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SOZIALES
Presseaussendung vom 24.03.2009

Personal in den Seniorenzentren Linz 1990 – 2009

Vier Mal mehr Pflegeplätze
Sechs Mal mehr Pflegepersonal
Stadt Linz initiativ für Ausbildung von Pflegepersonal:
Sonder-Ausbildung gemeinsam mit AMS
Zusatz-Lehrgänge in Zeiten der Krise gefordert 

Laut Prognosen des Landes Oberösterreich zeichnet sich alleine durch die Änderung der Pflegegeldregelung ein Mangel von bis zu 300 qualifizierten Arbeitskräften in den Pflegeberufen ab. Bis 2015 wird der Bedarf für mobile Dienste sowie die Hauskrankenpflege auf rund 800 zusätzliche Personen geschätzt. In ganz Oberösterreich werden rund 670 Ausbildungsplätze angeboten, knapp 200 davon sind in Linz. Die Stadt Linz bemüht sich ihrerseits, eigene Initiativen gegen diesen Mangel zu setzen. Darüber hinaus fordert der Linzer Personalstadtrat Klaus Luger in Zeiten der Wirtschaftskrise Zusatz-Lehrgänge für Pflegeberufe. Die Stadt Linz wäre bereit, entsprechende Einstellungsgarantien für die KursteilnehmerInnen bereits im Vorfeld abzugeben. Aus den Ausbildungslehrgängen werden bis Jahresende 2010 insgesamt rund 75 MitarbeiterInnen für den Pflegeberuf bereit stehen. 

Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre zeigt die großen Veränderungen im Pflegebereich auf. Bot die Stadt Linz im Jahr 1990 in zwei städtischen Seniorenheimen 320 Pflegeplätze an, so werden heute in acht kommunalen Einrichtungen 1 218 Menschen rund um die Uhr betreut. Dies entspricht einer Vervierfachung des Angebotes.

Eng verknüpft mit dem gestiegenen Pflegeangebot ist ein Mehrbedarf an Pflegepersonal. Gegenüber 1990 hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Pflege versechsfacht. Für zwei neue Seniorenzentren in Pichling sowie an der Liebigstraße werden mittelfristig knapp 100 zusätzliche Pflege-MitarbeiterInnen benötigt.

Das ist mit ein Grund dafür, warum die Stadt Linz neue Wege beschreitet, um verstärkt gut ausgebildetes Personal zu finden. In Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice startet ab Mai ein Ausbildungskurs zur Altenfach-BetreuerIn (AFB) für 25 derzeit arbeitslose Interessierte. Ergänzend dazu finden am AKh Linz Lehrgänge für die Ausbildung als PflegehelferIn und Aufschulungslehrgänge für Altenfach-BetreuerInnen statt, die bis Herbst 2010 insgesamt rund  75 Pflege-MitarbeiterInnen für den Arbeitsmarkt ausbilden werden.

Insgesamt gelte es jedoch in Oberösterreich zusätzliche Ausbildungskurse für Altenfach-BetreuerInnen und HeimhelferInnen zu starten. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wären weitere Ausbildungskurse auch ein Beitrag im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Das Interesse sei durchaus vorhanden. Als Beispiel verweist Luger auf 77 Bewerbungen für letztlich 25 Ausbildungsplätze in einem Kurs, den das Arbeitsmarktservice Linz (AMS) gemeinsam mit dem Magistrat Linz angeboten habe.

Städtische Seniorenzentren im Jahr 1990

1990 bestand das Angebot  an städtischen Seniorenheimplätzen im wesentlichen aus zwei Standorten: Dem Seniorenheim Franz Hillinger in Urfahr und dem Seniorenheim Glimpfingerstraße am Spallerhof. Das dortige Seniorenheim beherbergte das Wohnheim Muldenstraße und den früheren Ehepaartrakt an der Glimpfingerstraße. Insgesamt verfügten diese Einrichtungen über 766 Plätze für ältere LinzerInnen. Für pflegebedürftige LinzerInnen standen gar nur 320 Plätze zur Verfügung. Für nicht pflegebedürftige Menschen standen 446 Wohnheimplätze zur Verfügung.

Städtische Seniorenzentren im Jahr 2009

Heute, knapp 20 Jahre später, besteht das städtische Angebot aus acht Seniorenzentren. Darin finden pflegebedürftige Menschen 1 218 Pflegeplätze. Dem gegenüber stehen 68 Wohnungsplätze. Damit haben sich die Betreuungsplätze in der Pflege vervierfacht.

Stand 1990
Projekt Wohnplätze Pflegeplätze
Seniorenzentrum Spallerhof 270 320
Seniorenzentrum Franz Hillinger 176  
Summen 466 320

Ausbaumaßnahmen ab 1990
Jahr Projekt  Wohnplätze  Pflegeplätze 
1991 Seniorenzentrum Franz Hillinger    28*
1993 Seniorenzentrum Franz Hillinger    28*
1994 Seniorenzentrum Kleinmünchen (Neubau)    131
1995 Seniorenzentrum Franckviertel (Neubau)    128
1997 Seniorenzentrum Spallerhof (Neubau)    256
1999 Seniorenzentrum Glimpfingerstraße (Sanierung)  68  160
1999 Seniorenzentrum Dornach (Neubau)    131
2000 Seniorenzentrum Neue Heimat (Neubau)    128
2000 Seniorenzentrum Ebelsberg (Neubau)    30
2003 Seniorenzentrum Keferfeld-Oed (Neubau)    90
2006 Seniorenzentrum Spallerhof (Sanierung)    32
2008 Seniorenzentrum Franz Hillinger (Neubau)    132
  Summen   68  1 218

*Wegfall durch Neubau 2008

Pflegezentren statt Altersheime

Dem Beschluss des Sozialprogramms durch den Gemeinderat im Jahr 1990 lag ein Grundsatzentscheid zu Grunde: statt ehemaliger „Altersheime“ sollten aufgrund der steigenden Lebenserwartung Pflegeeinrichtungen geschaffen werden. Die Aufnahme in ein Seniorenzentrum als Pflegeeinrichtung sollte erst dann erfolgen, wenn es jemanden nicht mehr möglich ist, den Lebensabend in den eigenen vier Wänden und damit in ihrer gewohnten Umgebung zu verbringen.

Das vom Gemeinderat im Jahr 2007 beschlossene Programm zur Errichtung zusätzlicher 300 betreubarer Wohnungen sowie das Lifteinbauprogramm, das es älteren Menschen erlaubt, auch im höheren Alter noch die Wohnungen in den oberen Stockwerken zu erreichen, ergänzen heute das Linzer Sozialprogramm.

Dass diese Strategie ihr Ziel erreicht hat, belegen folgende Daten:

  • Derzeit liegt das Durchschnittsalter in allen städtischen Seniorenzentren bei 85 Jahren. 
  • Die durchschnittliche Dauer des Aufenthalts in einem der städtischen Seniorenzentren liegt bei 2,6 Jahren. 
  • Das durchschnittliche Alter, mit dem pflegebedürftige Menschen in eines der städtischen Seniorenzentren aufgenommen werden, liegt bei etwas über 82 Jahren.

Noch vor fünf Jahren lag das Durchschnittsalter in den städtischen Seniorenzentren bei 84 Jahren und der durchschnittliche Aufenthalt bei etwas über vier Jahren. Das Alter, mit dem Menschen in den Seniorenzentren aufgenommen, steigt zunehmend.

Höhere Betreuungsqualität: vier Mal mehr Pflegeplätze, sechs Mal so viel Pflegepersonal

Während das städtische Angebot im Jahr 1990 320 Pflegeplätze umfasste, stehen heute mit 1.218 Pflegeplätzen beinahe vier Mal so viele Plätze zur Verfügung.

 Personal 1990 2008  Veränderung 
Diplomiertes Pflegepersoal 37 (24,2 %) 137 (20,3 %) + 100
AltenfachbetreuerInnen 63 (41,2 %) 421 (62,3 %) + 358
Infrastruktur (Küche, Haustechnik) 44 (28,8 %) 85 (12,6 %) + 41
Verwaltung 9 (5,8 %) 33 (4,9 %) + 24
Summe 153 (100 %) 676 (100 %) + 513
Zusatzpersonal Zivildiener 44  
  HelferInnen 27  

1990 beschäftigten die städtischen Seniorenzentren insgesamt 153 MitarbeiterInnen (gerechnet in Vollzeitäquivalenten) an den beiden Standorten. (Zur besseren Vergleichbarkeit wurde das Reinigungspersonal aus dieser Aufstellung bereits herausgerechnet, da heute die Reinigung von Fremdfirmen geleistet wird). Knapp zwei Drittel waren unmittelbar in der Pflege eingesetzt, rund 28 Prozent arbeiteten im infrastrukturellen Bereich (Küche und Haustechnik).

Knapp 32 Millionen Euro Personalkosten im Jahr 2009

Im Jahr 2009 arbeiten mit 676 Beschäftigten beinahe viereinhalb Mal so viele MitarbeiterInnen in den städtischen Seniorenzentren wie vor 20 Jahren. Mit 557 MitarbeiterInnen sind heute sogar knapp sechs Mal so viele Beschäftigte mit der Pflege betraut als im Jahr 1990. Der Anteil des Personals, das direkt mit der Pflege der SeniorInnen beschäftigt ist, stieg um knapp 17 Prozentpunkte auf 82 Prozent. Somit arbeiten heute vier von fünf SZL-MitarbeiterInnen direkt in der Pflege.

Der Anteil der in der Verwaltung Beschäftigten hat sich nur geringfügig verändert und liegt heute bei 4,9 Prozent (1990: 5,8 Prozent). In Relation halbiert hat sich die Zahl der MitarbeiterInnen im Infrastrukturbereich, obwohl heute durch die gestiegene Zahl an betreuten Personen vor allem mehr KüchenmitarbeiterInnen notwendig sind.

Die Personalkosten in den städtischen Seniorenzentren schlagen sich im heurigen Jahr mit insgesamt rund 31,5 Millionen Euro zu Buche.

 

Unterteilung der Kosten für diplomiertes Pflegepersonal, AltenfachbetreuerInnen, Küchen-, Haustechnik- und VerwaltungsmitarbeiterInnen

Unterteilung der Kosten für diplomiertes Pflegepersonal, AltenfachbetreuerInnen, Küchen-, Haustechnik- und VerwaltungsmitarbeiterInnen

100 zusätzliche Pflege-MitarbeiterInnen für zwei neue Pflegezentren notwendig

Mittelfristig entsteht für die Stadt Linz durch die Errichtung zwei neuer Seniorenzentren ein zusätzlicher Bedarf von weiteren knapp 100 MitarbeiterInnen im Pflegebereich (Berechnungsbasis: ohne Pensionierungen und Abgänge).

Seniorenzentrum Pichling

Das derzeit in Bau befindliche Seniorenzentrum Pichling wird voraussichtlich ab Jahresmitte 2010 den Betrieb aufnehmen. Dort werden sich zirka 30 Pflege-MitarbeiterInnen um 64 SeniorInnen kümmern.

Seniorenzentrum Liebigstraße

An der Liebigstraße, auf einem Grundstück, das die Stadt Linz vom Bundesheer erworben hat, soll bis 2015 ein weiteres Seniorenzentrum mit rund 120 Plätzen entstehen. Damit soll die soziale Versorgung des Linzer Zentrums verbessert werden. Die planerischen Vorarbeiten sehen an diesem Standort neben dem Seniorenzentrum betreubare Wohnungen, einen Kindergarten und eine Krabbelstube vor. Für das Seniorenzentrum besteht ein Bedarf von  mindestens 60 MitarbeiterInnen im Pflegebereich.

Maßnahmen der Stadt Linz für zusätzliches Pflegepersonal

In ganz Österreich fehlen nach den jüngsten Berechnungen durch die Änderung des Pflegegeldes PflegemitarbeiterInnen im Ausmaß von etwa 6 500 Vollzeitäquivalenten. Auf Oberösterreich entfallen aus diesem Titel rund 300 Personen, die zusätzlich benötigt werden. Die Nachfrage nach Pflege steigt nicht nur durch den Ausbau der städtischen Seniorenbetreuungseinrichtungen. Der Pflegebereich gilt daher nicht zu Unrecht als aussichtsreichste Beschäftigungsmöglichkeit.

Derzeit befinden sich 560 000 Menschen in Pflege. Die aktuellen Prognosen haben ergeben, dass in 20 Jahren mit rund 800 000 Pflegebedürftigen gerechnet wird. Österreich weise im Pflegebereich eine massive Unterversorgung auf, halten die ExpertInnen im Vergleich mit anderen Ländern fest.

In Finnland kommen auf 1 000 Einwohner im Durchschnitt 21,7 Pflegekräfte, in Deutschland 9,5 und in Österreich 5,8. Lediglich die Anhebung auf das Niveau in Deutschland würde einen Bedarf von 20 000 zusätzlichen MitarbeiterInnen in der Pflege bedeuten, wie die ExpertInnen weiter anführen.

Die Stadt Linz hat bereits Maßnahmen zur Ausbildung zusätzlichen Personals gesetzt. Seit fünf Jahren bemüht sich die Stadt Linz durch Sonder-Ausbildungs-Lehrgänge vermehrt qualifiziertes Personal für die Seniorenzentren sicherzustellen. Zudem werden derzeit folgende Maßnahmen gesetzt:

1. „AMS-Sonder-Lehrgang“ für Altenfach-BetreuerInnen (AFB)

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) absolvieren derzeit 44 Interessierte ein Praktikum zur Vorauswahl für die Aufnahme in einen Ausbildungslehrgang. Die Ausbildung für maximal 25 TeilnehmerInnen beginnt am 4. Mai im Linzer Allgemeinen Krankenhaus (AKh) und wird bis Ende 2010 abgeschlossen sein. Die Stadt Linz hat für alle KursteilnehmerInnen eine Einstellungsgarantie abgegeben.

2. „Regulärer“ Lehrgang für Altenfach-BetreuerInnen im AKh:

Parallel zum „AMS-Sonder-Lehrgang“ werden ab Mai weitere 23 Personen zur Altenfach-BetreuerIn ausgebildet, die ebenfalls Ende 2010 dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden.

3. Zusätzliche Ausbildungslehrgänge für Pflege-HelferInnen geplant

Neben dem diplomierten und dem AFB-Personal sollen in den städtischen Pflegeeinrichtungen verstärkt Pflege-HelferInnen zum Einsatz gelangen. Im Linzer AKh werden derzeit Kurse berufsbegleitend und ganztägig angeboten. Die ganztägige Ausbildung werden im Mai 13 LehrgangsteilnehmerInnen beenden, 13 weitere werden den Kurs im Dezember 2010 absolviert haben. Von den LehrgangsteilnehmerInnen, die die Aufschulung für die AltenfachbetreuerInnen-Ausbildung absolvieren, werden im Oktober 13 und im Dezember 12 die Ausbildung abgeschlossen haben.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz mit Personalreferent Stadtrat Klaus Luger zur „Personalentwicklung im Bereich der Linzer Seniorenzentren“)

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