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Presseaussendung vom 16.06.2008

„Neue Mittelschule“ – Schulversuch in städtischen Linzer Hauptschulen

Die „Gemeinsame Schule – Chance für Alle“ wurde im Vorjahr durch eine vom Bundesministerium für Bildung, Unterricht und Kunst eingesetzte ExpertInnenkommission konzipiert. Die ersten Schulen beginnen bereits im kommenden Herbst mit der Umsetzung. In der Stadt Linz wird dies die Europaschule (Schulerhalter ist hier der Bund) sein.

In dem ersten Zwischenbericht der ExpertInnenkommission wird die Neue Mittelschule folgendermaßen erläutert: „Die unterschiedlich begabten, zum Teil auch aus verschiedenen Kulturen kommenden SchülerInnen werden individuell an ihre jeweilige Leistungshöchstgrenze herangeführt. Damit erlernen sie u.a. den sozialen Umgang miteinander und erwerben die Fähigkeit, lebenslang zu lernen, sich zu bilden, sich neuen Herausforderungen zu stellen und Veränderungen in der Gesellschaft angstfrei und mit Neugierde zu begegnen.“

Ein zentrales Anliegen der städtischen Bildungspolitik ist ein möglichst breiter Zugang zu Bildungsmöglichkeiten für die gesamte Bevölkerung. Die Umsetzung solcher pädagogischer Konzepte soll aus städtischer Sicht daher unterstützt werden, denn alle BürgerInnen haben das Recht auf Chancengleichheit. Gerade in der Schule werden Entscheidungen getroffen, die die Lebenschancen und den zukünftigen Weg stark beeinflussen.

„Die Verzögerung der bisher in Österreich im Alter von 9,5 Jahren sehr frühen Bildungsselektion eröffnet allen Kindern ein breiteres Bildungsspektrum. Damit werden Chancengleichheit und bessere Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft erreicht“, so Bildungsreferent Stadtrat Johann Mayr über die Vorteile der Neuen Mittelschule.

Die Optimierung beziehungsweise Reformierung der bisherigen pädagogischen Konzepte ist ein arbeitsintensiver Prozess, bei dem viele Aufgaben bewältigt werden müssen und der viel Engagement von den SchulleiterInnen und von den LehrerInnen erfordert.

Am 13. März 2008 hat auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion der Gemeinderat mehrheitlich die Unterstützung von städtischen Hauptschulen beschlossen, die sich zur Optimierung ihres pädagogischen Konzeptes im Sinne der Neuen Mittelschule entschließen. Die städtische Unterstützung umfasst:

  • Die Schaffung von Personalressourcen, damit sich die betroffenen Schulleitungen auf das Management des Reformprozesses konzentrieren können und von der administrativen Tätigkeit entlastet werden.
  • Infrastrukturinvestitionen, so sie zur Umsetzung des Konzepts der Neuen Mittelschule notwendig sind.
  • Unterstützung im Projektmanagement.
  • Unterstützung bei der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluierung.

Konkrete Vorbereitungsarbeiten an zwei städtischen Hauptschulen

Derzeit arbeiten bereits zwei städtische Hauptschulen, die HS 3 - Stelzhamerschule in der Innenstadt und die HS 17 - Dr.-Karl-Renner-Schule in der Neuen Heimat, konkret und intensiv an der Vorbereitung beziehungsweise an den Konzepten zur Einführung der Neuen Mittelschule.

Zwei Drittel des Lehrkörpers sowie der Eltern müssen der Einführung des Schulversuchs zustimmen, bevor der Antrag auf Einführung beim Landesschulrat eingereicht werden kann. Der Antrag muss bis spätestens 15. Oktober 2008 beim Landesschulrat eingebracht werden. Dieser leitet den Antrag an das Bildungsministerium weiter, wo die Approbationskommission darüber entscheidet.

Alle Zustimmungen vorausgesetzt, werden die beiden Schulen im Schuljahr 2009/10 mit dem neuen pädagogischen Konzept beginnen. 

Zusammengearbeitet wird mit der HAK Rudigierstraße und der HTL Paul-Hahn-Straße, wodurch die Vorbereitung der SchülerInnen auf die Anforderungen in den weiterführenden Schulen optimiert wird und damit die Erfolgswahrscheinlichkeiten der SchülerInnen in diesen Schulen wesentlich beeinflusst.

Die städtischen Leistungen für die administrative Unterstützung stehen bereits zur Verfügung. Bis zur Abgabe der Anträge werden Personalkosten im Umfang von 15 Wochenstunden rund drei Monate bezahlt. Weitere Unterstützungsleistungen werden nach der Abgabe der Anträge mit den betroffenen Schulen vereinbart.

Interesse bei zehn Hauptschulen und weitere Vorgehensweise

Von den übrigen dreizehn städtischen Hauptschulen, wobei die Sporthauptschule einen Sonderstatus einnimmt, haben bereits weitere zehn schriftlich ihr Interesse an der Neuen Mittelschule bei Schule und Sport Linz deponiert.

Bei einem gemeinsamen Termin mit den Schulleiterinnen und Schulleitern, den beiden BezirksschulinspektorInnen und dem Bildungsreferenten Stadtrat Johann Mayr wurden die weiteren Schritte mit den interessierten Hauptschulen vereinbart:

  • Im Herbst 2008 werden die SchulleiterInnen der beiden städtischen Hauptschulen, die ihre Anträge – die Zustimmungen vorausgesetzt – zuvor abgegeben haben und der Schulleiter der Europaschule, die bereits im Herbst 2008 mit der Neuen Mittelschule beginnt, die anderen SchulleiterInnen informieren.
    Weiters wird es eine inhaltlich gleiche Veranstaltung im Wissensturm für die LehrerInnen und Lehrer der interessierten Hauptschulen geben.
  • Bis Mitte Dezember 2008 soll in den Hauptschulen über die Realisierung der Neuen Mittelschule entschieden werden. Ein Beginn des Schulversuchs wäre im Schuljahr 2010/11 möglich.

Warum unterstützt die Stadt die Einführung der Neuen Mittelschule?

  • Mehr Chancengleichheit: Die Verzögerung der sehr frühen Bildungslaufbahnentscheidung und die verstärkte individuelle Förderung der SchülerInnen hilft die wahren Potentiale und Talente der Kinder zum Vorschein zu bringen und zu fördern. Der Besuch einer weiterführenden Schule wird denkbar und möglich.
  • Eine spätere Bildungsselektion beruht auf genaueren Informationen über Talente, Begabungen und Interessen der Kinder → Vermeidung von Frustrationserlebnissen und hohen Drop-Out-Quoten bei SchülerInnen.
  • Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung ist ein breites Angebot an gut ausgebildeten Arbeitskräften. Bei Unternehmensansiedelungen und –erweiterungen ist dies oftmals ein wesentlicher Anreiz.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bildungsreferent Stadtrat Johann Mayr über die Neue Mittelschule in Linzer Hauptschulen)

Weitere Gesprächspartnerin:
Dr. in Margarete Schmitzer, Leiterin Schule und Sport Linz

Für Medienanfragen:
Christian Freimüller

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