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KOMMUNALES
Presseaussendung vom 21.05.2015

Bauernberg feiert 100-Jahr-Jubiläum (Foto)

Neue Infotafeln erzählen Geschichte des Jugendstil-Juwels

Der Bauernberg, mit zehn Hektar eine der größten zusammenhängenden Grünflächen innerhalb des Stadtgebietes, feiert heuer den 100. Geburtstag. Die historisch gewachsene Grünanlage ist als typischer Jugendstilpark einzigartig in Österreich und steht seit 2004 unter Denkmalschutz. Anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums findet im Botanischen Garten eine Ausstellung statt.

Präsentation und Führungen

Im Botanischen Garten widmet sich die Ausstellung „Grünes Juwel im Jugendstil - 100 Jahre Bauernbergpark“ dem Jubiläum der einzigartigen Grünanlage. Neun Tafeln im Eingangshaus dokumentieren die bewegte Geschichte des Parks. Die Eröffnung findet morgen Freitag, 22. Mai 2015, um 18 Uhr statt. Die Ausstellung kann bis Sonntag, 11. Oktober 2015 besucht werden.

Die große Parkanlage Bauernberg ist mit ihren 143 verschiedenen Arten von Gehölzen, Blumenwiesen, blühende Rhododendren und Kunstwerken, ein idealer Erholungsraum. Bei Führungen am  9. Juni und 6. Oktober 2015 erfahren TeilnehmerInnen Wissenswertes über die Botanik und Parkgestaltung und erhalten interessante Einblicke in die Historie der Anlage. Treffpunkt für die zweistündigen Führungen ist jeweils um 15 Uhr beim Eingang des Botanischen Gartens, Roseggerstraße 20.

Parkpflegewerk

Die MitarbeiterInnen der Stadtgärten kümmern sich gewissenhaft um die Pflege des großen Parks. Da die Anlage unter Denkmalschutz steht, erarbeitete die Leiterin der Stadtgärten gemeinsam mit einer Landschaftsplanerin ein Parkpflegewerk. Die Pflegemaßnahmen erfolgen strikt nach diesem Konzept, sodass der Charakter und die Schönheit des Bauernbergs erhalten bleibt.

Die MitarbeiterInnen der Stadtgärten bei der Pflege der Anlage.

Die MitarbeiterInnen der Stadtgärten bei der Pflege der Anlage.

Zur Entstehung

Das Areal des öffentlichen Parks diente bis 1900 als Sandabbaustätte und war teilweise landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Um die Jahrhundertwende begann der „Verein zur Verschönerung der Stadt Linz und ihrer Umgebung“ mit dem Ausbau der Grünanlage. Es sollte ein neues Ausflugsziel für die BürgerInnen der Innenstadt geschaffen werden. Vor allem wollte man die Anhöhe erschließen, um verschiedene Aussichtspunkte als Ziel für Spaziergänge im Park zu bieten. Neue Wege wurden angelegt, Kastanien gepflanzt, Ruhebänke aufgestellt und 1898 ein Kinderspielplatz errichtet. Die jahrelangen Aktivitäten des Vereins wurden vor allem durch Spenden von Privatpersonen und Unternehmen finanziert.

Das Balzarekrondeau und der Berggeist in den 1930er Jahren.

Das Balzarekrondeau und der Berggeist in den 1930er Jahren.

Erster Wettbewerb für Landschaftsgestaltung in Österreich

Nachdem die Gründe 1906 in den Besitz der Stadt kamen, startete der Magistrat ein damals einzigartiges Projekt. Der erste österreichische Wettbewerb für die Gestaltung eines öffentlichen Freiraumes wurde 1911 ausgeschrieben. Der niederösterreichische Gartenarchitekt Karl Pfeifer konnte sich unter 23 Einreichungen durchsetzen. Laut Gemeinderatsprotokoll punktete der Entwurf besonders durch seine vornehme Einfachheit, praktische Wegführung und geschickte Anpassung an die Bodengestaltung.

Oberes Rondeau im Jahr 1915 und heute.

Oberes Rondeau im Jahr 1915 und heute.

Gartenarchitektur

Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung des Besitzers der angrenzenden Villenanlage, Ludwig Hatschek (Industrieller und Erfinder des Baustoffs Eternit; 1856 – 1914), konnte mit der Geländemodellierung und der Ausstattung mit Kunstobjekten begonnen werden. Noch heute sind der Aphroditetempel aus weißem Marmor, der Neptunbrunnen und der Berggeist, eine überlebensgroße Sandsteinplastik im Jugendstil, am Bauernberg zu bewundern. Der spätere Linzer Stadtgartendirektor, Josef Schweiger, leitete die Parkgestaltung.

Der Aphroditentempel 1915 und heute, mit dem Parkboulevard.

Der Aphroditentempel 1915 und heute, mit dem Parkboulevard.

Damals größtes Bauvorhaben in Linz

1912 begannen mehr als 100 Arbeiter mit den gewaltigen Erdarbeiten. Zur Modellierung der Sandgruben wurden 200.000 Kubikmeter Bodenmaterial bewegt. Für den Transport wurde eine kleine Eisenbahn verlegt. Auf Rollwägen transportierten die Arbeiter Erde ab und schütteten damit die senkrechten Wände der Sandgrube zu. Das war die größte Erdbewegung, die bis dahin in Linz vorgenommen wurde. Anschließend wurde ein Grundgerüst an Gehölzen gepflanzt.

Eine Treppe führte in das obere Rondeau, ein Rundweg mit Sitzplätzen umfasste das tiefer gelegene Rasenparterre. Die Hänge wurden mit kleinen Eiben, Föhren und Heister bepflanzt. Auch der spätere Rosenhang wurde vorbereitet. Bei den Banknischen wurden Thujen gesetzt. 1915 konnten die umfangreichen Gestaltungsarbeiten abgeschlossen werden.

Rosengarten auf der Gugl

Umgestaltung im Jahr 1950

Der zweite Weltkrieg hinterließ auf dem Bauernberg Spuren der Verwüstung. Die Bombardements auf das Linzer Stollensystem zerstörten große Flächen. Ab 1949 wurde der Park unter Stadtgartendirektor Rudolf Hirschmann im Stil der frühen 1950er Jahre überarbeitet. Der Schlingrosenhang wurde mit Strauchrosen und Säulenwacholder bepflanzt. Der Rundweg um das schwer beschädigte Rondeau wurde saniert und eine große Staudenrabatte eingefügt. Anstatt der verschwundenen Bronzefigur am Neptunbrunnen kaufte die Stadt 1955 den „neuen Neptun“ beim Bildhauer Walter Ritter. 1963 wurde am Eingang des Parks nahe der Sandgasse das Bahr-Denkmal anlässlich des 100. Geburtstages des Dichters errichtet.

Die original erhaltenen Parkeinfriedungen und Geländer wurden 1997 renoviert. Erneuert wurden in diesem Jahr auch die Stiegenanlagen und das Wegenetz. Die weitere Bepflanzung erfolgte nach einem Baumkonzept, das sich nach dem Originalbestand richtet. 2002 wurden alle Kunstobjekte fachgerecht renoviert. Als teuerste Maßnahme der Parkrevitalisierung erfolgte 2008 die Rückgestaltung der Bernardisstraße auf der Gesamtlänge von 880 Metern von einer Asphaltstraße in einen Parkboulevard.

Der Berggeist, eine Sandsteinskulptur, hinter den Rosenbeeten.

Der Berggeist, eine Sandsteinskulptur, hinter den Rosenbeeten.

Der Neptunbrunnen inmitten der großen Bäume.

Der Neptunbrunnen inmitten der großen Bäume.

Das engagierte Team der StadtgärtnerInnen, das den Bauernbergpark pflegt.

Das engagierte Team der StadtgärtnerInnen, das den Bauernbergpark pflegt.

www.linz.at/botanischergarten.asp

(Informationsunterlage von Grünreferentin Stadträtin Susanne Wegscheider zur Pressekonferenz „100 Jahre Bauernberg“)

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DIin Barbara Veitl
Tel.: +43 732 7070 4200

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