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SOZIALES
Presseaussendung vom 14.09.2015

Beliebte Sommerbetreuung in städtischen Kindergärten und Krabbelstuben

Zuschuss steigt jährlich: 2014 waren es 12,7 Millionen Euro

Sommerbetreuung in städtischen Kindergärten und Krabbelstuben bei Eltern sehr beliebt

Linzer Familien haben es gut. Vor allem bei der Kinderbetreuung gibt es hier viele Vorteile, die anderswo nicht selbstverständlich sind. So zum Beispiel bei den durchgehenden Öffnungszeiten von Krabbelstuben und Kindergärten. Die Sommerbetreuung nimmt Eltern den Stress ab, unbedingt zu einer gewissen Zeit Urlaub nehmen zu müssen. In Linz können sie selbst bestimmen, wann die Familie Urlaub macht.

Aber auch bei der Ausrichtung als erste Bildungseinrichtung sind die städtischen Kindergärten top. Auf das neue pädagogische Konzept der Bildungswerkstätten wurden inzwischen beinahe alle Kindergärten umgestellt. Dadurch kann in der frühkindlichen Förderung noch besser auf das Kind eingegangen und erste Bildungsinhalte optimal vermittelt werden.

Dazu gehört auch die Sprachförderung, die in Linz einen besonderen Stellenwert einnimmt. Jedes Kind, das Nachhilfe benötigt, erhält sie ab dem ersten Kindergartentag. 2014/15 erhielten so 2.140 Kinder eine Deutschförderung.

„Die Stadt Linz bietet Eltern mit den Kinderbetreuungseinrichtungen ein umfangreiches Leistungsangebot. 12,7 Millionen Euro investierte die Stadt daher im vergangenen Kindergartenjahr, erneut mehr als die Jahre zuvor. Dass das Angebot laufend ausgebaut wird, zeigt sich auch an den ständig steigenden MitarbeiterInnen-Zahlen. Inzwischen arbeiten 633 Bedienstete für die städtischen Kindergärten und versorgen dort 4.303 Kinder. Die Leistungen, die in unseren Kindergärten erbracht werden, sind für die weitere Entwicklung der Kinder sehr bedeutend. Hier lernen sie neben dem sozialen Miteinander auch die wichtigsten Grundlagen, allen voran die Sprache, damit der Einstieg in die Schule gut gelingt“ so Familienreferent Stefan Giegler.

Das ganze Jahr geöffnet

Linz ist im Kindergartenbereich sehr gut aufgestellt. Aktuell besuchen 4.303 Kinder in 200 Gruppen die städtischen Kindergärten. Bei den Krabbelstuben sind es 771 Kleinkinder in 79 Gruppen. Besonders die langen Tagesöffnungszeiten, täglich von 6:30 Uhr bis 17 Uhr, sowie die Jahresöffnungszeiten sind für Familien eine wichtige Unterstützung bei den alltäglichen Betreuungsaufgaben. Darüber hinaus gibt es für Eltern, die längere Öffnungszeiten benötigen, die Kindergärten Reischekstraße, Allendeplatz und Schnitzlerweg, die immer bis 20 Uhr geöffnet haben.

Vor allem im Sommer können Linzer Eltern aufatmen. Der Stress, durch eine eventuelle Sommersperre der Kinderbetreuungseinrichtung, kommt hier erst gar nicht auf. Seit August 2010 sind alle Einrichtungen bis auf die Weihnachtsfeiertage durchgehend geöffnet. Dass dies bei den Eltern ankommt, zeigen die Zahlen zur Sommerbetreuung.

Bilanz Sommerbetreuung 2015: Sommerkindergarten entlastet Eltern

Laut Arbeiterkammer sperren beispielsweise die Kindergärten in Oberösterreich durchschnittlich sieben Wochen pro Jahr zu. Für viele Eltern besonders im Sommer eine echte Herausforderung. Nicht so in Linz. Mit der durchgehenden Öffnung der städtischen Kindergärten und Krabbelstuben in den Sommermonaten sowie der Hortbetreuung im August hat die Stadt Linz das Betreuungsproblem in der Ferienzeit für viele Eltern aus dem Weg geräumt.

Die Selbstbestimmung, wann der eigene Urlaub konsumiert wird, liegt nun wieder bei den Eltern und für die restliche Zeit steht die gewohnte qualitativ hochwertige Kinderbetreuung zur Verfügung.

Im Sommer 2015 besuchten zwischen 38 und 63 Prozent der Kinder, die regelmäßig in städtische Kindergärten gehen, den Sommerkindergarten. In Zahlen sind das zwischen 1.553 und 2.596 Kinder. In Summe wurden bis zu 147 von insgesamt 191 Kindergartengruppen im Juli und August geführt. Die größte Auslastung erfolgte im Juli mit 57 bzw. 63 Prozent. In der letzten Ferienwoche stieg die Nachfrage nach einer Betreuung ebenfalls wieder an.

Krabbelstuben im Sommer stark gefragt

Die Nachfrage nach Krabbelstubenplätzen ist im Sommer ebenfalls sehr hoch. Von den insgesamt 701 zur Verfügung stehenden Plätzen wurden in den Sommerferien zwischen 69 und 83 Prozent benötigt. Im Juli war die Auslastung mit mindestens 78 Prozent stärker, in den ersten beiden Augustwochen sank die Nachfrage auf 69 Prozent oder 484 Kindern. Von den insgesamt 72 Krabbelstubengruppen wurden in den Sommermonaten dennoch eine große Anzahl, zwischen 61 und 70 Gruppen, benötigt.

Linz erfüllt Arbeiterkammer-Kriterien zu 100 Prozent

Die Arbeiterkammer hat einen so genannten Vereinbarkeitsindikator für Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen (VIF-Indikator) entwickelt. Laut diesem Indikator umfassen dabei Öffnungszeiten für eine ideale Kinderbetreuung wöchentlich 45 Stunden, wobei 9,5 Stunden pro Tag vorgesehen sind und die Einrichtung an mindestens 4 Tagen bis 17 Uhr geöffnet sein soll. Die maximale Schließdauer pro Jahr soll fünf Wochen nicht übersteigen. Auch ein Angebot für Mittagessen umfasst der VIF-Indikator.

Oberösterreichweit erfüllen nur ca. 17 Prozent der Gemeinden diesen Indikator. Die Stadt Linz dagegen erfüllt diese Auflagen in all ihren Einrichtungen zu über 100 Prozent, da sowohl das tägliche Angebot mit 10,5 Stunden und die wöchentliche Öffnungszeit mit 52,5 Stunden überschritten werden und auch die Schließungen der Einrichtungen im Jahr sich nur auf die Weihnachtsfeiertage beschränken.

Pädagogischem Konzept: „Bildungs-Werkstätten“ für Kindergärten

Die neuen Bildungs-Werkstätten sind Ergebnis einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der pädagogischen Konzepte in den Linzer Kinderbetreuungseinrichtungen. Um die Mädchen und Buben optimal auf die sprachlichen, kognitiven, aber auch emotionalen Anforderungen der Schule vorzubereiten, bieten die Kindergärten seit Jahren eine Reihe von erzieherischen Schwerpunkten an. Diese reichen von geschlechtssensibler und interkultureller Erziehung über computergestütztes Lernen bis hin zur Montessori-Pädagogik.

Die neuen Bildungs-Werkstätten sind in unterschiedliche Themengebiete eingeteilt. Projektideen liefern zudem Vorschläge, wie die Themen aufgearbeitet werden können.
Themengebiete sind:

  • Körper, Bewegung und Gesundheit
  • Literacy, Kommunikation, Sprache, Schriftkultur und Medien
  • Kreativität  -  Bildnerisches Gestalten
  • Mathematische Grunderfahrungen
  • Musik
  • Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen

Spielen – die wichtigste Grundlage kindlichen Lernens

Arbeit in Bildungswerkstätten basiert grundsätzlich auf der Erkenntnis, dass das Spiel eine umfassende Grundlage für das Lernen der Kinder ist und für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder eine Notwendigkeit darstellt. Im Spiel bringen Kinder sich selbst mit ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen ein, sie probieren aus, bilden oder verwerfen ihre Theorien und suchen passende Verhaltensweisen. So bauen Kinder besonders durch Erkenntnisprozesse im Spiel bleibendes Wissen auf. Kommunikationsfähigkeit, Selbst-, Sozial-, Sach- und Lernmethodische Kompetenz werden durch die spielerische und eigenständige Nutzung der Bildungswerkstätten besonders gestärkt. Erst wenn das Kind Vertrauen, Orientierung und verlässliche Beziehungen zu pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Freundinnen und Freunden gefunden hat, kann die Arbeit in Bildungswerkstätten gut funktionieren.

Bildungs-Werkstätten für die frühkindliche Förderung

Durch die in der Kinderbetreuungseinrichtung vorgenommene Schwerpunktsetzung zu Bildungs-Werkstätten bietet sich den Kindern ein vielfältiges Angebot an Aktivitäten und Vertiefungen entsprechend ihrer Interessen und Wünsche. Die Kinder werden an der Planung von Aktivitäten und Projekten sowie an der Setzung von Regeln beteiligt, sie lernen selbständig und eigenverantwortlich zu handeln. Die Kinder finden in Stammgruppen bzw. bei ihren Bezugspädagoginnen einen verlässlichen Rahmen für den Aufbau von Vertrauen und Zugehörigkeit, eine Grundbedingung für Lernen und Exploration. Die PädagogInnen unterstützen die Kinder, ihre Lernschritte differenziert vollziehen zu können und berücksichtigen, dass nicht immer alle Kinder am selben Thema zur selben Zeit lernen wollen.

Jedes Kind hat unabhängig vom Kompetenzstand die Möglichkeit, seinem Tempo und seinen Lernbedürfnissen entsprechend die vielfältige Angebotspalette der unterschiedlichen Bildungsräume zu nützen, zu erleben und zu begreifen. Gruppenübergreifende Werkstätten-Arbeit in speziell gestalteten Schwerpunkträumen wirkt sich dabei positiv auf die Erfüllung des Bildungsauftrages aus. Durch die Vielzahl der anderen Kinder und PädagogInnen haben die Kinder so eine wesentlich größere Auswahl an Personen, die für Sie als Freunde und Bezugspersonen fungieren können.

Die Umsetzung der Bildungswerkstätten erfolgt flächendeckend für alle Einrichtungen. In den städtischen Kindergärten sind die Werkstätten beinahe zur Gänze umgesetzt. 31 der städtischen Kindergärten haben gänzlich auf das neue Konzept umgestellt, in 15 Einrichtungen erfolgt derzeit die Umsetzung mit teilweise laufenden Arbeiten in Bildungswerkstätten. Auch in den Krabbelstuben wird dieses Konzept umgesetzt. Drei Einrichtungen weisen die vollständige Umsetzung auf. Neun Häuser sind mitten in der Umstellung und nur vier Krabbelstuben sind noch im Gruppensystem. 

Übergreifender Schwerpunkt Sprachförderung

Ein über alle Lernwerkstätten hinweg verankertes vorrangiges Bildungsziel ist die durchgängige Sprachförderung.  Das Arbeiten in Klein-  und Teilgruppen in der Werkstattzeit erweist sich vor allem  für den Erwerb der deutschen Sprache als besonders hilfreich. Die Pädagogin hat die Möglichkeit in überschaubaren Schritten gezielt die Materialien ihres Schwerpunktraumes einzuführen und einzusetzen, welches den Kindern hilft, sprachliche Informationen zu verstehen, nachzuvollziehen und schrittweise den Wortschatz zu erweitern. Durch kognitive Förderung in den Bildungswerkstätten soll auch der Schritt von der Kommunikations- zur Bildungssprache erleichtert werden.

Deutschförderung: 2.140 Kinder nutzten Chance

Bei der Sprachförderung im Kindergarten übernimmt die Stadt Linz österreichweit eine Vorreiterrolle. Ein eigenes Sprachförderangebot an den städtischen Kindergärten sieht vor, dass bereits mit Kindergarteneintritt alle Kinder, wenn es notwendig ist und unabhängig von der Muttersprache, eine zusätzliche Sprachförderung erhalten. Dazu werden alle Buben und Mädchen zweimal pro Jahr auf ihre Deutsch-Kenntnisse hin getestet. In die Deutschförderung investiert die Stadt Linz jährlich eine Million Euro.

Im Kindergartenjahr 2014/15 waren insgesamt 308 Sprachfördergruppen zustande gekommen.

Für das aktuelle Betriebsjahr 2015/16 ergibt sich eine leichte Steigerung bei den zu fördernden Kindern auf insgesamt 2.295 und 358 Sprachgruppen. Diese Steigerung ist auch auf das verbesserte Platzangebot zurückzuführen, bei dem die Anzahl der Betreuungsplätze um insgesamt 162 gestiegen ist.

Neben dem pädagogischen Personal mit den entsprechenden Sprachkenntnissen werden auch Eltern aktiv und regelmäßig in den Sprachförderprozess eingebunden. Durch eine zusätzliche Vernetzung aller handelnden Personen mit weiteren Bildungseinrichtungen wie Schulen, Horten, Bibliotheken, oder etwa dem Institut für interkulturelle Pädagogik der Volkshochschule, soll die Deutschweiterbildung intensiviert werden.

Stellen die KindergartenpädagogInnen bei den Sprachstands- und Entwicklungsbeobachtungen Sprachmängel fest, wird umgehend mit den Fördermaßnahmen in der Gruppe begonnen. Bei einem dreijährigen Besuch im Kindergarten und begleitender Sprachförderung kann ein Kind so bis zu 540 Stunden Deutsch-Training bekommen.

Laufend mehr Betreuungspersonal benötigt

Die bestmögliche Betreuung der Kinder erfordert eine große Anzahl an MitarbeiterInnen. Nicht zuletzt durch die Einführung des Gratiskindergartens wuchs auch die Anzahl der KindergartenmitarbeiterInnen stark an, was zu einer starken Erhöhung der Personalkosten führte. 2008 wurden noch 441 MitarbeiterInnen beschäftigt, die zu Personalkosten in der Höhe von 13,1 Millionen Euro führten. 2014 lagen diese bereits bei 20,74 Millionen Euro und insgesamt 642 MitarbeiterInnen. Für heuer ist eine erneute Steigerung auf rund 22 Millionen Euro kalkuliert.

Den Großteil der MitarbeiterInnen machen die pädagogischen Fachkräfte aus. Im September 2015 sind es 330. Unterstützt von 206 Hilfskräften, 27 Stützkräften sowie 100 SprachtrainerInnen ist das erneut eine Erhöhung des MitarbeiterInnenstands seit dem Vorjahr um 21 auf insgesamt 663 Personen.


Stadt Linz finanziert Kindergartenbetreuung mit 12,7 Millionen Euro

Die jährlichen Investitionen in den Betrieb der stadteigenen Kindergärten steigen ebenso wie die Personalkosten kontinuierlich an. Lag der Zuschussbedarf im Jahr 2008 noch bei 7,45 Millionen Euro, haben sich die Aufwendungen auf insgesamt 12,7 Millionen Euro im Jahr 2014 erhöht. Der Pro-Kopf Zuschussbedarf lag 2014 bei rund 286 Euro im Monat. 

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialstadtrat Stefan Giegler zum Thema „Sommerbetreuung 2015 und umfangreiches Leistungsangebot in der städtischen Kinderbetreuung“)

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