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Presseaussendung vom 01.02.2012

Beitrag der städtischen Verkehrspolitik zum Klimaschutz

Elektro-Autos tragen wenig zum Klimaschutz bei

Vorrang für Straßenbahn und O-Bus
CO2-Ausstoß pro ÖV-Passagier in Linz halb so hoch wie in Klagenfurt und um ein Drittel geringer als in Graz

Der schrittweise Ersatz von Verkehrsmitteln mit Verbrennungsmotoren durch Elektro-Fahrzeuge soll in den kommenden Jahrzehnten die Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren.

In Zeiten steigender Treibstoffpreise und knapper werdender Ressourcen wird die Elektromobilität als Technologie der Zukunft angesehen. Auch wenn Benzin und Diesel als Antriebsarten derzeit noch bevorzugt werden, eröffnen technologische Entwicklungen bei Batterien und Reichweiten von E-Fahrzeugen zunehmend neue Perspektiven. Die Konkurrenzfähigkeit von E-Fahrzeugen ist in wirtschaftlicher Hinsicht auf Grund der relativ hohen Anschaffungskosten noch nicht gegeben, wird sich aber bei steigenden Stückzahlen in den kommenden Jahren kontinuierlich verbessern.

Inwieweit die Elektromobilität jedoch auch eine Funktion als Klimaretterin besitzt, gilt unter Experten als nicht eindeutig geklärte Frage. Wie wichtig ist der forcierte Einsatz der Elektromobilität für den Umweltschutz und wie sehr trägt er tatsächlich zum Klimaschutz durch weniger CO2-Ausstoß bei? Experten der Berufsgruppe Nahverkehr und der LINZ LINIEN sind dieser Frage nachgegangen.

Im Rahmen empirischer Studien wurde dabei die Umweltrelevanz und speziell die mögliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Hinblick auf eine nachhaltig wirksame Verkehrspolitik untersucht.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen belegen eindeutig, dass aus Umweltschutzinteressen dem Ausbau schienen- bzw. oberleitungsgebundener Verkehrsmittel wie Straßenbahnen und O-Bussen der Vorzug gegeben werden sollte, da hier der „Hebel“ für die möglichen Einsparungen an CO2 am größten ist.

Die CO2-Reduktion beim Einsatz von E-Fahrzeugen im Individualverkehr wäre ebenso wie beim forcierten Einsatz von Hybridfahrzeugen eher marginal und würde sich in einer Größenordnung von nur einem Prozent (bei E-Fahrzeugen) bis zu 11 Prozent (bei Hybridfahrzeugen) bewegen.

„Insbesondere das Bild des E-Antriebs im motorisierten Individualverkehr als ‚Allheilmittel’ und alleinigen Lösungsansatz zur Lösung aller Umwelt- und Klimaprobleme gilt es also zu verifizieren. Die Zukunft wird sicherlich im Ausbau des elektrifizierten Personennahverkehrs und hier wiederum des Straßenbahnnetzes liegen“, umreißt Vizebürgermeister Klaus Luger die generelle Zielsetzung der städtischen Verkehrspolitik.

Im Rahmen eines Städtevergleichs wurde festgestellt, dass in Linz derzeit beim CO2-Ausstoß pro Passagier österreichweit die besten Werte erzielt werden. 24 Gramm CO2 pro Personenkilometer werden in der oberösterreichischen Landeshauptstadt emittiert, weit weniger als beispielsweise in den anderen Landeshauptstädten. So ist der CO2-Ausstoß pro ÖV-Passagier in Linz halb so hoch wie in Klagenfurt und um ein Drittel geringer als in Graz. Dies beruht vor allem auch auf dem hohen Elektrifizierungsgrad des Linzer Liniennetzes. Rund 73 Prozent des Streckennetzes werden derzeit bereits mit Straßenbahnen und O-Bussen bedient.

„An diesem Erfolg gilt es anzuknüpfen. Linz wird auch in Zukunft vor allem die Straßenbahn als umweltfreundlichstes und attraktives Verkehrsmittel weiter ausbauen. Mit den Planungen für die 2. Straßenbahnachse durch Linz und den Straßenbahnverlängerungs-Projekten in Pichling und nach Traun sind die wichtigsten Vorhaben in dieser Richtung ‚auf Schiene’. In Summe werden dafür in den kommenden Jahren bis zu 450 Millionen Euro investiert“, betont Vizebürgermeister Klaus Luger.

Klimafahrplan der Europäischen Union – Halbierung der Zahl der Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotor bis 2030

Um größtmögliche Unabhängigkeit vom Erdöl zu erreichen und unter der Prämisse einer Reduktion des CO2-Ausstoßes um 60 Prozent, hat die Europäische Union einen „Klimafahrplan“ erstellt. Dieser sieht bis zum Jahr 2030 eine Halbierung der Zahl der Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb in den europäischen Städten vor. Die Agenda „Verkehr 2050“ gibt bis zum Jahr 2050 gar eine Reduktion auf Null vor. Dieses ehrgeizige Ziel soll laut diesem Klimafahrplan der EU sowohl für den motorisierten Individualverkehr als auch für den öffentlichen Personennahverkehr gelten.

Dass der schrittweise Ersatz von Verkehrsmitteln mit Verbrennungsmotoren durch E-Fahrzeuge zur zunehmenden Unabhängigkeit vom Erdöl beiträgt, ist wohl unbe¬stritten – aber trägt die Elektromobilität oder auch der Einsatz von Hybridfahrzeugen ebenso zum Klimaschutz durch weniger CO2-Ausstoß bei? Bei der Beantwortung der Frage, ob E-Mobilität als CO2-Retter angesehen werden kann, gilt es zu differenzieren:

Experten der Berufsgruppe Nahverkehr haben errechnet, dass die CO2-Ersparnis beim forcierten Einsatz von Elektroenergie im öffentlichen Personennahverkehr am höchsten ist, vor allem wenn der Stromerzeugung erneuerbare Energien zu Grunde liegen. Die zitierte CO2-Ersparnis bezieht sich auf die Erzeugung der Energie für den Betrieb (für die Stromerzeugung) und auf die Energie, die für den Einsatz der E-Fahrzeuge notwendig ist.

Entscheidende Faktoren für einen verminderten CO2-Ausstoß

Bei rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen wie E-Bahnen, O-Bussen und E-Bussen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, ist der CO2-Ausstoß sehr gering.
Bei Hybridantrieben, so haben die Experten festgestellt, ergeben sich in der Praxis relativ wenig Verbrauchsvorteile, daher auch kaum Vorteile gegenüber konventionel¬len Antrieben mit fossilem Treibstoff. Die CO2-Bilanz ist daher eher schlecht.

Knapp die Hälfte des CO2-Ausstoßes des öffentlichen Verkehrs in Städten könnte eingespart werden

Mit der Frage nach den Voraussetzungen für eine weitere Reduzierung des CO2-Ausstoßes öffentlicher Verkehrsmittel haben sich die Berufsgruppe Nahverkehr und die Fachleute der LINZ LINIEN beschäftigt:

Geringster CO2-Ausstoß pro Passagier in Linz

Die folgende Tabelle (in Gramm CO2 je Personenkilometer für alle Verkehrsmittel gesamt) zeigt, wieviel CO2 derzeit im ÖPNV steckt:

In Linz werden derzeit beim CO2-Ausstoß pro Passagier also die besten Werte erzielt. Dies beruht vor allem auch auf dem hohen Elektrifizierungsgrad des Linzer Liniennetzes. Rund 73 Prozent des Streckennetzes werden derzeit bereits mit Straßenbahnen und O-Bussen bedient.

Insgesamt werden von den angeführten Verkehrsverbünden jährlich 183 Millionen Kilogramm CO2 emittiert. Dies bedeutet einen durchschnittlich gewichteten CO2-Ausstoß von 27,6 g pro gefahrenem Personenkilometer.

PKW emittieren sechsmal mehr CO2

Jeder PKW stößt im Vergleich dazu 170 g/Personenkilometer aus. Der PKW liegt derzeit also um den Faktor 6 höher!

Hohe Einsparungspotenziale bei ÖPNV

Bei einem hundertprozentigen Elektrifizierungsgrad würden sich folgende Einsparungspotenziale ergeben (bei diesem Rechenmodell wird angenommen, dass der gesamte ÖPNV in den Städten rein elektrisch, im besten Fall ohne fossile Energie mit erneuerbaren Energieträgern (Wasser, Wind, Sonne...) betrieben werden kann):

Insgesamt könnten in den angeführten Städten bzw. Regionen noch maximal 427 Millionen Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden, dies unter der Annahme, dass sich im idealsten Fall 13 g CO2-Ausstoß pro Personenkilometer realisieren lassen.

Ist E-Mobilität ein „CO2“-Retter?“

Aus diesen Zahlen und Annahmen stellt sich die nächste Frage, die von den Experten untersucht wurde: Ist die Elektromobilität also nun ein „CO2-Retter“ bzw. wäre sie eine ideale Schlüsseltechnologie für den Klimaschutz? Und wie sähe dies beim Einsatz von modernen Hybridtechnologien aus?

Das tatsächliche Ausmaß der Verbesserungen, die sich insgesamt durch entsprechende Maßnahmen beim Verkehr in Linz erreichen lassen, zeigt die obenstehende Grafik. Es relativiert sich, da der Verkehr beim CO2-Ausstoß einen vergleichsweise geringen Anteil einnimmt.

Die Frage, inwieweit sich CO2-Emissionen durch forcierte Elektromobilität verringern, kann für den öffentlichen Personennahverkehr bedingt mit ja beantwortet werden, allerdings bis zu jenen Grenzen, die mit der vollständigen Ausschöpfung aller Einsparungspotenziale erreicht werden. Eine Null-Emission wird nicht möglich sein.

CO2-Reduktion durch E-Mobile eher marginal

In Bezug auf den forcierten Einsatz von E-Antrieben bei PKW ist die Frage, ob E-Mobile klimarettend sind, eher mit nein zu beantworten, wie die folgende Grafik zeigt:

Die Reduktion wäre eher marginal und würde sogar beim kombinierten Einsatz von modernster Vollhybridtechnik maximal elf Prozent betragen, stellte kürzlich einer der größten deutschen Getriebehersteller und Autozulieferer ZF fest.

Dazu kommt, dass der CO2-Ausstoß bei Herstellung und Betrieb von E-Mobilen rund eineinhalb Mal so hoch ist wie jener, der bei der Herstellung und Betrieb von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren anfällt. Derzeit ist der CO2-Ausstoß, der bei der Produktion von E-Fahrzeugen mit all ihren komplizierten technischen Komponenten (Batterien, seltene Metalle etc.) anfällt, noch besonders groß.

Die Umweltrelevanz im Hinblick auf die Reduzierung des CO2-Ausstoßes (je Personenkilometer) ist beim Einsatz von Straßenbahnen und O-Bussen jedenfalls  bei weitem größer als beim Einsatz von Einzelfahrzeugen (und auch E-betriebenen Kleinbussen mit Batterien).

E-Mobilität in Linz: Keine E-Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark

Die Stadt Linz bzw. die LINZ LINIEN haben deshalb von der Anschaffung von E-Fahrzeugen weitestgehend abgesehen. So gibt es zum Beispiel keine E-Dienstfahrzeuge und keine elektro(batterie)betriebenen Busse. Lediglich der  Ausbau der notwendigen Infrastruktur für E-Fahrzeuge wurde vorangetrieben. Derzeit gibt es in Linz 88 Gratis-E-Ladestationen der  LINZ AG (für E-Autos, E-Mopeds und E-Bikes).

20 E-Autos auf Linzer Straßen

Insgesamt sind rund 20 E-Autos auf Linzer Straßen unterwegs, im vergangenen Jahr gab es im Bezirk Linz Stadt 11 Neuzulassungen (von 40 in Oberösterreich).
Neben dem nicht ausreichend gegebenen Umweltaspekt waren auch wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend dafür, dass die Stadt Linz bzw. die stadteigenen LINZ LINIEN bisher keine batteriebetriebenen E-Fahrzeuge für den Personentransport, zum Beispiel in Form von Stadtteilbussen, einsetzen.

5,5 Millionen Euro Mehrkosten alleine bei vier Stadtteilbus-Linien

Die Stückkosten von Stadtteil-Elektrobussen würden rund 500.000 Euro betragen, das ergäbe Mehrkosten von 200.000 Euro pro Fahrzeug allein in der Anschaffung gegenüber den bisherigen Stadtteilbussen. Weiters wären dafür entweder Batteriewechsel-Stationen an den Endhaltestellen oder Ladestationen erforderlich.
Die Kosten dafür würden 300.000 Euro pro Ladestation betragen. Somit würden sich Mehrkosten im Ausmaß von insgesamt rund 1,25 Millionen Euro für die Busbe¬schaffung und Mehrkosten für die Ladestationen im Ausmaß von ca. 1,2 Millionen Euro ergeben.

Dazu käme, dass die Ladevorgänge nach jedem Umlauf mindestens 14 Minuten  betragen würden und daher auf den derzeit vier Stadtteillinien wegen der dann längeren Umlaufzeiten die Anzahl der Fahrzeuge verdoppelt werden müsste.

Dies würde zusätzliche Investitionen in die Fahrzeuge von 2,25 Millionen Euro erfordern und auch eine Verdoppelung des Personals und eine Erhöhung der Personalkosten im Ausmaß von ca. 500.000 Euro jährlich mit sich bringen.

Insgesamt ergäben sich damit ein Investitionsbedarf von 5,5 Millionen Euro und zusätzliche jährliche Betriebskosten von 0,5 Millionen Euro. Dem würde eine derzeitige Kostendeckung bei den bestehenden Stadtteillinien von ca. 15 Prozent gegenüberstehen. 

Bei jährlich 532.000 Passagieren würden sich damit pro Fahrgast Zusatzkosten von 11,28 Euro pro Fahrt ergeben, ein Betrag, der wirtschaftlich nicht vertretbar wäre.

Hybridbusse: maximal 15 Prozent weniger CO2-Ausstoß als Dieselbusse

Die Stadt Linz testet derzeit auch den Einsatz von modernen Hybridfahrzeugen und deren Alltagstauglichkeit, zum Beispiel im Winterbetrieb.

Auch hier hält sich die Umweltrelevanz im Hinblick auf die Verminderung des CO2-Ausstoßes vergleichsweise in Grenzen. Messungen im Jahr 2011 durch die Wiener Linien, die LINZ LINIEN und die Technische Universität Graz haben ergeben, dass Hybridbusse gegenüber den herkömmlichen Dieselbussen (Euro 5) nur ca. 10 bis 15 Prozent weniger Verbrauch und somit auch CO2- Ausstoß haben.

Die Gasbusse der LINZ LINIEN stoßen im Vergleich dazu nur ca. 20 bis 25 Prozent der Emissionen der Hybridbusse aus und O-Busse liegen nur etwas über den Gasbussen.
Bei den Anschaffungskosten sind Gasbusse mit Stückpreisen von 350.000 Euro am günstigsten, gefolgt von Hybridbussen mit ca. 550.000 Euro und Obussen (650.000 bis 850.000 Euro).

Linz setzt auf den Ausbau oberleitungsgebundener Transportmittel, also auf Straßenbahn und O-Bus

Die städtische Verkehrspolitik zieht aus den gesammelten Daten und Erkenntnissen einen Schluss: der öffentliche Nahverkehr ist durch den weiteren Ausbau des Straßenbahnnetzes und den Erhalt der O-Buslinien zu forcieren.

Linz im Städtevergleich

Linz liegt beim Ausbau des elektrifizierten Streckennetzes bereits sehr gut und nimmt auch im Städtevergleich eine entsprechende Position ein. Dies bezieht sich nicht nur auf die Beliebtheit der öffentlichen Verkehrsmittel der stadteigenen LINZ LINIEN mit zuletzt 97,7 Millionen Passagieren jährlich, sondern auch auf den bereits erreichten Elektrifizierungsgrad. Wie eine Übersicht über die größeren Landeshauptstädte zeigt, liegt die Stadt Linz beim Anteil der beförderten Personen auf Verkehrsmitteln mit Elektroantrieb unter den Landeshauptstädten knapp hinter Salzburg an zweiter Position, wobei kritisch anzumerken ist, dass Salzburgs O-Buslinien als äußerst staugefährdet gelten. Wien hat als Bundesland und durch sein U-Bahnnetz andere und nicht direkt vergleichbare Strukturen. 

Anteil der Personen, die mit Elektroantrieben befördert werden:

„Die oberösterreichische Landeshauptstadt nimmt beim Ausbau der Straßenbahnen im Zentralraum und somit auch bei der Förderung der E-Mobilität im öffentlichen Verkehr bereits jetzt eine gute Position ein“, freut sich Verkehrsreferent und LINZ LINIEN-Aufsichtsratsvorsitzender Vizebürgermeister Klaus Luger. „73 Millionen Fahrgäste sind derzeit in Linz pro Jahr bereits elektromobil unterwegs! Zu diesem Erfolg haben auch die jüngsten Netzerweiterungen wie die kürzlich erfolgte Inbetriebnahme der verlängerten Straßenbahnlinie 3 auf das Harterplateau beigetragen. Die aktuellen Planungen für die Verlängerung der Straßenbahn nach Traun sowie für die zweite Straßenbahnachse durch Linz werden uns auf diesem Weg ein beträchtliches Stück weiterbringen. Damit wird nicht nur eine Attraktivitätssteigerung erreicht, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet“, betont Klaus Luger.

Schon fast 50 Kilometer elektrifizierte Strecken der LINZ LINIEN – weiterer Ausbau soll forciert werden

In Linz sind heute drei von vier Fahrgästen mit Strom unterwegs. Von 97,7 Millionen Fahrgästen, die jährlich mit den LINZ LINIEN unterwegs sind, benutzen rund 73 Millionen das Netz der Straßenbahn- und O-Buslinien. Damit trägt das elektrifizierte Viertel des LINZ LINIEN-Verkehrsnetzes 73 Prozent des Fahrgastaufkommens. Derzeit werden 48,4 Kilometer des 196 Kilometer langen Verkehrsnetzes elektrisch und damit emissionsfrei betrieben.

Dass dies in den kommenden Jahren bedeutend mehr werden und der Zentralraum Linz beim Grad der Elektromobilität im ÖV in den Ballungsräumen bald an der Spitze stehen könnte, beweisen die jüngsten Fortschritte bei den Planungen: 

Straßenbahnlinie nach Traun – vier Kilometer mehr Schiene

So wird die erst im letzten Jahr eröffnete Straßenbahnlinie von Linz auf das Harterplateau spätestens im nächsten Jahr nach Traun verlängert. Die Finanzierung ist gesichert und der Baubeginn könnte bereits zu Jahreswechsel erfolgen. Die künftige Trasse wird entlang der bestehenden Bundesstraße verlaufen. Finanziert wird der zusätzliche rund vier Kilometer lange Abschnitt zu 20 Prozent durch die Anliegergemeinden Leonding, Pasching und Traun und zu 80 Prozent durch das Land. Die Kosten betragen rund 50 Millionen Euro. Die vorläufige Endstation wird beim Schloss Traun liegen. Dort soll auch eine Umkehrschleife errichtet werden. Die Fahrzeit vom Linzer Bahnhof bis nach Traun wird rund 22 Minuten betragen.

Straßenbahnverlängerung Pichling – 2,5 Kilometer mehr Schiene

Parallel dazu wird an einer weiteren Netzerweiterung, nämlich der Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 in Pichling weitergearbeitet. Mit der Errichtung einer Begleitstraße mit Kosten von rund 900.000 Euro erfolgt heuer ein erster Schritt im Vorfeld dieser Straßenbahnverlängerung. Heuer sollen auch die rechtlichen Verfahren dazu (in Bezug auf Straßenrecht und Eisenbahnrecht) abgewickelt werden.

Die Verlängerung der Straßenbahn wird in zwei Etappen erfolgen. In einer ersten Etappe ist die Anbindung des Südparks geplant, in einer weiteren die Führung der Linie 2 bis zu einem künftigen Verkehrsknotenpunkt beim Bahnhof Pichling in der Nähe des Pichlinger Sees. Die Neubaustrecke umfasst insgesamt ca. 2,4 Kilometer Streckenlänge, wobei die erste Etappe über rund 1,3 Kilometer von der solarCity in südöstlicher Richtung bis zur Auhirschgasse und parallel zur Traundorfer Straße Richtung Osten bis zum südwestlichen Ende des Südparks führt. Die Realisierung eines zweiten, rund 1,1 Kilometer langen Streckenabschnitts soll mit dem vierspurigen Ausbau der Westbahn getaktet werden.

2. Straßenbahnachse durch Linz – 6,5 Kilometer mehr Schiene

Eine dominierende Rolle beim Ausbau des Straßenbahnnetzes in den kommenden Jahren wird die 2. Schienenachse durch Linz einnehmen.

Die Gesamtstreckenlänge der künftigen Linie 4 zwischen Mühlkreisbahnhof und Bulgariplatz soll 6,6 Kilometer mit 16 Haltestellen betragen. Damit soll der Osten von Linz für die Straßenbahn erschlossen und eine wesentliche Ergänzung zur bestehenden Straßenbahnführung geschaffen werden. Die Kosten würden in Summe rund 353 Millionen Euro betragen.

Ein weiteres beträchtliches Ausbaupotenzial der elektrobetriebenen öffentlichen Verkehrsmittel ergibt sich mittelfristig durch Planungen für eine Regio-Straßenbahn ins Mühlviertel.

Mögliche Netzerweiterung um mehr als ein Viertel – rund 450 Millionen Euro Investitionen

In den kommenden circa sieben Jahren kann auf Basis der derzeitigen Planungen das elektrifizierte Netz der LINZ LINIEN um mehr als ein Viertel (26,9 Prozent beziehungsweise 13 Kilometer) von derzeit 48,4 Kilometer auf 61,4 Kilometer erweitert werden. Legt man dieser Netzerweiterung die derzeit errechneten Kosten zu Grunde, wird inklusive Fahrzeugankauf eine Investition von voraussichtlich 450 Millionen Euro getätigt.

Straßenbahn wird durch 19 O-Busse ideal ergänzt

Das elektrifizierte Netz der Linz Linien umfasst derzeit neben drei Straßenbahnlinien mit 26,4 Kilometern Gesamtlänge auch vier Obuslinien mit 19 Kilometern Gesamtlänge und die verlängerte Pöstlingbergbahn mit drei Kilometern Länge, woraus sich die Gesamtzahl der derzeit bereits mit E-Fahrzeugen bedienten 48,4 Kilometer ergibt. Das ist mehr als ein Viertel der gesamten Netzlänge der LINZ LINIEN (inklusive Autobusse) von 196 Kilometern.

Der gesamte Fuhrpark an Elektrofahrzeugen umfasst derzeit inklusive der O-Busse insgesamt 87 mit Strom betriebene Fahrzeuge, die alle – ausgenommen die revitalisierten Bergbahnwagen und Altfahrzeuge, die 1985 in Betrieb genommen wurden – Niederflurfahrzeuge sind. Im Detail sind neben 46 City-Runnern 16 herkömmliche Straßenbahngarnituren und sechs Bergbahngarnituren sowie 19 O-Busse im Einsatz.

(Informationsunterlage für Verkehrsreferent und LINZ LINIEN-Aufsichtsratsvorsitzenden Vizebürgermeister Klaus Luger zur Pressekonferenz zum Thema „Beitrag der städtischen Verkehrspolitik zum Klimaschutz“)


Ergänzende Informationen (PDF, 265 kB) (neues Fenster).

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