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SOZIALES
Presseaussendung vom 07.08.2013

Mit Vielfalt zu mehr Bürgernähe und Wirtschaftlichkeit

Magistrat baut auf interkulturelle Skills der Bediensteten

„Die immer vielfältiger werdende Linzer Gesellschaft stellt den Magistrat als Dienstleister und Behörde vor neue Herausforderungen. Ein professionelles Diversity-Management sorgt dafür, dass die Stadt neue Linzerinnen und Linzer schneller serviciert und so Steuergeld spart“, erklärt Vizebürgermeister und Integrationsreferent Klaus Luger die Strategie der Verwaltung beim Kundenservice für Zugezogene. Mit einer ganzen Palette an Maßnahmen stellt sich der Magistrat auf die Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten ein. „Das beginnt bei Bediensteten mit Fremdsprachen-Kenntnissen und reicht bis zu speziellem Informationsmaterial“, zeigt Luger die Bandbreite beim Umgang mit ethnischer Vielfalt im Magistrat auf.

Derzeit haben etwa sieben Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadt migrantische Wurzeln. Der Anteil liegt damit deutlich unter jenem der Linzer Gesamtbevölkerung von 25 Prozent.

Interkulturelles Personal-Management

Ein Ziel im Rahmen des Linzer Sozialprogramms 2011 ist die Anhebung der Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund auf Basis des OÖ. Objektivierungsgesetzes. „Mittelfristig soll sich die Bevölkerungsstruktur der Landeshauptstadt im Personalbestand des Magistrats widerspiegeln“, erklärt Vizebürgermeister Klaus Luger. Das interkulturelle Personalmanagement verfolgt einerseits die Strategie, Leistungen des Magistrats durch sprachliche und interkulturelle Fähigkeiten der Bediensteten den Zugewanderten zu öffnen, andererseits aber auch Arbeitsabläufe durch die erleichterte Kommunikation zu vereinfachen und damit effizienter zu gestalten.
Personal mit Migrationshintergrund ist vor allem in jenen Bereichen tätig, in denen Fremdsprachen-Kenntnisse aber auch Wissen um fremde Kulturen am besten eingesetzt werden können. Dies sind beispielsweise die Bereiche Fremdenrecht oder Kinderbetreuung. Die Abteilung Fremdenrecht ist für die Erteilung von Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen von Zuwanderern aus dem Ausland (Nicht-EWR-Ländern) zuständig. Die Antragssteller halten sich meist erst seit kurzer Zeit in Österreich auf und beherrschen Deutsch mitunter nur in Ansätzen. Um die Beratungen zu erleichtern, arbeiten in der Abteilung insgesamt neun Bedienstete mit Fremdsprachen-Kenntnissen, die insgesamt fünf wichtige Linzer Zuwanderersprachen beherrschen.

Bedienstete mit Fremdsprachen-Kenntnissen und interkulturellem Wissen arbeiten in größerer Zahl auch in den städtischen Krabbelstuben und Kindergärten. Sie erleichtern die Integration von zugewanderten Kindern in die Gruppen, da sie beim Einstieg in die Betreuungseinrichtung für die Kleinen übersetzen können. Im zweiten Schritt bekommen Mädchen und Buben mit Deutsch-Defiziten Nachhilfe im Rahmen der stadteigenen Sprachförderung NEU. Die Kinder- und Jugend-Services der Stadt Linz beschäftigen derzeit etwa 150 Mitarbeiterinnen (ca. 13 Prozent aller Bediensteten in Krabbestuben, Kindergärten und Horten) mit Fremdsprachen-Kenntnissen vor allem im pädagogischen Bereich. Sie sprechen insgesamt verschiedene 15 Sprachen.

Insgesamt haben derzeit ca. 200 oder 7 Prozent der etwa insgesamt 2.750 Bediensteten des Linzer Magistrats migrantischen Hintergrund (d.h. Geburtsland oder Staatsbürgerschaft ist nicht Österreicher). Der Anteil liegt damit deutlich unter jenem an der Gesamtbevölkerung in Linz, der laut Statistik Austria bei etwa 25 Prozent liegt.

Diversitäts-Management
1. Aus- und Weiterbildung

Die Stadtverwaltung bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, im Rahmen der Aus- und Weiterbildungsschiene ihr Wissen rund um das Thema ethnische Vielfalt zu vertiefen. Das Thema „Integration in Linz“ ist beispielsweise ein fixer Bestandteil in der Dienstausbildung, die jede/r Bedienstete durchlaufen muss. Im Rahmen der Weiterbildung liegt der Schwerpunkte der Kurse und Seminare auf Rechtsgrundlagen für Migration und Integration oder Umgang mit interkulturellen Herausforderungen im Arbeitsalltag. Darüber hinaus werden für einzelne Dienststellen bei Bedarf individuelle Bildungsveranstaltungen organisiert, die speziell auf die jeweiligen Herausforderungen der Magistratseinheit eingehen.

2. Netzwerk Vielfalt

Die jüngste Initiative im Rahmen der interkulturellen Maßnahmen ist das „Netzwerk Vielfalt“ unter der Betreuung des Integrationsbüros. Der Zusammenschluss von derzeit insgesamt 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedenster Magistratsdienststellen stellt seit 2012 eine neue Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch zum Thema ethnische Vielfalt dar. Ein so genannter „Diversity Check“ der Organisationseinheiten stand am Beginn der Arbeit. Als Resultate wurden Optimierungsmöglichkeiten für die einzelnen Dienststellen entwickelt und umgesetzt - wie zum Beispiel die Übersetzung von Formularen und Info-Blättern in Fremdsprachen.

Darüber hinaus werden externe Diversitäts-Fachleute zu Impulsreferaten eingeladen. Unabhängig von den zwei Mal jährlichen statt findenden Treffen versorgt das Integrationsbüro die Netzwerk-Teilnehmer laufend mit Informationen rund um das Thema und nutzt so ihre Multiplikator-Funktion.

3. Bewusstseinsbildung

Begleitet werden die genannten Maßnahmen von interner Öffentlichkeitsarbeit, die das Verständnis für interkulturelle Maßnahmen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorantreiben soll. Neben aktuellen Beiträgen in der Mitarbeiter-Zeitschrift „Innenspiegel“ und dem Intranet „Imag“ setzt das Integrationsbüro seit 2011 auch regelmäßig auf interne Gewinnspiele. Dabei werden Bücher oder Tickets für Theater, Kino und Kabarett mit thematischem Integrationsbezug verlost.

Interkulturelle Verwaltungsöffnung

Neben dem Einsatz von mehrsprachigen, interkulturellen Bediensteten setzt der Magistrat mit zwei Maßnahmen die interkulturelle Verwaltungsöffnung in der täglichen Arbeit um.

1. Dolmetsch-Pool

Für eine gute Kommunikation zwischen Zugewanderten und der städtischen Verwaltung können von den Dienststellen des Magistrats bei Bedarf Übersetzer angefordert werden. Das Integrationsbüro betreut und koordiniert den magistratsinternen Dolmetsch-Pool, in dem zur Zeit mehr als 130 Übersetzer in etwa 40 verschiedenen Sprachen erfasst sind.

2. Informationsarbeit für und mit Zugewanderten

Gut informierte neue Linzerinnen und Linzer können die Arbeit des Magistrats beträchtlich erleichtern. Daher bietet das Integrationsbüro umfangreiches Info-Material an.
Drei Folder stellen die Integrationsarbeit der Landeshauptstadt umfassend dar. Darin werden Aufgaben und Leistungen des Ressorts Integration, des Integrationsbüros und des Migrations- und Integrationsbeirats umrissen.

Der Guide „Willkommen in Linz“ deckt in insgesamt elf Kapiteln alle relevanten Informationen für Zuwanderer ab: Beginnend beim Linzer Integrationsbüro und dem Migrations- und Integrationsbeirat spannt sich der thematische Bogen über den Magistrat, fremdenrechtliche Grundlagen und Infos zu Arbeit und Beruf bis hin zu den Angeboten in den Bereichen Kultur, Sport und Mobilität. Die Themen Wohnen, Bildung und Soziales sind weitere Kernbereiche der Broschüre. Der Guide liegt in den neun wichtigsten Linzer MigrantInnen-Sprachen auf.

Die große Nachfrage nach dem Info-Guide – vor allem als Online-Datei mit etwa 1.100 Downloads pro Monat – belegen den Erfolg der Initiative. Aus diesem Grund aktualisiert das Integrationsbüro derzeit die Inhalte und wird eine erweiterte Fassung im Herbst 2013 veröffentlichen.

Um Zugewanderten eine muttersprachliche Orientierungshilfe im Linzer Gesundheitssystem zu bieten, hat das Integrationsbüro eine übersichtliche und leicht verständliche Informationsbroschüre „Gesund in Linz“ in insgesamt neun Sprachen entwickelt. Der inhaltliche Bogen der Broschüre spannt sich von ganz praktischen Informationen (Kranken- und Unfallversicherung, Rezept) über das psychosoziale Beratungsangebot („Hilfe für die Seele“) und frauenspezifischen Gesundheitsthemen bis hin zu Tipps für das Gesund-Bleiben (Impfschutz, Ernährung, Bewegung). Die Broschüre enthält auch eine Übersicht über das muttersprachliche Behandlungsangebot durch Linzer ÄrztInnen. Der Info-Guide „Gesund in Linz“ wird im Rahmen der laufenden Neuauflage mit der Broschüre „Willkommen in Linz“ zusammengeführt. Alle Informationen sind über das Linzer Integrationsbüro kostenlos zu beziehen und online unter http://integration.linz.at abrufbar.

Neben den schriftlich-mehrsprachigen Informationen organisiert der Migrationsbeirat regelmäßig Vorträge zu zentralen Integrationsthemen in den Linzer Zuwanderer-Vereinen. Insgesamt 36 Mal besuchen Expertinnen und Experten im laufenden Jahr die größten Communitys in der Landeshauptstadt und informieren Zugewanderte umfassend über die Themen Bildung, Gesundheit und Jugend.

Haus der Vielfalt - Integrationsarbeit der Stadt Linz

Linz hat viele Gesichter – eine Stadt, in der Menschen aus 148 Nationen leben. Insgesamt 32.930 Personen hatten mit Stand 1. Jänner 2013 nicht die österreichische Staatsbürgerschaft, das entspricht 17 Prozent aller 193.486 Linzerinnen und Linzer. Etwa 25 Prozent aller Einwohner haben Migrationshintergrund.

Die oberösterreichische Landeshauptstadt hat bereits vor Jahrzehnten auf die sich verändernde Gesellschaft reagiert und kann auf eine lange Tradition in Sachen ethnischer Vielfaltskompetenz zurückblicken: Das Integrationsbüro besteht bereits seit dem Jahre 1991, der Migrations- und Integrationsbeirat seit 1996. Mit der Schaffung eines eigenen Ressorts in der Stadtregierung 2009 erfuhr die Thematik einen Aufwertung und einen weiteren Entwicklungsschub. Das „Maßnahmenpaket Integration“ aus 2010 und das „Linzer Sozialprogramm – Lebensstadt Linz“ aus 2011 sind die Fundamente, auf die die Linzer Integrationspolitik ruht.

Die zwei Fundamente der Linzer Integrationspolitik
Das Maßnahmenpaket Integration und der Integrationsschwerpunkt im Sozialprogramm 2011 sind die inhaltlichen Ausgangspunkte für ein besseres Zusammenleben in Linz. Der Fokus liegt dabei auf der Sprachförderung NEU in den städtischen Kindergärten, die von den Kinder- und Jugend-Services des Magistrats umgesetzt wird: In dem österreichweit einzigartigen Modell erhalten alle Mädchen und Buben mit Sprachdefiziten ab dem ersten Tag in der Betreuungseinrichtung  Deutschtrainings – egal, ob sie Migrationshintergrund haben oder nicht. Ein Kind kann bei Bedarf innerhalb der drei Kindergartenjahre so bis zu 540 Stunden altersgerechte „Nachhilfe“ von speziell geschulten Sprachtrainerinnen erhalten. Zwei Mal pro Jahr werden die Lernfortschritte der Mädchen und Buben evaluiert. Die Effektivität der Linzer Fördermaßnahme wurde bereits von der Universität Hamburg überprüft und bestätigt. Flankiert wird die zentrale Integrationsmaßnahme der Stadt Linz von einer Vielzahl an kleineren Sprach- und Lernprojekten, die auch die Zweisprachigkeit von Kindern mit nicht-deutscher Herkunftssprache fördern sollen. Im Kindergarten-Jahr 2012/13 nahmen etwa 2.100 Kinder (40 Prozent) an der Sprachförderung NEU teil – 450 davon mit deutscher Muttersprache.

Eine Übersicht aller Integrationsprojekte der Stadt Linz findet sich in den folgenden tabellarischen Darstellungen des Maßnahmenpakets Integration und des Neuen Linzer Sozialprogramms.

1. Maßnahmenpaket Integration

Der Linzer Gemeinderat gab am 22. April 2010 grünes Licht für das 24 Punkte umfassende Maßnahmenpaket Integration. Die konkreten Projekte verteilen sich dabei auf insgesamt neun Themenbereiche. 23 der 24 Projekte sind bereits in Umsetzung.

Das Maßnahmenpaket Integration im Detail:

2. Das Neue Linzer Sozialprogramm

Das Neue Linzer Sozialprogramm „Lebensstadt Linz – Soziale Sicherheit und Gerechtigkeit“ setzt die Projekte des Maßnahmenpakets Integration aus 2010 fort und baut diese weiter aus. Unter dem Titel „Lebens-Vielfalt“ beschäftigt sich ein eigenes Kapitel mit den Herausforderungen im Bereich Integration, es beinhaltet fünf Ziele mit insgesamt 17 konkreten Maßnahmen bzw. Projekten. Der Gemeinderat stimmte dem neuen Sozialprogramm am 24. November 2011 mehrheitlich zu.

Das Neue Linzer Sozialprogramm „Lebens-Vielfalt“ im Überblick:

Die drei Säulen der Linzer Integrationspolitik

Das Ressort Integration, das Integrationsbüro und der Migrationsbeirat sind die drei Säulen der Linzer Integrationsarbeit, die inhaltliche Schwerpunkte des Maßnahmenpakets und Sozialprogramms setzen bzw. diese in die Praxis übertragen.

1. Ressort Integration

Das Ressort Integration wurde nach der Gemeinderatswahl 2009 in der Stadtregierung geschaffen. Es initiiert konkrete Maßnahmen in jenen Bereichen, in denen es in Hinblick auf die Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden auch über die Zuständigkeiten verfügt. Der Schwerpunkt liegt dabei im Rahmen des Maßnahmenpakets Integration und des Linzer Sozialprogramms auf der Sprachförderung NEU.

2. Integrationsbüro

Das Integrationsbüro steht allen Linzerinnen und Linzern als Schnittstelle für Informationen zum Thema Zuwanderung offen, es entwickelt und koordiniert Projekte. Darüber hinaus gehören die Organisation von Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen oder wissenschaftliche Symposien ebenso zu den Aufgaben des Integrationsbüros, wie die Vernetzung mit NGOs und Integra-tionsorganisationen, Grundlagenarbeit, interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung oder Öffentlichkeitsarbeit.

3. Migrations- und Integrationsbeirat (MIB)

Der Beirat ist eine politische Interessenvertretung aller Linzerinnen und Linzer mit migrantischem Hintergrund. Er setzt sich aus 16 bestellten und ehrenamtlich tätigen Mitgliedern zusammen. Weiters entsendet jede im Gemeinderat vertretene Fraktion (SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ) ein Gemeinderatsmitglied, das mit beratender Stimme im MIB vertreten ist. Ziele des Beirats sind unter anderem die Einbeziehung der Interessen von Zugewanderten auf kommunaler Ebene oder die Förderung des Verständnisses zwischen den Bevölkerungsgruppen verschiedener Herkunft.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialreferent Vizebürgermeister Klaus Luger zum Thema „Vielfalt in der Stadtverwaltung“)

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

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