Medienservice vom: 22.12.2022

Stadtsenat: Vier problematische Straßennamen werden umbenannt Grundsatzbeschluss folgt Empfehlung von Expert*innen-Kommission

Der Stadtsenat der Stadt Linz fällte heute mehrheitlich den Grundsatzbeschluss, vier Straßen im Stadtgebiet aufgrund ihrer historischen Belastung umzubenennen sowie die für Betroffene entstehenden Kosten zu übernehmen. Dem Beschluss zugrunde liegt ein mehr als 1.800 Seiten umfassender Bericht einer Expert*innen-Kommission unter Vorsitz von Dr. Walter Schuster, dem Direktor des Archivs der Stadt Linz. Im Juli 2019 war die Überprüfung der 1.158 offiziell benannten Linzer Verkehrsflächen zu möglichen Belastungen ihrer Namensgeber*innen einstimmig vom Gemeinderat beschlossen worden. 

Insgesamt wurden in dem Bericht 64 Personen, nach denen in der Vergangenheit Straßen benannt worden waren, als problematisch eingestuft. Vier Namensgeber*innen wurden in der Analyse als „Kategorie 1“ gewertet, was mitunter „aktives Handeln und extrem starke Propagierung von gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit (z. B. Rassismus / Antisemitismus / Nationalsozialismus – auch über 1945 hinaus), Ablehnung der Demokratie und Befürwortung eines autoritären Systems sowie Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ umfasst. Entsprechend dem aktuellen Stadtsenats-Beschluss werden nun vier Linzer Verkehrsflächen umbenannt: Porscheweg, Gföllnerstraße, Pfitznerstraße sowie der Reslweg.

Begleitend zur Umbenennung wird die Stadt Linz betroffene Bürger*innen sowie Unternehmen rechtzeitig und umfassend über allfällige erforderliche Schritte informieren. Sollten Bürger*innen bzw. Betrieben Kosten aus der Umbenennung erwachsen, übernimmt die Stadt diese zur Gänze.

Vorschläge für neue Namensgeber*innen der vier Verkehrsflächen erarbeitet das Archiv der Stadt Linz in den ersten Monaten des Jahres 2023.

„Dieser mehrheitlich gefasste Beschluss im letzten Stadtsenat dieses Jahres macht einmal mehr deutlich, dass sich die Stadt Linz ihrer historischen Verantwortung aktiv stellt. Neben der ebenfalls in diesem Jahr erfolgten Installation der Erinnerungsstelen für jüdische Opfer des Nationalsozialismus ist die wissenschaftliche Überprüfung der Namensgeberinnen und –geber der Linzer Straßen ein wesentlicher Meilenstein unserer historischen Aufarbeitung“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

Die 92 weiteren, in der Analyse als weniger problematisch eingestuften Straßennamen, werden im Rahmen von neu zu überarbeitenden Publikationen bzw. mittels Online-Medien der Stadt Linz umfassend kommentiert.

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