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Presseaussendung vom 09.09.2015

Ergebnis der Untersuchung zur künftigen Verkehrsführung an der Eisenbahnbrücke

Der Geschäftsbereich Planung, Technik und Umwelt / Abteilung Verkehrsplanung hat eine Untersuchung zur künftigen Verkehrsführung im Bereich der Eisenbahnbrücke durchgeführt.

Die VerkehrsexpertInnen der Stadt Linz kamen dabei nach aufwändigen Planungsarbeiten und Trassenvergleichen zu dem Ergebnis, dass die Errichtung einer Brücke für alle VerkehrsteilnehmerInnen die verkehrstechnisch sinnvollste Lösung darstellt.

Zur Ausgangssituation

Bei der Ausarbeitung des Verkehrskonzeptes waren folgende Vorgaben zu berücksichtigen:

  • Erhalt der Kleingartenanlage
  • Erhalt des Sportplatzes von Blau-Weiss-Linz 
  • Beibehaltung der Kreuzung Ferihumerstrasse/Linke Brückenstraße
  • Erhalt der Parkplätze beim Traditionsgasthaus Lindbauer
  • möglichst große Radien für einen attraktiven öffentlichen Schienenverkehr (Straßenbahn) 
  • sichere Abbiegemöglichkeiten in den Kreuzungsbereichen (eigene Abbiegespuren) 
  • sichere Querungsmöglichkeiten für FußgängerInnen und RadfahrerInnen ohne Behinderung des Straßenverkehrs und ohne Leistungseinschränkungen für FußgängerInnen, den Fahrradverkehr und den Straßenbahnbetrieb.

Diese Punkte würden laut Verkehrsplanung im Falle einer Ein-Brücken-Lösung (diese war auch Basis für einen bereits durchgeführten Wettbewerb) zu 100 Prozent erfüllt.
Bei einer Zwei-Brücken-Variante könnten diese Vorgaben nicht bzw. nur zu einem geringen Teil erfüllt werden.

Konkrete Ergebnisse der Untersuchungen im Hinblick auf die Ein-Brücken-Lösung:

1. Motorisierter Individualverkehr

  • keine Richtungswechsel und Verschwenkungen erforderlich
  • verkehrssicher und hohe Leistungsfähigkeit, weil geringere Zwischenzeiten bei den Lichtsignalanlagen
  • auf Linzer Seite keine Signalanlage für FußgängerInnen und RadfahrerInnen erforderlich
  • verkehrssichere Anbindung der Ferihumerstraße, dadurch keine Umwegfahrten für die dortigen BewohnerInnen
  • Aufstandsfläche für RadfahrerInnen und FußgängerInnen zwischen Gleistrasse und Fahrbahn vorhanden (daher getrennte VLSA-Regelung möglich)
  • kein Umbau der Trafostation erforderlich

2. Ruhender Verkehr

  • größtmöglicher Erhalt von Parkplätzen für SportlerInnen im Bereich der Freizeitanlagen (LäuferInnen, WassersportlerInnen, RadfahrerInnen, SkaterInnen) und für das Gasthaus Lindbauer

3. Öffentlicher Verkehr (Straßenbahn- und Busbetrieb)

  • größere Schienen- und Fahrbahnradien = ermöglichen schnelleres Fahren 
  • geringere Seitenbeschleunigung, damit verbesserter Fahrkomfort für Fahrgäste 
  • geringere Lärmemissionen durch Reibung Schiene/Rad
  • geringere, laufende Wartungskosten bei Fahrweg und Fahrzeug wegen verminderten Abnützungen
  • höhere Fahrplanstabilität
  • eventuell dichterer Takt, weil Fahrzeiten durch höhere Geschwindigkeiten eingespart werden können
  • Haltestellen für Busse (Bereich Gasthaus Lindbauer) in beiden Fahrtrichtungen möglich

4. Rad- und FußgängerInnenverkehr

  • direkte Verbindung zur Hafenstraße ist ohne Umwege und zusätzliche Querung der Fahrbahn und der Gleistrasse auf Linzer Seite gegeben
  • Weg entlang des Blau-Weiss-Sportplatzes zum Damm ist ohne zusätzliche Maßnahmen weiterhin benutzbar

5. Schifffahrt

  • sämtliche schifffahrtsrechtlichen Vorgaben hinsichtlich der Durchfahrtsbreite und –höhe sowie der Pfeilerlage werden erfüllt (d.h. die Umsetzung ist unproblematisch)
  • Errichtung von nur zwei neuen Pfeilern nach vorherigem Abtrag der bestehenden Pfeiler
  • größerer Pfeilerabstand ergibt ausreichende Durchfahrtsbreite während der Bauphase 
  • keine Behinderung des Schiffsverkehrs

Ein-Brücken-Lösung Seite Urfahr

Ein-Brücken-Lösung Seite Urfahr

Ein-Brücken-Lösung Seite Linz

Ein-Brücken-Lösung Seite Linz

Gravierende Nachteile bei Umsetzung der Zwei-Brücken-Variante

Das vorliegende Siegerprojekt von Marc Mimran mit einer neuen Brücke für alle VerkehrsteilnehmerInnen ist verkehrstechnisch klar umsetzbar und entspricht vollinhaltlich den Vorgaben der Planungen. Zukünftig wird der Straßenverlauf im Bereich der Unteren Donaulände/Hafenstraße auf der jetzigen Bahntrasse geführt und die Straßenbahn über die heutige Straßentrasse eingebunden.

Eine durch die Stadt Linz vorgenommene Beurteilung einer eventuellen „Zwei-Brücken-Variante“ in den Gesamtplan zeigt diesbezüglich etliche verkehrstechnische Problempunkte und wäre mit erheblichen Nachteilen verbunden:

1. Motorisierter Individualverkehr

  • Richtungswechsel und Verschwenkungen erforderlich
  • geringere Leistungsfähigkeit
  • auf Linzer Seite Signalanlage für FußgängerInnen und RadfahrerInnen erforderlich
  • keine Anbindung der Ferihumerstraße, da aus Platzgründen keine Linksabbiegespur möglich ist (Umwege für die dortigen BewohnerInnen)
  • Aufstandsfläche für RadfahrerInnen und FußgängerInnen zwischen Gleistrasse und Fahrbahn nicht möglich (daher keine getrennte VLSA-Regelung möglich)
  • Fließverkehr rückt wesentlich näher an das Gasthaus Lindbauer heran
  • keine markierte Linksabbiegespur  (Ruderverein Donau, Gasthaus)
  • Umbau der Trafostation notwendig

2. Ruhender Verkehr

  • Entfall sämtlicher Stellplätze westseitig des Gasthauses
  • erschwerte Lademöglichkeit
  • Reduktion der Parkmöglichkeiten für SportlerInnen

3. Öffentlicher Verkehr (Straßenbahn- und Busbetrieb)

  • sehr enge Schienen- und Fahrbahnradien, speziell auf Linzer Seite 
  • Fahrzeitverlängerung und höherer Betriebs- und Wartungsaufwand
  • geringerer Fahrkomfort
  • erhöhte Lärmemissionen durch Reibung Schiene/Rad
  • Haltestellen für Busse (Bereich Gasthaus Lindbauer) aus Platzgründen nur in Fahrtrichtung Norden möglich

4. Rad- und FußgängerInnenverkehr

  • direkte Verbindung zur Hafenstraße ist ohne Umwege nur durch eine zusätzliche signalgeregelte Querung der Fahrbahn und der Gleistrasse auf Seite Linz möglich
  • Weg entlang des Blau-Weiss-Sportplatzes kann nur durch Errichtung einer aufwändigen auskragenden Tragkonstruktion für die darüberliegende Straße benutzbar bleiben

5. Schifffahrt

  • zu geringe Durchfahrtsbreite bleibt auf Dauer erhalten, im Falle der notwendigen Pfeilerverstärkung wird diese noch weiter verringert
  • höheres Anprallrisiko durch zusätzliche Pfeiler
  • Hebung der Eisenbahnbrücke erforderlich
  • Errichtung von zwei neuen Pfeilern zusätzlich zum Bestand
  • zusätzlich zur Baustelle der neuen Pfeiler bleibt die geringe Durchfahrtsbreite des Bestandes erhalten 
  • nach Herstellung der neuen Pfeiler weitere zusätzliche Einengung des Bestandes durch Pfeilerverstärkungen und Baustelleneinrichtungen bei der bestehenden Pfeilern
  • erhebliche und lange andauernde Behinderung des Schiffsverkehrs
  • Höheres Verfahrensrisiko für die schifffahrtsrechtliche Bewilligung

Laut dem Ergebnis der Untersuchung bestehen verkehrstechnische Probleme durch Richtungswechsel und Verschwenkungen. Dies würde zusätzliche Ampelanlagen erforderlich machen.

Auch eine Anbindung an Ferihumerstraße wäre nicht möglich. Zudem ergäben sich Fahrzeitverlängerungen und damit eine Attraktivitätsminderung für die Straßenbahn.
Zusammenfassend kommen die VerkehrsplanerInnen der Stadt Linz zu dem Ergebnis, dass eine Ein-Brücken-Lösung auf klar durchgearbeiteten, verkehrlichen Vorgaben, Kosten- und Zeitplänen aufbaut. Sie ist deshalb rasch und ohne Verfahrensrisiken realisierbar.

Die Zwei-Brücken-Variante, so die Ergebnisse der Untersuchung, stellt neben den erwähnten Auswirkungen bzw. verkehrstechnischen Defiziten auch ein Verfahrensrisiko dar.

Zwei-Brücken-Variante Seite Urfahr

Zwei-Brücken-Variante Seite Urfahr

Zwei-Brücken-Variante Seite Linz

Zwei-Brücken-Variante Seite Linz

Nutzbarkeit der Eisenbahnbrücke

Derzeit ist nicht abschätzbar, wie lange die Eisenbahnbrücke noch genutzt werden kann. Die Brücke muss laufend von Technikern untersucht werden, um festzustellen ob die statischen Voraussetzungen für die Benutzbarkeit noch vorliegen. Diese Untersuchungen fanden früher alle zwei Jahre statt, dann jährlich, halbjährlich und mittlerweile bereits alle zwei Monate. Aus diesen immer kürzer werdenden Zeitspannen ist klar ersichtlich, dass sich die Eisenbahnbrücke dem Ende ihrer Lebensdauer nähert.

Die ÖBB hat mittlerweile mitgeteilt, dass sie den Zugsverkehr auf der Eisenbahnbrücke ab Ende Oktober einstellt.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Verkehrsreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Zukünftige Verkehrsführung im Bereich der Eisenbahnbrücke“)

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