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Presseaussendung vom 15.09.2015

Für einen sicheren Schulanfang

Unfallzahlen um ein Drittel geringer als vor 10 Jahren

Der Beginn der Schul- und Herbstzeit bedeutet vor allem für Schulkinder ein erhöhtes Risiko im Straßenverkehr. Die Stadt Linz setzt vielfältige Akzente, um die Gefahren im Straßenverkehr so weit wie möglich zu reduzieren.

Neue Schutzwege, der Einsatz  von Schülerlotsen sowie weitere Schulwegsicherungsmaßnahmen und die Verkehrserziehung an den Linzer Schulen erhöhen die Sicherheit aller VerkehrsteilnehmerInnen. 

Unfallzahlen um ein Drittel geringer als vor 10 Jahren

Der Rückgang bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden in Linz zeigt, dass die Verkehrssicherheitsmaßnahmen greifen. In den letzten 10 Jahren (von 2004 auf 2014) reduzierten sich die Unfälle von 1.561 um 31 Prozent auf 1.078 Unfälle pro Jahr. Die Zahl der Verletzten ging im selben Zeitraum mit 1.384 ebenfalls um 31 Prozent (verglichen mit 2004: 2.006) zurück.

Etwa 16.000 Kinder in Linz sind im schulpflichtigen Alter. 1.750 Kinder sind so genannte Taferlklassler, die sich erstmals auf den Weg zur Schule machen. Trotz bester Vorbereitungen von Eltern, Schulen, Kindergärten und Polizei passieren immer noch jährlich etwa 10 Unfälle am Schulweg.

Unter Schulwegunfällen versteht man Unfälle, an denen Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren auf dem Weg zu oder von der Schule beziehungsweise Schulveranstaltungen beteiligt waren.

Jahr Unfälle  Verletzte Kinder  Tote Kinder

2001

21

22

-

2008

15

14

1

2009

12

12

1

2010

10

10

-

2011

7

7

-

2012

15

15

-

2013

10

10

-

2014

12

12

-

Quelle: Statistik Austria

Seit 2010 wurde in Linz kein tödlicher Unfall auf dem Schulweg verzeichnet.  Weiters hat sich die Zahl der Unfälle von 21 Schulwegunfällen im Jahr 2001 auf zwölf im Jahr 2014 fast halbiert. Bei rund 16.000 schulpflichtigen Kindern in Linz entsprechen die Unfälle einem Anteil von etwa 0,2 Prozent.

Zu diesen Zahlen ist anzumerken, dass Schulwegunfälle auch Kinder betreffen, die von ihren Eltern im Auto zur Schule gebracht und dabei bei Unfällen verletzt werden. So waren von den 12 im Vorjahr verletzten Kindern 10 als FußgängerInnen unterwegs, zwei fuhren im Auto mit.

„Die Verkehrssicherheit in Linz ist sehr ausgeprägt. Trotzdem: Jeder Unfall ist einer zu viel und wir dürfen uns mit dem erreichten hohen Niveau nicht zufrieden geben. Die Sicherheit der schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen zu verbessern, nämlich der Kinder und der älteren Menschen, sollte weiter unser vorrangiges Ziel sein“, unterstreicht Verkehrsreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Neue FußgängerInnenübergänge und Fahrbahnteiler

In den vergangenen drei Jahren wurden neue FußgängerInnenübergänge und Fahrbahnteiler, wie etwa in der Hagenstraße, zum Schutz der Schulkinder eingerichtet.

Neue Schutzwege entstanden im Bereich Raimundstraße / Grillparzerstraße und seit dem Herbst des Vorjahres auch im Kreuzungsbereich Kapuzinerstraße / Roseggerstraße und in der Schmiedegasse / Gstöttenhofstraße nördlich des Lentia-Hochhauses, in dem eine Schule untergebracht ist sowie im Bereich des Andreas-Hofer-Platzes.

Im vergangenen Jahr kamen in Urfahr im Bereich Wischerstraße / Knaben-seminarstraße, Hohe Straße / Windflach, Pachmayrstraße / Gründbergstraße, in Pichling im Bereich Oidener Straße / Schwaigau und Falterweg / Weikhartweg sowie in Kleinmünchen an der Helmholtzstraße neue Schutzwege dazu.

Weiters wurde die Verkehrssicherheit für FußgängerInnen heuer durch einen neuen Schutzweg im Bereich Haidgattern / Schießlgang in Kleinmünchen und drei neue Schutzwege an der Hohen Straße (bei der Bruckner-Uni) verbessert.

Blau-weiß gestreifte reflektierende Poller an Schutzwegen – bereits 35 Standorte

Auf Grund eines von der Stadtplanung entwickelten neuen Konzepts werden nun Schutzwege, die über keine Lichtsignalanlagen verfügen, zusätzlich abgesichert. Dies geschieht durch die Schaffung von Aufstellflächen bzw. vorgezogenen Gehsteigen, das vierfache Aufstellen der Tafeln „Kennzeichnung eines Schutzweges“ sowie mit blau-weiß gestreiften reflektierenden Pollern. Die einheitliche blau-weiße Farbe der Poller soll zudem den Wiedererkennungswert für die AutofahrerInnen steigern.

„Linz ist damit österreichweit Vorreiterin und verbessert mit diesem innovativen Konzept die Erkennbarkeit von Schutzwegen. Durch eine zusätzliche Kennzeichnung sowie durch optische Einengung der Fahrbahn wird die Aufmerksamkeit in Richtung der FußgängerInnen gelenkt“, erläutert Vizebürgermeisterin Karin Hörzing diesen neuen Zugang.

Bisher wurden Schutzwege im Bereich Fadingerstraße / Museumstraße, zwei FußgängerInnenübergänge an der Stockhofstraße in den Kreuzungsbereichen mit der Gärtnerstraße und der Tegethoffstraße, im Süden der Leonfeldner Straße an der Kreuzung mit der Schwarzstraße, an der Altenberger Straße und an der Hohen Straße nahe der Windflach mit dem neuen „System“ modifiziert.

Ebenso wurden am Schulweg zur Volksschule in St. Magdalena zwei weitere FußgängerInnenübergänge an der Magdalenastraße und an der Oberbairingerstraße mit blauweißen Pollern abgesichert.

Zuletzt kamen blau-weiß gestreifte Poller bei FußgängerInnenübergängen an der Freistädter Straße, an der Linken Brückenstraße, an der Rudigierstraße, an der Ziegeleistraße, an der Roseggerstraße, an der Neubauzeile, an der Helmholzstraße, an der Industriezeile, Im Haidgattern, an der Muldenstraße, an der Unteren Donaulände und an der Pichlinger Straße dazu.

Insgesamt wurden in Linz bereits 35 Standorte mit blau weiß gestreiften Pollern ausgestattet, fünf weitere (zum Beispiel an der Holzstraße, an der Auwiesenstraße und an der Siemensstraße) sind geplant.

Ausreichende Räumzeiten bei Ampeln

Die Grünzeiten der Linzer Verkehrslichtsignalanlagen sind für FußgängerInnen entsprechend den geltenden Richtlinien großzügig bemessen.

Fälschlicherweise wird jedoch oft angenommen, dass FußgängerInnen sich beim Umschaltvorgang auf Rotlicht nicht mehr am Schutzweg befinden dürfen. Das ist nicht der Fall, weil nach der Grünzeit noch die sogenannte Räumzeit kommt. Räumzeit bedeutet, dass FußgängerInnen, die sich bei „Rot“ noch auf dem Schutzweg befinden, den Querungsvorgang der Fahrbahn abschließen können, ohne mit dem startenden Fahrzeugverkehr in Konflikt zu geraten. Je länger der Schutzweg ist, desto später erfolgt der Grünbeginn für den Fahrzeugverkehr. Auch für Schulkinder bewirkt dies naturgemäß mehr Sicherheit an Kreuzungen.

Bei 90 Prozent aller Schulen gilt Tempo 30

Der Beginn der Schul- und Herbstzeit bedeutet vor allem für Schulkinder ein erhöhtes Risiko im Straßenverkehr. Zahlreiche über das Jahr gesetzte Maßnahmen der städtischen Verkehrsplanung steigern die Sicherheit im Bereich von Schulanlagen. So sind bereits 90 Prozent der Schulen von Tempo-30-Zonen umgeben. Zuletzt wurde im Jahr 2013 Tempo 30 auch auf den Stadtteil Auwiesen ausgedehnt.

Eine stetige Verbesserung zur Schulwegsicherheit kann auch durch optimal eingestellte Ampelschaltzeiten erreicht werden. Für den Straßenverkehr bedeutet das teilweise kürzere Grünphasen, für die Kinder jedoch einen größeren Sicherheitsgewinn.

SchülerlotsInnen und Verkehrserziehung

Wichtige Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für die Schulkinder sind auch der Einsatz von SchülerlotsInnen sowie die Aktivitäten der Verkehrserziehung an Linzer Schulen. So stehen zum heurigen Schulbeginn wieder etwa 200 SchülerlotsInnen im Einsatz. Diese werden in erster Linie freiwillig von HauptschülerInnen gestellt, es sind aber auch Zivildiener im Einsatz.

Weiters stehen 11 „Elternlotsen“ im Stadtteil Pichling und 18 Lotsen „Große helfen Kleinen“ (das sind Schulkinder, die speziell den Taferlklasslern in den ersten Monaten von September bis Dezember „Assistenz“ am Schulweg leisten) im Einsatz.

An etwa 20 neuralgischen Stellen (hauptsächlich an Kreuzungen) wird dabei der Verkehr händisch geregelt.

Weiters erhalten im „Verkehrsgarten“ in Urfahr  etwa 2.100 Kinder der Unterstufen an Gymnasien bzw. der Neuen Mittelschulen in Linz praktischen Unterricht.

Die Polizei unterstützt diese Maßnahmen darüber hinaus mit eigenem Personal an besonders verkehrsreichen Standorten, wie in der Stockhofstraße, der Kapuzinerstraße, vor dem Mariendom an der Herrenstraße oder in Urfahr bei der Ontlstraße.

Verkehrserziehung in Schulen und Kindergärten

Zusätzlich läuft im September die Verkehrserziehung der Polizei in Kooperation mit den Linzer Schulen an. Etwa 7.000 SchülerInnen im schulpflichtigen Alter sowie die Linzer Kindergartenkinder erhalten pro Jahr theoretischen und praktischen Unterricht.

Auch Eltern sind gefordert

Die Sicherheit der Kinder am Weg zur Schule hat oberste Priorität. Mit den Verkehrssicherungsmaßnahmen der Stadt und der Polizei ist Linz auf einem guten Weg. „Neben den Straßenverkehrseinrichtungen ist jedoch auch das Schulweg-Training der Eltern mit ihren Sprösslingen von großer Bedeutung für einen möglichst sicheren und unfallfreien Schulweg“, stellt Vizebürgermeisterin Hörzing fest. „Das Zusammenspiel der Eltern und öffentlicher Einrichtungen bedeutet die beste Unfallverhütung“:

Vor allem bei SchulanfängerInnen ist es unerlässlich, dass auch Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Kindern im Straßenverkehr ein Vorbild sind.

Um die Sicherheit der Sprösslinge zu erhöhen, sollten Eltern mit Schulanfängern auf jeden Fall den Schulweg gut einüben. Die Kinder sollen sich selbstständig im Straßenverkehr bewegen. Der sicherste Schulweg ist dabei immer jener, auf dem Kinder möglichst wenige Straßen überqueren müssen und wo es Ampeln, Schutzwege oder SchülerlotsInnen gibt. 11- und 12-jährige SchülerInnen werden häufiger bei Schulwegunfällen verletzt. Daher sollte auch mit ihnen beim Besuch einer neuen Schule (z. B. Wechsel in Hauptschule oder Gymnasium) der neue Schulweg zumindest einmal gemeinsam zurückgelegt werden.

Der Transport der Kinder mit dem Auto zur Schule sollte weitgehend vermieden werden, denn dadurch wird nur der Verkehr im Schulbereich verstärkt und das Unfallrisiko erhöht.

Sichtbarkeit schafft mehr Sicherheit

Gerade im Herbst und Winter, wenn die Tage kürzer sind, werden Schulkinder aufgrund ihrer Größe auch schneller übersehen.

„Verantwortungsvolle Eltern können selbst einiges dafür tun, die Verkehrssicherheit von Kindern zu erhöhen und dieses Manko auszugleichen“, rät Vizebürgermeisterin Hörzing zum Beispiel zu heller Kleidung für die „Kleinen“, an der nach Möglichkeit Reflektoren angebracht sind.

Helle Kleidung macht im Scheinwerferlicht auf eine Entfernung von bis zu 30 Metern „sichtbar“,  Bekleidung mit Reflexstreifen sogar auf eine  Entfernung von bis zu 160 Metern. Auch Schultaschen, Sporttaschen oder Rucksäcke sollten zusätzliche reflektierende Flächen und Applikationen enthalten.

Zusätzliche Verkehrssicherheitsmaßnahmen

Sukzessive wurden zahlreiche Maßnahmen gesetzt. In Urfahr wurde beispielsweise bei der Kreuzung Rudolfstraße / Hagenstraße neben einer speziellen Ampelschaltung in den Morgenstunden auch eine Rotlichtkamera installiert. Dort wurden früher ständig Übertretungen der Rotlichtphasen durch PKW-LenkerInnen festgestellt, die Kinder auf dem Schulweg gefährdeten. Die Rotlicht-Kamera sorgt dafür, dass dieser Ampel wieder mehr Beachtung geschenkt wird, beziehungsweise jene LenkerInnen, die das Rotlicht nicht beachten, ausgeforscht werden können.

Neue Rotlichtkamera

Bei den Rotlichtkameras setzt die Stadt Linz moderne Technik ein. Ein Hauptziel liegt in der Senkung der Unfallzahlen in neuralgischen Kreuzungsbereichen. Bis vor kurzem wurden „nur“ zwei digitale Rotlicht-Kameras im Linzer Stadtgebiet eingesetzt. Im Herbst 2014 wurde vom Linzer Stadtsenat der Ankauf einer weiteren Kamera beschlossen, die seit heuer im Einsatz ist. Damit können wechselweise an sieben Standorten in Linz Kreuzungen überwacht werden.

Linzer Verkehrssicherheitsprogramm: Verbesserung der Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche

Zusätzliche Möglichkeiten zur Hebung der Verkehrssicherheit zeigt das im März 2013 vom Linzer Gemeinderat beschlossene Linzer Verkehrssicherheitsprogramm auf. Es wurde auf Grund eines wissenschaftlich fundierten Konzeptes der Forschungsgesellschaft Mobilität (Austrian Mobility Research) in Graz in Zusammenarbeit mit der Linzer Verkehrsplanung erstellt.

Basierend auf Leitthemen werden von den VerkehrssicherheitsexpertInnen der Stadt, der Exekutive und mit sonstigen Beteiligten wie Elternverbänden, SeniorInnenorganisationen oder Radfahrvereinen Schwerpunktsetzungen für die Verkehrssicherheitsarbeit bis zum Jahr 2020 erarbeitet.

Die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche bildet dabei einen besonderen Schwerpunkt. Erreicht werden soll dies mit dem Aktionsprogramm „Schule und Schulwegsicherheit“, das verstärkte Anstrengungen im Bereich verkehrserzieherischer und mobilitätsbildender Maßnahmen vorsieht. Trainingsaktionen und Workshops sollen dabei ebenso eine Rolle spielen, wie etwa die Zusammenarbeit mit den Eltern.

„Die erfreuliche Tatsache, dass in Linz seit 2009 kein Kind im Straßenverkehr getötet wurde, sowie die rückläufigen Zahlen der am Schulweg verunglückten Kinder sollten auch für die kommenden Jahre gesichert werden. Wir werden also in unseren Bemühungen nicht lockerlassen. Wir streben in diesem Zusammenhang eine verstärkte Zielgruppenansprache von Kindern und Jugendlichen und eine intensivierte Kooperation mit LehrerInnen und KindergärtnerInnen an“, schließt Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Verkehrsreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing zum Thema „Für einen sicheren Schulanfang“) 

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