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KULTUR
Presseaussendung vom 04.03.2009

MICHAELA MELIÀN. Speicher

Ausstellung ab 6. März im Lentos

Die neue Arbeit „Speicher“ von Michaela Meliàn steht im Zentrum der bevorstehenden Lentos-Ausstellung ab 6. März. Die bildende Künstlerin und Musikerin drückt sich in unterschiedlichen Medien aus, in Installationen, Objekten, Zeichnungen und Musik. Meliáns Interesse gilt der Politik von Erinnerung und dem Weiterwirken zeitgeschichtlicher Phänomene. Die installativen Arbeiten inszenieren ein komplexes Verweis¬system vielschichtiger Erinnerungsfelder. Mit „Speicher“ realisiert Melián eine Raumsituation, die die Konzeption von VariaVision mittels Projektionen und Wandzeichnungen, Stimme und Musik aufgreift. Die BesucherInnen erleben sich dynamisch als Teil dieser Installation. 

Thematischer und formaler Ausgangspunkt für „Speicher“ ist VariaVision – Unendliche Fahrt, eine 1965 realisierte, heute verschollene intermediale Arbeit von Alexander Kluge (Texte), Edgar Reitz (Filme) und Josef Anton Riedl (Musik) zum Thema des Reisens. VariaVision bot als Rauminstallation mit gleichzeitigem Vorführen und Wiedergeben von Filmen, mehrkanaliger Musik und Sprache eine neue und andere Wahrnehmung von Musik, Film und Text. Reitz und Kluge unterrichteten an der Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG), die in der kurzen Zeit ihres Bestehens zwischen 1953 und 1968 maßgeblich die deutsche und internationale Design-, Kunst- und Mediengeschichte geprägt hat.

In der Hochschule stand ab 1963 eines der ersten elektronischen Studios in Westdeutschland, das 1959 in München gegründete Siemens-Studio für elektronische Musik. Das Studio mit seinen neuen, rein elektronisch erzeugten Klängen wurde sehr erfolgreich von internationalen Komponisten und Musikproduzenten genutzt. Heute ist es im Deutschen Museum München ausgestellt.

Für „Speicher“ bringt Michaela Melián das Studio im Deutschen Museum München noch einmal zum Klingen. Diese Klänge, Töne, Geräusche werden aufgezeichnet und bilden die Basis für eine neue Komposition. In sie einge¬bettet ertönt eine vielstimmige Collage, ein Textkonvolut zum Thema Reisen und Bewegung. In „Speicher“ wird nicht linear erzählt, sondern Themen, Geschichten und Zeitebenen verschränken sich in tönenden Schleifen und Spiralen mit dem Heute. Die Installation wird ergänzt durch die Arbeit „Rückspiegel“, eine fünfteilige Videoinstallation, für die Melián die seinerzeitigen Protagonisten aus dem Produktionsumfeld von VariaVision interviewt hat. In den, von Schauspielern wiedergegebenen, Interviewpassagen wird die historische, mittlerweile obsolete Verbindung zwischen künst¬lerischer Moderne, Technikeuphorie und gesellschaftsverändernden Motivationen reflektiert.

Ein spezifisch für den Ausstellungsraum angefertigtes großformatiges Wandbild sowie einige – in Meliáns Werk typische – mit der Nähmaschine hergestellte Zeichnungen und andere Arbeiten auf Papier ergänzen die Präsentation.

Zu den Ausstellungen ist im Koenig Books Verlag, London ein zweisprachiger Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen und Textbeiträgen von Jan Verwoert, Brigitte Reinhardt, Stella Rollig und Bart van der Heide erschienen.

Biografie

Michaela Melián, 1956 geboren, lebt in Oberbayern. Sie studierte Musik und Kunst in München und London. Seit 2006 lehrt sie als Gastprofessorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Sie ist Mitglied der Band F.S.K.

Zahlreiche Ausstellungen unter anderem in Tranzit Bratislava, Kunstwerke Berlin, Museum Ludwig Köln, Kunstverein Graz, Kunstraum München, Kunsthalle Baden-Baden, Galerie im Taxispalais, Innsbruck, Villa Arson, Nizza und Kunstverein Salzburg, ebenso wie Buch und CD-Veröffentlichungen.


Lentos (neues Fenster).

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