Seitenanfang

DE   EN   IT   FR   ES   CZ   | SCHRIFT: A    A+   A++ | KONTRAST +| Österreichische Gebärdensprache
Stadt Linz - Presse
Stadt Linz - Startseite
 » Februar 2012 »  »  »  » Presse-Archiv » Presse »  » Startseite
SOZIALES
Presseaussendung vom 20.02.2012

Qualitatives Pflegeangebot in Linz

22 Millionen Euro für Pflegeleistungen 2011

2,9 Millionen für Mobile Dienste
Mehr als 5.000 Tage in Kurzzeitpflege
Neue Betreuungsformen bei Demenzerkrankung
Neues Pflegeheim Liebigstraße als Ersatz für Zwei- und Drei-Bettzimmer

Zum Stichtag 1. Jänner 2012 lebten 191.767 Menschen in Linz. Fast genau ein Viertel war dabei älter als 60 Jahre. Der große Teil dieser SeniorInnen benötigt keinerlei Hilfe im Alltag. Für unterstützungsbedürftige Menschen bietet die Stadt Linz ein dichtes Versorgungsnetz an.  

Vor allem die Aussicht auf einen Pflegeplatz im Bedarfsfall in einem Linzer Seniorenzentrum ist aufgrund der Vollversorgung mit 2.136 Pflegebetten gesichert. Ob städtische oder privat geführte Einrichtungen, die Wartezeit auf einen Platz in einem der 18 Pflegeheime lag 2011 im Durchschnitt bei nur 33 Tagen.

Immer stärker im Steigen ist die Kurzzeitpflege. Konzentriert im städtischen Seniorenzentrum Spallerhof angeboten, nahmen vergangenes Jahr 230 Personen dieses Angebot an. Fast 5.100 Belagstage wurden dabei verzeichnet. Auch die Pflege an Demenz erkrankter Personen nimmt zu. 185 erkrankte Menschen werden derzeit in den Seniorenzentren Spallerhof und Neue Heimat nach neuesten Pflegekonzepten in kleinen Gruppen betreut. 

Für die Stadt Linz bedeutet dieses dichte Versorgungsnetz hohe Kosten. Knapp 22 Millionen Euro wurden 2011 in der geschlossenen Sozialhilfe als Abgang verzeichnet. Bei den Mobilen Diensten waren es alleine 2,9 Millionen Euro.

„Die ältere Bevölkerung hat sich im Not- oder Pflegefall eine entsprechende Betreuungsmöglichkeit verdient. Sei es jetzt ein Pflegeplatz in einem Seniorenzentrum oder die regelmäßige Unterstützung durch die Mobilen Dienste. Auch das neue Sozialprogramm der Stadt Linz setzt auf eine Qualitätsoffensive“, sagt Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger.

2011: 22 Millionen Euro für Pflegeplätze

Für die Versorgung der LinzerInnen in den Pflegeinrichtungen bedarf es laufend eines enormen finanziellen Aufwands. So trägt die Stadt Linz jedes Jahr einen großen Betrag zur geschlossenen Sozialhilfe und somit auch zu dem hohen Niveau in der Seniorenbetreuung bei. Im Jahr 2011 lag der Abgang für die Kommune in diesem Bereich bei 21,8 Millionen Euro. 

2.100 Menschen werden in den Seniorenzentren betreut

In Linz können ältere Menschen sicher sein, im Fall des (Pflege-)Falles rasch einen entsprechenden Betreuungsplatz zu erhalten. Ermöglicht wird dies durch die Vollversorgung mit Pflegeeinrichtungen in der Landeshauptstadt. Zehn Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 1.236 Pflegeplätzen werden von der städtischen Seniorenzentren Linz GmbH geführt. Ergänzt wird dieses Angebot durch 900 Plätze in Pflegeeinrichtungen von privaten BetreiberInnen.

Aufgrund dieser Vollversorgung sind die Wartelisten für einen Seniorenzentrumsplatz in Linz sowohl bei den städtischen als auch den privaten Häusern überaus gering. Im Durchschnitt lag die Wartezeit auf einen Heimplatz im Jahr 2011 bei 33 Tagen.

Zwei- und Drei-Bettzimmer: Abbau durch Neubau Liebigstraße

In den zehn Häusern der Seniorenzentren Linz GmbH befinden sich noch einige Mehrbettzimmer. 71 Zwei-Bettzimmer und 42 Drei-Bettzimmer. Größtenteils sind diese in den älteren Gebäuden des Seniorenzentrums Spallerhof untergebracht. „Durch das neue Haus Liebigstraße werden die meisten Mehrbett-Zimmer durch zeitgemäße Ein-Bettzimmer ersetzt. Dies ist Teil unserer Qualitätsoffensive“, betont Vizebürgermeister Klaus Luger.

Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflegeplätze bilden einen wesentlichen Teil des sozialen Betreuungsnetzes in Linz. Diese werden im Seniorenzentrum Spallerhof in geräumigen Doppelzimmern angeboten. Mit der Kurzzeitpflege sollen vor allem pflegende Angehörige eine qualitative und verlässliche Entlastung im Falle einer Verhinderung oder eines Urlaubs finden.

Darüber hinaus wird die Kurzzeitpflege als Übergangspflege von Menschen angenommen, die nach einem Krankenhausaufenthalt noch intensive Betreuung benötigen und diese zuhause nicht erhalten können. 14 bis 20 Zimmer stehen in der Regel für die Kurzzeitpflege bereit. Die Kurzzeitpflege reicht von einem Tag bis zu sechs Wochen.

Im Jahr 2011 nützten 230 Personen diesen Service. Zehn Personen kamen sogar mehrmals. Insgesamt wurden 5.074 Belagstage erreicht. Das entspricht einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von rund 22 Tagen. 25 Personen wurden nach der Kurzzeitpflege gleich direkt als DauerbewohnerInnen aufgenommen.

Das Entgelt für die Kurzzeitpflege beträgt pro Tag 77,39 Euro (inkl. USt) plus anteiliges Pflegegeld. Durch die Konzentration der Kurzzeitpflege an diesem Standort wurde eine bessere Bündelung und Optimierung der vorhandenen Ressourcen möglich. Daraus resultierte eine wesentliche Qualitätssteigerung für die BewohnerInnen.

Neue Pflegeformen für Demenzerkrankte

Demenz ist eine Krankheitserscheinung, von der auf Grund des steigenden Anteils älterer Menschen immer mehr MitbürgerInnen betroffen sind. Die Stadt Linz hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, Demenzkranken besondere Zuwendung zukommen zu lassen. Aus diesem Grund wurde im Altbau des Seniorenzentrums Spallerhof eine eigene Abteilung für diese Personengruppe eingerichtet. 143 Pflegeplätze stehen dort zur Verfügung. In elf Betreuungsgruppen werden jeweils rund 14 Personen betreut. Acht Gruppen umfasst der Kreis der leicht bis mittelschwer erkrankten Personen und drei Gruppen die schwer Demenzerkrankten.

Auch im Seniorenzentrum Neue Heimat gibt es seit zwei Jahren eine eigene, jedoch kleinere Abteilung für demente Personen. Derzeit werden dort 32 betroffene Personen versorgt.  

Spallerhof Haus 3 – beste Voraussetzung

Das Haus 3 am Spallerhof bietet den BewohnerInnen optimal abgestimmte räumliche Voraussetzungen. Das historische, über 100 Jahre alte Gebäude im Seniorenzentrum Spallerhof wurde Mitte der 1990er Jahre umfassend saniert und für 160 Wohnplätze ausgerichtet. Ein spezielles Desorientierten-Fürsorgesystem, das die Betreuung von Menschen mit Fluchttendenz erleichtert, ist ebenfalls integriert. Als einziges Haus der Seniorenzentren Linz GmbH verfügt es noch mehrheitlich über Drei-Bettzimmer, die für ein Demenzzentrum besonders geeignet sind. Die langjährige Erfahrung in den Seniorenzentren zeigt, dass für diese BewohnerInnen die Unterbringung in Mehrbettzimmern von Vorteil ist und sich positiv auf ihr subjektives Empfinden (Angst vor dem Alleinsein) auswirkt.

Die Architektur des Gebäudes mit dem vorhandenen Innenhof und dem sich dadurch ergebenden Rundgang im Haus ist geradezu prädestiniert für eine speziell auf Menschen mit dieser Krankheit ausgerichtete stationäre Betreuung.

Neue Pflegekonzepte

Wurden die zu pflegenden BewohnerInnen schon bisher nach dem besten Wissen betreut und versorgt, hält nun eine neue Pflegemethode Einzug in das Betreuungswesen. Die Mäeutik ist die Kunst der erlebensorientierenden Pflege. Im Mittelpunkt steht der Mensch mit all seinen Beziehungen, wobei sich ein Großteil dieser Methode um die Gefühlswelt der Pflegepersonen dreht. In der Praxis werden Fähigkeiten und Fertigkeiten von BewohnernInnen und den Betreuungspersonen bewusst gemacht und gefördert.

Die Pflegepersonen lernen, sich mit ihrer Erfahrung und mit Hilfe der Instrumente der Mäeutik immer besser in die Lebenswelt der BewohnerInnen einzufühlen, ihre wesentlichen Bedürfnisse wahrzunehmen und sie in die individuelle Pflege einzubeziehen. Die Bezugspflege und die Biographiearbeit (Geschichte der Betreuten) sind ein unerlässlicher Bestandteil des mäeutischen Pflegemodells.

Alle MitarbeiterInnen am Seniorenzentrum Spallerhof wurden bereits entsprechend geschult und die Umsetzung dieses Modells ist für das heurige Jahr vorgesehen.

Private Demenz-Betreuungsangebote

Neben dem umfassenden städtischen Angebot für demenzerkrankte Menschen stellen auch private Organisationen in Linz stationäre Betreuungsangebotengebote zur Verfügung.

So bietet die Caritas im Seniorenwohnhaus Karl Borromäus zwei Wohngruppen mit 32 Plätzen speziell für an Demenz erkrankte Menschen an. 2009 wurde das Haus erweitert und modernisiert und beim Umbau speziell auf die Bedürfnisse Demenzkranker Rücksicht genommen. Neu ist auch der dementengerecht gestaltete Innenhof.

Im neuen Haus für Senioren des Diakoniewerks an der Körnerstraße gibt es ebenfalls die Möglichkeit der Versorgung dementer Personen. In den 47 Wohneinheiten gibt es jedoch keine festgelegte Anzahl an vorgesehenen Plätzen.

Drei städtische Tageszentren, ein viertes wird errichtet

Für SeniorInnen, die zuhause wohnen, aber teilweise Unterstützung benötigen, stehen drei städtische Tageszentren zur Verfügung. Zum Angebot zählen gemeinsame Aktivitäten, Pflege und Betreuung sowie drei Mahlzeiten pro Tag. Die Tageszentren können mehrmals wöchentlich besucht werden. Die Kosten für den Besuch richten sich nach dem Einkommen.

Durchschnittlich besuchten 2011 täglich 87 Personen die Tageszentren. Insgesamt sind das 21.631 Besuchstage. Die städtischen Tageszentren befinden sich in den Seniorenzentren Dornach / Auhof, Franckviertel und in Kleinmünchen.



Als private Anbieterin betreibt die Volkshilfe das Tageszentrum Regenbogen an der Maderspergerstraße mit 20 Betreuungsplätzen. 2011 besuchten 582 Personen diese Einrichtung, in der vorrangig demente Menschen betreut werden. Insgesamt gab es 4.408 Besuchstage.

Das ZENTRUM aktiv in der Helmholtzstraße ist Österreichs 1. private Tagesstätte für Menschen mit Demenz. Hier erhalten Angehörige eine stundenweise Entlastung ihrer Betreuungstätigkeit. Täglich stehen zehn Betreuungsplätze zur Verfügung.

„Um der Nachfrage auch in Zukunft entsprechen zu können, wird im neuen Seniorenzentrum Liebigstraße ein weiteres Tageszentrum entstehen. An diesem neuen Standort für die BewohnerInnen der Innenstadt können täglich 40 Menschen betreut werden“, informiert Vizebürgermeister Klaus Luger.

2,9 Millionen für Mobile Dienste

Die Pflege älterer Menschen in der Landeshauptstadt erfolgt nicht nur durch Senioren- und Tageszentren. Einem Großteil der älteren Bevölkerung ermöglichen erst die Mobilen Dienste einen langen Verbleib in den eigenen vier Wänden. Ob Hauskrankenpflege, Mobile Altenbetreuung, Heimhilfen oder Essen auf Rädern: die regelmäßige Versorgung in der Wohnung ist ein unerlässlicher Pfeiler im dichten sozialen Netz der Stadt Linz.

Organisiert von der Stadt werden die Betreuungs- und Pflegeleistungen von Volkshilfe, Caritas, Samariterbund, Rotes Kreuz, Oberösterreichisches Hilfswerk, Evangelische Diakonie und dem Verein Miteinander nach einem Gebietsschema durchgeführt. Die Kostenbeiträge für die KundInnen sind sozial gestaffelt.

Die Stadt Linz wendete 2011 2,9 Millionen Euro für die Leistungen der Mobilen Dienste auf.

Seniorenzentrum Liebigstraße

Zur Qualitätsverbesserung im städtischen Pflegebereich wird an der Liebigstraße ein neues Seniorenzentrum für 120 BewohnerInnen entstehen. Vor allem in den städtischen Seniorenzentren bestehende Zweibettzimmer können dadurch reduziert und in Einzelzimmer umgewandelt werden. Das Raum- und Funktionskonzept ist seit dem 24. Jänner fertig gestellt und vom Land Oberösterreich bereits genehmigt. Die Errichterin, die GWG-Linz, erstellt zurzeit die Ausschreibungsunterlagen für einen Architektenwettbewerb.

Im September dieses Jahres wird die Jurysitzung stattfinden. Der geplante Baubeginn für das rund 5.800 Quadratmeter Nutzfläche umfassende Gebäude ist für das Frühjahr 2013 vorgesehen. Die Bauzeit ist derzeit mit knapp zwei Jahren eingeplant. In dem neuen Gebäude wird zusätzlich noch ein Tageszentrum für rund 40 Personen untergebracht.




(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Qualitatives Pflegeangebot in Linz“)


Ergänzende Informationen (PDF, 736 kB) (neues Fenster).

Zum Betrachten von PDF-Dokumenten benötigen Sie einen PDF-Reader:

Die Stadt Linz fördert im Rahmen der Open Commons Region Linz den Einsatz von freier, anbieterunabhängiger Software. Freie PDF-Reader für Ihr Betriebssystem finden Sie auf der Seite pdfreaders.org (neues Fenster), einem Angebot der Free Software Foundation Europe. Sie können auch den PDF-Reader von Adobe verwenden.

pdfreader.org - Freie PDF-Reader (neues Fenster)     PDF-Reader von Adobe (neues Fenster)


KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

weitere Informationen:


Newsletter / RSS

Immer gut informiert mit den aktuellen Newslettern und den RSS-Newsfeeds der Stadt Linz.