Medienservice vom: 16.11.2022 |Fotos zum Medienservice

Baumpflanzungen in der Kroatengasse Erstes „Schwammstadt“-Projekt umgesetzt

Der diesjährige Sommer und nun auch der wärmste Oktober-Monat seit Messbeginn haben es wieder gezeigt: der Klimawandel steht nicht bevor, sondern hat uns längst erreicht. Anstelle von früher drei sind mehr als ein Dutzend Hitzetage in den Städten bereits Normalität. Aus Hitzetagen sind Hitze-Wochen geworden.  

Besonders betroffen von den steigenden Temperaturen sind die Städte, in denen wegen ihrer dichten Bebauung mehr Hitze entsteht als im Umland. 

Dieser Hitzeinseleffekt macht bis zu zehn Grad Temperaturunterschied aus. Die tagsüber aufgeheizten Oberflächen behindern die nächtliche Abkühlung und führen zu immer häufigeren und längeren Phasen, in denen die Tiefsttemperatur auch nachts nicht unter zwanzig Grad sinkt. 

„Mit dem Projekt in der Kroatengasse betreten wir Neuland in der Klimaanpassung, denn hier setzen wir als Stadt erstmals ein größeres Projekt nach dem Schwammstadt-Prinzip um. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir dieses Pionierprojekt nun mit der Bepflanzung von 25 Bäumen fertigstellen können“, betont Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger. 

Umfangreiche Vorbereitungsarbeiten

Im Vorfeld erfolgten im Lauf des Sommers Erneuerungen alter Wasserleitungen durch die Linz AG. Die Leitungssanierungsarbeiten wurden in zwei Abschnitten durchgeführt, und zwar von der Wachreinergasse bis zur Karl-Wiser-Straße sowie anschließend bis zur Wurmstraße.

Zudem wurde im Zuge der Sanierungsarbeiten auch eine Leerverrohrung durch die LINZ AG durchgeführt, um hier Ladepunkte bzw. Ladezonen für Elektrofahrzeuge zu ermöglichen.

Versiegelter Straßenraum in der KroatengasseVersiegelter Straßenraum in der Kroatengasse

„Schwammstadt“ sorgt für natürliche Bewässerung 

Das Schwammstadtprojekt selbst wurde durch „3:0 Landschaftsarchitektur“ geplant. Im Juli 2021 fasste der Linzer Gemeinderat den Beschluss für die Umsetzung des Projektes. Realisiert wurde das adaptierte Projekt heuer. Die Tiefbauarbeiten wurden von April bis September durchgeführt. 

Nun werden 25 Bäume an der Westseite der Kroatengasse eingesetzt. Neben einer Platane im Kreuzungsbereich Wachreinergasse/Kroatengasse sowie einer Ulme werden im übrigen Bereich Feldahornbäume gepflanzt.

Das Schwammstadtprinzip ermöglicht, dass sich die Bäume gut in die Umgebung integrieren und entsprechend entfalten können. Die Baumwurzeln werden mit ausreichend Regenwasser versorgt, bei geringstmöglichem Verkehrsflächenbedarf. 

Die Funktionsweise des Schwammstadt-Prinzip ist vergleichsweise einfach: Der Wurzelraum unter den Straßen, Parkplätzen und Gehwegen wird erweitert. Dadurch kann Regenwasser länger gespeichert und zurückgehalten werden und steht den Bäumen länger zur Verfügung. 

Gleichzeitig werden Überflutungen bei Starkregenereignissen abgeschwächt oder verhindert. Dazu wird unterhalb der befestigten Oberflächen im Straßenraum eine Schicht aus grobkörnigem Schotter sowie feineren, wasserspeichernden Materialien, etwa Sand und Kompost, angelegt. 

Unterbau im Schwammstadtsystem. Rendering: 3:0 Landschaftsarchitektur

Unterbau im Schwammstadtsystem. Rendering: 3:0 Landschaftsarchitektur

Die Bäume stehen wie üblich in ihren Baumscheiben, haben aber direkten Kontakt zu den Schotter-Schichten und können diese durchwurzeln. Auch das Regenwasser kann direkt in die Baumscheibe oder über Einlaufschächte und Drainageeinrichtungen in die Schotterschicht ablaufen. Es steht dem Baum somit in ausreichender Menge und über einen entsprechend längeren Zeitraum zur Verfügung.

Die Entwässerungssysteme der Straßen werden auch so ausgerichtet, dass Regenwasser zu den Bäumen fließt und nicht sofort im Kanal verschwindet. Ein Baum erhält so das 10- bis 15-fache der üblichen Wassermenge. 

Das Schwammstadtprinzip macht es prinzipiell möglich, dass Verkehrsflächen relativ unbeeinflusst von der neuen Menge an Bäumen bleiben, weil Bäume in luftigem Untergrund auch unterhalb von Gehsteigen, Parkplätzen oder Straßen Wurzen schlagen können, während der Erdbereich rund um den Stamm klein bleiben kann.

Bäume statt Beton 

Durch die Bautechnik der Schwammstadt sind Baumstandorte möglich, die bisher als technisch nicht umsetzbar galten. Bäume entfalten sich durch den baulich erweiterten Wurzelraum besser und bilden wieder entsprechende Kronen aus. Regenwasser kann im Straßenbereich versickern und die Baumwurzeln versorgen. Erfahrungen in deutschen Städten sowie auch in Wien und Graz haben gezeigt, dass die Methode des Schwammstadt-Prinzips die Möglichkeit gibt, für eine nachhaltige Verbesserung des Klimas in dicht bebauten Innenstadtbereichen zu sorgen, auch an Standorten, an denen dies bisher so nicht möglich war. Die Erfahrungen in der Umsetzung der Kroatengasse werden daher auch in zukünftige Begrünungsprojekte einfließen. 

(Informationsunterlage zum Pressegespräch von Klimastadträtin Mag.a Eva Schobesberger zum Thema „Start für Baumpflanzungen in der Kroatengasse“)

Weitere Gesprächspartner:
Ing. Mag. Martin Krammer, Direktor Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung
Dipl.- HLFL- Ing. Werner Münzker, Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung

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