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FINANZEN
Presseaussendung vom 20.12.2012

„Privatgutachten der BAWAG ohne Relevanz“

Das heute von der BAWAG zur Causa Linz/BAWAG präsentierte Privatgutachten von Thomas Heidorn sei unvollständig und gehe am Thema vorbei, urteilt der Anwalt der Stadt Linz, Lukas Aigner. Heidorn hat in seiner „Sachverständigenstellungnahme“ das Gutachten des von der Justiz bestellten Sachverständigen Christian Imo in mehreren Punkten kritisiert, jedoch selbst keine Gesamtbewertung des rechtsanhängigen Currency Related Swaps (Swap 4175) vorgenommen. „Diese Stellungnahme ist für das Verfahren daher praktisch ohne Relevanz“, so Lukas Aigner.

Lukas Aigner von der Kanzlei Kraft & Winternitz, hält darüber hinaus fest, dass der BAWAG-Sachverständige in Österreich gar nicht als gerichtlich beeideter Sachverständiger zugelassen ist. „Offenbar hat die BAWAG keinen  gerichtlich beeidigten Sachverständigen gefunden, der ihren Standpunkt unterstützt“, so Aigner. Und: „Der Versuch, das unabhängige, gerichtliche Gutachten anzugreifen, ist verständlich, aber durchsichtig. Denn von einem nicht beeidigten Privatgutachter kann man sich bekanntlich vieles wünschen.“

Die Bewertung des Swap durch den Justiz-Sachverständigen Imo wird durch einen weiteren Sachverständigen vollinhaltlich bestätigt. Der gerichtlich beeidigte Sachverständige Prof. Markus Fulmek von der Universität Wien hat den Swap im Auftrag der Stadt Linz bewertet und gelangt zu völlig vergleichbaren Ergebnissen wie Imo. Prof. Fulmek wird regelmäßig vom Handelsgericht Wien als Sachverständiger bestellt.

BAWAG-Gutachter Thomas Heidorn ist an der Frankfurt School of Finance & Management tätig, wo zahlreiche deutsche Großbanken, wie die Deutsche Bank, ihre Mitarbeiter ausbilden lassen. Bezeichnend ist, dass die Deutsche Bank diese Woche in Mailand wegen schweren Betruges für schuldig befunden wurde – und zwar, weil sie der Stadt Mailand einen Zinsswap verkauft hatte, mit dem die Stadt Millionen Euro verlor. Mit der Deutschen Bank hat die BAWAG das umstrittene Swap-Geschäft zwischen ihr und der Stadt Linz zu Geld gemacht.

Für Linz-Anwalt Aigner ist es kein Zufall, dass die Bank ihr Privatgutachten in der vorletzten Woche des Jahres präsentiert. „Offenbar geht es der Bank darum, in den letzten bilanzwirksamen Geschäftswochen des Jahres, sich selbst Argumente zu geben, um die notwendigen Bilanz-Rückstellungen für das Verfahren gegen die Stadt Linz so gering wie möglich zu halten.  Wohl deswegen wurde das Privatgutachten knapp vor dem Bilanzstichtag vorgelegt.“

Ob das der einstigen Gewerkschaftsbank nützt, ist allerdings fraglich. Laut Medienberichten plant BAWAG-Eigentümer Cerberus, die Bank oder Teile davon an einen anderen Hedgefonds, Golden Tree, zu verkaufen. Bisher habe Cerberus bereits über 200 Mio Euro nachgeschossen und soll nun wieder tief in die Tasche greifen, um die wirtschaftliche Situation der Bank zu stabilisieren. Rechtsanwalt Aigner dazu: „Das wäre eine äußerst schmerzhafte Situation. Denn die Investoren eines Hedgefonds wollen Cash sehen und nicht einzahlen.“

Aus Sicht der Stadt Linz ist es inakzeptabel, dass die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für die Fehlberatung und Fehlspekulationen der BAWAG zur Kasse gebeten werden sollen.

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