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SOZIALES
Presseaussendung vom 30.03.2009

Große Akzeptanz bei Eltern und Kindern für Gratis-Mittagessen

Äußerst erfolgreich gestartet ist das von der Stadt Linz initiierte und finanzierte Gratis-Mittagessen in Linzer Kindergärten. Seit 1. März erhalten dabei alle Kinder in städtischen und privaten Einrichtungen ein für die Eltern kostenloses und gesundes Mittagsmenü. Seit der Einführung hat die Nachfrage nach dieser sozialen Leistung enorm zugenommen. Von allen Kindern, die täglich einen Kindergarten der Stadt Linz besuchen, nützen bereits 91 Prozent das kostenlose Essen.

Durch das neue Angebot werden besonders berufstätige Eltern und Frauen unterstützt, die sich bisher entweder kein Essen im Kindergarten für ihre Kinder leisten konnten oder bei denen die rechtzeitige Zubereitung zu Hause mit erheblichen zusätzlichem Aufwand verbunden war. Die finanzielle Entlastung für die Eltern beträgt rund 550 Euro pro Jahr (inkl. Veranstaltungsbeitrag). Für die Stadt Linz bedeutet dies zusätzliche jährliche Kosten in der Höhe von drei Millionen Euro.

Bereits 55 000 Essen ausgegeben

In den 48 Kindergärten der städtischen Kinder- und Jugendservices (KJS) wurden im ersten Monat bereits 55 000 Mittagessen ausgegeben. Die Anzahl erhöhte sich daher in allen Einrichtungen gegenüber dem Vormonat um insgesamt 61 Prozent. In manchen Kindergärten verdoppelte sie sich und im Kindergarten Pestalozzistraße verdreifachte sie sich sogar von 36 auf 112 tägliche Mittagsmenüs. Auch in den vier Halbtageskindergärten, in denen es zuvor keine Mittagsausspeisung gab, sind jetzt 78 Kinder  zum regelmäßigen Essen angemeldet.

Steigerung der Mittagsmenüs

Private Kindergärten

Die Stadt Linz hat auch privaten Kindergärten die Möglichkeit geboten, in ihren Einrichtungen das kostenlose Mittagessen anzubieten. 14 haben von dem Angebot Gebrauch gemacht und bieten ihren fast 2 000 Kindern seither das kostenlose Mittagessen an. Wie bei den städtischen Einrichtungen stieg auch dort die Nachfrage. Die Kosten von insgesamt rund 950 000 Euro trägt die Stadt Linz.

Entlastung von Eltern mit kleinen Einkommen

Mit der Abschaffung der Essenspauschale ermöglicht die Stadt Linz den Eltern eine wirksamere Entlastung als durch die alleinige Abschaffung der Besuchsgebühr, die ab September erfolgt. Besonders einkommensschwächere Familien – rund 27 Prozent sind bereits jetzt von der Besuchsgebühr befreit – profitieren einzig durch die Abschaffung der Essenspauschale. Für weitere 20 Prozent liegen die Essenskosten über den Besuchstarifen. Diese Linzer Eltern würden durch die Streichung der Besuchsgebühr alleine finanziell nur minimal entlastet werden.

Gesundes Essen, das schmeckt

Neben der finanziellen Entlastung der Eltern ist auch die optimale Versorgung aller Linzer Kinder mit einem gesunden Essen besonders wichtig. Denn ein tägliches warmes Mittagessen schafft die besten Voraussetzungen für eine gute körperliche und geistige Entwicklung. Wesentlich für die Kinder ist, dass es schmeckt und satt macht.
Die Qualität der ausgegebenen Speisen wurde bereits Ende der 90er Jahre untersucht. Eine Diplomdiätassistentin überprüfte damals nicht nur die Speisepläne aller essensproduzierenden Küchen, sondern auch die zugrunde liegenden Rezepturen. Alle KJS-KöchInnen wurden danach von einem Experten (Koch, Diätkoch, Diätassistent und Ernährungsberater) einer nicht-städtischen Organisation geschult. Als Ergebnis dieser Maßnahmen wurden in gemeinsamer Arbeit Qualitätsstandards in Bezug auf Speisepläne, Speisemengen, Nährwerte, Rohstoffe, Ausgewogenheit der Ernährung und einer möglichst abwechslungsreichen Ernährung entwickelt. Diese qualitativen Standards sind Grundlage für die Speisepläne. Sie sind auch in den städtischen Kindergärten für alle Eltern ersichtlich ausgehängt.   

Der wöchentliche Speiseplan der städtischen Kindergärten im Überblick

  • 1 mal hochwertiges Fleischgericht, zum Beispiel Hühnerfleisch, Putenfleisch, Rind,... 
  • 1 mal fleischloses Gericht nach Wahl 
  • 1 mal vorwiegend pflanzliches Gericht, zum Beispiel Gemüse, Vollwertgerichte, Kohlenhydrate,... 
  • 1 mal kleines Fleischgericht, zum Beispiel Saucefleisch, Haschee,... 
  • 1 mal frei gewähltes Gericht, zum Beispiel Süßspeisen, Fisch (mindestens 2 mal monatlich, davon 1 mal gebacken, 1 mal natur,..)

außerdem:

  • In Fett Gebackenes nur 1 mal wöchentlich 
  • Warme Süßspeisen nur 1mal wöchentlich 
  • 1 bis 2 mal wöchentlich Obst, und zwar vorwiegend frisch
  • Mindestens 2 mal wöchentlich Rohkost oder Salat 
  • Mindestens 1 bis 2 mal wöchentlich frische Kartoffeln 
  • Fleisch und/oder Wurst nur 2 mal wöchentlich

Einmal wöchentlich, beim Rohkosttag können und sollen die Kinder auch selbst aktiv bei der Zubereitung mithelfen. Ihre Ernährungsgewohnheiten sollen durch das aktive Einbeziehen langfristig positiv beeinflusst werden.

Hygienestandards

Die Bereiche Hygiene, Umgang mit frisch zubereiteten Speisen und Speisenausgabe sind in der EU-Verordnung über allgemeine Hygiene 852/2004 geregelt. Die Einhaltung dieser festgeschriebenen Standards und Normen wird laufend durch das Gesundheitsamt der Stadt in unangekündigten Kontrollen überprüft. So wurden die 15 speisenproduzierenden KJS-Küchen 2006 22 mal, 2007 36 mal und 2008 41 mal kontrolliert. Die Kindergartenküchen, die mit Essen beliefert werden, werden ebenfalls vom Gesundheitsamt regelmäßig unangekündigt kontrolliert.

Seit 1. März liefert die Firma Caseli das Mittagessen in einige städtische Kindergärten. Dieses Unternehmen muss den wöchentlichen Speiseplan einem fachkundigen KJS-Koch zur Freigabe vorlegen und unterliegt damit denselben Standards.

Auch für Kinder anderer Gemeinden

Die Linzer Kindergärten werden auch von zahlreichen Kindern besucht, die außerhalb der Stadtgrenzen ihren Hauptwohnsitz haben. Sofern ihre Wohnsitzgemeinde ebenfalls ein Gratis-Mittagessen anbietet – auch für dort nicht ansässige Kinder – gilt für sie in Linz ebenfalls die Kostenfreiheit. Leonding bietet beispielsweise diese familienfreundliche Leistung künftig ebenfalls an. Andere Gemeinden überlegen die Einführung.

Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeisterin Ingrid Holzhammer zur ersten „Bilanz über das Gratis-Mittagessen in Linzer Kindergärten“.

Weiterer Gesprächspartner:
Mag. Josef Kobler, Leiter der städtischen Kinder- und Jugend-Services

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