Medienservice vom: 30.12.2022 |Fotos zum Medienservice

Planungsvisite – Expert*innenrat zur Stadtentwicklung 43 Projekte unter der Lupe

Eines von mehreren Instrumenten zur Förderung der qualitativen Stadtentwicklung ist die Planungsvisite. Sie soll eine nachhaltig attraktive, innovative und lebenswerte Entwicklung des Linzer Stadtbildes unterstützen. Die Planungsvisite behandelt Bauvorhaben, die von Bedeutung für das Stadtbild sind oder vom Beirat für Stadtgestaltung zur weiteren Behandlung vorgeschlagen werden.

Das Gremium besteht aus einem externen und zwei stadtinternen Fachexpert*innen des Geschäftsbereiches Planung, Technik und Umwelt. Die Periode der externen Mitgliedschaft beträgt zwei Jahre.

Statistik Planungsvisite

Tabelle Planungsvisite Gestaltungsbeirat

Die Planungsvisite begutachtete im Jahr 2022 insgesamt 43 Bauprojekte, wovon 27 zur Einreichung gelangen konnten. Einige der wichtigsten Projekte werden in der folgenden Rückschau beschrieben.

Herrenstraße 25

Im Einzugsgebiet des Neuen Doms soll am Areal der Herrenstraße 25 für den Konvent der Barmherzigen Brüder ein Institut für Sinnes- und Sprachneurologie geschaffen werden. Dieses soll Menschen mit Problemen in den Bereichen Kommunikation, Sprache, Hören und Lernen unterstützen. Straßenseitig soll ein viergeschoßiger Neubau mit hochgestellten Tür- und Fensterelementen entstehen. Darüber ist ein Hybridgeschoß geplant, das vorne schräg und hinten flach gestaltet ist. Richtung Osten wird man als obersten Abschluss ein extensives Gründach vorfinden. Unter dem Gebäude wird eine mehrgeschoßige Tiefgarage ihren Platz finden, die an die Tiefgarage Rudigierstraße 10a angebunden ist. Auf Vorschlag der Planungsvisite werden im Innenhof großkronige Bäume gepflanzt. Im Erdgeschoß sind Fahrradabstellplätze gefordert.

Herrenstraße 29

Östlich des Domplatzes, an der Herrenstraße 29, soll das Bestandsgebäude unverändert erhalten bleiben. Der Innenhof wird von Baulichkeiten geräumt und soll ein neues Innenhofgebäude erhalten. Der sechsgeschoßige Neubau wird 18 Wohneinheiten enthalten. Neben einer vertikalen Fassadenbegrünung wird auch das Dach begrünt. Alle Wohnungen orientieren sich östlich mittels vorgelagerten Balkonen zum Park der Barmherzigen Brüder. Die Planungsvisite forderte unter anderem eine einheitliche Fassadenmaterial- und Farbgebung.

Wiener Straße 63-65

Der viergeschoßige so genannte Löfflerhof stammt aus den 1950er Jahren und soll durch einen hofseitigen Zubau erweitert werden. Das Projekt war 2021 im Gestaltungsbeirat und wurde der Planungsvisite zugewiesen. Der Dachraum wird auf zwei Ebenen ausgebaut und mit Gaupen erweitert. Der bestehende Fensterrhythmus wird verändert und zu französischen Fenstern in gleichmäßigen Rhythmus umgebaut. Die Erdgeschoßzone erhält ein einheitliches Erscheinungsbild, wobei die Sockelzone auf die Nachbargebäude abgestimmt wird. Der eingeschoßige hofseitige Zubau an der südlichen Grundgrenze wird abgebrochen und durch einen dreigeschoßigen Baukörper für Wohnzwecke ersetzt. Die Dachflächen werden zu mindestens 80 Prozent begrünt.

Jungmairstraße 6

Nach Abbruch des Bestandsgebäudes soll ein Wohnhaus mit vier Wohneinheiten entstehen. Das Haus mit einem Satteldach soll zwei Vollgeschoße, einen Dachraum mit Empore und ein Kellergeschoß mit Nebenräumen und einer Tiefgarage mit acht Stellplätzen haben. Das Erscheinungsbild soll durch umlaufende, ausladende Balkone und eine ausgebaute Emporebene bestimmt werden.

Windflachweg 4

Auf diesem Grundstück soll eine Anlage mit drei Wohneinheiten entstehen. Gartenseitig soll die Idee von Atriumhäusern umgesetzt werden. Die Baukörper werden charakterisiert durch großflächige Fenster, Eckfenster und Gaupen. Die Tiefgarage soll sechs Stellplätze haben.

„Wenn es darum geht, künftige Lebensräume zu gestalten, ist ein Expert*innenrat gefragt. Mit der Planungsvisite haben wir ein Fach-Gremium, das Bauvorhaben hinsichtlich einer qualitativen Stadtentwicklung begutachtet. Ich danke der Planungsvisite für ihre Expertise, die nicht so sehr in der Öffentlichkeit steht, aber dennoch für eine attraktive Entwicklung des Linzer Stadtbildes eine große Bedeutung hat“, betont Planungsstadtrat Dietmar Prammer. 

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