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UMWELT
Presseaussendung vom 14.04.2005

Maßnahmen zur Senkung der Feinstaubbelastung

Der Feinstaub stammt in Linz aus verschiedenen Quellen. Die einzelnen Bei-träge wurden in der Statuserhebung 2002 hauptsächlich den Verursachern voestalpine mit 57 Prozent, dem Verkehr (Auspuffemissionen + Wiederaufwirbelung) mit 35 Prozent und den übrigen Quellen zusammen mit 8 Prozent zugewiesen.


Quellen für Primärstaub in Linz (Quelle: Statuserhebung 2002)


Primärstaub entsteht lokal vor allem durch
  • mechanischen Abrieb (Straßenoberflächen, Bremsen, Reifen,...)
  • Verbrennungsprozesse (zum Beispiel Ruß)
  • Verwitterung (zum Beispiel von Gestein)
  • biologisches Material (zum Beispiel Pflanzenteile, Sporen, Pollen)
  • Fernverfrachtung durch Luftströmungen (ein bekanntes Beispiel ist das Auftreten von Saharastaub in Österreich)

Allerdings kann Staub auch in der Luft durch Reaktion von gasförmigen Vorläufersubstanzen entstehen. Man spricht in diesem Fall von Sekundärstaub. Ein Beispiel für die Sekundärstaubbildung ist die Entstehung von Ammoniumnitrat (NH4NO3) aus Ammoniak (vor allem aus der Landwirtschaft) und Stickoxiden (gebildet bei Verbrennungsprozessen, vor allem in Verkehr und Industrie).

Bereits gesetzte Maßnahmen

Die Stadt Linz hat schon in der Vergangenheit eine Reihe von Maßnahmen zur Reduktion von Feinstaub gesetzt: 

  • Vermehrte Straßenwäsche
  • Verbesserungen beim Winterdienst:
    Abriebarmes Streugut (Kalk statt Hochofenschlacke)
    Salzstreuung auf Straßenflächen mit Entwässerung in die Kanalisation
  • Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs durch Errichtung von Busspuren, den Ausbau der Straßenbahn (Mini-U-Bahn) sowie das Linzer Beschleunigungsprogramm „LIBE“.
  • Mobilitätsberatung
  • Forcierte Umstellung von Einzelheizungen auf leitungsgebundene
    Energieträger (Erdgas, Fernwärme): mit einem Anschlussgrad von über 90 Prozent hat Linz in diesem Bereich seine Aufgaben weitgehend erledigt und liegt hier weit vor vergleichbaren Städten.
  • Errichtung des Fernheizwerks Linz-Mitte durch die LINZ AG:
    Die neue Anlage wurde im April eröffnet und ersetzt alte Kohle- und Ölkessel. Die Staubemissionen sinken um 90 Prozent und die SO2-Emissionen verringern sich um 98 Prozent. Die CO2-Emissionen gehen trotz gesteigerter Strom- und Fernwärmeproduktion um 40 Prozent zurück. Mit Gesamtinvestitionen von 81 Millionen Euro wird damit umweltschonend Energie für 160.000 Haushalte im Linzer Zentralraum erzeugt.

Laufende/geplante Maßnahmen

Ausgangssituation
: Die Stadt Linz geht bei der Lösung der Feinstaubproblematik mit gutem Beispiel voran und hat ein Maßnahmenpaket geschnürt, das eine nachhaltige Besserung der Situation zum Ziel hat und den Hebel bei den Hauptemittenten ansetzt. Dies sind neben den im Rahmen der "va 2010" vereinbarten Maßnahmen die geförderte Nachrüstung bei Diesel-Pkw, der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrs und eine Reihe anderer Aktivitäten. Weiters wird von der Stadt Linz generell im Industriebereich der Einbau von Filteranlagen nach dem neuesten Stand der Technik verlangt. Dadurch kann gegenüber den gesetzlichen Standards eine Verringerung der Staubkonzentration im Abgas der Anlagen von mindestens 50 Prozent erreicht werden.

Maßnahmen in der Industrie

Im Rahmen des Projekts va 2010 wendet die voestalpine Stahl bis 2010 rund zwei Milliarden Euro für die Vergrößerung ihrer Produktions- und Veredelungskapazität auf. Trotz der Ausweitung der Produktion werden die Staubemissionen von 2000 Tonnen pro Jahr auf die bescheidmäßig vorgeschriebenen 750 Tonnen bis 2007 herabgesetzt.

Die Maßnahmen im Detail:

  • Stahlwerk – Einbindung der diffusen Emissionen
  • Hochofenanlagen-Gießhallenentstaubungen
  • Sinteranlage – Installierung eines zusätzlichen Gewebefilters

Das im Zuge der Magistratsumstrukturierung neu formierte Linzer Umwelt- und Technik-Center (UTC) wirkt im Zuge des UVP-Verfahrens als Kontrollorgan gemeinsam mit einem Vertreter der Grünen.

Mit den Projekten „Dust Reference“ und „Aquella“ wird der Anteil der voestalpine Stahl an der Staubbelastung durch mikroskopische und chemische Untersuchung von Emissions- und Immissionsstäuben ermittelt. Beide Projekte wurden der Öffentlichkeit bereits vorgestellt.

Maßnahmen beim Verkehr

Dieselrußfilter
:
Als ein weiterer Hauptverursacher von Luftschadstoffen nimmt neben der Industrie der motorisierte Individualverkehr in den Städten, so auch in Linz, eine dominierende Rolle ein. Neben der Wiederaufwirbelung von Straßenstaub führen vor allem Emissionen aus den Auspuffen zur Feinstaubbelastung. Es gibt ein einfaches und wirksames Mittel gegen die Feinstaubbelastungen durch den Verkehr: den Dieselrußfilter.

Den rund 50.000 Diesel-Pkw*, die täglich auf den Linzer Straßen fahren, stehen lediglich rund 6000 Neufahrzeuge** im Jahr gegenüber. Der Feinstaubbelastung durch Dieselfahrzeuge wird zwar künftig bundesweit mit steuerlichen Vergünstigungen für neu zugelassene Diesel-Pkw entgegengewirkt, doch bekommen nur die neuen Fahrzeuge einen Filter, würde das Rußproblem noch im nächsten Jahrzehnt bestehen.

Die Stadt Linz hat daher die Initiative ergriffen und eine Förderaktion gestartet. So wird die Nachrüstung mit Partikelfiltern, die durchschnittlich rund 700 Euro kostet, mit 100 Euro pro Fahrzeug Pkw gefördert. Dies soll unbürokratisch erfolgen (Abrechnung voraussichtlich über die Werkstätten, die den Einbau vornehmen). Mit der Detailabwicklung der Förderaktion ist das Linzer Umwelt- und Technik-Center befasst.

Dazu kommt eine Förderaktion des Landes Oberösterreich, das sich der Linzer Initiative angeschlossen hat (so wie bereits die steiermärkische Landesregierung) und ab Juni bei Diesel-Pkw 300 Euro pro Nachrüstung zur Verfügung stellt. Die Details dazu werden derzeit ausgearbeitet. Mit den Förderungen können also weit mehr als die Hälfte der Kosten für den nachträglichen Einbau von Dieselrußfiltern bei Pkw abgedeckt werden.

Prozentuell ist sicherlich der relevantere Anteil der Schadstoffverursacher bei den Diesel-Lkw zu suchen. Auch hier ist eine Partikelfilter-Nachrüstung anzustreben. Generelle Lkw-Fahrverbote sind problematisch (zum Beispiel Zulieferproblem). Es müssen Gespräche mit den Interessenvertretungen in der Wirtschaft geführt werden, um hier passende Lösungen in Form von praktikablen Förderungsmodellen zu finden, die auch durch steuerliche Vorteile abgesichert sind.

*  lt. Verkehrserhebung des Landes OÖ. (zirka 120.000 fahren täglich auf Linzer Straßen inkl. Pendlerfahrzeuge) und bei einem Dieselanteil der Pkw (am Gesamtbestand) von rund 40 Prozent
** errechnet sich aus 8600 Pkw-Neuzulassungen in Linz 2004 (davon zirka 70 Prozent Diesel)

An der TU Graz wurden an Filtern, sowohl für die Nachrüstung von Nutzfahrzeugen als auch für den Einsatz in Pkw, Messungen durchgeführt. Beide Filter stammen von österreichischen Herstellern. Die Versuche zeigten beim Nachrüstfilter für Nutzfahrzeuge (Linienbus, 185 kW, Euro 3) eine Reduktion der Partikelmasse um zirka 70 Prozent und eine Reduktion der Partikelanzahl um zirka 99 Prozent. Der Pkw-Nachrüstfilter erreichte bei der Partikelmasse eine Reduktion von 40 – 70 Prozent, bei der (für den menschlichen Organismus relevantere) Partikelanzahl eine Reduktion von zirka 80 – 90 Prozent.

Bei einer theoretischen Umrüstung aller Diesel-Kfz auf Partikelfilter im Idealfall könnte in Linz eine jährliche Menge von 81 Tonnen Dieselruß eingespart werden. Bei den KonsumentInnen bestehen noch Informationsdefizite in Bezug auf den Wirkungsgrad der Nachrüstungen (je nach Fahrzeugtype, Filter, Baujahr, etc.). Eine verstärkte Information der Hersteller und Autofahrerorganisationen wäre von Vorteil.

Weiterer Ausbau des öffentlichen Verkehrs:

Die Straßenbahnlinie 1 wird ab Herbst 2005 bis zur solarCity führen. Durch die Linienverlängerung wächst die Länge der Straßenbahnstrecke in Linz um 2,3 auf 21,2 Kilometer an. Eine Verlängerung der Straßenbahn von der solarCity über den Südpark bis zum Pichlingersee und zum neuen Bahnhof Pichling mit einer Streckenlänge von rund 2,6 Kilometer Länge ist für 2007 geplant. Die endgültige Trasse wird nach einer Bürgerbeteiligung im Laufe dieses Jahres fixiert.

Das Tramfahren und das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel wird durch den Einsatz der City-Runner (der 21. und vorläufig letzte Niederflurwagen ging vor kurzem auf Schiene) und kundenorientierte Maßnahmen, wie das Fahrscheinlösen per Handy, noch attraktiver.

Das Busnetz wird vor allem durch neue Linien in den wachsenden Wohngebieten im Süden der Landeshauptstadt Linz verstärkt. Um den BewohnerInnen von Pichling die Nutzung der Infrastruktur in der solarCity zu erleichtern, verlängern die LINZ LINIEN zum Beispiel die Streckenführung der bestehenden Linie 104 von der Haltestelle „Waldesruh“ bis direkt in das Zentrum der solarCity. Die Fahrt von Pichling dorthin ist ab Anfang September ohne Umwege möglich.

Erste Erfolge dieser Maßnahmen zeigen sich bereits im leicht steigenden Fahrgastaufkommen (2004: + 1,7 Prozent) und in der signifikanten Erhöhung der Einzelfahrscheine (ca. + 13 Prozent).

Umrüstung der Busflotte auf umweltfreundliche Technologie:

Die LINZ LINIEN werden von 2006 bis 2012 ihre Flotte von 86 Bussen erneuern. Die Ausschreibung wurde für Dieselbusse nach dem Standard Euro 5 und für erdgasbetriebene Busse erarbeitet. Die erwartete Preisdifferenz würde ca. 10 Prozent betragen. Da auch jetzt bereits Dieselbusse (20 Prozent) und Obusse (33 Prozent) vom Land OÖ (Verkehrsreferat) gefördert werden, wird durch Gespräche mit dem Umweltreferat des Landes ein Ausgleich dieser Preisdifferenz angestrebt.

Ausweitung Tempo 30-Zonen:

Linz war eine der ersten Städte, die bereits in den 80er-Jahren in den Wohngebieten Tempo 30-Zonen zur Verkehrsberuhigung eingerichtet hat. Geringere Fahrgeschwindigkeiten vermindern den Staubausstoß beziehungsweise den Reifenabrieb und die Wiederaufwirbelung. Nun wurde auch eine flächendeckende Tempo-30-Zone für den Stadtteil Pichling eingerichtet.

Maßnahmen beim Streusplitt:

Als eine Feinstaubquelle gilt auch der Streusplitt beziehungsweise der Streusplittabrieb, wobei es über den Anteil am Gesamtfeinstaubaufkommen noch zu wenig gesicherte Erkenntnisse gibt. Diesbezüglich wurde ein Arbeitskreis des Österreichischen Städtebundes unter Teilnahme von VertreterInnen der Stadt Linz (Tiefbau Linz) eingerichtet, der entsprechende Lösungsmöglichkeiten aufzeigen soll.

Bei trockener Witterung kommt es zu einer Aufwirbelung des Streuguts und in der Folge zu Staubbelastungen. Der richtige und zeitgerechte Einkehrzeitpunkt im Frühjahr ist daher besonders wichtig. Die Stadt Linz bringt bis Anfang/Mitte April den gesamten Streusplitt ein, im Bedarfsfall wird nachgestreut. Außerdem wird bereits seit zirka einem Jahr ein Teil des Splitts (der so genannte reine Splitt) zur neuen Streugutwaschanlage der LINZ AG gebracht, wo er für die Wiederverwendung gewaschen wird. Auch der verunreinigte Splitt, der früher einer mechanisch-biologischen Abfallbehandlung zugeführt wurde, wird derzeit im Testbetrieb gewaschen. Das Land Oberösterreich mit seinen Straßenmeistereien hat sich nun dem Linzer Beispiel angeschlossen.

Mehr Salzstreuung:

Eine weitere Verringerung der Feinstaubbelastung erwartet sich Tiefbau Linz durch eine verstärkte Salzstreuung. Überall, wo durch die Kanalisation eine Längsentwässerung gegeben ist, soll künftig vermehrt Salz gestreut werden. Die moderne Feuchtsalzstreuung bietet entsprechende Möglichkeiten. Derzeit wird bereits auf 75 Prozent des 570 Kilometer langen Straßennetzes und einem Großteil des 120 Kilometer langen Radwegenetzes Salz gestreut.

Regelmäßige Straßenwaschung:

Im Gegensatz zu den Freilandstraßen, wo eine derartige Reinigung aus wirtschaftlichen Gründen nicht vorgenommen wird, werden die Linzer Straßen regelmäßig – wöchentlich oder in mehrwöchigen Intervallen – gewaschen. Eine Verkürzung der Intervalle würde laut den Experten von Tiefbau Linz und internationalen Erfahrungen keine weitere Reduktion der Feinstaubbelastung bewirken. 
Die Verwendung anderer Splittarten – in Wien lief eine Testreihe mit härterem und weniger „zerreibbarem“ Basaltsplitt – führt durch einen vermehrten Reifenabrieb nicht zum erwünschten Effekt und scheidet als Lösungsansatz daher ebenfalls aus.

Mobilitätsberatung

Die Stadt Linz wirkt dem Verkehrsproblem auch mit der so genannten Mobilitätsberatung in den Betrieben und magistratsintern entgegen.

Ziel der Mobilitätsberatung ist die

  • Erhebung des Mobilitätsverhaltens der MitarbeiterInnen (besonders die Verwendung des Privat-Pkw für die Fahrt zur und von der Arbeitsstelle)
  • Prüfung der Möglichkeit zum Umstieg vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsmittel (öffentliche Verkehrmittel, Fahrrad, zu Fuß gehen, Fahrgemeinschaften, Car-Sharing, etc.)
  • Unterstützung bei der Organisation und Abwicklung von betriebsinternen Aktionen (Aktionstage, wie etwa Radlerfrühstück, Tag des öffentlichen Verkehrs, Autofreier Tag)

Aufgrund der Mobilitätsberatungen in Betrieben wurde erreicht, dass viele Teilnehmende auf umweltverträgliche Verkehrsmittel wechselten.

Förderung aller Formen „Sanfter Mobilität“

Zur Reduzierung des motorisierten Verkehrsaufkommens und so auch der Umweltbelastungen fördert die Stadt Linz besonders auch die „Sanfte Mobilität“, das heißt den Radfahr- und Fußgeherverkehr. Das geschieht durch „vorgezogene Radstreifen“ bei Kreuzungen, Möglichkeiten des Radfahrens gegen die Einbahn, das Öffnen von Busspuren für RadfahrerInnen und anderes mehr. Ebenso werden weitere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in Wohngebieten zur Temporeduzierung, wie etwa Rückbauten zu breiter Straßen, und zur vermehrten Sicherheit und Bewegungsfreiheit für FußgängerInnen in Absprache mit den BewohnerInnen und vom Mobilitätsreferat verstärkt vorangetrieben.

Hausbrand

Mehr als 90 Prozent aller Linzer Haushalte werden dank finanzieller Zuschüsse bei Heizungsumstellungen bereits mit leitungsgebundenen Energien beheizt versorgt (hauptsächlich Fernwärme).
Wenn Wohnungsgenossenschaften Wohnblöcke oder ganze Wohnsiedlungen von einer Blockfeuerung auf Fernwärme oder Erdgasbetrieb umstellen, gewährt die Stadt Förderungen. Sie erfolgen unter Berücksichtigung der Bedeutung für die Umwelt und im Verhältnis zum gesamten Investitionsaufwand. Bei Neubauten besteht sowohl für Wohnungserrichtungsgesellschaften als auch für private ein grundsätzlicher Anschlusszwang an leitungsgebundene Energieträger.

Landwirtschaft

Der Bereich Landwirtschaft ist in der Stadt Linz mengenmäßig nicht als einer der Hauptemittenten bei Feinstaub anzusehen, aber dennoch nicht außer Acht zu lassen. Ein Hauptaugenmerk wird im Agrarbereich auf die Reduktion von Ammoniak zu legen sein, der als Vorläufersubstanz zur Bildung von Feinstaub in der Atmosphäre beiträgt (Sekundärstaub). Die Stadt Linz begrüßt, dass seitens des Agrarressorts des Landes diesbezüglich Detailmaß-nahmen erstellt werden.

Nutzen der Linzer Parks und des Grüngürtels

Bäume, Sträucher und andere Pflanzen haben durch ihre Blätter eine große Oberfläche, an der Staub aus der Atmosphäre gefiltert werden kann. Dieser Umstand ist auch aus der Medizin bekannt, wo Pollenallergikern während der kritischen Phase empfohlen wird, die Filterwirkung des belaubten Waldes zu nutzen. Auf diese Weise leisten die Linzer Parks, Alleen und Grünflächen sowie der Grüngürtel um die Stadt einen wichtigen Beitrag zur Verminderung von feinen Staubteilchen.

Hintergrundinformationen zum Thema Feinstaub
Warum gibt es trotz fortschreitender Umweltschutzmaßnahmen immer mehr Grenzwertüberschreitungen?

In den vergangenen Jahren wurde bei der Verbesserung der Luftqualität große Fortschritte erzielt. Trotzdem scheint in Bezug auf Feinstaub die Luftqualität nachgelassen zu haben, da doch immer wieder Grenzwerte überschritten werden. Dieser scheinbare Widerspruch ist durch einen Blick auf die Entwicklung der Grenzwertsituation leicht erklärbar:

Durch die Fortschritte in der Luftreinhaltung konnten einerseits die Emissionsmengen drastisch reduziert werden, andererseits wurden auf Grund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Grenzwerte stark abgesenkt. So lag zum Beispiel der alte Grenzwert (Tagesmittel) für Schwebstaub bei 150 µg/m³, was einer PM10-Konzentration von zirka 135 µg/m³ entspricht (zirka 80 – 90 Prozent des TSP sind PM10). Unter Annahme dieses Wertes währen nur wenige oder gar keine Grenzwertüberschreitungen in Linz zu erwarten.
Durch die Umsetzung der EU-Richtlinie (Richtlinie 1999/30/EG über Grenzwerte für Schwefeldioxid, Stickstoffoxide, Partikel und Blei in der Luft) im Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) erfolgte eine Festlegung des Grenzwertes (Tagesmittel) für PM10 bei 50 µg/m³.

Aus diesen Tatsachen ist ersichtlich, dass trotz erheblicher Verbesserung der Luftqualität wieder Grenzwertüberschreitungen auftreten.

Was ist der Unterschied zwischen TSP und PM10?

Beim gesamten in der Luft befindlichen Staub spricht man von TSP (Total Suspended Particles), zirka 80 Prozent davon sind so klein, dass sie auch weiter als bis zum Kehlkopf in die Atemwege vordringen können. Diese Teilchen haben einen aerodynamischen Durchmesser von weniger als 10 µm – sie werden als PM10 (Particulate Matter) bezeichnet. Als Größenvergleich bieten sich in der Natur vorkommende Partikel wie Blütenpollen (zirka 10…100 µm Durchmesser) oder Viren (zirka 0,01…0,1 µm Durchmesser an). Das menschliche Auge hat ein Auflösungsvermögen von etwas weniger als 0,1 mm (100 µm!), daher ist leicht verständlich, dass die hier in Frage kommenden Partikel (< 10 µm) mit dem freien Auge und teilweise auch mit einem Lichtmikroskop nicht sichtbar sind.

Stellt man sich diese Teilchen 1 Million mal vergrößert vor, dann entspricht ein Teilchen mit

  • 10 µm Durchmesser einem Einfamilienhaus,
  • 1 µm Durchmesser einer Badewanne
  • 0,1 µm Durchmesser einem Trinkglas
  • 0,01 µm Durchmesser 10 Tropfen Wasser

Die kleinsten Partikel (0,01…0,1 µm) machen fast ¾ der gesamten Teilchen aus, erreichen jedoch zusammen weniger als 1 Prozent der Gesamtmasse der PM10-Fraktion. Diese ultrafeinen Partikel stammen bevorzugt aus Verbrennungsprozessen. Relevant ist also die Partikelanzahl und weniger die Masse, wobei die derzeitigen Messungsmethoden nur Letzteres erfassen.

Besonders bei diesen feinsten Partikeln ist eine Reduktion nötig, da diese über die Lungenbläschen in den Blutkreislauf vordringen und zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen können.
Seit rund einem Jahr werden von der Stadt Linz umweltpädagogische Vorträge zur Feinstaubproblematik angeboten (Kontakt: Umwelt-Technik-Center Linz, Dipl.-Ing. Herwig Marhold, e-mail: herwig.marhold@mag.linz.at, Telefon: 0732/7070-3911).


(Informationsunterlage für Pressekonferenz von Umweltreferentin Vizebürgermeisterin Dr. Christiana Dolezal über Maßnahmen der Stadt Linz zur Senkung der Feinstaubelastung)

Weitere Gesprächspartner:
Dipl.-Ing. Herwig Marhold/Umwelt- und Technik-Center
















 

Pressekonferenz-Unterlage (PDF-Datei 216 KB) (PDF, 215 kB) (neues Fenster).
Diagramm-Kosten (PDF-Datei 20 KB) (PDF, 20 kB) (neues Fenster).

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Fax: +43 732 7070 54 2110
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