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Presseaussendung vom 02.05.2007

Helene Funke

Große Museumsretrospektive im Lentos

Mit der Ausstellung Helene Funke präsentiert das Lentos ab 4. Mai die erste Museumsretrospektive der österreichischen Malerin, die zu den wichtigsten Wegbereiterinnen der internationalen Avantgarde zählt. Mit insgesamt 125 ausgestellten Werken, vorwiegend Gemälde, Aquarelle und einige Grafiken, wird das bisher weitgehend unentdeckte Schaffen von Helene Funke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Weiters wird mit der Ausstellung zum 50. Todestag der Künstlerin dem Trend Rechnung getragen, weibliche Kunstschaffende und Neuentdeckungen im Ausstellungsprogramm des Lentos zu forcieren.

Die Werke der so genannten Klassikerin der Moderne repräsentieren eindrucksvoll ihr Lebenswerk im Spannungsfeld von Spätimpressionismus, Fauvismus, Klassischer Moderne und ihrer Nachfolge. Werkgruppen von der Jahrhundertwende bis in die 1950er Jahre geben einen Überblick über Kontinuität und Wandel charakteristischer Stilentwicklungen. Die Ausstellung gewährt Einblicke in das bislang verborgene Schaffen einer der interessantesten österreichischen Malerinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die sich zeitlebens in verschiedenen Künstlerinnenvereinigungen engagierte.

Helene Funke wurde am 3. September 1869 in Chemnitz geboren. Sie war Malerin und Graphikerin. Als Tochter einer Industriellenfamilie studierte sie gegen den Willen der Familie an der Kunstakademie Malerei. Von 1905 bis 1913 hielt sie sich in Frankreich auf. Von 1913 bis zu ihrem Tod im Jahre 1957 lebte sie in Wien. 1918 wurde sie Mitglied der Künstlergruppe „Bewegung“ beziehungsweise „Freie Bewegung“ (ab 1919). Sie war auch Mitglied der Gruppe Wiener Frauenkunst. Ab 1904 sind Ausstellungen in München, Berlin und Dresden dokumentiert. In Frankreich pflegte sie engen Kontakt zu den Fauves und stellte regelmäßig aus. In Wien war sie an Ausstellungen der Wiener Secession, des Hagenbundes, des Künstlerhauses und an der Wiener Kunstschau beteiligt.

Nur ein geringer Teil von Funkes Werken befindet sich im öffentlichen Besitz und in musealen Sammlungen. Fünf Gemälde und somit den größten Anteil an Funke-Gemälden innerhalb von Österreich verzeichnet die Österreichische Galerie Belvedere, die auch das Hauptwerk „Die Träumende“ (1913) besitzt. Das Belvedere hat seinen gesamten Funke-Bestand für diese Retrospektive zur Verfügung gestellt. Das Lentos verfügt mit „In der Loge“ (1907), „Drei Mädchen“ (1915) und zwei Zeichnungen über weitere wichtige Werke. In ihrer Geburtsstadt Chemnitz findet sich mit insgesamt zwölf Funke-Werken die weitaus größte Sammlung, wenn auch der überwiegende Anteil der Gemälde, Zeichnungen und Grafiken im Privat- und Galeriebesitz weilt oder gänzlich im Verborgenen ruht.

Die mit wissenschaftlicher Unterstützung von Univ.-Prof. em. Dr. Peter Funke und Mag. Tamara Loitfellner zustande gekommene Retrospektive wurde durch Leihgaben der Österreichischen Galerie Belvedere, des Leopold Museum Wien, Wien Museum, . Landesmuseum, der Kunstsammlungen Chemnitz, des Kunsthandel Hieke Wien beziehungsweise durch 33 private SammlerInnen und zehn Galerien gefördert. Zur Ausstellung erscheint ein erster, repräsentativer Katalog mit zirka 150 Farbabbildungen, der zum Preis von 28 Euro erhältlich ist.

(Kurzfassung der Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeister Dr. Erich Watzl und Lentos-Direktorin Stella Rollig)

www.lentos.at (neues Fenster).

Kontakt:
Natalie N. Glanzmann  Tel.: +43 732 7070 3606

Für Medienanfragen:
Sabine Hörschläger

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