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SOZIALES
Presseaussendung vom 09.03.2009

Niemand muss im Winter auf der Straße leben

Körperliche-, seelische- oder Alkoholprobleme, kein Geld und auch kein Dach über den Kopf – eine Situation, die für viele Menschen schon in der warmen Jahreszeit kein angenehmes Leben verspricht, wird im Winter auf der Straße erst so richtig schwer. Damit diese Personen sich nicht selbst überlassen sind, nehmen sich verschiedene Linzer Sozialvereine ihrer an. Der größte ist der Sozialverein B37, der von Stadt Linz und Land Oberösterreich maßgeblich finanziert wird. Er bietet Wohnungslosen Menschen in der Landeshauptstadt insgesamt 247 Betten in unterschiedlichen Betreuungseinrichtungen sowie 134 mobil betreute Wohnplätze an. In Linz muss somit niemand auf der Straße leben.

Neben der Unterbringung akut wohnungsloser Personen, betreuen Outreachworker (MitarbeiterInnen des B37) täglich auch jene Obdachlosen, die in keine stationäre Wohnform wechseln wollen und weiterhin auf der Straße leben. 

Nächtigungszahlen 2008/09

In den vergangenen vier Monaten (November 08 bis Februar 09) zählte der Sozialverein B37 in seinen Einrichtungen 45 256 Nächtigungen. Um insgesamt 1 211 mehr als noch im Vergleichszeitraum 2007/08. Diese Zunahme ist zum einen durch die größere Nachfrage in der Notschlafstelle begründet (310 Nächtigungen), zum anderen durch den starken Ausbau des mobil betreuten Wohnens (MOWO), dabei vor allem des Projekts „Insel“ in der Derfflingerstraße 8a.
 
Bei genauer Betrachtung der Zahlen in nachfolgender Tabelle fällt vor allem der Rückgang um 1 494 Nächtigungen in den Einrichtungen Bethlehemstraße (BETH), Psychosoziales Wohnheim (PSWB), Leben ohne Alkohol (ALOHA) sowie des Übergangswohnheimes in der Schuhmannstraße (SCHU) auf. Gleichzeitig gab es jedoch einen überaus starken Zuwachs um 901 Nächtigungen beim mobil betreuten Wohnen des B37, sowohl in „Vereinswohnungen“ als auch in Räumlichkeiten die von den KlientInnen angemietet wurden. Dieser ist auf eine erfolgreiche Vermittlung heraus aus dem stationären Bereich hinein in kundeneigenen Wohnraum zurückzuführen.

Absolute Nächtigungszahlen im B37 November 07/08 und 08/09
Jahre BETH/PSWB ALOHA SCHU NOWA MOWO int. MOWO ext.
2008/2009 15 124 1 524 5 343 5 921 10 189 7 155
2007/2008 15 240 1 776 6 469 5 611 9 256 5 693
Differenz -116 -252 -1 126 310 933 1 462
Summe -1 494 2 705

In Personenzahlen ist diese Verschiebung ebenso nachvollziehbar. Im Vergleichszeitraum November 07 bis Februar 08 zu 08/09 wurden in den bereits genannten vier Einrichtungen durchschnittlich 12,5 Personen/Nacht weniger gezählt. Dafür stiegen die Übernachtungen in der NOWA um 8,25, in den mobil betreuten Wohnungen um 21,75 Personen, also insgesamt 30 Personen je Nacht.
Nächtigungszahlen/Personen im B37 November 07/08 und 08/09
Jahre BETH/PSWB ALOHA SCHU NOWA MOWO int. MOWO ext.
2008/2009 124,3 12,3 44,5 49,5 85,8 59,8
2007/2008 126 14,5 53 41,25 75,25 48,5
Differenz -1,75 -2,25 -8,5 8,25 10,5 11,25
Summe -12,5 30

Gesamtes Wohnangebot im B37

Einrichtung Anzahl
PSWB - Psychosoziales Wohnheim Bethlehemstraße 123 Betten
ALOHA - Aktiv leben ohne Alkohol Goetestraße 15 Betten
SCHU - Übergangswohnheim Schumannstraße 50 Betten
NOWA - Notschlafstelle Anastasius-Grün-Straße 59 Betten
MOWO - Mobil betreute Wohnungen 84 + 50 externe Betten
Gesamt 247 Betten und 134 mobil betreute Wohnplätze

Rasche Hilfe für Obdachlose

In den letzten Jahren konnte der Sozialverein sein Angebot durch eine interne Weitervermittlung erheblich erweitern. So wird besonders in der NOWA darauf geachtet, Menschen möglichst rasch - auch im Sinne einer Prävention, um einen weiteren sozialen Abstieg zu vermeiden - in adäquate Einrichtungen weiterzuvermitteln. Im Jahr 2008 wurden insgesamt neun Personen und vom 1. Jänner bis 3. März 2009 bereits 20 Personen (je 10 in die SCHU und PSWB) weitervermittelt. Es konnten so schon im Vorfeld Menschen, die anderenfalls als Akut-Wohnungslose auf der Straße leben würden, untergebracht werden.

Straßensozialarbeit vom B37

Immer wieder gibt es zahlreiche Obdachlose, die das Angebot nach einem Dach über den Kopf vom B 37 abweisen. Im Februar 2009 waren es 35 Personen, die in Linz auf der Straße, in Garagen oder Abbruchhäusern lebten. Sie wollen aus unterschiedlichsten Gründen in keinem stationären Wohnangebot des Sozialvereins untergebracht werden. Zum Beispiel: Schwierigkeiten mit den Regeln der jeweiligen Einrichtung, Kontaktschwierigkeiten, das Haustier (Hunde) nicht behalten können, schwer Alkohol- oder Drogenabhängig oder aber psychische Beeinträchtigungen.
 
Die MitarbeiterInnen vom B37 Outreachwork (OBST) kümmern sich um diese Menschen und betreuen sie direkt vor Ort, auf der Straße oder in Abbruchhäusern. Sie suchen den regelmäßigen Kontakt auch in den Nachtstunden und versorgen die Obdachlosen mit allem Notwendigen wie Thermoschlafsäcken, Isoliermatten, Decken und adäquater Winterbekleidung.

Rund 57 Prozent ihrer Arbeit verbrachten die SozialarbeiterInnen 2008 in der Szene. Etwa 30 Prozent (1 359 Beratungen) fielen auf langfristige Unterstützung und Beratungsleistungen zurück. Das OBST-Büro ist zwei Mal die Woche für Anliegen ihrer KlientInnen geöffnet. Dabei wurden vergangenes Jahr 2 369 BesucherInnen gezählt, 1 813 Männer und 556 Frauen. Bei 99 Öffnungstagen im Jahr entspricht dies einer Frequenz von fast 30 Personen je Bürotag.

Die Vermittlung von medizinischer Grundversorgung sowie der Kontakt zu verschiedenen Sicherheitsdiensten liegt auch im Aufgabenfeld der Streetworker. Zum Beispiel toleriert der Wachdienst am Hauptbahnhof nun bei Einhaltung der Regeln auch einen Aufenthalt über Nacht. Dennoch versuchen die SozialarbeiterInnen laufend, die obdachlosen Personen zum Wechsel in eine fixe Unterkunft zu überzeugen.

Ganz wesentlich für die erfolgreiche Arbeit ist auch die Wiederherstellung ehemaliger familiärer Netzwerke der Obdachlosen. Sie ermöglichen diesen Personen oftmals die Rückkehr in ihre Herkunftsgemeinden.

„Der Sozialverein B37 ist für Menschen mit Wohnungsnot in Linz einfach die erste und auch wichtigste Anlaufstelle. Durch die zahlreichen ineinandergreifenden Einrichtungen gibt es sehr gute Synergieeffekte. Damit kann den Menschen auf der Straße schnell und unkompliziert geholfen werden. Besonders der massive Ausbau der mobil betreuten Wohnungen ist ein wichtiger Schritt, diese Personen langsam und betreut den Weg wieder in die Selbstständigkeit zu ermöglichen“, meint Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferentin Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer zum Thema „Winter-Nächtigungszahlen im B37“)

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