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Presseaussendung vom 02.06.2008

Ein sicherer Platz für Mütter und ihre Kinder

Vier neue Wohnung für Mutter-Kind-Haus

1963 gründete die Stadt Linz an der Anastasius-Grün-Straße Oberösterreichs erstes Mutter-Kind-Haus. In den 45 Jahren seines Bestehens bot das „MUKI“ bereits zahlreichen Müttern mit Kindern sowie Schwangeren in Problemlagen Unterstützung und einen sicheren Platz zum Wohnen. 2006 übersiedelte diese Einrichtung in zwei generalsanierte Häuser mit insgesamt acht Wohnungen an die Füchselstraße. Da die Nachfrage an diesen Übergangswohnungen steigt, entschloss sich die Stadt Linz, ein weiteres Haus mit vier Wohnungen zur Verfügung zu stellen. 

Im Herbst 2007 begann die GWG Linz mit der Sanierung eines Nachbargebäudes, das mittlerweile fertig gestellt und über einen Verbindungsgang am MuKi angebunden ist. In den von Architekt Mag. Herbert Karrer geplanten Umbau investierte die Stadt Linz 650.000 Euro.

Die jeweils rund 34 Quadratmeter großen Wohnungen verfügen über eine Wohnküche, einen Schlaf- und Vorraum sowie Badezimmer und WC. Außerhalb der Wohnungen befinden sich noch diverse Gemeinschaftsräume und ein Garten. Ab Juni 2008 sind die vier neuen Wohnungen, von denen schon drei zugeteilt sind, zur Übersiedelung bereit.

Enorme Nachfrage

Dass das Mutter-Kind-Haus eine wichtige Einrichtung in Linz ist, sieht man am deutlichsten an der Auslastung der vergangenen Jahre. Die bisher acht Wohnungen waren alleine im letzten Jahr zu fast 100 Prozent vergeben. Insgesamt 8 Mütter sowie 13 Kinder wohnten im Durchschnitt 2007 im Linzer MuKi.

Auch im ersten Quartal 2008 lag die Auslastung bei annähernd 100 Prozent. Da es pro Jahr rund 90 Anfragen gibt, wird auch in Zukunft mit einer kontinuierlichen Vollbelegung gerechnet. Mit den bereits vergebenen neuen Wohnungen haben jetzt 11 Mütter mit 18 Kindern eine fixe Wohnung im MuKi.

Warum ins Mutter-Kind-Haus?

Die BewohnerInnen des MuKi sind hauptsächlich volljährige alleinerziehende Mütter in Krisensituationen. Größtenteils handelt es sich dabei um Frauen, die in Trennung/Scheidung vom Lebenspartner leben sowie alleinstehende Schwangere. Auch Wohnungsprobleme und Delogierungen, Schulden und eine ungeklärte berufliche Zukunft sind häufige Einzugsgründe.

Minderjährige Mütter und minderjährige Schwangere werden ebenso aufgenommen. Dabei werden jedoch die Herkunftsfamilie und das Jugendamt als Vertreter des Kindes eingebunden.

Im Mutter-Kind-Haus erhalten Linzer Frauen die Möglichkeit, für rund ein Jahr in einer sicheren und leistbaren Unterkunft selbständig zu Wohnen und einen eigenen Haushalt zu führen. 6,50 Euro pro Tag oder rund 200 Euro pro Monat sind für eine Wohnung zu bezahlen.

Nicht aufgenommen werden Frauen mit schweren psychischen Erkrankungen, Suchtproblemen sowie der Neigung zu Gewalttätigkeit. Ebenfalls können Frauen die eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen im MuKi nicht untergebracht werden. Auch wiederholte Regelverstöße und destruktives Verhalten zählen zu den Ausschließungsgründen.

Betreuungsangebote

Die BewohnerInnen des MuKi werden von drei teilzeitbeschäftigten Betreuerinnen, zwei Diplom-Sozialarbeiterinnen und einer Sozial-Pädagogin unterstützt. Mit ihnen werden noch vor dem Einzug die Problemsituation analysiert und dann klare Zielvereinbarungen getroffen. Diese werden in einem so genannten Hilfeplan festgelegt. In regelmäßigen Gesprächsrunden mit den Bewohnerinnen werden dann Schritte zur weiteren Zielerreichung erarbeitet. Im Vordergrund steht dabei immer die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenssituation durch Neuorganisation und realisierbare Lösungsmöglichkeiten. Darüber hinaus wird auch eine intakte Mutter-Kind Beziehung als ganz wesentlich erachtet und besonders gefördert. 

Minderjährige Mütter erhalten zusätzliche Unterstützung und besondere Betreuungsschwerpunkte:

  • Hineinwachsen in die Rolle als Mutter
  • Unterscheiden der eigenen Bedürfnisse und der des Kindes
  • Erwerben von Fähigkeiten zur Pflege und Betreuung eines Kleinkindes
  • Erlernen der selbständigen Haushaltsführung
  • Stärken des Bewusstseins über die Wichtigkeit der schulischen und beruflichen Qualifikation und Vermitteln von Hilfestellungen
  • Einbeziehung des Familiensystems in den Klärungs- und Veränderungsprozess
  • Soziale Kompetenzen fördern (Umgang mit Konflikten, positive Beziehungen ...)
  • Individuelle Verselbständigung und Ablösung von der Herkunftsfamilie

Im Rahmen einer Gruppenbetreuung wird das Zusammenleben der Frauen im MuKi gefördert. Auch hier werden Regeln und Pflichten besprochen, Feste im Haus vorbereitet und gefeiert oder Freizeitaktivitäten durchgeführt.

Nach dem Auszug aus dem Mutter-Kind-Haus gibt es die Möglichkeit einer Nachbetreuung. Von einzelnen Frauen wird diese zum Teil jahrelang  als unterstützende Begleitung in Anspruch genommen.

Kinderbetreuung im Haus

Für die im Haus wohnenden Kinder gibt es laufend gezielte sozialpädagogische Angebote. In Gruppenstunden vermitteln ihnen PädagogInnen positive Erlebnisse durch gemeinsame Aktivitäten. Einmal pro Monat ist zudem eine Psychologin des städtischen Instituts für Familien- und Jugendberatung vor Ort. Für die Betreuung untertags befinden sich in der näheren Umgebung des MuKi eine Krabbelstube, ein Kindergarten sowie ein Hort der Kinder- und Jugend-Services Linz, die eine optimale Zusammenarbeit garantieren.

Kooperationspartner

Um den Müttern die bestmögliche Unterstützung anbieten zu können arbeiten die MitarbeiterInnen des Mutter-Kind-Hauses mit vielen unterschiedlichen magistratsinternen und externen Einrichtungen zusammen. So werden bei Fragen zur Kindererziehung ExpertInnen der städtischen Erziehungshilfe in Anspruch genommen. Bei Fragen zur rechtlichen Beratung und Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen unterstützen Juristen des Amtes für Soziales, Jugend und Familie die Frauen. Besonders wichtig ist auch die gute Zusammenarbeit des MuKi mit dem Arbeitsmarktservice, den Wohnungsgenossenschaften sowie der Schuldnerberatungsstelle.

Zusätzlich unterstützen noch zahlreiche Einrichtungen und Vereine die Mütter und Kinder. Darunter die Familienhilfe der Caritas, die Sozialhilfeabteilung des Landes, die Interventionsstelle gegen Gewalt und viele andere mehr.

Das Linzer Mutter-Kind-Haus ist nicht mit einem reinen Frauenhaus zu vergleichen. Dennoch werden auch Mütter aus dem Frauenhaus im MuKi aufgenommen und weiter betreut.

Finanzierung

Neben den Errichtungskosten für die neuen Wohnungen finanziert die Stadt Linz das Mutter-Kind-Haus jährlich mit rund 250.000 Euro. Hinzu kommt die Eigenleistung der Bewohnerinnen (Benützungsgebühr) und eine Subvention des Landes Oberösterreich.

„Viele Frauen mit Kindern wissen in Problemsituationen häufig nicht mehr was sie machen sollen und wenden sich dann an uns. Durch diese neuen Wohnungen hat die Stadt nun wieder mehr Spielraum, Frauen in Notlagen zu helfen. Sie erhalten dabei eine sichere Unterbringung und die notwendige Unterstützung bis sie sich und ihre Kinder wieder selbst versorgen können.“, meint Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer zur Erweiterung des MUKI.

Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer über die Erweiterung des Mutter-Kind-Zentrum.

Weitere Gesprächspartner:
Mag.Dr. Harald Karlinger, Leiter Institut für Familien und Jugendberatung

Für Medienanfragen:
Peter Hirhager

Link auf größeres Bild (neues Fenster): Mutter-Kind-Zentrum
Um 650.000 Euro wurde das Mutter-Kind-Haus an der Füchselstraße um vier Wohnungen erweitert.

 

Foto: Stadtkommunikation
33 x 23 cm mit 300 dpi, 1,3 MB
Druckdatei (neues Fenster): Eltern_Kind_Zentrum-druck.jpg

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