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Presseaussendung vom 16.06.2009

Offensive der Stadt Linz für Umstieg auf Elektromobilität

Kauf von Elektrofahrzeugen wird ab sofort gefördert

„Die Zukunft gehört den Elektrofahrzeugen“, davon ist mittlerweile auch die Automobilindustrie überzeugt. Hinter dieser Neuorientierung in der Mobilität steht der Wunsch einer weitgehenden Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Beschleunigt haben diesen Umdenkprozess in den Industrieländern das gestiegene Umweltbewusstsein und die langfristige Kostenfrage.

Von den VerbraucherInnen wird diese umweltschonende Technologie angenommen, wenn die Gesamtkosten (Anschaffungskosten und langfristige Kostenersparnis im Betrieb) unter jenen von herkömmlichen Motorfahrzeugen liegen und Fahrzeugleistung und Handling beim Ladevorgang vergleichbar sind.

Die Stadt bietet daher ab sofort bis Juli 2010 allen LinzerInnen, die sich für die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges und damit für umweltfreundliche Mobilität entscheiden, einen finanziellen Anreiz. So werden die Anschaffungskosten mit Beträgen in Höhe von 200 bis 1 000 Euro gefördert. 

Die jeweilige Förderhöhe hängt ausschließlich von der Fahrzeugart ab:

 Umweltfreundliches Fahrzeug Verbrauch in KW/h pro 100 km   Förderbeitrag/€
Elektromobile (Unterstützung bei eingeschränkter Mobilität)  2-4  400
Elektrofahrräder  ca. 1,5  200
Elektromopeds (bis 45 km/h)  2-4  300
Elektro-Motorräder  ca. 8  500
Elektroautos  15-30  1 000

Fahrzeuge müssen in Linz zugelassen sein.

Beantragt werden kann die Förderung zu den Magistratsdienstzeiten im Umwelt- und Technik-Center der Stadt Linz, Telefon: +43 732 7070 3973 und rund um die Uhr im Internet unter Förderungen im Bereich Bürgerservice. Es ist lediglich der Kaufvertrag (nicht älter als 1. März 2009) und (außer für Elektrofahrräder) ein Zulassungsschein vorzuweisen.

Vorteile der Elektrofahrzeuge

  • Sie sind  extrem leise,
  • sie weisen gegenüber Verbrennungsfahrzeugen um ca. 30 Prozent geringere Unterhaltskosten auf, 
  • sie sind abgasfrei,
  • sie sind hocheffizient und weisen einen Wirkungsgrad von 95 Prozent auf. Im Vergleich dazu besitzen Otto- und Dieselmotoren einen Wirkungsgrad von 28 bis 33 Prozent. 
  • Zudem gewinnen Elektrofahrzeuge beim Bremsen und Bergabfahren Strom (Rekuperationsbremse), der in die Akkus zurückgespeist wird. Außerdem verbrauchen E-Fahrzeuge fast keine Energie im Stau oder an der Ampel, da im Stand der Motor nicht läuft (er verursacht damit auch keinen Lärm).

Entlastung der Umwelt

Verbrennungsmotoren sind maßgebliche Verursacher des Treibhausgases CO2, wobei Benzinfahrzeuge etwas höhere CO2-Emissionen aufweisen als Dieselfahrzeuge. Weitere kritische Schadstoffe sind vor allem Stickoxide (NOx) und bei den Dieselfahrzeugen auch Feinstaub (PM10). Eine Reduktion dieser verkehrsbedingten Schadstoffe und dadurch wesentliche Verbesserungen im Klima- und Umweltschutz sind nur im breiten Einsatz neuer Technologien zu erreichen. Besonders im urbanen Raum mit einer üblichen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und kurzen Wegen würde der breite Einsatz von Elektrofahrzeugen deutlich zur Verbesserung der Situation beitragen.

Technologiesprung bei den Akkus

Die Stadt Linz hat bereits in den 90er-Jahren erstmals ein Elektroauto als Dienstfahrzeug eingesetzt. Der Praxisversuch hat die Schwächen der damaligen Akku-Technologie (kurze Reichweite, lange Ladedauer) aufgezeigt. Ebenso waren Energie- und Kostenersparnis gegenüber Verbrennungsmotoren nicht konkurrenzfähig. Die Batterien machten die Fahrzeuge schwer, so dass keine großen Reichweiten und keine hohen Leistungen erreicht wurden.

Neueste Forschungsergebnisse des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hingegen lassen für Elektrofahrzeuge bereits in wenigen Jahren Ladezeiten von nur mehr wenigen Minuten erwarten. Durch einen speziellen Lithiumphosphat-Überzug wird die Ladezeit der Akkus stark verkürzt und die Leistungsdichte bei gleicher Speicherkapazität erhöht. Dieser Hochleistungsakku kann daher in kurzer Zeit deutlich mehr Energie liefern. Eine Serienreife des neuen Akkus erwarten die ForscherInnen in 2 bis 3 Jahren.

Bei Elektrofahrzeugen kommen hauptsächlich Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz. Mit den verbesserten Akkumulatoren sind die Fahrzeuge in den letzten Jahren deutlich leichter geworden. Gleichzeitig sind Reichweite und Fahrzeugleistung gestiegen. Die derzeit verfügbaren Akkus ermöglichen eine Reichweite bis zu 300 Kilometer pro Aufladung.

Mit der neuen Akku-Generation sind E-Fahrzeuge für VerbraucherInnen zu einer attraktiven Alternative geworden. Mehrere AnbieterInnen, darunter sowohl renommierte Automarken als auch neue Unternehmen, bieten inzwischen serienmäßige Elektrofahrzeuge an. Die steigende Konkurrenz am Markt lässt eine weitere Verringerung der Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen erwarten.

Ladevorgang wesentlich vereinfacht

Das Aufladen der Akkus lässt sich inzwischen über die herkömmliche Steckdose bewerkstelligen, oder über externe Ladestationen (E-Tankstellen). Das Stromtankstellennetz wird in Österreich immer mehr ausgebaut. Derzeit gibt es in Österreich 2 011 Stromtankstellen, davon stehen 319 in Oberösterreich. In Linz kann man bereits an 16 Tankstellen sein Auto mit Strom aufladen.

Eine Liste der derzeit in Österreich verfügbaren Stromtankstellen findet sich unter:  http://www.elektrotankstellen.net/

Auch für Private wird es zunehmend attraktiv, den für E-Fahrzeuge benötigten Strom mittels Photovoltaikanlagen selbst zu erzeugen. ExpertInnen haben errechnet, dass mit Anlagen in der Größe eines Garagendaches (ca. 12 m2) Strom für 10 000 Kilometer erzeugt werden kann.

Teil eines umfassenden Maßnahmenpaktes der Stadt Linz

Die Förderung von Elektrofahrzeugen ist Teil eines breiten Maßnahmenplans der Linzer Umweltreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal zur Senkung der Luft- und Klimaschadstoffe sowie des Energieverbrauchs.

Bisherige Maßnahmen:

  • Förderung von Solaranlagen von Privaten und Wohnungsgenossenschaften
  • Kostenlose Thermografie von Sportvereinsgebäuden
  • Förderung von Linz09-Taxis mit umweltfreundlichem Antrieb
  • Förderung von Rußpartikelfiltern für Diesel-Kfz
  • Stadteigenes Energie- und Ressourcen-Management (L.E.R.M.)
  • Erstellung eines Energienutzplans

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Umweltreferentin Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal zum Thema „Stadt Linz fördert Kauf von Elektrofahrzeugen")


Förderungen im Bereich Bürgerservice.

Für Medienanfragen:
Robert Hubmann

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