Medienservice vom: 22.12.2022

Im Osten viel Neues Stadt Linz startet Verkehrskonzept

  • Lenkung und Weiterentwicklung der Mobilitätsströme begleitend zum aktuellen Aufschwung

Der Osten von Linz ist von einer dynamischen Entwicklung geprägt. Begonnen hat dieser Aufschwung mit dem Ankauf und Ausbau der Tabakfabrik als Zentrum für Gründer*innen und Hotspot für Innovationen. Das Areal gehört derzeit zu den wichtigsten und spannendsten Entwicklungsarealen des Stadtgebietes. Ein weiteres Schlüsselprojekt ist das Projekt Neuland der Linz AG. Dazu kommen die aktuellen Planungen für die Erweiterung der zwischen diesen beiden Polen entstandenen Digitalen Meile, in der in Summe bereits ca. 3.000 Menschen Arbeit finden. Wirtschaftlich können die östlichen Linzer Stadtteile also bereits jetzt stark punkten, ein Trend, der sich in den kommenden Jahren mit den Planungen für Betriebserweiterungen (Dynatrace, MIC,…) und der Expertise der Städtebaulichen Kommission für das Areal um die Petzoldstraße weiter fortsetzen wird. 

„Das Straßennetz für den Individualverkehr und vor allem der Öffentliche Verkehr sowie die sanften Mobilitätsformen Radfahren und Wege für Fußgänger*innen müssen daher ausgebaut werden, um den steigenden Anforderungen des Gebiets an die Mobilität gerecht zu werden. Dazu soll ein begleitendes Verkehrskonzept entwickelt werden, das mit der sukzessiven Erweiterung der industriellen und gewerblichen Infrastruktur im Osten von Linz einhergeht“, begründet der Linzer Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Mag. Martin Hajart das Mobilitätskonzept für den Linzer Osten, das heute Donnerstag, 22. Dezember 2022, im Linzer Stadtsenat beschlossen wurde. 

Der Osten von Linz soll dabei einer Analyse der Mobilitätsströme unter Einbeziehung der ortsansässigen Bevölkerung sowie der in die städtebaulichen Entwicklungen eingebundenen Unternehmen unterzogen werden, die in das Verkehrskonzept einfließen wird.  

„Die Arbeiten zur Erstellung des Verkehrskonzepts sollen ausgeschrieben werden. Nach Abschluss des Vergabeprozesses und dem diesbezüglich folgenden Vergabebeschluss soll die Auftragserteilung im Frühjahr 2023 erfolgen und das Projekt starten. Fertig sein soll das Konzept bis zum Jahresanfang 2024“, umreißt Vizebürgermeister Hajart den anvisierten Zeitplan. 

Ausgangssituation

Ausschlaggebend für die Entwicklung des Verkehrskonzeptes sind sowohl die in Planung und Umsetzung befindlichen Stadtentwicklungsprojekte in Verbindung mit den Ergebnissen der Städtebaulichen Kommission als auch das Bestreben, diesen zentrumsnahen Stadtraum als Wirtschafts- und Unternehmensstandort attraktiver zu machen.

„Die integrierte Betrachtung von städtebaulichen Entwicklungsarealen mit verkehrsrelevanten Aspekten, wie bei dem vorliegenden Betrachtungsgebiet vorgesehen, gewährleistet langfristig einen umfassenden Mehrwert in Form eines lebenswerten Stadtraums, attraktiver Adressen und hochwertiger Liegenschaften gleichermaßen für die Stadt sowie für deren Bevölkerung“, lautet der Grundtenor des entsprechenden Antrags des Mobilitätsressorts im Linzer Stadtsenat. 

Konkret sind im Projektgebiet nachfolgende Vorhaben geplant:

  • E-Tech-Erweiterung, 
  • Areal Hafenstraße 26 – 28 (ehem. MIC)
  • Grundstück Fa. Stütz
  • Dynatrace inkl. Garage
  • Neues Standortcenter MIC (Lederergasse/Köglstraße)
  • Neuentwicklung Schlachthofareal
  • Begleitprojekte entlang des Trassenverlaufs S6/S7

Bereits jetzt hat sich zudem im Projektgebiet eine rege Bautätigkeit (XXXLutz, Donauparkstadion, Quadrill-Tower) entwickelt, die die Verkehrsfrequenz erhöhen wird. Die Dynamik der Entwicklung wird auch in den nächsten Jahren sehr ausgeprägt sein.

Donaupark-Stadion und Möbelhaus XXX Lutz; Luftbild: PTU, PertlwieserDonaupark-Stadion und Möbelhaus XXX Lutz; Luftbild: PTU, Pertlwieser

Rege Bautätigkeit, hier beim Projekt Quadrill bei der Tabakfabrik, kennzeichnet das Stadtgebiet im Osten von Linz; Luftbild: PTU, PertlwieserRege Bautätigkeit, hier beim Projekt Quadrill bei der Tabakfabrik, kennzeichnet das Stadtgebiet im Osten von Linz; Luftbild: PTU, Pertlwieser

Projekt „Neuland“ östlich des Planungsgebietes; Luftbild: PTU, Pertlwieser Projekt „Neuland“ östlich des Planungsgebietes; Luftbild: PTU, Pertlwieser 

Übersichts-Luftaufnahme des Areals; Foto: PTU, Pertlwieser Übersichts-Luftaufnahme des Areals; Foto: PTU, Pertlwieser 

„Wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen würden, könnte das bestehende Verkehrssystem die gestellten Anforderungen nicht mehr in dem von der Bevölkerung und den Arbeitnehmer*innen erwarteten Ausmaß bzw. der erforderlichen Qualität erfüllen“, betont Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Hajart. „Ein umfassendes Verkehrskonzept auf Stadtteilebene ist daher das Gebot der Stunde“. 

Eine Kapazitätserweiterung der Straßenverkehrsinfrastruktur ist, so die städtische Mobilitätsplanung, aus Platzgründen nicht mehr möglich. Die Stadt Linz muss deshalb einen Paradigmenwechsel vollziehen, indem der steigenden Verkehrsnachfrage multimodale Angebotsverbesserungen, insbesondere im Öffentlichen Personennahverkehr sowie im Rad- und Fußgänger*innenverkehr gegenüberzustellen sind.  Durch eine intensive Einbeziehung aller ausschlaggebenden Stakeholder*innen in zukünftige Planungsprozesse, also in erster Linie der Verkehrsteilnehmer*innen, der Stadtentwicklung, der neu angesiedelten Firmen und der lokalen Bevölkerung soll ein möglichst hohes Verständnis für die zu setzenden Maßnahmen erreicht werden.

Bereits fix:

Radwegachse Lederergasse 

Mit der Erstellung des Verkehrskonzepts für den Linzer Osten soll das Portfolio der bereits geplanten bzw. in Ausarbeitung befindlichen Lösungen erweitert werden. So wurde für die Attraktivierung des Radverkehrs bereits ein wichtiges Vorhaben projektiert.

„Was wir für den Osten sicherlich brauchen, ist eine bedarfsorientierte Radwegplanung. Das östliche Linz ist jedenfalls bereits jetzt ein Schwerpunkt bei unseren Bemühungen um die Verbesserungen von Radwegen im Stadtgebiet“, betont Vizebürgermeister Mag. Martin Hajart. 

Der Mobilitätsreferent nennt dabei als Beispiel die aktuelle Planung für einen Zweirichtungs-Radweg in der Lederergasse. 

Dieser soll die Innenstadt mit dem hafennahen Areal verbinden. Der Radweg soll von der Kaisergasse bis zur Petzoldstraße durchgehend in beiden Richtungen für Radfahrer*nnen zur Verfügung stehen. Der erste von zwei Bauabschnitten soll bereits im Jahr 2023 umgesetzt werden.

„Zusätzlich zu den Innenstadtradwegen in Nord-Süd-Richtung entsteht so eine West-Ost-Achse, die das Radfahren in Linz sicherer und auch schneller machen wird. So werden wir noch mehr Personen als bisher zum Umsteigen aufs Fahrrad bewegen können“, zeigt sich Hajart zuversichtlich.

Auch eine Ausweitung des städtischen Radverleihsystems City Bike in den Linzer Osten wurde beauftragt.

Aktuell läuft dazu die Planung der konkreten Standorte.

Neue Obuslinien 47/48

Zur Verbesserung der Mobilität sollen auch die beiden geplanten leistungsstarken Obuslinien 47/48 beitragen, die künftig nicht nur eine Entlastung der Landstraße und der Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof bewirken, sondern auch den Linzer Osten für den ÖV besser erschließen. Für den künftigen Betrieb der beiden Obuslinien sind 16 neue Obusse erforderlich. Die Bestellung soll in den ersten Monaten des Jahres 2023 erfolgen.

Planungsgebiet für das Verkehrskonzept

Das Planungsgebiet umfasst das Stadtgebiet, das durch die Straßenzüge der Gruberstraße im Westen, der Weißenwolffstraße und der Derfflingerstraße im Süden, der Industriezeile im Osten und der Donau im Norden begrenzt ist.  Das Planungsgebiet umfasst das Stadtgebiet, das durch die Straßenzüge der Gruberstraße im Westen, der Weißenwolffstraße und der Derfflingerstraße im Süden, der Industriezeile im Osten und der Donau im Norden begrenzt ist.  

Untersuchungsgegenstände im angeführten Gebiet

An die Erstellung des Verkehrskonzepts wird methodisch herangegangen. Basis ist die Ermittlung der für das Planungsgebiet relevanten Verkehrsteilnehmer*innen, ihrer Mobilitätsbedürfnisse und ihres Verkehrsverhaltens.

Dazu kommt die Auswertung vorhandener Verkehrszählungen. Diese liegen an den Hauptverbindungen bzw. größeren Knoten bereits vor. Darüber hinaus sollen an ausgewählten Orten Verkehrszählungen (Tagesspitzen- und 24-Stunden-Erhebungen) sowie detaillierte Verkehrsbeobachtungen durchgeführt werden. 

In diesem Zusammenhang sollen auch Daten über den ruhenden Verkehr erhoben werden. 

Der Linzer Osten erfährt aktuell und künftig eine Aufwärtsentwicklung in infrastruktureller Hinsicht. Foto: PTU, PertlwieserDer Linzer Osten erfährt aktuell und künftig eine Aufwärtsentwicklung in infrastruktureller Hinsicht. Foto: PTU, Pertlwieser

Ein weiterer Umsetzungsschritt ist die Entwicklung unterschiedlicher simulationsgestützter Szenarien:

  • Minimale Veränderung (bspw. geringe Erhöhung des ÖV-Angebots)
  • Mittlere Veränderung 
  • Maximale Veränderung (Vollausbau ÖV und ggf. zusätzliches Angebot) 

Auf Basis all dieser Parameter soll eine Liste möglicher Maßnahmen im Rahmen eines Beteiligungsprozesses erstellt werden.

Grundlegende Ziele sind: 

Die Entwicklung eines Gesamtverkehrskonzepts für das Planungsgebiet und die Erstellung von „Steckbriefen“ der Schlüsselmaßnahmen mit Angaben zu Umsetzungszeitraum, Kosten und möglichen Finanzierungen, einzubindenden Stakeholder*innen und der nächsten Umsetzungsschritte.

Dazu kommen Workshops mit Moderation. Während der Erarbeitung sind regelmäßig Planungsbesprechungen mit der Stadt Linz bzw. dem Geschäftsbereich Planung Technik, Umwelt/ Abteilung Mobilitätsplanung vorgesehen.  

Basierend auf den einzelnen Parametern der Untersuchungen, wie aktuelle und mögliche künftige Morgen‐ und Abend-Verkehrsspitzen-Werte, sollen die erforderlichen Maßnahmen abgeleitet werden. 

Resümee: 

Es soll ein mit der Bevölkerung möglichst einvernehmlich erstelltes logisch schlüssiges Gesamtverkehrskonzept für das Planungsgebiet unter Berücksichtigung aller Mobilitätsarten (motorisierter Individualverkehr/Fließverkehr und Ruhender Verkehr, Öffentlicher Personennahverkehr, Fahrradverkehr und Fußgänger*innenverkehr) erstellt werden.

Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Hajart abschließend: „Der Linzer Osten ist sowohl Herzstück für Industrie und Wirtschaft, als auch Wohngebiet für viele Linzerinnen und Linzer. Die dynamische Entwicklung erfordert auch eine Offensive in der Mobilität. Ich bin zuversichtlich, dass wir für den Osten der Landeshauptstadt mit vollem Einsatz gute Lösungen erreichen können.“

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Mag. Martin Hajart zum Thema „Verkehrskonzept für den Linzer Osten“)

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