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KOMMUNALES
Presseaussendung vom 19.04.2005

Neue Projekte im Stadtteil Pichling

Pichling ist jener Linzer Stadtteil, der in den letzten zehn Jahren am massivsten von strukturellen Veränderungen betroffen war. Das „Dorf“ am Rande von Linz ist am Weg, integraler Bestandteil der Landeshauptstadt zu werden.

1. Geschichtlicher Rückblick

Der Name Pichling wird seit 1738 verwendet und bedeutete ursprünglich Hü-gel. 1786 kam Pichling zur Pfarre Ebelsberg aufgrund der josefinischen Pfarr-Regulierung. 1849 wurden die Katastralgemeinden Ebelsberg, Ufer, Posch, Pichling, Mönchgraben und Wambach zur politischen Gemeinde Ebelsberg zusammengefasst. Ebelsberg gehört gemeinsam mit Pichling seit 1938 zum Linzer Stadtgebiet.

1771 wurde ein Ortskern mit 21 nummerierten Häusern festgehalten, 1912 hatte sich immer noch nicht viel verändert, damals gehörten 30 Häuser zu Pichling. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich zahlreiche Menschen in Pichling an. Trotzdem blieb der dörfliche Charakter noch lange bestehen. Seit 1990 hat Pichling mit der Pfarre St. Paul eine eigene Kirche.

Ab 1999 begannen die Vorbereitungsarbeiten für den Landschaftspark, ab 2001 der Wohnungsbau der Solarcity Pichling und anschließend der damit verbundene Neubau der Infrastruktur und neuer Verkehrsverbindungen bis 2005.

2. Statistischer Vergleich Linz-Pichling

Im Stadtteil Pichling leben 5.718 Menschen, das sind 3 Prozent der Linzer Gesamtbevölkerung. Der durch die Solarcity aufstrebende Stadtteil Pichling kann sich über 2.600 neue BewohnerInnen freuen.

Bei der Altersstruktur der Bevölkerung zeigen sich daher besonders Unterschiede bei den Kindern und Jugendlichen. Bei den bis 5-jährigen hat Pichling mit 8,4 Prozent einen deutlich höheren Anteil als Linz mit 5,4 Prozent, ebenso bei den 6 bis 14-jährigen mit 11,6 Prozent gegenüber 8,3 Prozent in Linz. Im Vergleich zu Linz hat Pichling mit 50,6 Prozent einen um zwei Prozent niedrigeren Frauenanteil.

Die Altersgruppen der 20 bis 29-jährigen, 30 bis 39-jährigen und 40-49-jährigen sind in Pichling um etwa 2 Prozent stärker vertreten als in Linz. Daraus resultierend liegen die Altersgruppen der 50 bis 59-jährigen und der 60 bis 69-jährigen mit 8,5 und 8,1 Prozent deutlich unter den Werten von Linz mit 12,2 und 11,0 Prozent.

   0 bis 5 Jährige  30 bis 39 Jährige   über 60 Jährige 
 Linz  5,4  15,7  24,3
 Pichling  8,4  17,9  15,8

3. Betriebsbaugebiet Südpark

Im Jahr 1956 hat die Stadt Linz 250.000 Quadratmeter Grund erworben und damit den Grundstein für das Betriebsbaugebiet Linz-Pichling gelegt. Im Jahr 1988, vor den ersten Plänen für die Solarcity, gab es Überlegungen, das Gebiet auf zwei Betriebsbauareale Pichling I und II mit einer Million Quadratmeter Grund auszuweiten. Realisiert wurde der heutige Südpark im Rahmen des Linzer Industrieparkkonzepts auf dem Areal Pichling I.

Das Betriebsansiedlungsgebiet Südpark verfügt über 330.500 Quadratmeter Netto-Nutzfläche im Stadtteil Pichling. 148.000 Quadratmeter sind bereits verwertet. 15 Firmen mit rund 350 MitarbeiterInnen sind in den Südpark übersiedelt. Die Stadt Linz und ihre Gesellschaften haben für Grundstückskäu-fe und Infrastruktur etwa 18 Millionen Euro investiert.

4. Solarcity Pichling

Am 2. Juli 1992 ist Prof. Dr. Roland Rainer vom Linzer Gemeinderat beauftragt worden, einen „Masterplan für den Wohnbezirk Linz-Pichling“ zu erstellen, den er am 6. Februar 1993 für das städtebauliche Rahmenkonzept bei einer Bürgerinformations-Veranstaltung im Volkshaus Ebelsberg präsentierte.

Die erste Arbeitssitzung der Architektengruppe READ (Sir Norman Foster, Sir Richard Rogers, Prof. Thomas Herzog, Dr. Renzo Piano, Dipl.-Ing. Norbert Kaiser) fand am 27. Jänner 1995 statt, erste Planungsvorschläge legte sie dem Beirat für Stadtgestaltung am 3. Juli 1995 vor. Am 12. März 1996 akzeptierte der Beirat die Planungen für die ersten 750 Wohnungen im Kernbereich der Solarcity.

Ab 2001 begannen 12 Wohnungsgesellschaften mit dem Bau von insgesamt 1.300 Wohnungen in Niedrigenergiebauweise, die Vorbereitungsarbeiten für den Landschaftspark liefen bereits seit 1999.

Die letzte Bauetappe kann Ende 2005 abgeschlossen werden. Alle Gebäude werden eine maximale Energiewertkennziffer von 44 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht überschreiten.

Die Stadt Linz fördert die Solaranlagen mit einem Sockelbetrag von 720 Euro plus 150 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. In der Solarcity können etwa 50 Prozent des Warmwassers der Wohnanlagen mit Sonnenenergie abgedeckt werden. Das ist deutlich höher als der vereinbarte Richtwert von mindestens 34 Prozent.

Im Laufe des heurigen Jahres werden 343 Wohneinheiten fertig gestellt. Die erste Wohnungsübergabe war am 9. März 2005 mit 18 Mietwohnungen der Familie. Es folgen die Übergaben von 40 Mietwohnungen und sechs Reihenhäusern der Lebensräume am 20. April 2005, die Finalisierung von 64 Wohnungen der EBS (28 Miete, 36 Mietkauf) sowie 53 Mietwohnungen der GWG bis Juni 2005 und 69 Mietkaufwohnungen der Neuen Heimat bis Anfang Juli 2005.

Den Schlusspunkt setzen die WAG mit der Übergabe von 50 Mietkaufwohnungen Anfang Oktober 2005 und die WSG mit 43 Wohnungen (14 Miete, 29 Mietkauf) bis November 2005.

Wohnanlage der WSG am Forellenweg

Der Beirat für Stadtgestaltung hat das Wohnprojekt der WSG direkt an der Grenze zur Solarcity im September 2004 positiv beurteilt. Die Planung für die 10 Wohnungen und 56 Reihenhäuser stammt vom Linzer Architekten Mag. Herbert Karrer. Bei diesen verdichteten Flachbauten sind großzügige Grundrisse und Eigengärten vorgesehen. In der Mitte der Anlage liegt ein Spielplatz mit 500 Quadratmeter.
Ein Baubeginn ist je nach Zuteilung der Wohnbauförderungsmittel für 2006/2007 vorgesehen.

Infrastrukturzentrum

Das im Sommer 2004 eröffnete Infrastrukturzentrum bietet auf 2.400 Quadratmetern Verkaufsfläche mit Apotheke, Bäckerei, Restaurant, Cafeteria, Friseur, Hypo-Bank, Paperstore, Massagepraxis, Sonnenstudio, Spar-Markt und Trafik und fünf Arztordinationen eine umfassende Infrastruktur.

Familienzentrum

Im Sommer 2004 hat die Baureform das von Architekt MMag. Reinhard Stummer geplante Familienzentrum in der Solarcity eröffnet. Die Stadt Linz finanziert das Familienzentrum auf der Basis eines Leasingvertrages. Das Gebäude wurde mit Kosten von 1,4 Millionen Euro von der Baureform in Niedrigenergiebauweise errichtet. Seit Mai 2003 besteht auch ein Stadtteilbüro als Anlaufstelle für die neuen BewohnerInnen in der Solarcity.

Ärztezentrum

Die ärztliche Grundversorgung in der Solarcity ist gesichert. Eine praktische Ärztin, eine Kinderärztin und ein Zahnarzt haben ihre Praxen eröffnet. Eine Neurologin und ein Gynäkologe werden in Kürze das Angebot erweitern.

5. Aktuelle Infrastrukturprojekte

Kindergarten Solarcity

Der Kindergarten ist im März 2003 in Betrieb gegangen. Architekt Helmut Schimek hat die Verdopplung des Raumangebotes bereits vorgesehen. Im zweiten Bauabschnitt wird ein 6-gruppiger Kindergarten für 4 Kindergartengruppen, 2 Vorkindergartengruppen sowie mit Ruhe- und Bewegungsräumen bis August 2005 entstehen.

Schulzentrum und neue Höhere Schule

Das Schul- und Hortzentrum für fünf Volksschulklassen und vier Hortgruppen mit eigenem Turnsaal ist am 23. September 2003 eröffnet worden. Auf einer Fläche von 3.500 Quadratmetern ist ein zweigeschossiges Gebäude entstanden. Die Planung erfolgte durch das Büro von Architekt Mag. Michael Loudon aus Wien.

Voraussichtlich 58 SchülerInnen werden ab Herbst 2005 die beiden ersten Klassen des neuen Realgymnasiums in der Solarcity besuchen. Bis 2009 wird die Schule als städtische Privatschule geführt, dann wird sie vom Bund übernommen. Die Stadt Linz stellt zunächst Räume in der Volksschule 52 zur Verfügung und trägt den Verwaltungs-, Reinigungs- und Betriebsaufwand. Das Lehrpersonal wird vom Bildungsministerium, das Verwaltungspersonal sowie die gesamten Gebäudekosten werden von der Stadt Linz finanziert.

Im Herbst 2005 beginnt die Erweiterung des Schulzentrums. Die erste Ausbaustufe wird bis zum Schuljahr 2006/2007 fertig gestellt. Der weitere Ausbau auf 24 Klassen und der Bau einer Dreifachturnhalle sind bis Herbst 2007 geplant.

Erweiterung des Infrastrukturzentrums

Am 10. Februar 2005 erfolgte der Spatenstich für einen Erweiterungsbau des Infrastrukturzentrums. Für die Planung verantwortlich ist das deutsche Büro Auer+Weber+Architekten. Bauherr ist die Raiffeisen evolution developement GmbH, als Generalunternehmer tritt die Strabag auf.
Das neue Infrastrukturzentrum bietet 2.500 Quadratmeter zusätzliche Geschäfts- und Büroflächen. Das Angebot soll um die Branchen Drogerie, Pizzeria, Fleischhauerei und Bekleidung ergänzt werden. Die Eröffnung soll noch im Oktober 2005 stattfinden.

Neues Polizei-Wachzimmer

Weit gediehen sind die Verhandlungen zwischen Innenministerium und Raiffeisen evolution, um neue Räumlichkeiten für ein Polizei-Wachzimmer im erweiterten Infrastrukturzentrum zu schaffen.

Seelsorgezentrum

Das Architektenduo Dipl.-Ing. Herbert und Dipl.-Ing. Helmut Pointner hat den Architekturwettbewerb für das Seelsorgezentrum in der Solarcity für sich entschieden. Die katholische Seelsorgestelle ist derzeit in einem Geschäftslokal der GWG am Pegasusweg untergebracht. Der Baubeginn für das Seelsorgezentrum ist noch für heuer geplant.

Neues Umspannwerk

Die 110 KV-Leitung, die oberirdisch in der Nähe der Solarcity verläuft, wird entlang des Dammes und des Weikerlsees im Winter 2005/2006 unter die Erde verlegt werden. Für das neue Umspannwerk hat die Stadt Linz ein Grundstück im Betriebsbaugebiet Südpark an die LINZ AG verkauft.

Pflegezentrum und betreubare Wohnungen

Die Pfarre St. Paul in Pichling entwickelt gemeinsam mit der Stadt Linz die Verwertung eines Grundstücks am Falterweg. Dort sollen ein Pflegezentrum für 60 Menschen und etwa 20 betreubare Wohnungen errichtet werden. Derzeit verhandeln die Stadt und die Pfarre einen Baurechtsvertrag. An der Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes wird im Magistrat gearbeitet.

6. Umgesetzte Maßnahmen im Verkehrsbereich

Fahrverbotszone


Zum Schutz der Lebensqualität der BewohnerInnen ist seit 9. Februar 2005 in Pichling eine Fahrverbotszone wirksam. Ausgenommen davon ist nur der Anliegerverkehr.
Die Fahrverbotszonen beginnen bei den Zufahrten von der Wiener Straße zur Pichlinger Straße und zum Rebhuhnweg. Ebenfalls gültig sind sie bei den Abfahrten von „Im Südpark“ zur Pichlinger Straße, Raffelstettner Straße und Schwaigaustraße. Damit sollen sowohl der Schleichverkehr als auch der nicht ortsgebundene LKW-Verkehr aus dem Ortsgebiet verdrängt werden.

Tempo 30 - Zone

Eine weitere Maßnahme dient der Verkehrsberuhigung in Pichling. Eine flächendeckende Tempo 30 Zone sorgt für mehr Lebens- und Wohnqualität.

Helios-Allee

2004 wurden die Vorplatzgestaltung rund um das neue Stadtteilzentrum und der Ausbau der Helios-Allee beendet. Auf rund 350 Metern Länge gibt es zwischen Neufelderstraße und der Zufahrt zum Schulzentrum eine Avenue mit einer Gesamtbreite von 39 Metern. An der Helios-Allee befinden sich eine Hauptfahrbahn, eine Nebenfahrbahn, Grünstreifen, Straßenbahngleise der verlängerten Linie 2, Radwege, Gehwege und Schrägparkplätze.

7. Offensive für Öffentliche Verkehrsmittel

Stadtteilbus

Um den BewohnerInnen von Pichling die Nutzung der Infrastruktur in der Solarcity zu erleichtern, verlängern die LINZ LINIEN die Streckenführung der bestehenden Linie 104 von der Haltestelle „Waldesruh“ bis direkt in Zentrum der Solarcity. Die Fahrt von Pichling in die Solarcity ist ab Anfang September ohne Umwege möglich. Das bestehende Tages-AST „Mönchgraben“ sowie der Shuttle-Verkehr zum Südpark bleiben unverändert bestehen.

Straßenbahnverlängerung

Im Juni 2004 erfolgte der Start zur zweiten Ausbaustufe der Straßenbahnlinie 2 zur Solarcity. Die 2,3 Kilometer lange Strecke sichert den BewohnerInnen des neuen Stadtteils ab September 2005 eine direkte Straßenbahnverbindung in das Linzer Zentrum. Die erste offizielle Fahrt der Straßenbahn bis zur Solarcity findet am 2. September 2005 statt. Bis dahin schafft die Buslinie 10 eine direkte Verbindung.
Eine Verlängerung der Straßenbahn von der Solarcity Pichling über den Südpark bis zum Pichlingersee und zum neuen Bahnhof Pichling mit einer Streckenlänge von rund 2,6 Kilometer Länge ist für 2007/2008 geplant, die endgültige Trasse wird erst nach einer Bürgerbeteiligung im Laufe dieses Jahres fixiert.

Neuer Bahnhof Ebelsberg

In Ebelsberg wird durch die Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 zur Solarcity und dem geplanten Taktverkehr auf der Westbahn ein neuer Umsteigeknoten entstehen. Die Eil- und Regionalzüge der ÖBB werden mit der Linzer Straßenbahn und den Stadtbuslinien verknüpft.
Es werden auch 38 Park&Ride- und 174 Fahrradabstellplätze geschaffen. Der Bahnhof Ebelsberg wird nach der Fertigstellung der Straßenbahn zur Solarcity im Dezember 2005 provisorisch in Betrieb gehen. Der vollständige Taktbetrieb ist er nach dem viergleisigen Ausbau der Westbahn bis Linz-Kleinmünchen möglich.

Neuer Bahnhof Pichling

Die ÖBB-Haltestelle Pichling wurde aufgelassen. Die Haltestelle Ebelsberg dient derzeit als Ersatz. Eine Busverbindung für BahnkundInnen steht zur Verfügung.
Beim Pichlinger See wird ein neuer Nahverkehrsknoten mit einer Park&Ride-Großanlage errichtet. Eine Anbindung an das Linzer Straßenbahn- und Busnetz und auch an die Florianerbahn ist dadurch möglich. Die Eröffnung der Haltestelle Pichlinger See ist für Dezember 2006 vorgesehen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Stadtrat MMag. Klaus Luger zum Thema „Neue Projekte im Stadtteil Pichling“)

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