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Presseaussendung vom 04.10.2010

Linzer Nibelungenbrücke könnte verbreitert werden

Machbarkeitsstudie zeigt Lösungen auf

Geschätzte Baukosten betragen rund 1,5 Millionen Euro

Während mit den Planungen für die zweite Straßenbahnachse Möglichkeiten für eine Lösung der ostseitig gelegenen Brückensituation aufgezeigt worden sind, gibt es auch beim westlichen Linzer Donauübergang Überlegungen für eine Optimierung der Verkehrssituation.

Mit der Übernahme des Linzer Verkehrsressorts nannte Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger neben dem Ausbau des Öffentlichen Verkehrs auch die qualitative Verbesserung des Radwegenetzes zur Verbesserung der  Verkehrssicherheit für die zahlreichen Linzer RadfahrerInnen als eines seiner wichtigsten Anliegen. Es wurde nicht nur das Radwegebudget auf 320 000 Euro erhöht und damit das Radwegenetz durch Lückenschlüsse weiter verdichtet und auf eine Gesamtlänge von 140 Kilometer ausgebaut, sondern nach Lösungen zur Entschärfung von Problembereichen gesucht. Die Nibelungenbrücke stellt eine jener Zonen dar, in denen Verbesserungen möglich sind. Eine von der Stadt Linz beim Zivilingenieurbüro DI Wolfgang Stefanziosa in Auftrag gegebene Studie zeigt den Weg zu einer künftigen benutzerfreundlicheren Gestaltung der Brücke auf.

Luger nennt dabei auch gleich die nächsten wesentlichen Schritte, um rasch eine Umsetzung des Projektes erzielen zu können. Nach einer Beratung durch den Verkehrsausschuss des Linzer Gemeinderates und einer allfälligen Zustimmung zum Projekt ist der Gemeinderat damit zu befassen und ein Grundsatzbeschluss herbei zu führen. Daraufhin sind sowohl Gespräche mit dem Land Oberösterreich als Eigentümervertreter als auch mit dem Bundesdenkmalamt zu führen. „Wenn dann die Ampel grünes Licht zeigt, hat der Linzer Gemeinderat einen Umsetzungsbeschluss zu fassen, um das Projekt auf Schiene zu bringen“, skizziert Luger den Weg zur Realisierung.

Nibelungenbrücke als wichtigste Verbindung für den Radwegverkehr

Die Nibelungenbrücke stellt auch für den Radverkehr die wichtigste Verbindung in Linz über die Donau dar. Die massive Nutzung durch den Autoverkehr und die eher geringen Geh- und Radwegbreiten beeinträchtigen RadfahrerInnen und FußgängerInnen auf der Brücke. Die Brücke mit einer Gesamtlänge von 250 Metern hat derzeit eine Breite von 28,98 Metern, wobei an der Oberwasserseite wie auch an der Unterwasserseite je 7,75 Meter an Breite für beidseits je drei Richtungsfahrbahnen für den motorisierten Verkehr, weiters 6,40 Meter für die Straßenbahn und jeweils 3,54 Meter für den Geh- und Radweg vorhanden sind.

Linzer Nibelungenbrücke

Bereits in den vergangenen Jahren wurde ein Ausbau der aus der NS-Zeit stammenden Brücke speziell im Hinblick auf die Bedürfnisse der RadfahrerInnen überlegt. Die damals erarbeitete Ausbauvariante, die eine Brückenverbreiterung samt komplizierter neuer Rampen für RadfahrerInnen vorsah, hätte Kosten von rund 13 Millionen Euro erfordert. Dieser Betrag war aus der Sicht der Stadt Linz im Hinblick auf die erzielten Effekte weder vertretbar noch finanzierbar.  

Auf Initiative von Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger wurde daher vom Tiefbau Linz eine Machbarkeitsstudie für eine entsprechende Brückenadaptierung und -optimierung beim Linzer Zivilingenieurbüro DI Wolfgang Stefanziosa in Auftrag gegeben.

Machbarkeitsstudie: Nibelungenbrücke kann verbreitert werden

Das nun vorliegende Ergebnis der Machbarkeitsstudie besagt im Wesentlichen, dass eine Verbreiterung des Verkehrsraumes für RadfahrerInnen und FußgängerInnen auf der Nibelungenbrücke auf beiden Seiten derzeit - ohne Randstein und Geländeraufstandsflächen - von 3,54 Meter auf 4,30 Meter möglich ist, das heißt, die Brücke kann an beiden Seiten um jeweils knapp 80 Zentimeter aufgeweitet werden.

Die Machbarkeitsstudie besagt weiters, dass eine Abtragung der bestehenden Fahrbahn-bzw. Kragplatte aus Stahlbeton nicht erforderlich ist, da die vorhandene Konstruktion auch die zusätzliche durch die Erweiterung verursachte Last  („abgeirrte Last nach Eurocode“) mittragen kann.

Im Zuge der Realisierung müssten lediglich im Bereich der Übergänge von der so genannten Strombrücke zu den „Vorlandbrücken“ die dort situierten Granitstein-Brüstungsmauern an der Oberwasserseite und an der Unterwasserseite in Linz und Urfahr um je 40 Zentimeter versetzt werden. Diese reichen derzeit örtlich bis zu 3,90 Meter an die Fahrbahnränder heran.

Verbreiterung an den Brückenrändern

Technisch möglich ist die Erweiterung auf beiden Seiten mittels einer „Brücken-Deck-Erweiterung“. Diese sieht die Montage einer Stahlkonstruktion vor, die auf beiden Seiten in der bestehenden Stahlbetonfahrbahn verankert werden kann. Dabei wird beidseits je ein „einfeldriger Träger mit Auskragung“ mittels „Klebeanker“ fixiert.

Mit dieser Verbreiterung könnte eine Verbesserung der Verkehrssicherheit sowohl für die FußgängerInnen als auch für die RadfahrerInnen erreicht werden. Diese Maßnahmen würden naturgemäß auch zu einer deutlichen Reduzierung des Konfliktpotenzials führen. Weiters wird angeregt, zur Absicherung des Radwegs ein „leichtes“ Stahlgeländer in Richtung zur Fahrbahn zu errichten.

Im Zuge der Verbreiterung soll auch das bestehende Geländer durch Verlängerung der Steher von Kopf-Montage auf Seitenmontage umgebaut werden. Das heißt, das Geländer ist nicht mehr auf der Fahrbahn, sondern an den Seiten montiert. Weiters muss die bestehende Beleuchtung des Geh- und Radwegs entsprechend der Brückenverbreiterung neu montiert werden.  

Geschätzte Baukosten: rund 1,5 Millionen Euro exkl. USt

Die Baukosten für die Erweiterung der Brücke werden auf rund 1,5 Millionen Euro exklusiv USt geschätzt, wobei in diesem Preis auch die Absicherung des Radwegs mittels eines „leichten“ Stahlgeländers zur Fahrbahn hin enthalten ist.

In den geschätzten Baukosten sind alle wesentlichen Realisierungsschritte, von der Baustelleneinrichtung bis zu den Kosten für Unterbau und Überbau, weiters die Adaptierung der Beleuchtung und die Durchführung der erforderlichen Pflasterungsarbeiten etc. enthalten.

Bauzeit insgesamt etwa sechs Monate

Die geschätzte Bauzeit liegt nach ersten, vorsichtigen Schätzungen der TechnikerInnen bei etwa sechs Monaten. Voraussetzung dafür ist die Vorfertigung der Stahlkonstruktion. Es müsste voraussichtlich auf jeder Seite nur ein Fahrstreifen der vorhandenen drei Richtungsfahrbahnen gesperrt werden, so dass eine Abwicklung ohne allzu gravierende Verkehrsbehinderungen möglich wäre.

Voraussetzungen für eine Brücken-Erweiterung

Bevor jedoch die tatsächlichen Bauarbeiten sowie die behördlichen Genehmigungsschritte gesetzt werden, sind noch einige wesentliche Hürden im Vorfeld zu nehmen. Dazu zählt die Befassung des gemeinderätlichen Verkehrsausschusses. Sollte sich nach der Beratung durch die Ausschussmitglieder eine Zustimmung zum Projekt abzeichnen, ist das Projekt dem Gemeinderat vorzulegen (Grundsatzbeschluss). In einem nächsten Schritt sind Gespräche mit dem Land Oberösterreich als Eigentümervertreter und dem Bundesdenkmalamt aufzunehmen. Änderungen an dem Bauwerk bedürfen grundsätzlich der Zustimmung durch den Denkmalschutz. Erst wenn danach die Ampel grünes Licht zeigt, kann der Linzer Gemeinderat einen Beschluss zur Umsetzung fassen, um das Projekt in Gang zu bringen.

(Informationsunterlage von Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zur Pressekonferenz anlässlich der Präsentation einer Machbarkeitsstudie zur Verbreiterung der Nibelungenbrücke für RadfahrerInnen)


Ergänzende Informationen (PDF, 785 kB) (neues Fenster).

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