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UMWELT
Presseaussendung vom 31.07.2008

Freinberg beliebtes Naherholungsgebiet

Parkpflegewerk zur Erhaltung und Weiterentwicklung erstellt

Rund zwei Kilometer westlich des Linzer Stadtzentrums gelegen, zählt der Freinbergpark seit mehr als 140 Jahren zu den beliebtesten Naherholungsgebieten. 1865 wurde durch die Konstituierung eines Verschönerungsvereins in Linz der Grundstein für den Park gelegt. Der Verein, eng verbunden mit dem Linzer Gemeinderat, konnte zahlreiche Sponsoren gewinnen, mit deren Hilfe für die Linzerinnen und Linzer diese Freizeit- und Erholungslandschaft geschaffen wurde. Rund 75 Jahre später erreichte der Park seine heutige Ausdehnung. Die mehr als 21 Hektar große Wald- und Parklandschaft mit Blumenwiesen, Staudenrabatten, zahlreichen Denkmälern und einem Obstbaumgarten verfügt über ein weitläufiges Wegenetz. Besonders reizvoll sind die herrlichen Ausblicke – unter anderem von der Franz-Josephs-Warte aus - auf die Alpen, das Donautal, den Pöstlingberg und die Stadt. Auch das größte „Fitnessstudio im Freien“ befindet sich auf dem Freinberg. Seit Oktober 2007 lädt ein Fitnessparcours mit  18 Stationen  zur Bewegung in freier Natur ein.

Parkpflegewerk

Um diese wertvolle Parkanlage weiter zu erhalten beziehungsweise weiterzuentwickeln wurde vom Landschaftsplaner Dipl.-Ing. Dr. Alfred Benesch aus Melk ein Parkpflegewerk erstellt. Dieses ist in verschiedene Teilbereiche gegliedert. Darin sind die einzelnen Maßnahmen detailliert beschrieben und in dazugehörenden Plänen dargestellt. Der Realisierung wurde ein Zeitraum von zehn bis 15 Jahren zu Grunde gelegt. Die für die Parkentwicklung notwendigen Maßnahmen sollen im Zuge der laufenden Erhaltung und Pflege umgesetzt werden. Weiters wurden im Auftrag des Bundesdenkmalamtes die geschichtlichen Daten des Freinbergs von der Historikerin Dr.in Michaela Schober erhoben.

Das Entwicklungskonzept im Detail


I. Wege

Der Erhaltung und Sanierung des Wegenetzes wird im Parkpflegewerk breiter Raum gewidmet.

Sanierung des Wegesystems

Während die Wege im oberen ebeneren Teil des Parks  in ausgezeichnetem Zustand sind, sind jene im steilen Teil samt Geländer und Abszturzsicherungen – in den Abschnitten Turmleiten und Franck-Anlage – bereits sehr renovierungsbedürftig. Ohne eine entsprechende Sanierung hätte dies eine Sperre der Wege zur Folge. In diesem Zusammenhang sollten auch Aussichtsplätze, die es früher dort gegeben hat, wieder instand gesetzt werden. Darüber hinaus sollten alte Stiegenanlagen nach Gesichtspunkten der Denkmalpflege renoviert werden. Vorgeschlagen wird diese Arbeiten in den kommenden fünf bis zehn Jahren zu finanzieren und zu beginnen.

Hauptwegenetz

Eine baulich stärkere Betonung des Hauptwegenetzes würde die Orientierung erleichtern.

Gehsteig Römerstraße

Der Gehsteig an der Römerstraße ist sanierungsbedürftig. Im Zuge dessen sollten die Bauminseln vergrößert und die Geländerstützen in Form von Jugendstilsäulen neu versetzt werden.

Kein Beton und Asphalt

Generell sollten im Park Asphalt- und Betonbeläge, im speziellen hinterm Jägermayrhof, bei den Eingängen Jägermayrhof und Vergeinerstraße  entfernt werden. Dringend sanierungsbedürftig sind die Wege und der Belag vor der Barbara-Kapelle.

II. Wald, Hain, Wiese

Differenzierung der einzelnen Abschnitte

Als Pflege- und Erhaltungsziel sollten die Unterschiede – Waldpartien, Wiesen, Haine – besser herausgearbeitet werden. Weiters sollte zwischen Park- und Waldcharakter differenziert werden, da es sich primär um einen Park handelt. Aussichtsachsen und Wiesen sollten frei gehalten werden, um die einzelnen Räume besser zur Geltung kommen zu lassen. In den Waldabschnitten sollten heimische Bäume dominieren.

Staudenanlagen

Ihre Anzahl sollte vergrößert, dabei auf eine einheitliche Charakteristik geachtet werden werden. Staudenanlagen dienen zur Betonung von Denkmälern, Parkeingängen sowie Wegekreuzungen.

Aussichtsfenster

Auch in Waldabschnitten sollte durch das Entfernen von Bäumen Sichtachsen geschaffen werden. Ein Spaziergang auf dem Freinberg sollte Panoramasicht und immer wieder neue Ausblicke ermöglichen.

III. Baulichkeiten

Donaublick

Das 1925 errichtete halbrunde Aussichtsplateau, der so genannte Donaublick, sollte saniert werden.

Keltenwall

Der 400 v. Chr. rund um die Freinbergkuppe gebaute Keltenwall sollte besser sichtbar gemacht werden.

Denkmäler, Baulichkeiten

Diese sollten erhalten werden, und durch das Auslichten von Gebüschen und deren Ersatz durch niedere Pflanzen, mehr in den Vordergrund treten. Beispielsweise sollte die Kaisereiche oder das Fliegerdenkmal besser sichtbar gemacht werden. Generell sollten auf Tafeln Hinweise und Infos zu den Baulichkeiten gegeben werden.  

IV. Parkinfrastruktur

Generell sollte die Parkinfrastruktur in den Hintergrund treten beziehungsweise vereinheitlicht – ein generelles Corporate Design für den Park – erstellt werden.

Infotafeln

Die Geschichte des Parks sollte auf Infotafeln beschrieben werden.

Möblierung

Vorwiegend sollten historische Modelle verwendet werden, anderenfalls schlichte und einheitliche Möbel zum Einsatz kommen.

Lagerplätze

Die Lagerplätze sollten langfristig an unsichtbare Stellen verlegt werden.

Historische Entwicklung der Parkanlage

  • 1800 
    Beliebtes Ausflugsziel der LinzerInnen - mindestens seit 1800
  • 1851
    Beim Gasthaus Jägermayr wird eine Freizeitschießstätte errichtet.
  • um 1860 
    Entstehung von zwei Gasthäusern:
    Gasthaus „Milchmariandl“
    der „Paradiesgarten“ (heute ein städtischer Kindergarten)
  • 1865 
    Gründung des Linzer Verschönerungsvereines. Er ist personell eng mit dem Gemeinderat verknüpft und  gewinnt reiche Bürger als Sponsoren.
    Vereinsziel: Ermöglichen der Erholung für die städtische Bevölkerung im Grünen.
  • 1868 
    Das Gasthaus zur „Schönen Aussicht“ wird erbaut, damals hatte man von dort aus einen 360 Grad - Panoramarundblick.    
  • 1871
    Gasthaus „Binder in Rath“, eine Mostschenke wird eröffnet.
  • 1873 
    Die erste Aussichtswarte wird als Holzkonstruktion  erbaut
  • 1883 – 1932 
    Sukzessive kauft, beziehungsweise pachtet  der Verschönerungsverein Flächen am Freinberg um die Grünanlage zu sichern. Nach über 30jähriger Tätigkeit war in etwa das heutige Parkausmaß erreicht.
  • ab 1885 
    Der Verschönerungsverein beginnt mit dem Grundstückserwerb am Bauernberg, dort besteht das gleiche Ziel -  Naherholung für die Linzer Bevölkerung zu schaffen.
  • 1888  
    Kaiser Franz-Joseph schenkt der Stadt anlässlich seines 40-jährigen  Thronjubiläums die Kaiser-Franz-Josephs-Warte.
    Kaiser Franz-Joseph spendet anlässlich des 50jährigen Thronjubiläums die Kaisereiche.
  • 1892  
    Der Verschönerungsverein erwirbt die Turmleiten, ein steiles Waldgebiet. Der steil zur Donau führende Turmleitenweg wird erbaut.
  • 1908 
    Erwerb der Donauleiten.
  • 1910 – 1913 
    Unmittelbar in Zusammenhang mit der Entwicklung der Freinberganlagen stehen die Bauernberganlagen, die auf Initiative des Verschönerungsvereines, der Stadt und des Industriellen Ludwig Hatschek entstehen. Ein Kontext der Anlagen ist eines der Ziele.
  • 1912 
    Das Pförtnerhäuschen wird an die Warte angebaut
  • 1913 
    Errichtung des Fliegerdenkmals, das heute nicht mehr existiert. Es wurde zur Erinnerung an die Ballonflü-ge des Erzherzogs Josef-Ferdinand  und anderer Linzer Flugpioniere errichtet.
  • 1914 
    Erwerb der Zehetnergründe
  • 1923 
    Erwerb der Pichlergründe
  • 1925 
    Auf einem Felsensporn in der Nähe des Gasthauses„Schöne Aussicht“ wird ein halbrundes Aussichtsplateau, der so genannte Donaublick errichtet.
  • 1932
    Das Kriegerdenkmal „Barbara-Kapelle“ wird erbaut und eingeweiht.
    Letzter Erweiterungsschritt durch Kauf des Gasthauses „Schöne Aussicht“ mit Grund. Der Park besitzt jetzt eine Fläche von zirka 19 Hektar. Heutiges Ausmaß 21,3 Hektar.
  • ab 1934  
    Bau der Freinbergstraße.
  • 1944
    Das  Fliegerdenkmal kommt in die Metallsammlung
  • 1949
    Der Freinberg wird nach dem Krieg wieder instand gesetzt. 50 Parkbänke werden aufgestellt und ein Kinderspielplatz wird angelegt.
  • 1950 
    Hainbuchen-Hecken werden gepflanzt
  • 1952
    Eröffnung des Botanischen Gartens auf der Gugl, auch er gehört in das gesamtheitliche Parkkonzept.
  • 1952 
    Wiederaufstellung des „Fliegerdenkmals“ jedoch an anderer Stelle und aus anderen Bestandteilen.
    Ein Jüngling des Bildhauers Wilhelm Fraß steht auf einer Säule mit Granitsockel
  • 1959
    Die Arbeiterkammer kauft den Jägermayr
  • 1960
    Das Arboretum unterhalb des Freinberges wird angelegt, auch dieses gehört zum gesamtheitlichen Park- und Grünkonzept
  • 1961 
    Das Brandström-Denkmal wird in Nähe der FJ-Warte errichtet

Historische Entwicklung

Allgemeine Geschichte

  • ca. 2000 v. Chr.
    erste nachgewiesene Siedlung am Freinberg aus der Jungsteinzeit
  • ca. 1.500 v. Chr. 
    Befestigungsanlage aus der Urnenfelderzeit
  • ab 800 v. Chr. 
    Ausbau der Befestigungsanlage
  • ab 400 v. Chr. 
    keltischer Ortsname Lentia. Der Keltenwall wird auf die schon vorhandene Befestigung aufgesetzt und ist heute rund um die Freinbergkuppe laufend deutlich erkennbar.
    Am Freinberg entsteht das Ur-Linz
  • 1453
    Ein Galgen wird am Freinberg weithin sichtbar aufgestellt
  • 1483
    Der Name Freinberg wird erstmals urkundlich erwähnt und geht zurück auf einen freien Besitzer, den Marschall Wolfern von Wallsee.
  • 1484 – 1493
    Eine Wasserleitung wird vom Freinberg bis zum Schloss und den dort angrenzenden Stadteilen erbaut. Auch heute noch gibt es ein Wasserreservoir am Freinberg und findet die Wasserversorgung von dort aus statt.
  • ab 1528
    Linz ist wegen seiner guten Luft immer wieder Aufenthaltsort der kaiserlichen Familie.
  • ab 1599
    Kaiser Rudolf II denkt darüber nach neben dem Linzer Schloss einen Jagd- und Tierpark am Freinberg errichten zu lassen, dies wird aus Kostengründen dann wieder verworfen. Der Freinberg gehört damals mehreren Bauern, die heute fast alle verschwunden sind. Erhalten ist noch u. a. Thurnermeister.
  • ab 1600
    die Jesuiten kommen nach Linz
  • 1654
    erbauen sie die Kalvarienbergkirche
  • 1741
    Jägermayr erstmals urkundlich erwähnt, er geht vermutlich aus einem Forsthaus hervor.
  • 1762
    Jägermayr wird ein Gasthaus
  • 1807
    Fürst Pückler v. Muskau (maßgeblicher Gartenarchitekt seiner Zeit, 1785 – 1871) erwähnt den Freinberg, ebenso wird er in vielen zeitgenössischen Quellen schon als Aussichtsberg erwähnt, der stets gut besucht ist. Aber ein gesamtheitliches Gestaltungskonzept fehlt noch.
    In der Biedermeierzeit wird der Freinberg in vielen Schriften als schöner Aussichtsberg, auf den die Menschen gerne spazieren gehen erwähnt. Auf vielen Bildern ist das damalige Aussehen überliefert. Großteils freie Wiesen, viel Aussicht, wesentlich weniger Wald als heute.
  • 1829
    Erzherzog Maximilian lässt die Turmlinie erbauen, der Probeturm am Freinberg wird beschossen, später schenkt er ihn den Jesuiten, die ihn zur Schule umbauen lassen.
  • vor 1848
    Franz Schubert besucht immer wieder Freunde in Linz und besucht oft den Freinberg. In Briefen lobt er das gute Bier beim Jägermayr. (Schubertlinde)
  • 1848
    die Jesuiten werden von aufgebrachten Linzer Bürgern vertrieben, kehren aber 1851 wieder zurück.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Stadträtin Susanne Wegscheider über den Freinberg beliebtes Naherholungsgebiet.

Weiter GesprächspartnerInnen:
DI Dr. Alfred Benesch (Landschaftsplaner)
DI.in Barbara Veitl (Leiterin der Stadtgärten)

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
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