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KOMMUNALES
Presseaussendung vom 04.04.2005

100. Sitzung des Beirates für Stadtgestaltung

Mitte der 80er Jahre entwickelten der damalige Planungsreferent Stadtrat Hans Nöstlinger, der frühere Baudirektor Architekt Dipl.-Ing. Franz-Xaver Goldner und Architekt Dipl.-Ing. Helmut Schimek als Präsident der Architektenkammer für OÖ. und Salzburg erstmals moderne Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte Stadtplanung.

Zentrales Anliegen der „Gründungsväter“ war es, strenge Maßstäbe zu entwickeln, um den Forderungen nach einer objektiven Beurteilung von Bauvor-haben und der Steigerung architektonischer Qualität gerecht zu werden. Dabei ging es vor allem auch um eine hochkarätige und internationale Besetzung des Beirates. Von 1988 bis 1996 waren es immer vier Mitglieder und ein Vorsitzender, seit Juni 1996 sind es drei Mitglieder und ein Vorsitzender.

Am 12. Februar 1988 präsentierten Bürgermeister Dr. Franz Dobusch (Erste Pressekonferenz als neuer Bürgermeister), der damalige Planungsreferent Stadtrat Hans Nöstlinger und Kammerpräsident Architekt Dipl.-Ing. Helmut Schimek den neuen Beirat für Stadtgestaltung, kurz Gestaltungsbeirat genannt, bei einer Pressekonferenz den JournalistInnen.

Am 9. Mai 1988 fand die erste Sitzung des Beirates unter dem Vorsitz von Architekt Dipl.-Ing. Heinz Tesar aus Wien statt, der vom Start weg ein hohes Maß an Qualität bei den eingereichten Bauprojekten forderte.

Die Beiratsmitglieder der ersten zwei Jahre waren Architekt Dipl.-Ing. Joachim Ganz aus Berlin, Architekt Dipl.-Ing. Dr. Frank Krayenbühl aus Zürich, Architekt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Hans Puchhammer und Architekt Sokratis Dimitriou aus Detmold, Deutschland.

434 Projekte beurteilt

Der Beirat für Stadtgestaltung hat in den Jahren 1988 bis 2005 insgesamt 434 Projekte beurteilt. Bisher haben 36 verschiedene ArchitektInnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Italien als Mitglieder und Vorsitzende in Linz Projekte begutachtet.

Die Zahl der Bestellungen ist mit insgesamt 43 höher, weil einige ArchitektInnen mehrmals als Mitglieder und als Vorsitzende nach Linz gekommen sind.

Funktion des Beirates

Der Beirat versteht sich als unabhängiges Sachverständigengremium, das in seiner Funktion als Hilfsorgan der Baubehörde und des zuständigen Mitglieds des Stadtsenates – seit 2003 Planungsreferent Stadtrat MMag. Klaus Luger – Großbauvorhaben und Bauvorhaben von besonderer städtebaulicher Bedeutung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Linzer Orts- und Landschaftsbild beurteilt.

Zusammensetzung und Bestellung des Beirates

Der Beirat setzt sich seit 1996 aus vier Mitgliedern zusammen, die Fachleute auf den Gebieten Städtebau und Architektur sein müssen. Mindestens ein Mitglied muss aus dem Ausland kommen. Die Stadt Linz bestellt in der Praxis zwei ArchitektInnen aus dem Ausland und eine Architektin. Der Vorsitzende und sein/e StellvertreterIn werden aus dem Kreis der Mitglieder bestimmt. Sämtliche Mitglieder dürfen weder ihren Wohnsitz noch ihren Arbeitsort in Linz haben.

Die Beiratsmitglieder werden durch die Stadt Linz nach Anhörung der Ingenieurkammer für Oberösterreich und Salzburg bestellt.

Derzeit sind die ArchitektenInnen Mag. Peter Breil, Dipl.-Ing. Karl Heinz, Univ.-Prof. Hannelore Deubzer und Prof. Manfred Nehrer Mitglieder des Beirates. Den Vorsitz hat Mag. Breil inne, ab Juni 2005 wird ihn Prof. Nehrer übernehmen.

Beiratsperiode

Eine Beiratsperiode dauert jeweils zwei Jahre, wobei jedoch jährlich mindestens zwei Mitglieder ausgewechselt werden. Die Mitgliedschaft darf zwei aufeinanderfolgende Jahre nicht übersteigen.

Kompetenz und Arbeitsweise

Der Beirat besitzt keine Eigenkompetenz, sondern kann nur die durch die städtische Stadtplanung zugewiesenen Projekte in den vorgesehenen Sitzungen beurteilen.

Der Beirat tagt sechsmal pro Jahr, jeweils einen Tag oder zwei Tage lang. Die Einberufung des Beirates erfolgt durch die Stadtplanung, Abteilung Altstadterhaltung. Für jede Sitzung gibt es eine vorbereitete Tagesordnung.

SitzungsteilnehmerInnen und Abstimmung

An den Sitzungen des Beirates für Stadtgestaltung nehmen die vier Mitglieder, der Planungsreferent, der Stadtentwicklungsdirektor, der Leiter der Stadtplanung, der Abteilungsleiter Altstadterhaltung, BauwerberInnen und PlanverfasserInnen sowie ein/e VertreterIn der Ingenieurkammer teil. VertreterInnen der Medien können ebenfalls den Sitzungen beiwohnen.

Vor jeder Sitzung werden die Projektstandorte und ihr Umfeld von den Mitgliedern des Beirates besichtigt.

Die Beschlussfähigkeit des Beirates ist gegeben, wenn mindestens drei Mitglieder, darunter der Vorsitzende, anwesend sind. Stimmberechtigt sind nur die Beiratsmitglieder. Entscheidungen werden mit einfacher Mehrheit in offener Abstimmung getroffen. Es gibt keine Stimmenthaltung.

Gutachten und Wiedervorlage

Für jedes Projekt erstellt der Beirat in geheimer Beratung ein Gutachten. Dieses wird von allen Mitgliedern unterschrieben und anschließend den BauwerberInnen und PlanverfasserInnen vorgelesen.

Der Beirat hat die Aufgabe, die Projekte nach bestimmten Kriterien zu beurteilen und diese Kriterien, wenn sie nicht erfüllt werden, auch im Gutachten offen zu legen. Der Beirat kann dem/der BauwerberIn keine Empfehlungen geben, welche/n PlanerIn er für ihr/sein Projekt beiziehen soll.

Dem Beirat können bereits Vorprojekte vorgelegt werden. Das Ansuchen um Erteilung der Baubewilligung erfolgt in der Regel erst nach der positiven Beurteilung durch den Beirat. Eine Verfahrensverzögerung kann damit vermie-den werden.

Lehnt der Beirat ein Projekt ab, haben Bauherrn und Planverfasser zweimal die Möglichkeit einer Wiedervorlage. Nach der dritten Vorlage muss das Projekt einem Architektenwettbewerb unterzogen werden. Der Beirat kann ein grundsätzlich positives Projekt zur weiteren Betreuung, vor allem wenn kleinere Mängel vorliegen, an die Linzer Planungsvisite verweisen. (Die Linzer Planungsvisite unter dem Vorsitz von Direktor Dipl.-Ing. MAS Gunter Amesberger überprüft bei den Projekten, ob alle Forderungen des Beirates erfüllt wurden.)

Musterprojekte 1988-2005

Posthof Zubau


Das Architekturbüro Schremmer-Jell hat dem Beirat im Jänner 1989 ein Erweiterungsprojekt für den Posthof vorgelegt, das im November 1990 fertig gestellt wurde. Der Posthof kann dadurch 1400 BesucherInnen aufnehmen, es stehen 640 Sitzplätze zur Verfügung.

Siemens AG

Architekt Wilhelm Holzbauer aus Wien hat im Juli 1989 einen Entwurf für das Firmengebäude der Siemens AG vorgelegt, der bis 1992 verwirklicht wurde. Der markante Rundbau prägt seither das Stadtbild. Das Gebäude umfasst eine bebaute Fläche von 4900 Quadratmeter.

Arkade Landstraße

Das Architekturbüro Team M und die Architekten Reinberg und Treberspurg aus Wien haben im März 1989 das Projekt Arkade Landstraße vorgelegt. Das stilvolle Einkaufszentrum Arkade konnte 1992 eröffnet werden. Es umfasst eine bebaute Fläche von 5700 Quadratmeter.

Auwiesen III und IV

Der Bauabschnitt III der Wohnsiedlung Auwiesen wurde von der GWG und der Neuen Heimat als Bauherrn in Auftrag gegeben. Die Architekturbüros Team M und Perotti haben im Jänner 1990 die Planungen präsentiert. Die 765 Wohnungen und Reihenhäuser konnten 1994 fertig gebaut werden. Die Stadt Linz hat Gründächer und Garagenplätze gefördert.

Bauabschnitt IV war ein Projekt der GWG, geplant von den Büros Nötzberger, Karrer, Perotti & Greifeneder & Partner. Der Beirat hat das Projekt 1990 nach drei Vorlagen befürwortet. Im August 1994 waren die 178 Wohnungen bezugsbereit. Die Stadt Linz hat auch hier Gründächer und Garagenplätze gefördert.

Seniorenzentrum Dauphinestraße

Die Stadt Linz hat Architekt Herbert Karrer mit der Planung beauftragt, die Vorlage an den Beirat erfolgte im September 1991. Das Seniorenzentrum, das über 118 Betten verfügt, ist 1994 eröffnet worden.

Wagner-Jauregg-Krankenhaus

Bauherr bei diesem Projekt war die OÖ. Gesundheits- und Spitals AG, ent-worfen hat die Anlage Architekt Wilhelm Holzbauer aus Wien. Nach zwei Vorlagen hat der Beirat das Projekt im November 1996 genehmigt. Im
Dezember 2003 ist der Bau abgeschlossen worden. Die Nutzfläche des Krankenhauses beträgt 38.964 Quadratmeter.

Solarcity Pichling

Als Bauherrn sind die Stadt Linz und zwölf Wohnungsgesellschaften aufgetreten. Weiters die Fa. Immorent für den Kindergarten, die BA-CA-Leasing für Volksschule und Hort sowie die Raiffeisen-Immobilien GesmbH für das Zentrum Nord und das Volkshaus sowie die Raiffeisen evolution developement GmbH für das Zentrum Süd.

Der Masterplan für 6000 Wohnungen in Pichling stammt von Prof. Roland Rainer aus dem Jahr 1992. Die READ-Gruppe mit Architekt Sir Norman Foster (Neue Heimat), Sir Richard Rogers (WSG) und Univ.-Prof. Dr. Thomas Herzog (GWG, WAG) hat dem Beirat die ersten Planungen vorgelegt. Die Einzelprojekte sind von den einzelnen Bauwerbern und ihren Architekten präsentiert worden.

In den Jahren 1999 bis 2005 sind 1353 Wohnungen, ein Infrastrukturzentrum mit Volkshaus, ein Schulzentrum mit Hort und Turnsaal, zwei Kindergärten, ein Familienzentrum sowie Straßen, Straßenbahntrassen und Grünanlagen errichtet worden.

Wohnanlage Jägerstätterstraße

Die WSG als Bauherr hat an das Architekturbüro Zellinger, Landrichtinger, Schrenk den Auftrag erteilt, 66 Wohnungen und acht Reihenhäuser in Urfahr zu planen. Nach drei Vorlagen genehmigte der Beirat das Projekt im Mai 1998, bis September 2003 konnte es fertig gebaut werden.

TECH CENTER Linz-Winterhafen

Architekt Gerd Gessner aus Linz hat dem Beirat im Jänner 1999 eine zweite Version des Projektes TECH CENTER vorgelegt, die dieser befürwortet hat. Das TECH CENTER bietet Büroflächen für 60 Firmen mit 283 Parkplätzen und ist Ende 2001 fertig gestellt worden. Seit 2005 sind alle 60 Firmen eingezogen.

Lenaupark

Als Bauherrn sind die Stadt Linz für das Seniorenzentrum, die VLW für die Wohnanlage und die Stahl Linz für Citytower 1 und 2 aufgetreten. Die Pla-nungen haben die Büros Kneidinger und Stögmüller gemacht. Nach zwei Vorlagen hat der Beirat das Projekt im Jänner 1999 genehmigt. In den Jahren 2001 bis 2005 war die Bauzeit für den Lenaupark. 2001 konnte der Citytower 1 aufgestockt werden, 2003 ist das Seniorenzentrum mit 130 Pflegeplätzen und 15 betreubaren Wohnungen eröffnet worden. Der Citytower 2 wurde wie die 253 Wohnungen 2004 fertig und das Geschäfts- und Dienstleistungszentrum 2005.

Bulgariplatz

Norikum und LAWOG haben von den Büros Kneidinger und Stögmüller 300 Wohnungen planen lassen. Das Büro Roth hat das AMS-Gebäude geplant. Die erste Etappe wurde als Bulgariplatz 1 im September 1993 genehmigt, Bulgariplatz 2 nach zwei Vorlagen im März 1996.

Das AMS-Gebäude wurde 2002 fertig, die 55 Wohnungen der Norikum im Jahr 2004. Das BFI-Gebäude ist seit 2001 in Betrieb, die 242 LAWOG-Wohnungen sind in den Jahren 2001 bis 2005 vollendet worden.

Unfallkrankenhaus

Die Architekten Moser, Lintl und Benesch aus Wien haben dem Beirat 1995 die Pläne für den Neubau des Unfallkrankenhauses vorgelegt. Im Sommer 2005 wird das Krankenhaus seinen Betrieb aufnehmen. Es stehen 140 Betten zur Verfügung und 100 Wohnungen im Personalwohnhaus.

MediCent

Bauherr Immofina Holding hat das Büro Heinz, Mathoi und Streli aus Innsbruck beauftragt, ein Ärztezentrum zu planen. Der Beirat hat das Projekt im Jänner 2002 nach zwei Vorlagen genehmigt. Seit Februar 2004 ist das Gebäude fertig, der Betrieb wird ab Herbst mit dem Start des Fitnessclubs voll anlaufen. Das MediCent bietet 8.000 Quadratmeter für Büros und Ordinationen, der Fitnessclub hat eine Fläche von 4.600 Quadratmeter.

Urnenhain

Architekt Kada aus Graz hat den Wettbewerb der Linz AG gewonnen. Im Mai 1998 hat der Beirat das Projekt genehmigt, seit Oktober 2003 ist die Anlage fertig.

LINZ AG

Die zweite Bauetappe der LINZ AG Zentrale an der Fichtenstraße ist vom Büro Ganagl-Ifsits aus Wien geplant worden. Der Beirat hat das Projekt im September 2002 genehmigt. Das Gebäude mit 420 Büros wird im Oktober 2006 fertig.

Arenaplatz

Die Architekten Riepl-Riepl aus Linz haben für die Immobilien Invest Real-treuhand eine Neuplanung des Arenaplatzes hinter dem Ursulinenhof dreimal vorgelegt. Der Beirat hat das Projekt im Jänner 2005 befürwortet. Der Baubeginn ist für Herbst 2005 vorgesehen. Es sollen ein Kinosaal, vier Gastronomiebetriebe und sechs Büros entstehen.

KONTAKT

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