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Presseaussendung vom 22.02.2012

82 Prozent bewerten Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln positiv

Der Linzer Stadtsenat hat am 7. Juli 2011 eine neue BürgerInnenbefragung beschlossen, die ab Ende September 2011 von der Stadtforschung Linz durchgeführt wurde. Wie schon bei der vorangegangenen BürgerInnenbefragung 2004 waren 45.000 Linzer Wahlberechtigte zum Mitmachen eingeladen. Insgesamt haben sich über 9.100 Personen an der Befragung beteiligt und den Fragebogen zurückgesandt, das sind über 20 Prozent. Für eine Internetbefragung ist diese Quote ein sehr guter Wert.

Die hohe Anzahl von Antworten erlaubt auch diesmal wieder repräsentative Auswertungen auf Stadtteilebene, an denen derzeit noch gearbeitet wird. Dabei wurde auch nach der persönlichen Einschätzung der Verkehrssituation und nach der Zufriedenheit mit den verschiedenen Verkehrsangeboten am Wohnort gefragt.

Bei den verschiedenen zur Disposition stehenden Verkehrsthemen wurde das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln am besten beurteilt, gefolgt von der Einschätzung der Verkehrssituation für FußgängerInnen und in weiterer Folge jener für AutofahrerInnen und für RadfahrerInnen.

82 Prozent der Befragten zeigen sich mit der Situation in Bezug auf die Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zufrieden oder sehr zufrieden, 68 Prozent bewerten die Situation für FußgängerInnen positiv, 53 Prozent sind mit der Situation der AutofahrerInnen und exakt die Hälfte, nämlich 50 Prozent mit der Situation der RadfahrerInnen zufrieden (im Vergleich zu 17 Prozent Unzufriedenheit in diesem Bereich).

„Die Ergebnisse der Linzer BürgerInnenbefragung  zeigen, dass wir nicht nur in Bezug auf die Infrastruktur, sondern auch im Hinblick auf die subjektive Einschätzung der Verkehrsituation mit einem Zustimmungsgrad von 82 Prozent vor allem beim öffentlichen Verkehr den richtigen Weg eingeschlagen haben. Auch bei den FußgängerInnen (mit 68 Prozent) und den AutofahrerInnen (mit 53 Prozent) sind die Befragten mit der Situation mehrheitlich zufrieden“, informiert der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger.

„Generell kommt es für mich auch darauf an, die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern. Vor kurzem hat der Linzer Stadtsenat die Initiierung eines Verkehrssicherheitsprogramms beschlossen, mit dem die Zukunft der Verkehrssicherheit durch Maßnahmen und Kampagnen bis zum Jahr 2020 detaillierter definiert und verbessert werden soll“, so Klaus Luger.

45.000 LinzerInnen wurden befragt

Insgesamt wurden rund 45.000 Linzerinnen und Linzer zwischen 16 und 80 Jahren ab Ende September 2011 vom Linzer Amt für Stadtforschung über ihre Meinung zu verschiedenen kommunalen Themen befragt.

Mit über 9.100 Personen oder 20,2 Prozent, die sich daran beteiligt haben und den Fragebogen zurückgesandt haben, ist die Rücklaufquote erstaunlich hoch und stellt für eine Internetbefragung einen sehr guten Wert dar. Auch die Qualität der Antworten der aktuellen Befragung, die sich z.B. im Anteil der Antworten bei den offenen Fragestellungen zeigt, wurde vom Amt für Stadtforschung als deutlich höher als bei den vorhergehenden Befragungen (auf Papier) beurteilt. Die hohe Anzahl von Antworten erlaubt auch diesmal wieder repräsentative Auswertungen auf Stadtteilebene, an denen derzeit noch gearbeitet wird.

Ein wesentliches Ziel der BürgerInnenbefragung war es, eine Grundlage für Entscheidungen von Politik und Verwaltung und für künftige Planungen zu schaffen.
Ein Großteil der Themen aus den vorangegangenen BürgerInnenbefragungen 1995, 1999 und 2004 wurde wieder aufgegriffen, um Langzeittendenzen ablesen zu können und reelle Vergleichsmöglichkeiten zu schaffen.

Die Ergebnisse erhalten durch diese Zeitreihe eine besondere Aussagekraft. Linz ist bundesweit die einzige größere Stadt, die eine derart breit angelegte Befragungsreihe durchführt.

Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln: 82 Prozent Zufriedenheit

Zunächst wurde die Frage nach der Zufriedenheit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestellt. Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln wird generell auf hohem Niveau eingeschätzt. 58 Prozent der Befragten sind mit den „Öffis“ in ihrer Wohngegend sehr zufrieden, weitere 24 Prozent zufrieden. Zusammen ergibt dies einen Zufriedenheitsgrad von erfreulichen 82 Prozent. Auch im langjährigen Vergleich (mit den BürgerInnenbefragungen 1995, 1999 und 2004)  bewegt sich das positive Meinungsbild bei den öffentlichen Verkehrsmitteln auf relativ hohem Niveau.

Diesen statistischen Daten sind die aktuellen korrespondierenden Fakten gegenübergestellt: Demnach ist das LINZ LINIEN-Netz seit 1988 auf über 190,3 Kilometer im Jahr 2010 und derzeit sogar 194,69 Kilometer angewachsen. Die jährlichen Fahrgastzahlen sind im selben Zeitraum von 65,66 auf 98,58 Millionen im Jahr 2010 und zuletzt 99,54 Millionen Passagiere im Jahr 2011 angestiegen. Die jüngsten Planungen für Netzerweiterungen nach Traun und Pichling und für die 2. Schienenachse durch Linz werden dazu dienen, den erreichten hohen Standard weiter auszubauen.

Verkehrssituation für FußgängerInnen: 68 Prozent Zufriedenheit

Mehr als zwei Drittel der FußgängerInnen, nämlich 68 Prozent, sind mit der Verkehrssituation in ihrer Wohngegend zufrieden, 30 Prozent der Befragten sogar sehr zufrieden. Die Situation der FußgängerInnen wird subjektiv zwar etwas schlechter als 2004 eingeschätzt, bewegt sich aber über die Jahre auf einem konstant hohen Niveau.
Die Zufriedenheit der FußgängerInnen mit der Situation in den Wohngegenden bzw. in den Stadtteilen korrespondiert mit den Fakten: So sind auf Grund der Maßnahmen zur Unfallvermeidung im städtischen Straßenverkehr in den vergangenen Jahren die Verkehrsunfallzahlen in Linz seit 2008 um fast 11 Prozent von 1.265 auf 1.129 betroffene Personen zurückgegangen. Ebenso konnte ein maßgebliches Sinken der Todesfälle und ein Rückgang der allgemein Verunglückten festgestellt werden.

Besonders signifikant ging die Zahl der an Unfällen beteiligten FußgängerInnen zurück. 2008 waren es noch 253, 2010 insgesamt nur mehr 207 sowie im vergangenen Jahr 160.

Eindeutig zurückgegangen sind die Unfälle auf geregelten Kreuzungen, wie der langjährige Vergleich der Jahre 2007 bis 2010 beweist. Die Detailzahlen für 2011 sind noch in Ausarbeitung durch die Abt. Verkehr, Land OÖ. und werden ab März dieses Jahres vorliegen.

Fast um 40 Prozent haben sich in den vergangenen Jahren die Unfälle mit Personenschaden auf geregelten Kreuzungen verringert. Sie stellen somit die beste und sicherste Möglichkeit dar, eine Straße zu überqueren.

Nicht sehr hoch liegt die Zahl an Personenunfällen bei Straßenbahn- oder Bushaltestellen. Im Vergleich zu 2007 ist eine Verringerung feststellbar. 2009 war die Verletzungsgefahr jedoch schon einmal geringfügig niedriger. Für FußgängerInnen als sehr sicher zu werten sind baulich getrennte Fahrbahnen. Fahrzeuge dürfen bei solchen Straßen üblicherweise eine höhere Geschwindigkeit fahren, eine Überquerung ist anspruchsvoller und erfordert mehr Aufmerksamkeit.

Relativ sicher für FußgängerInnen sind auch Radwege und Radfahrstreifen. Die Anzahl bleibt, bis auf eine vorübergehende Erhöhung 2008, ziemlich gleich gering bei sechs Unfällen.

2010 gab es 15 Unfälle mit Personenschäden in Einbahnen. Diese betreffen Unfälle mit PKWs, LKWs sowie Fahrrädern. Das in Linz in ausgewählten Straßenzügen erlaubte Fahren mit dem Fahrrad gegen Einbahnen hat sich dabei als unproblematisch herausgestellt.

„Dennoch dürfen wir bei unseren Bemühungen um eine weitere Verbesserung der Verkehrssituation und der Verkehrssicherheit in den Stadtteilen nicht nachlassen. Es liegen auch zahlreiche Bevölkerungswünsche für Fußgängerübergänge vor. Es ist mir ein wesentliches Anliegen, dass diese Liste möglichst rasch abgearbeitet wird“, so Klaus Luger.

Derzeit wird ein über mehrere Jahre laufendes Verkehrssicherheitsprogramm entwickelt, mit dem der Verkehr in Linz noch sicherer gemacht werden soll. Analog zum österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm soll mit diesem Instrumentarium detailliert die Zukunft der Verkehrssicherheit in der Stadt Linz bis 2020 definiert werden.

Fragen zur Verkehrssicherheit – geschlechtsspezifische Auswertung

In diesem Zusammenhang sind auch vier Fragen zur Verkehrsüberwachung und zur Verkehrssicherheit von Bedeutung, deren Auswertung getrennt nach Frauen und Männern erfolgte.

Frage nach der Wichtigkeit von Geschwindigkeitskontrollen

Demnach schätzen 43 Prozent der Frauen Geschwindigkeitskontrollen als sehr wichtig ein, jedoch nur 33 Prozent der Männer. 29 Prozent der Frauen und 28 Prozent der Männer halten diese Kontrollen für wichtig, und 8 Prozent der Frauen für unwichtig bzw. sehr unwichtig, verglichen mit 15 Prozent der Männer, die dieser Ansicht sind.
19 Prozent der Frauen antworteten mit „teil, teils“, verglichen mit 23 Prozent der Männer.

Frage nach „zukünftigen“ Geschwindigkeitskontrollen

34 Prozent der Frauen wünschen zukünftig mehr Geschwindigkeitskontrollen, verglichen mit 32 Prozent der Männer. Nur 10 Prozent Frauen treten für weniger Kontrollen ein, aber 15 Prozent der Männer.

55 Prozent der Frauen möchten, dass die bisherige Intensität der Kontrollen beibehalten werden soll, im Vergleich zu 53 Prozent der Männer.

Auch die Fragen nach Alkoholkontrollen im Verkehrsgeschehen wurden nach diesen Kriterien gestellt:

Wichtigkeit von Alkoholkontrollen

78 Prozent der Frauen halten Alkoholkontrollen für sehr wichtig, verglichen mit 61 Prozent der Männer. 15 Prozent der Frauen und 24 Prozent der Männer halten Alkoholkontrollen für wichtig, nur 1,2 Prozent der Frauen für unwichtig bzw. sehr unwichtig, verglichen mit 3,3 Prozent der Männer, die diese Auffassung teilen.
5 Prozent der Frauen antworteten mit „teil, teils“, verglichen mit 11 Prozent der Männer.

Wunsch nach zukünftigen Alkoholkontrollen

66 Prozent der Frauen wünschen künftig mehr Alkoholkontrollen, verglichen mit 54 Prozent der Männer. Nur 1,2 Prozent der Frauen treten für weniger Kontrollen ein, aber 2,7 Prozent der Männer.

31 Prozent der Frauen treten dafür ein, die bisherige Häufigkeit der Kontrollen beizubehalten, im Vergleich dazu 42 Prozent der Männer.

Verkehrssituation für AutobenützerInnen: 53 Prozent Zufriedenheit

Die Mehrheit, nämlich rund 53 Prozent der Befragten, sind mit der Verkehrssituation für AutobenützerInnen in ihrer Wohngegend zufrieden oder sehr zufrieden, 10 Prozent unzufrieden und 6 Prozent sehr unzufrieden. 23 Prozent haben die Frage mit „teil, teils“ beantwortet und acht Prozent keine Antwort gegeben, es sind ja auch nicht alle Befragten AutobenützerInnen.

Die Veränderung verglichen mit der Situation vor fünf Jahren ist mit zwei Prozent weniger Zufriedenheit eher marginal, wenn man dem die korrespondierenden Zahlen bei den KFZ-Anmeldungen und den Pendlerzahlen gegenüberstellt:

So sind die gemeldeten PKW von 69.146 im Jahr 1988 auf zuletzt 95.492 angestiegen, die Zahl der EinpendlerInnen hat sich im ungefähr selben Zeitraum von rund 80.000 pro Tag auf über 100.000 erhöht.

Aus diesen Zahlen ersieht Vizebürgermeister Klaus Luger Handlungsbedarf für die kommenden Jahre. Neben der Offensive für den öffentlichen Verkehr müssen daher der Baubeginn des Westrings und damit verbunden eine Entlastung des innerstädtischen Straßennetzes weiterhin einen hohen Stellenwert einnehmen. Zudem sollen der Bau des Autobahnanschlusses Universität, eine Neukonzeption des Innenstadtverkehrs und die Erstellung eines Verkehrskonzeptes für die Wiener Straße in der Neuen Welt für Verbesserungen bei der Verkehrssituation in um Linz sorgen.

Verkehrssituation für RadfahrerInnen

Exakt die Hälfte der RadfahrerInnen ist mit der Verkehrssituation in ihrem Wohngebiet zufrieden oder sehr zufrieden. Dies bedeutet einen Gleichstand mit dem Jahr 1995 und eine leicht negative Veränderung gegenüber 2004 bzw. 1999 mit einem Gesamtzufriedenheitsgrad von 54 bzw. 55 Prozent, der Radverkehrsanteil in Linz ist jedoch im selben Zeitraum von zuvor rund 4 auf derzeit rund 5,3 Prozent (an Werktagen) angestiegen.

Das Radwegenetz wurde seit 1988 von damals 80,1 auf 144,2 Kilometer ausgebaut.

Der weitere Ausbau des Radwegenetzes und mehr Sicherheit, zum Beispiel durch entsprechende Kennzeichnung vorgezogener Radfahrstreifen sowie die Einführung einer Radfahrverträglichkeitsprüfung bei Straßenbauten, sollen zusätzliche Verbesserungen im Hinblick auf die Zufriedenheit der RadfahrerInnen bringen. 

Allein heuer werden in Linz rund 550.000 Euro, um 80.000 Euro (oder 17 Prozent) mehr als 2011, für den weiteren Ausbau und die Adaptierung von Linzer Rad- und Gehwegen ausgegeben. Im Jahr 2013 soll auch die Nibelungenbrücke für RadfahrerInnen verbreitert werden.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Verkehrsreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Detaillierte Auswertung der Ergebnisse der Linzer BürgerInnenbefragung zu Verkehrsthemen“)


Ergänzende Informationen (PDF, 874 kB) (neues Fenster).

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