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KOMMUNALES
Presseaussendung vom 03.02.2014

Die aktuellen Zahlen zur Linzer Wirtschaft

Im jüngst erschienenen Statistikwerk „Österreichs Städte in Zahlen“, herausgegeben von Statistik Austria und Österreichischer Städtebund, findet sich die Zusammenstellung der Steuereinnahmen 2012 für alle österreichischen Städte über 20.000 EinwohnerInnen mit einer Auswertung der Finanzkraft pro EinwohnerIn. Das für die Stadt erfreuliche Ergebnis vorweg: Linz ist mit 2.024 Euro Steuereinnahmen pro EinwohnerIn die finanzstärkste Stadt Österreichs.

383 Millionen Euro hat Linz 2012 an Steuern erhalten. Bei der größten Einnahmenposition, den Ertragsanteilen aus den allgemeinen Steuereinnahmen des Bundes (216 Millionen Euro), liegt Linz pro EinwohnerIn noch deutlich hinter Salzburg und Innsbruck zurück. Doch bei den Kommunalsteuereinnahmen (drei Prozent der Bruttolohnsumme) ist Linz mit 127,3 Millionen Euro beziehungsweise 673 Euro pro EinwohnerIn eine Klasse für sich.

Die nächstgrößeren Landeshauptstädte Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt und St. Pölten haben im Schnitt 437 Euro Kommunalsteuer pro EinwohnerIn eingenommen. Linz liegt um 54 Prozent (!) beziehungsweise 236 Euro über dem Schnitt dieser ebenfalls starken Arbeitsplatzzentren. Im Vergleich dazu betragen die durchschnittlichen Kommunalsteuern von Gemeinden unter 2.500 EinwohnerInnen nur 160 Euro pro Kopf, bei Gemeinden bis 5.000 EinwohnerInnen sind es 248 Euro. Der Österreich-Durchschnitt liegt bei 316 Euro.

„Die Kommunalsteuereinnahmen sind ein Spiegelbild für die wirtschaftliche Stärke und die Arbeitsplatzdichte einer Stadt. Und Linz hat die mit Abstand höchsten Kommunalsteuereinnahmen pro EinwohnerIn im Vergleich aller größeren Städte Österreichs. Die starke Linzer Wirtschaft macht damit Linz zur finanzkräftigsten Stadt Österreichs,“ ist Wirtschaftsreferentin Stadträtin Susanne Wegscheider stolz auf diese enorme Leistung der Linzer Betriebe mit ihren MitarbeiterInnen.

Linz als Wirtschafts-Hochburg

„Als Arbeitsplatzzentrum und den damit verbundenen Kommunalsteuereinnahmen spielt Linz im Städtevergleich in einer eigenen Liga. Linz ist die erfolgreichste Wirtschaftsstadt Österreichs. In keiner anderen größeren Stadt Österreichs wird von den Betrieben der Privatwirtschaft eine höhere Lohnsumme im Verhältnis zur EinwohnerInnengröße erwirtschaftet als in Linz,“ so Stadträtin Wegscheider.

Hätte Linz ein Kommunalsteuerniveau einer „normalen“ Wirtschaftsstadt wie Wien, Graz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt oder St. Pölten von durchschnittlich 437 Euro pro EinwohnerIn, würde Linz um 44,6 Millionen Euro weniger Kommunalsteuer einnehmen.

Ein Vergleich mit Graz veranschaulicht auch ohne Pro-Kopf-Vergleich die absolute Sonderstellung des Wirtschaftsstandortes Linz. Während die Stadt Linz 127,3 Millionen Euro Kommunalsteuern einnimmt, kommt die Stadt Graz auf „nur“ 106,6 Millionen Euro. Obwohl Graz um 70.700 (!) mehr EinwohnerInnen als Linz hat, nimmt Linz um 20,7 Millionen Euro mehr an Kommunalsteuern ein als Graz – und auch Graz erwirtschaftet als Arbeitsplatzzentrum weit überdurchschnittliche Kommunalsteuereinnahmen.

Mit 127,3 Millionen Euro nimmt Linz 26,8 Prozent der Kommunalsteuereinnahmen aller oberösterreichischen Gemeinden ein – bei einem Bevölkerungsanteil von 13,4 Prozent.

Im Gegensatz zu anderen überdurchschnittlichen Abgaben sind hohe Kommunalsteuereinnahmen (zumindest innerhalb Österreichs) kein Wettbewerbsnachteil, sondern Ausdruck der wirtschaftlichen Stärke. Die Kommunalsteuer beträgt drei Prozent der Bruttolohnsumme und ist somit direkter Gradmesser für die Anzahl der Arbeitsplätze und die Lohnhöhe. Der öffentliche Sektor ist von der Kommunalsteuerpflicht ausgenommen.

EinpendlerInnen sind Teil der Linzer Erfolgsgeschichte

Mit der Arbeitsstättenzählung 2011 steht für die Gemeinden und Bezirke wieder eine Zuteilung der Erwerbstätigen nach dem Arbeitsort zur Verfügung. In Linz gab es im Oktober 2011 laut Arbeitsstättenzählung 177.330 Beschäftigte. (Die auf einer anderen Grundlage basierenden halbjährlichen Statistiken der Gebietskrankenkasse mit der bezirksweisen Zuordnung von Beschäftigungsverhältnissen nach dem Arbeitsort stehen nicht mehr zur Verfügung.)

Da rund 25.600 LinzerInnen auspendeln und 107.700 Erwerbstätige nach Linz einpendeln sind rund 60 Prozent der Linz Arbeitsplätze von EinpendlerInnen belegt. Daraus kann abgeleitet werden, dass auch rund 60 Prozent der Linzer Kommunalsteuereinnahmen von Nicht-LinzerInnen in Linz erwirtschaftet werden. Ohne EinpendlerInnen wäre der Erfolg der Linzer Wirtschaft und die Steuereinnahmen für die Stadt nicht in diesem Ausmaß möglich.

Durch die große Anzahl von EinpendlerInnen hat Linz auch eine deutlich erhöhte Tagesbevölkerung. „Die erhöhte Tagesbevölkerung von Linz ist ein Teil der Größe und Lebendigkeit unserer Stadt“, spricht sich Stadträtin Wegscheider dafür aus, dass Linz eine offene und kooperative Stadtpolitik braucht, die nicht an der Stadtgrenze endet.

Ein augenscheinliches Beispiel dafür ist die notwendige Einrichtung von zusätzlichen Park-and-Ride-Anlagen, nicht nur außerhalb von Linz, sondern auch im Nahbereich, die mit mehr Motivation vorangetrieben werden muss.

Einseitige Maßnahmen in der Verkehrs- und Parkplatzpolitik, mit der Streichung von Parklätzen und hohe Gebühren, ohne gleichzeitige annehmbare Alternativen zu schaffen und das Angebot des öffentlichen Verkehrs massiv auszubauen, sind kurzsichtige Lösungen zum Schaden des Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandortes Linz. Denn die Linzer Betriebe stehen in einem ständigen Wettbewerb um gut ausgebildete Arbeitskräfte, der bei einem Anziehen der Konjunktur umso härter wird.

Linz ist die finanzstärkste Stadt Österreichs

2012 hat Linz 216,2 Millionen Euro Bundes-Ertragsanteile und 166,7 Millionen Euro gemeindeeigene Steuern und Abgaben eingenommen. Bei einer Finanzkraft von 383,0 Millionen Euro und 189.227 EinwohnerInnen (Bevölkerungszahl zum 31.10.2010 für das Finanzjahr 2012 gem. § 9 FAG) hat Linz mit 2.204 Euro die höchste Finanzkraft im Vergleich der Städte über 20.000 EinwohnerInnen. (Wien ist bei diesem Vergleich nicht berücksichtigt, da es auch als Bundesland Ertragsanteile erhält.)

Linz liegt damit knapp vor Salzburg mit einer Finanzkraft von 1.999 Euro pro EinwohnerIn und Innsbruck mit 1.944 Euro. Während bei den Ertragsanteilen Salzburg um 148 € und Innsbruck um 127 Euro pro EinwohnerIn noch deutlich vor Linz liegen, kann sich Linz durch die überlegenen Einnahmen bei der Kommunalsteuer an die Spitze der steuerstärksten Städte setzen.

Zusammensetzung der Linzer Steuereinnahmen 2012

Arbeitsmarktzahlen

Der Arbeitsmarkt in Linz musste im letzten Jahr einen doch deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen hinnehmen. Die Arbeitslosenzahlen des AMS-Bezirkes Linz (Linz+ Urfahr-Umgebung) stiegen im Jahresdurchschnitt 2013 gegenüber dem Vorjahr um 21,3 Prozent auf 7.084 Arbeitslose (davon 2.884 Frauen) an. Die Arbeitslosenquote des AMS-Bezirkes Linz stieg um 1,0 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent (Frauen 5,0 Prozent, Männer 6,4 Prozent). Für Linz-Stadt (ohne Urfahr-Umgebung) lag die Arbeitslosenquote bei 7,0 Prozent.

Trotz dieses unerfreulichen markanten Anstiegs liegt Linz im Vergleich der Stadtregionen nach Salzburg mit 5,2 Prozent noch auf dem zweitbesten Platz. Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichneten Klagenfurt (9,6 Prozent) und Wien mit 10,2 Prozent.

Hatte Linz in der Vergangenheit zum Teil noch Arbeitslosenwerte, die unter dem oberösterreichischen Durchschnitt lagen, so liegt Linz durch den überdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen über der Arbeitslosenquote von Oberösterreich mit 5,1 Prozent (Österreich 7,6 Prozent).

Besonders stark sind in Linz die Arbeitslosenzahlen bei älteren ArbeitnehmerInnen (+ 31,7 Prozent) und bei AusländerInnen (+35,5 Prozent) gestiegen.

Im Jahresdurchschnitt 2013 gab es im AMS-Bezirk Linz 1.479 offene Stellen. Damit kamen im Schnitt in Linz 4,8 Arbeitslose auf eine offene Stelle. Österreichweit betrug die Stellenandrangsziffer im Vorjahr 10,9 Arbeitslose pro offener Stelle.

Arbeitsmarktzahlen für Linz-Stadt

Bei einer Auswertung der Arbeitsmarktdaten nur für Linz-Stadt (ohne Urfahr-Umgebung) zeigen sich die Hintergründe für die hohen Linzer Arbeitslosenwerte, die im Sozial-, Integrations- und Bildungsbereich liegen. Durch eine starke Zuwanderung und den Anstieg des Arbeitskräftepotenzials haben sich diese Hintergründe wahrscheinlich noch verstärkt. Da diese Bereiche die Möglichkeiten und die Zuständigkeit der aktiven Arbeitsmarktpolitik übersteigen, ist auch die Stadt verstärkt gefordert, sich diesen Problembereichen noch stärker als bisher zu widmen – vor allem im Jugendbereich.

Angesichts der hohen Zahl an arbeitslosen Jugendlichen in Linz und dem überdurchschnittlich hohen Anteil von Jugendlichen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, spricht sich Stadträtin Wegscheider für zusätzliche Maßnahmen für arbeitslose Jugendliche aus. Auch Bürgermeister Luger hat bereits Überlegungen für ein neues Fördermodell angekündigt. Hintergrund  dafür sind die im Linzer Konjunkturpaket 2009 bis 2015 vorgesehenen 1,4 Millionen Euro zur Unterstützung von AMS Kursen, von denen bisher erst 170.000 Euro umgesetzt wurden.

Wie dringend der Handlungsbedarf ist, zeigen die neuen Höchststände bei den Arbeitslosenzahlen im Dezember 2013. Bedingt durch die höhere Winterarbeitslosigkeit, waren in Linz-Stadt im Dezember 10.591 Linzerinnen und Linzer arbeitslos (8.554 Personen) beziehungsweise in Schulungen (2.037). Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember für Linz-Stadt 9,6 Prozent.

2.064 Jugendliche (bis 24 Jahre) waren im Dezember in Linz-Stadt arbeitslos oder in Schulung. Zwei Drittel (1.381 Jugendliche) hatten nur einen Pflichtschulabschluss. Der Anteil an arbeitslosen Jugendlichen, die nach der Pflichtschule keine weitere Ausbildung machen beziehungsweise abschließen, liegt in Linz weit über dem oberösterreichischen Durchschnitt. Dieser gesellschaftspolitischen Herausforderung muss sich auch die Stadtpolitik mehr widmen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Wirtschaftsreferentin Stadträtin Susanne Wegscheider über die aktuellen Zahlen zur Linzer Wirtschaft)


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