Seitenanfang

DE   EN   IT   FR   ES   CZ   | SCHRIFT: A    A+   A++ | KONTRAST +| Österreichische Gebärdensprache
Stadt Linz - Presse
Stadt Linz - Startseite
 » Februar 2012 »  »  »  » Presse-Archiv » Presse »  » Startseite
GESUNDHEIT
Presseaussendung vom 09.02.2012

Ausbau der Präventionsangebote im Gesundheitsbereich in der Landeshauptstadt Linz

Ein Schwerpunkt der Linzer Kommunalpolitik gilt dem Erhalt und der Verbesserung des Gesundheitswesens, dabei wird großes Augenmerk auf ein breites Netz präventiver Maßnahmen gelegt. Die Stadt Linz ist deshalb ständig bemüht, das Präventionsangebot im Gesundheitsbereich auszubauen und der aktuellen Situation anzupassen.
Neben den vielfältigen Angeboten des Gesundheitsamtes arbeitet die Stadt Linz auch mit privaten Vereinen und Institutionen zusammen, die zum Wohle der Bevölkerung einen wichtigen Beitrag im Bereich Prävention leisten und daher von der Stadt Linz auch entsprechend unterstützt und gefördert werden.

Gezielte Maßnahmen

Untersuchungen zeigen, dass Rückenbeschwerden und Schäden der Wirbelsäule sehr häufig aus Belastungen in der Schule oder am Arbeitsplatz, mangelnder Bewegung und lang andauerndem Sitzen resultieren. Die Stadt Linz hat daher gezielt für diesen Bereich langjährige ganzheitliche Gesundheitsförderprogramme in Schulen und Betrieben initiiert und fördert Vereine und Organisationen, denen Gesundheitsförderung und Prävention ein Anliegen ist. Dies bezieht sich auch auf die psychische Gesundheit.
Bestens eingeführte Programme sind beispielsweise der „Bewegungsdino“ oder „Die schlaue Ernährungsmaus“, mit denen die Stadt Linz wertvolle Arbeit im Bereich Prävention in den Schulen leistet.

Gesunde Bewegung – „Bewegungsdino“

Das Programm "Gesunde Bewegung" mit dem „Bewegungsdino“ als Maskottchen wird in den Linzer Volks- und Sonderschulen bereits seit 1997 mit großem Erfolg durchgeführt und von einer Sportwissenschafterin und einer Physiotherapeutin betreut und begleitet. Durch gezielte Vorbeugemaßnahmen soll das Auftreten von Haltungsschäden bei Schulkindern vermindert werden. In Zusammenarbeit von Sportwissenschafterin, Physiotherapeutin, Lehrer/in und Schulärztin wird bei den Kindern die Freude an gesunder Bewegung geweckt sowie ein gesundes Körperbewusstsein vermittelt. SchülerInnen mit Haltungsschwächen beziehungsweise -schäden werden überdies möglichst rasch einer entsprechenden Therapie zugeführt. Jährlich wird in durchschnittlich 32 Schulen (280 Klassen mit 4.543 SchülerInnen) das Programm „Gesunde Bewegung“ durchgeführt. Dabei wurden bei 1.605 SchülerInnen Haltungsschäden und Fehler bei Bewegungsabläufen festgestellt. „Die Tatsache, dass bei mehr als einem Drittel der untersuchten SchülerInnen Haltungsschäden und Fehler bei Bewegungsabläufen diagnostiziert wurden, verdeutlicht wie wichtig eine entsprechende Betreuung ist. Das Programm „gesunde Bewegung“ bietet in diesem Bereich ziel- und kindgerichtete Unterstützung“, betont Gesundheitsreferentin Christiana Dolezal die Wichtigkeit dieses Angebotes. Dolezal weiter: „Da es leider nur in Schulen mit Sportschwerpunkt eine tägliche Turnstunde gibt, wurde im neuen Sportentwicklungsplan die Integration von Sportangeboten in die Nachmittags- bzw. Ganztagesbetreuung berücksichtigt. Dies soll unter Einbeziehung der Sportvereine geschehen.“

Gesunde Ernährung – „Die schlaue Ernährungsmaus“

In Untersuchungen über die Voraussagekraft von Übergewicht im Kindesalter zeigt sich folgender Zusammenhang: Je jünger ein wegen Übergewicht behandeltes Kind ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, später auch übergewichtig zu werden; ab dem Alter von 10 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich an, auch beispielsweise mit 35 Jahren übergewichtig zu sein. Aus diesem Grund ist eine gezielte Präventionsarbeit bereits im Volksschulalter, wie sie in der Stadt Linz praktiziert wird, außerordentlich wichtig.

In den Linzer Volksschulen wird bereits seit 1994 von einer Ernährungsexpertin das Programm "Gesunde Ernährung" präsentiert, mit dem Ziel die Richtlinien einer gesunden Ernährungsweise an die SchülerInnen weiterzugeben. Als Unterrichtsbehelf dient die Broschüre "Die schlaue Ernährungsmaus", die an die SchülerInnen verteilt wird. Mit diesem Programm soll ein wichtiger erster Schritt gesetzt werden, den Schulkindern Informationen über eine gesunde Ernährungsweise zu vermitteln. Dieses Programm wurde gemeinsam mit dem Land OÖ weiter entwickelt und ab Herbst 2012 unter dem Titel „Benni Besseresser“ in aktualisierter Form durchgeführt.

Seit dem Schuljahr 1994/95 wurde das Programm in 3.105 Klassen mit insgesamt 60.994 SchülerInnen vorgestellt.

Fit im Schulalltag

In den Linzer Hauptschulen wird als logische Fortsetzung des „Bewegungsdinos“ und der „Ernährungsmaus“ das Programm „Fit im Schulalltag“ angeboten. Ein ExpertInnenteam aus den Bereichen Ernährung und Sport gestaltet mit den SchülerInnen den Unterricht zu den verschiedenen aktuellen Themenschwerpunkten. Eine enge Zusammenarbeit mit den Schulärzten, die im Sinne einer sekundärpräventiven Früherfassung bereits bestehende Ernährungsprobleme und Störungen im Bewegungsapparat eruieren, ermöglichen eine individuelle Betreuung der SchülerInnen. In einer Befragung unter den beteiligten Lehrkräften beurteilten 57 Prozent das Programm als sehr gut, 43% als gut. Es gab keine einzige negative Bewertung. Dies bestätigt die hohe Qualität dieses Angebotes eindrucksvoll.

Ernährungsmedizinische Beratung

Die Bedeutung richtiger Ernährung für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit ist eine gesicherte Erkenntnis der Ernährungs- und Sozialmedizin und unter Fachleuten unumstritten. Daher bietet das Gesundheitsamt der Stadt Linz nach telefonischer Terminvereinbarung eine ernährungsmedizinische Beratungsstelle kostenlos an. Das Gesundheitsbewusstsein der Linzer Bevölkerung wird gefördert, indem eine erfahrene Diaetologin und ernährungsmedizinische Beraterin individuell fundiertes Ernährungswissen weitergibt und die Umsetzung in die Praxis vermittelt. Diese Beratungsstelle wird quer durch alle Generationen in Anspruch genommen.

Angebote in den Stadtteilen

„Für einen nachhaltigen Erfolg von Präventionsprojekten ist es nötig, dass eine entsprechende Förderung lokal und quer durch alle Altersgruppen angeboten wird. Daher setzen wir 2012 auch verstärkt auf zielgruppenspezifische Angebote im Stadtteil“ so Gesundheitsreferentin Christiana Dolezal. Der neue Sportentwicklungsplan sieht hier Kooperationsprojekte mit lokalen Sportvereinen vor, um einen gesundheitsfördernden, niederschwelligen Zugang zu Sportangeboten zu ermöglichen. Die Vereine werden im Marketing ihrer Angebote in öffentlichen Einrichtungen unterstützt.

GFK – Verein für Gesundheits-Förderungs-Konferenzen

Maßgeschneiderte Angebote und individuelle Informationen – wenn möglich in der direkten Wohnumgebung bietet der Verein für Gesundheits-Förderungs-Konferenzen/GFK, welcher 1996 gegründet wurde und in dem neben der Stadt Linz auch das Land Oberösterreich, die Ärztekammer für Oberösterreich und die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse vertreten sind. Vorsitzende des Vereines ist seit 1997 Vizebürgermeisterin und Gesundheitsreferentin Christiana Dolezal. „Der GFK hat es sich zum Ziel gesetzt, das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung zu verbessern sowie durch gezielte Maßnahmen – insbesondere in den Bereichen Ernährung und Bewegung - einen Beitrag zur Prävention von Erkrankungen zu leisten“ umschreibt Dolezal die Ziele des GFK. Dies geschah in der Vergangenheit durch Großveranstaltungen mit Fachvorträgen, mittlerweile werden aber verstärkt dezentrale, zielgruppenspezifische Projekte und Veranstaltungen durchgeführt, welche 2012 intensiviert werden.

„Die Wahrheit über Bienchen und Blümchen“

Hierbei handelt es sich um eine Informationsveranstaltung des GFK für Jugendliche zum Thema Aufklärung, Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten. Die ersten Veranstaltungen fanden bereits 2011 im Volkshaus Auwiesen und im Volkshaus Pichling statt. Zahlreiche interessierte Jugendliche nahmen dabei die individuellen Beratungen von Bily, Aidshilfe, First Love Ambulanz und der Love Tour in Anspruch. Aufgelockert wurde die Veranstaltung durch den Auftritt einer Breakdance-Gruppe. Für 2012 sind 3 weitere Veranstaltungen dieser Art geplant, die nächste findet am 29. März 2012 im Volkshaus Auwiesen statt.

Bewegung im Stadtteil

Um vor Ort im Stadtteil eine Möglichkeit zur niederschwelligen sportlichen Betätigung zu schaffen und um die Kommunikation und den gegenseitigen Austausch der BewohnerInnen zu fördern, hat der GFK in Zusammenarbeit mit der LINZ AG unter dem Motto „Franckviertel in Bewegung“ einen Nordic-Walking-Rundweg ausgeschildert. Jeden Montag um 16.00 Uhr besteht die Möglichkeit, unter Anleitung einer Trainerin die richtige Technik zu erlernen. Wie die TeilnehmerInnenzahlen zeigen, wird dieses Angebot sehr gut angenommen. Für 2012 ist geplant, interessierten TeilnehmerInnen aus dem Stadtteil die Ausbildung zum Nordic-Walking-Coach zu ermöglichen, um so dieses Projekt in Eigenregie durch die BewohnerInnen des Stadtteils zu betreiben. Als Reaktion auf die Ergebnisse der Sportumfrage 2011 ist eine Ausweitung des Projekts die Innenstadt und auf Pichling geplant. Im Frühling wird im öffentlich zugänglichen AKh-Park nach diesem Beispiel ein Nordic-Walking-Rundweg errichtet. Der bereits vorhandene „Garten der Bewegung“ soll mit einbezogen und benutzt werden, an festgelegten Tagen wird dazu ein/e PhysiotherapeutIn fachgerechte Tipps geben. Weiters wird analog zum Franckviertel auch am Weikerlsee in Pichling gemeinsam mit der LINZ AG ein beschilderter Nordic-Walking-Weg errichtet werden.

„Selber kochen – gesund, schmackhaft, rasch und kostengünstig“

Das Thema „gesunde Ernährung“ wurde im vergangenen Jahr vom GFK erstmals aufgegriffen. In Zusammenarbeit mit der OÖGKK wurde eine Rezeptsammlung erstellt und zu einer kleinen Kochfibel zusammengefasst. Diese Rezepte werden dann auch in Kochkursen im Wissensturm und im Volkshaus Pichling unter der Leitung einer Ernährungswissenschaftlerin nachgekocht. Dazu eingeladen sind junge Familien – auch mit ihren Kindern. Aufgrund der regen Teilnahme werden diese Kochkurse auch 2012 drei Mal angeboten werden, und zwar jeweils im Wissensturm, im Volkshaus Pichling sowie in Urfahr.

Engagement in Suchtprävention

Auch im Bereich der Suchtprävention engagiert sich der Verein GFK: Speziell ausgebildete Fachtrainer des Instituts für Suchtprävention der Pro Mente bieten im Auftrag des GFK Workshops zum Thema Alkohol in 18 Klassen der 9. und 10. Schulstufen einiger Linzer Schulen an. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt, bei dem die Inhalte gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet werden. Ziel des Workshops ist die persönliche Auseinandersetzung und die Vermittlung von Fachwissen zu Alkohol und dem adäquaten Umgang damit.

Angebote für die reifere Generation

Speziell für die Generation 50++ plant der GFK im Herbst 2012 einen „Tag der Prävention“, an dem gemeinsam mit Vereinen und ExpertInnen aus dem Gesundheits- und Sportbereich über Angebote speziell für diese Generation informiert wird. Gleichzeitig ermöglicht diese Veranstaltung, da alle Anbieter gemeinsam vor Ort sind, eine selektive Auswahlmöglichkeit von Angeboten speziell abgestimmt auf die eigenen Bedürfnisse und Interessen.

Frauenspezifische Angebote

Das Linzer Frauengesundheitszentrum (FGZ) wirkt als Drehscheibe für frauenspezifische Gesundheitsförderung und ganzheitliche Gesundheitsarbeit. Ein Hauptziel des Frauengesundheitszentrums ist es, Frauen in ihrer Selbstbestimmung und Eigenkompetenz zu stärken, zur Gesundheitsvorsorge zu motivieren und ihre Gesundheitsförderung zu unterstützen. Die Schwerpunkte liegen deshalb auf Prävention, Beratung und Behandlung. Pro Jahr finden sich mehr als 2.000 Teilnehmerinnen bei gesundheitsbezogenen Veranstaltungen, wie Seminaren, Workshops und Vorträgen ein. 2012 finden als Schwerpunkt Aktivitäten zum Thema Ess-Sucht statt. In diesem Bereich nimmt das FGZ eine Vorreiterrolle in Oberösterreich ein. Die Stadt Linz schätzt die engagierte Arbeit des FGZ und fördert das Angebot dieser frauenspezifischen Gesundheitseinrichtung.

3. Linzer Gesundheitsbericht

Im Frühling 2012 lässt die Stadt Linz vom Institut für Gesundheitsplanung wieder eine Umfrage zur subjektiv empfundenen Gesundheitssituation der Linzer Bevölkerung durchführen. Die wissenschaftlich ausgewerteten Daten sind die Basis für den 3. Linzer Gesundheitsbericht, welcher eine bedarfsorientierte und bürgernahe Gesundheitsversorgung sicherstellt. Weiters sollen durch die Umfrage Informationen über etwaige Problembereiche gewonnen beziehungsweise Defizite als Basis für gesundheitspolitische Interventionen aufgezeigt werden.

Gesundheitsziele für die nächsten 10 Jahre

Als gesundheitspolitisches Instrument für die Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Bevölkerung werden alle zehn Jahre Gesundheitsziele formuliert, welche für konkrete gesundheitspolitisch relevante Zielbereiche beziehungsweise -gruppen Empfehlungen formulieren und Maßnahmen konzipieren. Durch verbindliche Vereinbarungen soll eine Vernetzung möglichst vieler AkteurInnen des Gesundheitssystems stattfinden und die vorhandenen Ressourcen gebündelt werden. Die Gesundheitsziele für die nächsten 10 Jahre werden gemeinsam mit dem Institut für Gesundheitsplanung erarbeitet und stehen kurz vor dem Abschluss – sie sollen in den nächsten Monaten vom Gemeinderat beschlossen werden.

„Die Stadt Linz verfügt seit vielen Jahren über ein bereits traditionell gutes Angebot im Präventionsbereich. Wir wollen unser Angebot im Jahr 2012 aber trotzdem weiter ausbauen und anpassen, um in Zukunft alle Linzerinnen und Linzer noch effektiver erreichen zu können und damit den Gesundheitszustand in der Bevölkerung noch weiter zu verbessern,“ so Gesundheitsreferentin Vizebürgermeisterin Dolezal abschließend.

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

weitere Informationen:


Newsletter / RSS

Immer gut informiert mit den aktuellen Newslettern und den RSS-Newsfeeds der Stadt Linz.