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KOMMUNALES
Presseaussendung vom 02.09.2015

GWG nimmt Vorreiterrolle beim Fernwärmeausbau ein

Etwa 75.000 Wohnungen in Linz am Fernwärmenetz

Vollversorgung der GWG-Wohnungen in Reichweite

Seit dem Start des Fernheizkraftwerkes Linz-Mitte im Jahr 1970 und der „Fernwärmeoffensive“ im Franckviertel und in Urfahr ab Ende der 1980er-Jahre konnte der umweltbelastende Hausbrand in Linz fast gänzlich eliminiert werden. Der forcierte Fernwärmeeinsatz trug wesentlich zur Verbesserung der vormals stark belasteten Luftqualität in Linz bei. Fernwärme ist nicht nur eine sichere, sondern eine äußerst umweltfreundliche Heizform mit hoher Energieeffizienz.

Derzeit sind in Linz etwa 75.000 Wohnungen an die Fernwärme angeschlossen, etwa 67.000 werden von der LINZ AG versorgt, die restlichen 8.000 von der KELAG. Weitere 29.000 Wohnungen besitzen Gasheizungen und 980 Wohnungen werden mit Nahwärme, das sind gasbetriebene Heizungsanlagen, beheizt. Durch die Biomasseanlage können etwa 12.000 Haushalte versorgt werden, durch das Reststoffheizkraftwerk der LINZ AG insgesamt etwa 11.000 Haushalte.

Die rund 67.000 Fernwärmeanschlüsse der LINZ AG unterteilen sich in etwa 49.000 Wohnungen der Wohnungsgesellschaften und 18.000 Wohnungen privater HausbesitzerInnen.

„Die Stadt Linz und die LINZ AG haben das zu Beginn der Fernwärmeoffensive gesetzte ehrgeizige Ziel, etwa 70.000 Wohnungen mit LINZ AG-Fernwärme zu versorgen, fast erreicht. Es freut mich, dass die stadteigene GWG beim Fernwärmeausbau eine Vorreiterrolle einnimmt. 16.728 Wohnungen und damit 88,5 Prozent der 18.914 GWG-Wohnungen werden bereits mit dieser umweltfreundlichen und konkurrenzlos günstigen Heizenergie versorgt“, informiert die Linzer Vizebürgermeisterin und GWG-Aufsichtsratsvorsitzende Karin Hörzing. 

GWG bei Fernwärmeausbau in Linz auf Platz 1

Bei den Wohnungsgesellschaften liegt die GWG unter 15 Linzer Wohnbauträgern an erster Stelle mit insgesamt 16.728 Wohnungen, vor der Neuen Heimat mit 6.024 und der WSG mit etwa 3.761 Wohnungen.


Die GWG war auch jene Wohnbauträgerin, die im Jahr 1989 als erste mit dem großräumigen Anschluss von 2.500 Wohnungen im Franckviertel begann. Dies trug zu einer beträchtlichen Immissions-Senkung in diesem von der Industrie und Hausbrand in Linz traditionell sehr belasteten Wohngebiet bei. Die Lebensqualität wurde dabei für die BewohnerInnen beträchtlich verbessert.

53,2 Millionen Euro für Fernwärme-Nachrüstung

Beginnend im Jahr 1989 wurden seither von der GWG insgesamt 53,2 Millionen Euro (incl. USt) in Nachinstallationen von Fernwärme investiert, womit exakt 9.284 Wohneinheiten nachträglich an das Fernwärmenetz angeschlossen werden konnten.

Von den insgesamt 18.914 GWG-Wohnungen sind auf Grund dieses groß angelegten Ausbauprogramms zusammen mit den GWG-Neubauten bereits 16.782 Wohnungen, das sind 88,5 Prozent aller Wohneinheiten, an das Fernwärmenetz angeschlossen. Für insgesamt 18.229 Wohnungen (96,4 Prozent) wurde die Fernwärmeinfrastruktur geschaffen, das heißt, die Leitungen bis zu den Häusern wurden bereits verlegt. 192 Wohnungen werden mit Nahwärme versorgt, insgesamt erhöht sich somit die Zahl der an Nah- und Fernwärme infrastrukturell angebundenen Wohnungen auf 18.421 Wohneinheiten. Das sind 97,4 Prozent aller Wohnungen!

„Bei der Infrastruktur ist das Ziel einer Vollversorgung bereits in Reichweite, das Potential für die weitere Umstellung liegt aktuell in der Nachrüstung von Objekten, in denen die Hauszuleitungen bereits vorhanden ist, aber noch keine Nachinstallationen erfolgt sind“, informiert Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Ein Ziel beim Fernwärmeausbau war und ist auch ist die intensivierte Umstellung der Warmwasseraufbereitung von Gas auf Fernwärme in Wohnungen, die bereits mit Fernwärme heizen. „Insgesamt werden bereits 14.048 Wohnungen der GWG mit diesem Angebot versorgt. Dies entspricht 74 Prozent des gesamten Wohnungsbestands, inklusive Neubauten“, formuliert Vizebürgermeisterin Karin Hörzing ein weiteres Ziel von GWG und LINZ AG.

86 Prozent aller möglichen Nachinstallationen bereits getätigt

Bei einer Anzahl von 10.785 GWG-Wohneinheiten in Linz, bei denen Fernwärmenachinstallationen möglich sind, werden bereits 9.284 Wohnungen (86 Prozent) mit Fernwärme beheizt und 8.491 Wohnungen (79 Prozent) haben zusätzlich Warmwasser, das mit Fernwärme aufbereitet wird.

„Das heißt, es gibt ein Potential von exakt 1.501 Wohnungen, die in den kommenden Jahren noch sukzessive umgerüstet werden können, in 793 Wohnungen kann zusätzlich noch die Warmwasseraufbereitung mit Fernwärme erfolgen. Unser Ziel ist, all jene Objekte der GWG im Stadtgebiet von Linz, in denen eine Fernwärmeinfrastruktur vorhanden oder noch möglich ist, ,gasfrei‘ zu machen und so die Sicherheit im Wohnbereich zu verbessern“, erläutert Vizebürgermeisterin Karin Hörzing. 

Schwerpunkte Franckviertel, Linz-Mitte und Urfahr

In den letzten sechs Jahren wurden durchschnittlich 243 Wohnungen pro Jahr an die Fernwärme angeschlossen. Schwerpunktmäßige Ausbaumaßnahmen erfolgten in Urfahr (Bauten aus der NS-Zeit), im Franckviertel (Wimhölzel Hinterland) sowie Linz-Mitte und Süd (Kleinmünchen, Neue Heimat). 

Warmwasseraufbereitung mit Fernwärme in 74,3 Prozent aller GWG-Wohnungen

Ein Ziel beim Fernwärmeausbau war und ist auch ist die Umstellung der Warmwasseraufbereitung von Gas auf Fernwärme in Wohnungen, die bereits mit Fernwärme heizen. Insgesamt werden bereits 14.048 Wohnungen der GWG mit diesem Angebot versorgt. Dies entspricht 74,3 Prozent des gesamten GWG-Wohnungsbestands (incl. Neubauten).

Städtevergleich: Linz bei Fernwärme am günstigsten

Beim Kostenvergleich mit den österreichischen Landeshauptstädten belegt die Fernwärme der LINZ AG und der KELAG, die sich an dieses Preisniveau angleicht, souverän den ersten Platz mit 67,98 Euro pro MWh vor der Fernwärme Wien mit 83,65 Euro und der Energie Graz GmbH mit 83,85 Euro. Die höchsten Fernwärmekosten entstehen in Salzburg mit einem Preis von 96,59 Euro pro MWh. Die Preise sind inklusive Umsatzsteuer bei 2.000 Volllaststunden berechnet worden.

Auch im landesweiten Vergleich ist die LINZ AG konkurrenzlos günstig (siehe Grafik): 

Vorteile der Fernwärme für Linz

Fernwärme ist im Zentralraum von Linz die beliebteste Heizform. Durch die Nutzung von Abwärme bei der Stromerzeugung und den Einsatz alternativer Energieträger ist die Fernwärme preisstabil und bietet einen langfristigen Preisvorteil gegenüber anderen Energieträgern.

Fernwärme ist eine umweltfreundliche Heizform mit hoher Energieeffizienz, sie trägt wesentlich zum Klimaschutz bei. Seit 1970 vermindert sie den Hausbrand und leistet einen wesentlichen Beitrag zur verbesserten Luftqualität in Linz. Durch die gekoppelte Produktion von Strom und Wärme wird im Vergleich zur getrennten Erzeugung eine wesentliche Einsparung von Primärenergie erzielt. Die Brennstoffausnutzung beträgt bei Fernwärme bis zu 90 Prozent. Durch den Ersatz von Öl-, Gas- und Festbrennstoffheizungen in den Haushalten konnte der CO2-Ausstoß mehr als halbiert werden.

Reststoffheizkraftwerk vervollständigte Infrastruktur

Zur Erweiterung der Brennstoff-Vielfalt und zur Sicherung der stabilen Fernwärmepreise ist mit dem neuen Reststoffheizkraftwerk seit Herbst 2011 ein zusätzliches Standbein vorhanden. Der Anteil nichtfossiler Energieträger beträgt bei der LINZ AG derzeit rund 40 Prozent.

Fernwärme ist die unverzichtbare Voraussetzung, um Biomasse, Solarthermie, Abwärme und Reststoffe effizient zu nutzen und damit eine größere Unabhängigkeit von den fossilen Brennstoffen zu erreichen.

Förderungen für die Umstellung von Warmwasser auf Fernwärme

Für jede Umstellung gibt es folgende Zuschüsse: 

  • Barmittelzuschuss der LINZ AG: bis zu 300 Euro
  • Barmittelzuschuss der Stadt Linz: bis zu 500 Euro
  • Barmittelzuschuss des Landes OÖ: bis zu 500 Euro

Seit dem Frühjahr 2009 wurden auf diese Weise für 565 Förderungsfälle von der Stadt Linz 276.040 und von der LINZ AG 137.302 Euro, insgesamt somit 413.342 Euro, ausbezahlt.

Für die Heizungsumstellung auf Fernwärme in Nachinstallationsobjekten gibt es Förderungen seitens des Landes.

Auch E-Herde werden gefördert

Zur Erhöhung der Sicherheit fördern Stadt Linz und LINZ AG auch die Umstellung von Gas- auf Elektroherde.

Bei der Umstellung auf einen Elektroherd in Linz kann man mit den folgenden Barmittelzuschüssen rechnen:

  • Barmittelzuschuss der LINZ AG: bis zu 500 Euro
  • Barmittelzuschuss der Stadt Linz: bis zu 500 Euro

Voraussetzung dafür ist, dass die Heizungsversorgung bereits mit Fernwärme der LINZ AG erfolgt und dass die Warmwasserbereitung mit Fernwärme der LINZ AG oder Strom erfolgt.

In diesem Bereich wurden seit 2009 in 924 Förderungsfällen von Stadt Linz und LINZ AG zusammen 699.140 Euro ausbezahlt.

Fernwärme in Linz – eine Erfolgsgeschichte

Die ersten Fernwärmepläne wurden in Linz bereits im Jahr 1948 erwogen. Damals wollte man die Fernwärme von der voestalpine in die Linzer Innenstadt leiten, was sich aber als unfinanzierbar erwies. Im Jahr 1965 errichtete die Stadt Linz ein kleines Fernheizwerk in Dornach zur Versorgung des Stadtteils Dornach/Auhof. Mitte der 1960er Jahre war die Luftbelastung in Linz so hoch, dass der Aufbau einer großflächigen Fernwärmeversorgung beschlossen wurde.

Trotz vieler Widerstände begann im Jahr 1969 der Bau des Fernheizkraftwerks Linz-Mitte, das 1970 in Betrieb ging. Im Jahr 1984 wurde mit dem Bau einer Fernwärmeleitung über die Nibelungenbrücke begonnen, um auch die Fernwärmeversorgung in Urfahr starten zu können. Drei Jahre später erhöhte eine Ringschlussleitung in der Franckstraße die Transportkapazität und die Sicherheit der Linzer Innenstadt.

1989 Start der Nachinstallationen im Franckviertel

Im Jahr 1989 begann das Nachinstallationsprojekt „Franckviertel“. Ein Jahr später ging die Rauchgasentschwefelungsanlage im Fernheizkraftwerk Linz-Mitte in Betrieb. Gleichzeitig war auch Baubeginn für die Fernleitung nach Ebelsberg.

1993 Fernheizkraftwerk Linz-Süd

Im Jahr 1993 wurde das zweite Fernheizkraftwerk Linz-Süd eröffnet. Mit dem Betrieb des dritten Abhitzekessels und der zweiten Dampfturbine konnte im Jahr 2000 in Linz-Süd eine zusätzliche thermische Leistung erreicht werden, ohne den Brennstoffeinsatz wesentlich zu erhöhen.

Das Fernheizkraftwerk Linz-Mitte erhielt ebenfalls in diesem Jahr eine Entstickungsanlage. Durch den Bau und die laufende Modernisierung der beiden Fernheizkraftwerke Linz-Mitte und Linz-Süd hat die LINZ AG einen bedeutenden Anteil an der Verbesserung der Linzer Luft, die von 1987 bis 1995 im Rahmen der drei Linzer Maßnahmenpakete für den Umweltschutz saniert werden konnte.

Im Jahr 2002 begann der Start für die Fernwärmeversorgung des Stadtteils Neue Heimat, 2006 am Froschberg. Bereits im Jahr 2005 war das Biomasse-Heizkraftwerk am Standort Linz-Mitte ans Netz gegangen.

Nach zwei Jahren Bauzeit konnte das neue Reststoffheizkraftwerk im Herbst 2011 in Betrieb gehen.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz der GWG-Aufsichtsratsvorsitzenden Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „GWG ist führend beim Fernwärmeausbau in Linz – weitere Umrüstung auf Fernwärme ist Gebot der Stunde“)

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