Medienservice vom: 11.10.2022 |Downloads zum Medienservice|Fotos zum Medienservice

Wechsel der Leitung im Botanischen Garten Dr. Friedrich Schwarz verlässt „das Schiff“ – Thomas Schiefecker MSc wird neuer Leiter

Eine der beliebtesten und meist frequentierten Linzer Freizeiteinrichtungen – der Botanische Garten der Stadt Linz – steht in Kürze unter neuer Leitung: nach siebzehn Jahren des Ausbaus und der Weiterentwicklung übergibt der bisherige Leiter Dr. Friedrich Schwarz das Pflanzenjuwel auf der Gugl an Thomas Schiefecker MSc.

Dr. Friedrich Schwarz wird Ende Oktober 2022 den wohlverdienten Ruhestand antreten und kann auf eine erfreuliche Bilanz verweisen. Seine langjährige Arbeit kommt sowohl in beeindruckenden Besucher*innenzahlen als auch im Hinblick auf den internationalen Ruf des Botanischen Gartens und seine Funktion als Aushängeschild für das „grüne Linz“ zum Ausdruck. Als Standort einer der größten Kakteensammlungen Europas sowie als guter Boden für wissenschaftlich orientierte Arbeiten, zum Beispiel im Rahmen der Samentauschbörse, ist der Botanische Garten Pflanzenfreund*innen zum fixen Begriff geworden. 

Mit bisher fast 88.000 Besucher*innen (Stand Ende September) liegt die Einrichtung über dem langjährigen Durchschnitt und hat Chancen auf einen neuen Rekordbesuch bis zum Jahresende. 

Der studierte Botaniker Dr. Schwarz leitet das 4,2 Hektar großen Pflanzenparadies neben dem Stadion seit 2005 und hat die Grundlagen für das heutige hohe Niveau des Botanischen Gartens gelegt. 

„Unter Leitung von Dr. Schwarz hat das Areal eine tolle und einzigartige Entwicklung erfahren. Ohne sein Engagement wäre der Botanische Garten, so attraktiv wie wir ihn heute erleben, nicht denkbar“, streut die Linzer Grünreferentin und Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger dem langjährigen Leiter Rosen. 

Sein designierter Nachfolger Thomas Schiefecker MSc ist seit Juni im Botanischen Garten tätig und hatte so also bereits Gelegenheit, wertvolles Wissen und praktische Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln.

Thomas Schiefecker MSc setzt so wie der bisherige Leiter auf Tradition, das heißt, den Erhalt des bisher im Botanischen Garten baulich, optisch und wissenschaftlich erreichten Standards ebenso wie auf die ständige Weiterentwicklung des Areals. Beruflich ist er so wie Schwarz als studierter „Botaniker“ für den wohl „grünsten“ Job in Linz prädestiniert. Ebenso wie Friedrich Schwarz ist er im Innviertel geboren (Ried im Innkreis, Jahrgang 1987). 2018 erfolgte sein Studienabschluss der Pflanzenwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz mit dem Schwerpunkt Pflanzenphysiologie und Phytopathologie.

2019 arbeitete er für die Phytoniq GmbH – F&E im Bereich Indoorfarming und in-vitro Kultur von Wasabi, Burgenland. 2020 übernahm Schiefecker die Agenden der Leitung des Amtlichen Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer . Seit Juni 2022 arbeitet er in der Abteilung Botanischer Garten Linz gemeinsam mit Friedrich Schwarz.

Kontinuierliche Aufwärtsentwicklung

Dank der Aufbauarbeit durch Dr. Friedrich Schwarz zählt der Botanische Garten heute neben dem Pöstlingberg und der Altstadt zu den Top-Besuchszielen der oberösterreichischen Landeshauptstadt. 

Mit ihren mehr als 12.000 Pflanzenarten wird die Anlage alljährlich nicht nur von Tourist*innen, sondern auch von tausenden Linzerinnen und Linzern aufgesucht – als Oase der Erholung, Entspannung und gesunden Freizeitgestaltung. Der Botanische Garten hat sich aufgrund eines reichhaltigen Veranstaltungsprogramms zudem als kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt etabliert. Die Anlage wird deshalb während des ganzen Jahres gut frequentiert und zeigt sich durch Aktionen wie zum Beispiel die Gestaltung einer Blumenkrippe, Workshops sowie Spezialausstellungen in den Glashäusern auch im Winter attraktiv. 

Das Areal besteht seit dem Jahr 1952, also seit mehr als 70 Jahren, und wurde in mehreren Schritten bis zu seiner heutigen Erscheinungsform ausgebaut.


Heuer feierte der Botanische Garten sein 70-jähriges Bestehen

„Das Niveau, das die Anlage heute erreicht hat, haben wir der engagierten Arbeit eines fachlich bestens versierten Teams zu verdanken. Die Regie dabei hatte Dr. Friedrich Schwarz inne, der den Garten seit 2005 leitet. Und das mit größtem Erfolg, ist er doch seit Jahrzehnten mit ökologischen Belangen der Stadt Linz verbunden“, informiert Stadträtin Schobesberger. 

Ökologiebegeisterung führte zum „Traumberuf“ 

Nach dem Studium Botanik als Hauptfach (mit dem Spezialgebiet Vegetationsökologie heimischer Wälder) und der Zoologie als Nebenfach an der Uni Wien ist Friedrich Schwarz seit Oktober 1982 bei der Stadt Linz tätig. Seine Begeisterung für ökologische Themen führte ihn letztlich auch zu seinem Traumberuf bei der Stadt Linz.  

Nach seinem Start in der Naturkundlichen Station (NaSt) widmete sich Dr. Schwarz dem Schwerpunkt einer Stadtbiotopkartierung. Linz war damals die erste Stadt mit einer flächendeckenden Biotopkartierung. 

1991 übernahm Friedrich Schwarz auch die Agenden als Bezirksbeauftragter für Natur- und Landschaftsschutz und den Sachverständigendienst. 1997 folgte die Eingliederung der NaSt in das Amt für Natur- und Umweltschutz und die Übernahme der entsprechenden Abteilungsleitung. 

1998 übersiedelte die Naturkundliche Station vom Standort Botanischer Garten in das Neue Rathaus. 2005 schließlich erfolgte die Zusammenlegung der NaSt mit dem Botanischen Garten, die Eingliederung in die Stadtgärten Linz und die Rückübersiedlung zum Standort Botanischen Garten an der Roseggerstraße. Die ehemaligen Stadtgärten Linz gehören heute zum Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung.

Neben seiner Tätigkeit im Botanischen Garten engagiert sich Schwarz auch seit bald 40 Jahren für die Entwicklungszusammenarbeit, im Speziellen im Rahmen der Städtepartnerschaft Linz – San Carlos/Nicaragua. Der Verein hat kürzlich mit Unterstützung von Stadt Linz und Land wieder ein Trinkwasserprojekt finanziert. Auch mit dem mittelamerikanischen Costa Rica ist Schwarz eng verbunden, insbesondere mit dem Regenwald der Österreicher, wo die Universität Wien eine Forschungsstation betreibt.

Seit 17 Jahren steht Friedrich Schwarz dem Botanischen Garten vor und hat die Grundlagen für eine wahre Erfolgsstory gelegt, die unter seiner Ägide bis heute andauert. Den krönenden und abschließenden Höhepunkt bildete die Organisation und Vorbereitung des 70-jährigen Jubiläums, das heuer im Frühjahr mit einem großen Fest gefeiert wurde. Aber nicht nur das: in Summe fanden 108 verschiedene Veranstaltungen im Jubiläumsjahr auf der Anlage statt. Die Palette reichte von Ausstellungen wie „Botanische Fleischfresser – die fantastische Welt der carnivoren Pflanzen“ über Kooperationen mit Südwind und dem Klimabündnis bis hin zur Präsentation von Baumarten im Freiland, die in Linz auf öffentlichen Flächen gepflanzt werden.

Dazu kamen Kulturevents im Rahmen der Reihe „Wort & Klang“, die den Garten in der warmen Jahreszeit in eine großartige Natur-Bühne verwandelten und die beliebte Gartenpraxis, bei der Fachleute Tipps und Tricks zu verschiedensten Themen vermittelten.


Kultur hat im Botanischen Garten ihren fixen Platz

Ungebrochen aktiv ist der Botanische Gartens auch auf dem Gebiet des internationalen Samentauschs, der 450 Botanische Gärten weltweit umfasst. Tausende Keimlinge aus Linz sprießen inzwischen auf der ganzen Welt.

Digitaler Gartenführer

Abgesehen von einer durch Dr. Schwarz angeregten Applikation, die dazu dient, den Botanischen Garten auch in digitaler Form zu erleben und via Handy Hinweise zu den einzelnen Pflanzenarten zu erhalten, ermöglicht eine neue Beschilderung noch bessere Einblicke in die Vielfalt der Themen und Pflanzen der Anlage. Alle 37 Themen des Gartens werden auf den neuen Schildern mit zweisprachigen Infos erklärt. Zur Orientierung sind auf einem Übersichtsplan die jeweiligen Themen, wo man sich befindet, rot markiert.

Ein Bodenlehrpfad führt durch das Gelände

Seit 2012 bringt zudem ein Bodenlehrpfad den Besucher*innen an 10 Stationen die Welt unterhalb der Oberfläche näher und weist auch die ökologische Bedeutung des Bodens als wichtige Lebensgrundlage hin. Dazu kommen zahlreiche Kunstprojekte und Ausstellungen heimischer Künstler*innen, die über die Jahre hinweg an verschiedensten Standorten im Gelände die Besucher*innen zum Staunen brachten und Anlass zur Diskussion und zum kulturellen Erfahrungsaustausch gaben.

All dies ist dem Wirken des engagierten Leiters Dr. Friedrich Schwarz zu verdanken, der die Jubiläumsevents, so wie auch die vorangegangenen Entwicklungsjahre des Botanischen Gartens, mit Herz und Verstand mitbegleitet hat. Seinen Job auf der Gugl hat Schwarz mehrmals einen beruflichen Lotto-Sechser genannt. 

Kein Wunder, denn der geborene Innviertler hat bereits in seiner Jugend ein Faible für Biologie am Rieder Gymnasium entdeckt und aufgrund dessen dem ursprünglich angepeilten Studium der Germanistik das Fach Biologie vorgezogen. Dass er noch während des Studiums eine Anstellung bei der Naturkundlichen Station der Stadt Linz bekam, bezeichnet Schwarz als glückliche Fügung. So hat er also Zeit seines Lebens berufliche und persönliche Erfüllung verbinden können. Seine daraus resultierende hohe Motivation konnte er letztlich auch überzeugend an seine Mitarbeiter*innen weitergeben - eine Voraussetzung für die in seiner Ära erreichten Erfolge.

„Diese Leistung wird, wenn man sich den Botanischen Garten ansieht, im wahrsten Sinne des Wortes augenscheinlich. Ich möchte die Gelegenheit des nun bevorstehenden Führungswechsels in zweifacher Hinsicht nützen. Einerseits um Dr. Friedrich Schwarz für seine Arbeit zu danken und andererseits, und dem neuen Leiter, Thomas Schiefecker, alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft zu wünschen. Durch seine Expertise und berufliche Erfahrung wissen wir die Zukunft des Botanischen Gartens in besten Händen“, blickt Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger mit Freude auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zurück und zeigt sich optimistisch für die Zukunft.


Faszinierende Farbenpracht im Herbst

Kommende Highlights

Noch bis 1. November sind die Ausstellungen zum Thema „Apfel, Ahorn, Avocado – Bäume und Menschen im Spannungsfeld von Klimakrise und Nachhaltigkeit“ in Kooperation mit Südwind . sowie im Freiland bis 20. November „Glühende Farben, warmes Licht – Herbststimmung im Botanischen Garten“ zu sehen. Als nächstes Highlight wartet von 26. November 2022 bis 26. Februar 2023 die Schau „Exotische Juwelen – tropische Schmetterlinge. 

Im November finden zudem einige Workshops für Kinder zum Ursprung tropischer Lebensmittel und zum Krippenbauen sowie eine Krippenausstellung statt. 

Ergänzt wird die Programmpalette durch Kreativangebote, etwa zu Heilmitteln aus Pflanzen und Räuchern mit Weihrauch, Kräutern und Harzen. Um den Besucherinnen und Besuchern die Auswahl zu erleichtern, nachfolgend eine Übersicht über die Angebote in den kommenden Wochen und Monaten:

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz „Wechsel der Leitung im Botanischen Garten“ von Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger)

Weitere Gesprächspartner:
Dr. Friedrich Schwarz, Leiter des Botanischen Gartens
Thoma Schiefecker MSc, designierter Leiter 
Direktor Ing. Mag. Martin Krammer, Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung
 

Creative Commons-Lizenz (neues Fenster)
Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

Die Veröffentlichung der Bilder ist für Medien honorarfrei, jedoch nur mit Fotonachweis. Falls nicht anders angegeben ist anzuführen: "Foto: Stadt Linz". Bei gewerblicher Nutzung bitten wir um Kontaktaufnahme.

Zum Betrachten von PDF-Dokumenten benötigen Sie einen PDF-Reader:

Die Stadt Linz fördert im Rahmen der Open Commons Region Linz den Einsatz von freier, anbieterunabhängiger Software. Freie PDF-Reader für Ihr Betriebssystem finden Sie auf der Seite pdfreaders.org (neues Fenster), einem Angebot der Free Software Foundation Europe. Sie können auch den PDF-Reader von Adobe verwenden.

pdfreader.org - Freie PDF-Reader (neues Fenster)     PDF-Reader von Adobe (neues Fenster)

Digitale
Impfberatung

Digitale Impfberater*innen

Die digitalen Impfberater*innen sind ein mehrsprachiges Informations-Angebot zur Covid-Schutzimpfung. Sie beantworten Fragen rund um das Thema Corona-Impfung.

Mehr dazu