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FRAUEN
Presseaussendung vom 27.02.2012

Projektstart für „Koppelung von Auftragsvergaben an Frauenförderung“

Mit dem soeben begonnenen Projekt „Koppelung von Auftragsvergaben an Frauenförderung“ setzt die Stadt Linz einen wesentlichen Schritt zur Förderung der wirtschaftlichen Gleichstellung von Frauen und Männern. Eine interdisziplinäre Projektgruppe entwickelt derzeit einen Leitfaden, wie künftig öffentliche Auftragsvergaben der Stadt an frauenfördernde Maßnahmen geknüpft werden können. Dabei werden alle Möglichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen geprüft, um Frauenförderung im Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe zu implementieren. In Zukunft soll damit die Vergabe von öffentlichen Aufträgen der Stadt Linz unter bestimmten Bedingungen an Frauenförderung in den Unternehmen gekoppelt sein.

Entwicklung des Linzer Modells

Aufgabe der neu installierten Projektgruppe ist es, ein an Linzer Arbeitsmarktverhältnisse angepasstes Modell für die Vergabe von öffentlichen Aufträgen verknüpft mit Maßnahmen der Frauenförderung zu erarbeiten. Dabei sollen auch die Vorstellungen der Arbeiterkammer Oberösterreich mit einbezogen werden. Städte wie Berlin und Wien haben bereits entsprechende Modelle in die Realität umgesetzt.

In Zukunft sollen Unternehmen bei Auftragserteilung verpflichtet werden,  frauenfördernde Maßnahmen innerbetrieblich umzusetzen. Die frauenfördernden Maßnahmen orientieren sich dabei an der Größe und der Branche der Unternehmen. Die Projektgruppe entwickelt dabei einen auf die konkreten Verhältnisse und Bedürfnisse der Stadt Linz angepassten Maßnahmenkatalog. Zu ihrer Unterstützung will die Stadt Linz ab dem Zeitpunkt der Ausschreibungsbekanntmachung und in der Angebotsphase ein begleitendes Service anbieten.

Gearbeitet wird an einem Katalog von Maßnahmen, der betriebliche Frauenförderung auf den verschiedensten Ebenen vorsieht. Bei den bereits praktizierten Frauen- Förderungsmodellen ist die Umsetzung der vertraglich vereinbarten Maßnahmen bis zur Hälfte der Leistungsfrist nachzuweisen und wird durch eine Vertragsstrafe gesichert.

Beispiele für Frauenförderungen im Unternehmen

  • Frauenförderung bei Einstellung und Aufstieg:
    Erhöhung des Anteils der weiblichen beschäftigten in mittleren und höheren Führungspositionen, Erhöhung des Anteils an weiblichen Ausbildungsplätzen, Berücksichtigung weiblicher Lehrlinge bei der Übernahme in ein Arbeitsverhältnis, Angebot von Praktikumsplätzen für Mädchen und Frauen in „frauenuntypischen“ Berufen, bevorzugte Berücksichtigung von Frauen beim beruflichen Aufstieg nach einer Bildungsmaßnahme.
  • Frauenförderung bei Qualifizierung
    Spezielle Bildungsmaßnahmen nur für Frauen, Bereitstellung von Plätzen bei betrieblicher oder vom Betrieb finanzierten externen Bildungsmaßnahmen.
  • Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
    Bereitstellung von betrieblicher oder externer Kinderbetreuung, Wiedereinstiegsplanung, Fördermodelle für Väter (bspw. Väterkarenz und Papamonat)
  • Strukturelle Maßnahmen
    Umsetzung eines qualifizierten Frauenförderplans, Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema Gleichstellung, Einsetzung einer Frauenbeauftragten. 

Neue Verpflichtungen bei Auftragsvergabe

Die Koppelung der Auftragsvergabe an Gleichstellungsmaßnahmen ist ein innovatives Instrument zur Bekämpfung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. Es soll außerdem mehr Bewusstsein für die Vorteile aktiver Frauenförderung in den einzelnen Unternehmen schaffen.

Gleichstellung ist gefragt

Die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt ist nach wie vor groß und die Formen der Diskriminierung sind vielfältig. Immer noch verdienen Frauen durchschnittlich ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen. In Linz liegt der Einkommensunterschied derzeit bei 25,2 Prozent, oberösterreichweit bei 28,5 Prozent. Es gibt für Frauen oftmals geringere Aufstiegschancen, Benachteiligungen bei Weiterbildungsmöglichkeiten und weniger Arbeitsplatzsicherheit.

Die Vergabe öffentlicher Aufträge ist daher ein wichtiges Instrument, um in den Betrieben frauenfördernde Maßnahmen zu initiieren. Diese Verantwortung will Linz als eine moderne Verwaltung übernehmen. Die Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an Frauenförderung in Betrieben ist ein erster Schritt, um Unternehmen direkt in die Verantwortung für die Gleichstellung von Frauen und Männern zu nehmen.

(Informationsunterlage für Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger und Finanzreferent Johann Mayr zur Pressekonferenz „Koppelung von Auftragsvergaben mit Frauenförderung“)

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