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KULTUR
Presseaussendung vom 02.12.2014

Linz ist UNESCO City of Media Arts (Foto)

Aufnahme in das UNESCO-Netzwerk Creative Cities (UCCN)

Die Generaldirektorin der UNESCO, Frau Irina Bokova, informierte Bürgermeister Klaus Luger offiziell über die Aufnahme der Stadt Linz ab 1. Dezember 2014 in das internationale Netzwerk der UNESCO „Creative Cities“ (UCCN). Damit zählt die Stadt nun zu den besonders zukunftsorientierten Orten und Metropolen weltweit. Bislang durften sich lediglich drei Städte offiziell City of Media Arts nennen, gestern wurden 5 weitere Städte in diese Kategorie aufgenommen. Insgesamt gibt es nun 28 Städte aus 19 Ländern als neue Mitglieder im UNESCO-Netzwerk. Der Titel „UNESCO-City of Media Arts" ist wichtig für die Entwicklung der Region hin zu einer noch stärkeren internationalen Positionierung und Vernetzung.

„In über drei Jahrzehnten hat sich Linz als Standort für digitale Medienkunst und die Ars Electronica mit dem Festival, dem AEC und dem Futurelab als Marke für Innovation und Kreativität etabliert. Die Aufnahme in das internationale Netzwerk der UNESCO „Creative Cities“ unterstreicht die Internationa-lität und das langjährige Know-How, welches Linz seit Jahren repräsentiert. Auch die zukünftigen Pläne, wie die Weiterentwicklung der Tabakfabrik als Raum für Kreativwirtschaft sowie die Errichtung des Valie Export Centers als Forschungszentrum für Performance- und Medienkunst, machen mich stolz und zeigen zu Recht, dass wir diese Aufnahme mehr als verdient haben.“ Bürgermeister Klaus Luger

„Die Aufnahme von Linz in den Kreis der Cities of Media Art ermöglicht es uns, künftig in neuen Netzwerken international zu agieren und wahrgenom-men zu werden. Nun gilt es, die damit eröffneten Möglichkeiten zu nützen“, sieht Bernhard Baier die Ernennung als große Chance für die Stadt und ihr kreatives Potenzial.

„Der Titel UNESCO City of Media Arts ist eine fulminante Auszeichnung und eine Riesenchance für den Kreativstandort Linz. Der Rohstoff Kreativität wird auch für den Wirtschaftsstandort Linz immer wichtiger. Für das internationale Branding von Linz ist die Auszeichnung als UNESCO Creative City ist ein Meilenstein, denn Linz muss internationaler werden.“ Stadträtin Susanne Wegscheider

Linz im Netzwerk kreativer Städte

Die Positionierung einer Stadt beziehungsweise Region als Marke wird immer wichtiger. Linz hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als moderne Stadt der Arbeit und Kultur mit hoher Lebensqualität, als Lebensstadt, positioniert. Linz – Kulturhauptstadt Europas 2009 und Heimat von Ars Electronica und Klangwolke hat mit der Bewerbung um Aufnahme in dieses Netzwerk im März 2014 dem Kapitel „Internationalisierung forcieren“ des neuen Kulturentwicklungsplans Rechnung getragen.

Dank ihrer Pionierrolle im Bereich der digitalen Medienkunst und einer kulturell orientierten Stadtentwicklung kann Linz viel Know-how und langjährige Erfahrung in das Netzwerk einbringen und sich weiterhin als ein „kreatives Zentrum Europas" gezielt im internationalen Wettbewerb der Städte und Regionen profilieren. Seit 1979 hat sich die oberösterreichische Landeshauptstadt zum Wegbereiter und internationalen Knotenpunkt von Medienkunst und digitaler Medienkompetenz entwickelt. Aktuell konzentriert sie sich auf die Transformation der innerstädtischen ehemaligen Tabakfabrik zu einem Zentrum der Kreativwirtschaft in Oberösterreich. Die Etablierung der CREATIVE REGION Linz & Upper Austria GmbH brachte wichtige Dynamik in die Entwicklung von Linz zu einer kreativen Stadt.

Bewerbungsprozess

Ende November 2013 sind von Seiten der UNESCO neue Aufnahmemodalitäten veröffentlicht worden. Das Beitrittsansuchen an die UNESCO wurde von Linz mittels Online-Formular Mitte März 2014 eingebracht. Linz Kultur erarbeitete gemeinsam mit der Ars Electronica GmbH, der Creative.Region GmbH, dem O.K Offenes Kulturhaus sowie der Kunstuniversität Linz die Bewerbung und holte die notwendigen Dokumente und Unterstützungsschreiben für das Aufnahmeverfahren ein.

69 Mitglieds-Städte

Seit 2004 können sich Städte aus aller Welt um die Aufnahme in das Creative Cities Network der UNESCO bewerben. 69 Städte weltweit gehören diesem Netzwerk nun an. Es soll die Entwicklung vorhandener Potenziale erleichtern, die heimische und internationale Entwicklung von kulturellen Erzeugnissen begünstigen, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt fördern.

Mit Linz gibt es sieben Städte, die sich „City of Media Arts“ nennen: Enghien-les-Bains und Lyon (Frankreich), Sapporo (Japan) sowie seit gestern Dakar (Senegal), Gwangju (Republik of Korea), Tel Aviv-Yafo (Israel) und York (Großbritannien).

Graz ist seit 2011 Netzwerkmitglied als City of Design.

Damit ist Linz nun Mitglied in einem internationalen UNESCO-Netzwerk der kreativen Städte, das zahlreiche Synergieeffekte für die Stadt, ihre BewohnerInnen und für die Kreativwirtschaft mit sich bringen wird.

Weitere Schritte

Eine Aufnahme in das Netzwerk verleiht Linz nicht nur den Titel, sondern auch das Recht, das UNESCO-Logo im Auftritt der Stadt zu verwenden. Auf Basis der UNESCO-Unterlagen werden Richtlinien zur Nutzung des Logos in Abstimmung mit dem bestehenden städtischen Erscheinungsbild entwickelt.

Anfang 2015 erfolgt die Konstituierung eines Advisory-Boards bestehend aus namhaften VertreterInnen des Linzer Kunst- und Kulturbereichs, der Kreativwirtschaft, der Universitäten und anderer Bildungsbereichen, des Tourismus sowie die offizielle Ernennung von Verantwortlichen. Weiters wird eine eigene Homepage erstellt.

Zudem werden Vorbereitungen für ein erstes Netzwerktreffen im Rahmen der Ars Electronica 2015 getroffen. Der Aufbau eines Interessensnetzwerks innerhalb der Stadt und des Landes zählt ebenso zu vorrangigen Maßnahmen.

Die UNESCO fordert von den Creative Cities nach einigen Jahren der Mitgliedschaft eine Selbstevaluation in Form eines Berichts über Aktivitäten ein, um die Erfahrungen mit den anderen Städten im Netzwerk teilen zu können. Generell ist der Beitrag der Netzwerkstädte das Teilen und Einbringen von Know-How, Erfahrungen in soziokultureller Stadtentwicklung und Kreativwirtschaft sowie die Dialog- und Kooperationsbereitschaft mit anderen Städten.

Ziele des Creative Cities Network der UNESCO

Das von der UNESCO im Rahmen der weltweiten Allianz für kulturelle Vielfalt etablierte Netzwerk „Creative Cities” verfolgte die Ziele,

  • die Kreation, Produktion, Verbreitung und Genuss zu kulturellen Angeboten auf lokaler Ebene zu stärken
  • die Kreativität und kreative Ausdrucksmöglichkeiten von allen Bevölkerungsgruppen, besonders für Frauen und junge Menschen zu unterstützen
  • den Zugang und die Teilhabe am kulturellen Leben und an der Nutzung kultureller Angebote zu verbessern
  • die Kultur- und Kreativwirtschaft in lokale Entwicklungspläne zu integrieren

Das Creative Cities Network verbindet Städte, die Erfahrungen, Ideen und Best Practices für ihre kulturelle, soziale und wirtschaftliche Entwicklung teilen wollen. Städte können um Aufnahme ins Netzwerk ansuchen und an dem Programm teilnehmen, um ihre Rolle als kreative Kompetenzzentren auszubauen und andere Städte, vor allem in Entwicklungsländern, beim Ausbau ihrer eigenen Kreativwirtschaft zu unterstützen. Das Netzwerk zielt auf die Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Städten. Sobald eine Stadt in das Netzwerk aufgenommen wird, kann sie Erfahrungen austauschen und neue Möglichkeiten mit anderen Städten auf einer globalen Plattform forcieren, insbesondere für Aktivitäten in der Kreativwirtschaft und dem Tourismus.

7 Kategorien

Die Auszeichnung der UNESCO wird in den folgenden Bereichen vergeben: Literatur, Film, Musik, Volkskunst, Design, Medienkunst und Gastronomie. Mit der erfolgreichen Bewerbung gehört Linz nun dem Netzwerk folgender Städte an:

City of Media Art:

Enghien-les-Bains und Lyon (Frankreich) | Sapporo (Japan)
NEU: Linz (Austria) | Dakar (Senegal) | Gwangju (Republik Korea) | Tel Aviv-Yafo (Israel) | York (Großbritannien)

City of Design:

Beijing (China) | Berlin (Deutschland)
 | Buenos Aires (Argentinien)
 | Montréal (Kanada) | 
Nagoya (Japan) | Kobe (Japan)
 | Shenzhen (China)
 | Seoul (Südkorea)
 | Shanghai (China)
 | St. Etienne (Frankreich) | Santa Fe (USA) | Graz (Österreich)
NEU: Bilbao (Spanien) | Curitiba (Brasilien) | Dundee (Großbritannien) | Helsinki (Finnland) | Turin (Italien)

City of Literature:

Dublin (Irland) | Edinburgh (Schottland) | Iowa City (USA) | Kraków (Polen) | Melbourne (Australien) | Norwich (UK) | Reykjavik (Island)
NEU: Dunedin (Neuseeland) | Granada (Spanien) | Heidelberg (Deutschland) | Prag (Tschechien)

City of Film:

Bradford (UK) | Sydney (Australien)
NEU: Busan (Republik of Korea) | Galway (Irland) | Sofia (Bulgarien)

City of Music:

Bogota (Kolumbien) | Bologna (Italien) | Brazzaville (Kongo) | Sevilla (Spanien) | Glasgow (Schottland) | Gent (Belgien)
NEU: Hamamatsu (Japan) | Hannover (Deutschland) | Mannheim (Deutschland)

City of Craft and Folk Art:

Aswan (Ägypten) | Hangzhou (China) | Fabriano (Italien) | Icheon (Süd Korea) | Kanazawa (Japan) | Paducah und Santa Fe (USA)
NEU: Jacmel (Haiti) | Jingdezhen (China) | Nassau (Bahamas) | Pekalongan (Indonesien) | Suzhou (China)

City of Gastronomy:

Chengdu (China) | Jeonju (Süd Korea) | Östersund (Schweden) | Popayan (Kolumbien) | Zahlé (Libanon)
NEU: Florianopolis (Brasilien) | Shunde (China) | Tsuruoka (Japan) |
(Stand 1. Dezember 2014)

Weitere GesprächspartnerInnen:
Gerfried Stocker / künstlerischer Leiter Ars Electronica GmbH
Dr. Patrick Bartos / Geschäftsführer Creative Region Linz & Upper Austria GmbH
Mag.a Gerda Forstner / Abteilungsleiterin Städtische Kulturentwicklung, Linz Kultur
Mag. Christopher Lindinger / Co-Direktor Future Lab, Ars Electronica GmbH

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Bürgermeister Klaus Luger, Kulturreferent Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier, Wirtschaftsstadträtin Susanne Wegscheider und Kulturdirektor Dr. Julius Stieber anlässlich der Aufnahme von Linz als Digital City of Media Arts in das Creative Cities-Netzwerk der UNESCO)

www.unesco.org/new/en/culture/themes/creativity/creative-cities-network/ (neues Fenster)


Informationsunterlage (PDF, 125 kB) (neues Fenster).

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