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Presseaussendung vom 28.04.2005

Die Zeichen der Zeit erkannt

Mit der Gründung des VSG reagierte die Stadt Linz bereits 1996 auf den immer enger werdenden Arbeitsmarkt

Unterstützungsangebote für Arbeit suchende Menschen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Hintergrund: der angespannte Arbeitsmarkt. Das stetig sinkende Jobangebot zieht immer weitere gesellschaftliche Kreise. Die (Re-)Integration Arbeit Suchender ist kein Thema mehr, das „nur“ Randgruppen betrifft.

Die Stadt Linz erkannte diese Entwicklung bereits 1996. Auf Initiative der städtischen Sozialverwaltung hin, wurde damals der Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit – kurz VSG – gegründet. Das Ziel: Die (Re-) Integration Arbeit suchender LinzerInnen, die bei länger währender Arbeitslosigkeit Anspruch auf Sozialhilfe hätten. Oder anders formuliert: Präventive Unterstützung und Hilfe auf individueller Ebene bei gleichzeitiger Kostensenkung für den zuständigen Sozialhilfeverband – die Stadt Linz. Bestmöglich umsetzen will dies künftig auch der veränderte Vorstand des VSG.

VSG - der richtige kick für den beruflichen (Wieder-)Einstieg

War der VSG 1996 noch ein Pilotprojekt, so ist er heute eine etablierte Social-Profit-Einrichtung, die auf eine beachtliche Erfolgsbilanz verweisen kann. Nur ein Beispiel: 88 Prozent der am Jugendbeschäftigungsprojekt kick teilgenommenen Mädchen und Burschen haben den Kurs erfolgreich abgeschlossen.

Der VSG bietet ein niederschwelliges Beratungs- und Kursangebot, dessen Ziele die Verhinderung sozialer Ausgrenzung sowie die Begleitung beim Aufbau eines selbstständigen und eigenverantwortlichen Lebens sind. Grundlage dafür ist eine ressourcenorientierte, individuelle und flexible Unterstützung der KlientInnen durch multiprofessionelle Teams.

Finanziert wird die Plattform von der Stadt Linz, dem Land Oberösterreich, dem Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen, dem AMS OÖ und der Hypo OÖ. Sechs Projekte – eine Herausforderung

Neun Jahre nach seinem Start betreibt der VSG sechs Schwerpunktprojekte, die sich an jeweils unterschiedliche Alters- und Zielgruppen wenden:

Eines aber ist allen VSG-Projekten gemein: Die MitarbeiterInnen bemühen sich um eine möglichst individuelle Betreuung und Unterstützung ihrer KlientInnen. Denn bevor Zukunftsperspektiven entwickelt und notwendige Qualifikationen angeeignet werden können, steht zunächst die persönliche Stabilisierung beziehungsweise die des familiären/sozialen Umfelds im Vordergrund.

kick – der Start ins Berufsleben

Zielgruppe von kick sind 16- bis 22-jährige LinzerInnen, die als Arbeit suchend gemeldet sind. Im Rahmen ihrer beruflichen Orientierung, können die Jugendlichen in den Werkstätten des VSG erste „Berufserfahrungen“ sammeln. Darüber hinaus werden EDV-Schulungen, Bewerbungstrainings, Aktivierungsmaßnahmen, Deutsch-, Mathematik- und allgemein bildender Unterricht angeboten.

   TeilnehmerInnen Abgeschlossene Beratung  Vermittlung Lehre/Job Prozent 
2004  67  51  45  88
seit 1997    319  253  

Im März 2005 waren 6 138 OberösterreicherInnen unter 25 Jahren als Arbeit suchend gemeldet – um 6 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres (März 2004). (Quelle: AMS OÖ, Stand März 2005)

learn – Wissen schafft neue Möglichkeiten

Wer den Hauptschul- oder Polytechnikumabschluss nachholen möchte oder aufgrund sozialer/familiärer Belastungen mit Lernschwierigkeiten kämpft, der/die ist bei learn gut aufgehoben. Teilnehmen können Jugendliche (bis 21 Jahre) und Frauen mit Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt. Alle Unterrichtseinheiten und Bewerbungstrainings von learn sind auf die individuellen Bedürfnisse der KursteilnehmerInnen abgestimmt. Unterstützung und Hilfe erhalten die Jugendlichen und Frauen darüber hinaus bei sozialen oder persönlichen Defiziten, bei Lernstörungen, Prüfungsängsten, psychischen und/oder emotionalen Problemen.

  TeilnehmerInnen Prüfungen Abschlüsse 
2004  33  132  16
seit 2001    357  35

Das gesunkene Jobangebot trifft vor allem jene Menschen, die über keine oder nur eine geringe Ausbildung verfügen. Deutlich wird dies in den Statistiken des AMS OÖ: (Zahlen für , Stand: März 2005)

Ausbildung  Frauen   Männer
  Absolut Veränderung zum VJ  Veränderung zum VJ in % Absolut Veränderung zum VJ  Veränderung zum VJ in % 
Universität  308  +6  +2,0 %  345  -7   -2,0 %
Höhere Schule   860  +97  +12,7 %   753   +32  +4,4 %
Mittlere Schule  1016   +58   +6,1 %  452  +3  +0,7 %
Lehre  4028  +159  +4,1 %  7552  +528  +7,5 %
Pflichtschule  5951  +466  +8,5 %  8627  +749  +9,5 %
keine  364  -1   -0,3 %  637  +39  +6,5 %
ungeklärt  70   23  48,9 %  97  +35  +56,5 %

woman – Frauen gehen ihren Weg

Das im November 2000 gestartete Projekt richtet sich an Linzerinnen ab 16 Jahren, die Sozialhilfe beziehen, sich in einer sozialen Notlage oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen befinden und/oder neu orientieren möchten. Das Angebot von woman reicht vom Individualcoaching über Bewerbungstrainings bis zur Unterstützung beim Erwerb oder Ausbau von Schlüsselqualifikationen und EDV-Grundschulungen. Darüber hinaus können sich alle Teilnehmerinnen ganz allgemein über Leistungen und Ansprüche im Sozial-, Arbeits- und Bildungsbereich informieren. Ebenfalls Teil des woman-Angebots ist die Persönlichkeitsarbeit zur Stärkung von Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein.

  Beratungsprozesse abgeschlossene Beratungen Arbeitsaufnahme  Kurs  Beratungsbedarf gedeckt  sonstige Ergebnisse 
2004   171  146  83  26  20  17
seit 2000  722  631  305  118  123  85

Vor allem Frauen sind von den Auswirkungen des angespannten Arbeitsmarktes betroffen: Während im März 2005 um 0,8 Prozent weniger Linzer arbeitslos gemeldet waren als im Vergleichsmonat des Vorjahres, stieg die Zahl der Arbeit suchenden Linzerinnen um 4,3 Prozent an. Zur Zeit sind 1 830 Linzerinnen ohne Arbeit. Oberösterreichweit suchen 12 597 Frauen eine Arbeitsstelle – um 808 (oder 6,9 Prozent) mehr als im März 2004. Im Durchschnitt dauert ihre Arbeitslosigkeit 87 Tage. (Quelle: AMS OÖ, Stand: März 2005)

factory – durch praktisches Arbeiten zum Job

Learning by doing – so könnte der Leitsatz der factory lautet. Jugendliche ohne abgeschlossene Erstausbildung können in insgesamt sechs Werkstätten und zwei Studios Qualifikationen erwerben und ihre Ideen kreativ umsetzen. Neben der Vermittlung von Grundkenntnissen stehen bei factory vor allem die persönliche Stabilisierung und Motivation der jungen Menschen im Vordergrund.

  TeilnehmerInnen abgeschlossene Beratung  Vermittlung Lehre/Job  in Prozent 
2004   124  76  62  81
seit 2001    281  235  

move – der Weg in die Selbstständigkeit

Sozial benachteiligten Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren die Chance auf ein selbstverantwortliches und selbstständiges Leben zu eröffnet ist das Ziel von move. Sieben bis zwölf Stunden pro Woche werden die Mädchen und Burschen betreut. Die Einzelfallhilfe von move umfasst Lernbegleitung (Entwicklung, Förderung der Handlungskompetenz und Lernfähigkeit), Berufsorientierung, Erlebnis- und Freizeitpädagogik sowie den „pädagogischen Mittagstisch“ (zwei Mal pro Woche essen die Jugendlichen gemeinsam zu Mittag). Daneben spielt die Familienarbeit eine wichtige Rolle: Neben den Jugendlichen wird ihr gesamtes familiäres Umfeld in die sozialpädagogische Arbeit von move mit einbezogen. Die MitarbeiterInnen stehen in regelmäßigem Kontakt mit den Erziehungsberechtigten.

time – Geben und Nehmen im Tausch

Die Idee zu time: Das Fördern von zwischenmenschlichen Kontakten, der Kommunikation und Kooperation von Menschen, die ihre Fertigkeiten, Ideen und Hilfestellungen einander zur Verfügung stellen. Gedacht, getan: 1999 startete die Zeit-Tausch-Börse. Mittlerweile wird hier Verschiedenstes angeboten und in Anspruch genommen – ob Autoreparaturen, Tischler- und Elektrikerarbeiten, Kinderbetreuung, Bügeln, Näharbeiten, Hilfe bei Lohnsteuererklärungen oder Gartenarbeiten.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Dr.in Ingrid Holzhammer zum Thema „Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit – erfolgreiche Bilanz 2004“)

Weitere GesprächspartnerInnen:
Mag. Dr. Günther Bauer, Vorstandsvorsitzender des VSG
Mag.a Susanna Rothmayer, Geschäftsführerin des VSG

www.sozialpraevention.at (neues Fenster).

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Magistrat der Landeshauptstadt Linz
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