Seitenanfang

DE   EN   | SCHRIFT: A    A+   A++ | KONTRAST +| Österreichische Gebärdensprache
Stadt Linz - Presse
Stadt Linz - Startseite
 » November 2011 »  »  »  » Presse-Archiv » Presse »  » Startseite
KOMMUNALES
Presseaussendung vom 03.11.2011

Der Volksgarten (Foto)

Durch den Bau des Musiktheaters wird der Volksgarten städtebaulich aufgewertet. Mit seinen 32.000 Quadratmetern ist er nicht nur die größte sondern auch eine der ältesten innerstädtischen Parkanlagen in Linz. Noch vor geraumer Zeit lag die 182 Jahre alte Grünanlage an den Ausläufern des Stadtzentrums.  Durch die rege Bautätigkeit im Bahnhofsviertel – Hauptbahnhof, Landes-Dienstleistungszentrum, Terminal Tower, Power Tower, Neubau der Arbeiterkammer und Wissensturm – ist der Park zu einem zentralen Bestandteil eines neuen Stadtviertels geworden.

„Als Tor zum Musiktheater wird der Volksgarten eine zusätzliche Aufwertung und Anziehungskraft erhalten. Wir wollen die gesamte Parkanlage sensibel umgestalten, immerhin ist der Volksgarten mit seinem eindrucksvollen Baumbestand die größte Grünoase in der Innenstadt. Im Mittelpunkt der Verbesserungen stehen hauptsächlich die Bedürfnisse der ParknutzerInnen“, betont Grünreferentin Stadträtin Susanne Wegscheider.

Die Neugestaltung

Die Gestaltungsvorschläge, in die auch BürgerInnenwünsche eingeflossen sind, stammen vom Landschaftsarchitekten Dipl.-Ing. Mag. Otmar Stöckl. Im Zuge einer BürgerInneninformationsveranstaltung werden sie heute Abend, 18 Uhr, im Kongresssaal der Arbeiterkammer präsentiert. Folgende Kriterien sind charakteristisch für die Um- und Neugestaltung des Volksgartens:

1. Musiktheater Vorplatz

  • Vor dem Musiktheater entsteht ein freier, befestigter Platz mit einem Cafe und der Möglichkeit für Open-Air-Veranstaltungen. 
  • Die derzeit vor dem Musiktheater erkennbaren Lüftungsauslässe der Linz Linien werden im Rahmen von "Kunst am Bau" verkleidet.

2. Spielbereich

  • Das Westareal des Parks wird durch eine neue Spiellandschaft deutlich aufgewertet. Auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern werden aus Fallschutzbelag Sitzhügel modelliert und eine Sandlandschaft mit integrierter Wasserspielmöglichkeit geschaffen. Die derzeitigen Spielgeräte bleiben erhalten und werden mit neuer Einfassung in die künftige Spiellandschaft integriert.
  • Auf der bestehenden Einhausung der Tiefgarageneinfahrt ist eine Sitzlandschaft mit nach Südosten ausgerichteten Sitzterrassen geplant. Darüber hinaus entsteht ein Jugendtreff samt Bolzplatz.
  • FreundInnen des Schachspiels können auch weiterhin im Volksgarten ihrem Hobby frönen. Ihr Treffpunkt ist im Westteil des Parks geplant.

3. Große Wiese

  • Durch die Verschwenkung des südlichen Hauptweges nach Osten entsteht im westlichen Teil des Parks eine größere zusammenhängende Grünfläche. Sie dient der Entspannung und soll zum Liegen und sich in die Wiese setzen animieren. 
  • Zum Verweilen werden neben einer Vielzahl an Parkbänken auch die bei Jugendlichen sehr beliebten  - Holzdecks und Wellenbänke einladen.

4. Neue Wegverbindungen

  • Durch die Schaffung einer neuen diagonalen Wegachse durch den Park, wird der historische Brunnen als markanter Punkt wahrgenommen und rückt in den Mittepunkt des Interesses. Der Brunnen „Freude am Schönen“ wird saniert. So erhält er eine neue technische Ausstattung weiters werden die Brunnenfiguren und Einfassungen restauriert. 
  • Für die Erschließung des Parks gibt es auch kleinere Anpassungen im Wegnetz für eine optimale Fußgängerführung zu den Haltestellen und angrenzenden Straßen. Kreuzungsbereiche der Wege werden dabei besonders gestaltet. 
  • Die technische Infrastruktur im gesamten Park wird erneuert:
    • Verkabelung  für Beleuchtung und neue Parkleuchten
    • neue Anschlusspunkte im Park 
    • Elektroleitungen für Weihnachtsmarkt und sonstige Veranstaltungen  
    • Wasser und Kanal werden vollständig erneuert

5. Boulevard/Landstraße

  • Entlang der Landstraße führt ein breiter Boulevard samt neuer Beleuchtung zum Musiktheater. Dadurch steht für FußgängerInnen und für FahrradfahrerInnen mehr Platz als bisher zur Verfügung. Eine auch für RadfahrerInnen durchgängige Nord-Südverbindung, von der Wiener Straße in die Landstraße, ist damit sichergestellt. 

6. WC/Bushaltestelle

  • Für die ParkbesucherInnen wird an der Bushaltestelle Stelzhamerstraße ein neues ebenerdiges öffentliches WC errichtet.
  • Im Bereich Kärntnerstraße/ Musiktheatervorplatz entsteht anstelle des jetzt asphaltierten Areals eine großzügige Fläche, die mit Blütenstauden und Gräsern bepflanzt wird. Dadurch werden das ganze Jahr über florale Akzente gesetzt. 
  • Alle Denkmäler bleiben erhalten. Einige von ihnen werden nach der Umgestaltung an anderer Stelle zu finden sein. Das Stelzhamer Denkmal bleibt an seinem angestammten Platz. Das Kneippdenkmal wird Richtung Weg versetzt, das Jahndenkmal wandert in den Nordwestbereich des Parks.

Nächste Schritte

Derzeit laufen die Detailplanungen von Landschaftsarchitekten Dipl.-Ing. Mag. Otmar Stöckl in enger Zusammenarbeit mit den Stadtgärten und der Musiktheater Linz GmbH. Schwerpunkt sind die technische Abstimmung sowie die Umsetzungsplanung.

Bis März 2012 stehen Ausschreibungen und Vergaben im Vordergrund. Im Frühjahr 2012 wird mit den Arbeiten der Neu und Umgestaltung des Volksgartens begonnen. 2013 soll der neu gestaltete Park gemeinsam mit dem neuen Musiktheater der Bevölkerung zur Verfügung stehen. 

Der Kostenanteil der Stadt liegt nach der derzeitigen Grobkostenschätzung bei 1,2 Millionen Euro. Die Gestaltung des Vorplatzes wird von der Musiktheater Linz GmbH finanziert. 

Die Geschichte des Volksgartens

  • 1829 – 1852 – Der Volksgarten wird als kommerzieller Vergnügungspark nach internationalen Vorbildern und jenem des Wiener Volksgartens von der Gastronomie-Familie Festarozzi gegründet und geführt. Wichtige bauliche Teile für den Betrieb sind ein zentrales Veranstaltungs- und Gastronomiegebäude entlang der Volksgartenstraße sowie einzelne Pavillons und Vergnügungseinrichtungen mit Haupteingang von der Landstraße. Die Parkanlage ist in sich geschlossen und im landschaftlichen Stil gestaltet, vermutlich so ähnlich wie die damaligen Privat-Schaugärten in der Reichshauptstadt Wien.
  • 1857 – Kauf durch die Stadt aufgrund des Baus der Westbahn
  • 1868/69 – Wettbewerb und Neubau des Volksgartensalons
  • 1877 – Erweiterung Richtung Süden zur Westbahn hin unter Erhaltung der abgeschlossenen Gestaltung
  • 1902/03 – Neubau des Volksgartensalons entlang der Volksgartenstraße, der Sitz des Kunstvereins, Ort großer Konzertveranstaltungen mit mehr als 3.000 BesucherInnen, („Vorläufer“ des Musiktheaters)
  • 1950 – Errichtung des Blumaubahnhofes und der Milchtrinkhalle
  • 1953 – Abriss des im Krieg völlig zerstörten Salons und Öffnung des Parks nach allen Seiten, die Kellerreste werden als private Tiefgarage adaptiert, darüber ein Spielplatz errichtet.
  • 1956 – Seit diesem Jahr wird der Weihnachtsmarkt im Park veranstaltet
  • 1960 – nach der erweiterten Öffnung Bepflanzung mit einer rundum laufenden Straucheinfassung zur Lärm- und Staubabschirmung
  • 2004 - EU-gefördertes Jugend-Beteiligungsprojekt „Teens open Space“; daraus resultierende Maßnahmen: Durch die Entfernung von Sträuchern wird der Park offener und heller. Neue jugendgerechte und kommunikationsfördernde Sitzmöglichkeiten in Form von Sitzblumen werden aufgestellt.
  • 2009 – am 15. April Spatenstich für das Musiktheater, ganzjährige Bespielung des Volksgartens mit Programm der Europäischen Kulturhauptstadt Linz

Die Denkmäler

  • Leo von MOOS - Büste des Turnvaters Friedrich Ludwig JAHN, 1905
  • Franz METZNER - Bronzestandbild des Dichters Franz STELZHAMER, 1908
  • Anton HANAK - Marmorstatue „Die Freude am Schönen“ und Brunnenanlage, 1908
  • Gustav MUHER – flaches Steinbecken als Vogeltränke, 1930
  • Max STOCKENHUBER - bronzene Spielplastik „Lausbub“ und Wasserbecken, 1956
  • Kneipp-Bund – Kneipp Metall-Gedenktafel, 1977

Typischer Parkcharakter

Die städtebauliche Entwicklung von Linz hat mit sich gebracht, dass letztlich nur der Volksgarten als größter innerstädtischer Erholungsbereich typischen Parkcharakter hat. Der Hessen- und Schillerpark sind typische Schmuckplätze, die Promenade stellt einen Bewegungsraum dar, Bauernberg, Freinberg und Donaupark liegen bereits außerhalb der Innenstadt.

Weitere GesprächspartnerInnen:
Dr. Thomas Königstorfer (Kaufmännischer Geschäftsführer der Musiktheater Linz GmbH)
Dipl.-Ing.in Barbara Veitl (Leiterin der Stadtgärten)
Dipl.-Ing. Mag. Otmar Stöckl (Landschaftsarchitekt)

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Grünreferentin Stadträtin Susanne Wegscheider über die Neugestaltung des Volksgartens)

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

weitere Informationen:


Newsletter / RSS

Immer gut informiert mit den aktuellen Newslettern und den RSS-Newsfeeds der Stadt Linz.