beachtet.

Jury „Marianne.von.Willemer – Preis für digitale Medien 2022“

Die diesjährige Jury bildeten Mag.a art. Dagmar Schink (Geschäftsführung VALIE EXPORT Center Linz), Prof.in (FH) Mag.a art. Dr.in Rosa von Suess (Professorin an der Fachhochschule St. Pölten, Department Medien und Digitale Technologien) und Univ.-Prof.in Mag.a art. Brigitte Vasicek (Vizerektorin für Kunst und Lehre an der Kunstuniversität Linz).

(Informationsunterlage zum Pressegespräch mit Mag.a Eva Schobesberger, Linzer Frauenstadträtin, Rosa von Suess, Jurymitglied Marianne.von.Willemer.2022 - Preis für digitale Medien, Professorin an der Fachhochschule St. Pölten, Department Medien und Digitale Technologien und Brigitte Vasicek, Jurymitglied Marianne.von.Willemer.2022 - Preis für digitale Medien, Vizerektorin der Kunstuniversität Linz und die diesjährige Gewinnerin Christina Krämer zum Thema „Marianne.von.Willemer – Preis für digitale Medien 2022“)

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