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STADTPLANUNG/BAU
Presseaussendung vom 29.10.2015

Neue Wohnbebauung in Kleinmünchen (Foto)

Jurysitzung für Architekturwettbewerb „Karl-Steiger-Straße“ der GWG entschieden

Preisgekröntes Projekt von Architekt DI Jörg Stögmüller

Auf einem ungefähr 7.000 Quadratmeter großen Gelände in der Karl-Steiger-Straße plant die GWG eine Wohnanlage zu errichten. Nun wurde ein Architekturwettbewerb für das Wohnprojekt im Stadtteil Kleinmünchen durchgeführt. Am 27. Oktober 2015 erfolgte die Jurysitzung und Auswahl des Siegerprojekts.

„Auf dem Gelände entstehen ab 2016 mehr als 90 Wohnungen. Mit der Neubebauung des Areals setzt die GWG im Süden von Linz erneut Akzente“, erläutert die GWG-Aufsichtsratsvorsitzende Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft der Stadt Linz hat bereits in der jüngeren Vergangenheit den Wohnungsneubau im Linzer Süden geprägt. Vor allem die Stadtteile Neue Heimat, Kleinmünchen und Auwiesen standen im Mittelpunkt der Neubautätigkeit.

Nach der Realisierung des großen Stadtumnutzungsprojekts „Grüne Mitte Linz“ wird sich daher die GWG-Wohnneubautätigkeit nun wieder auf Projekte vor allem im Süden von Linz verlagern. Neben der Karl-Steiger-Straße steht dabei auch das Zentrum von Ebelsberg („Walchshofergründe“) im Mittelpunkt aktueller Planungen.

Wettbewerbsareal für die Errichtung von mehr als 90 Wohnungen (Foto: Stadtplanung/Pertlwieser)

Wettbewerbsareal für die Errichtung von mehr als 90 Wohnungen
(Foto: Stadtplanung/Pertlwieser)

Wettbewerb entschieden – Siegerprojekt von Architekt DI Jörg Stögmüller

Als bester Entwurf des Architekturwettbewerbs Karl-Steiger-Straße wurde von der Jury unter 16 eingereichten Projekten die Planung der Stögmüller Architekten ZT GmbH mit Sitz in Linz beurteilt.

„Mit dieser Planung ist eine qualitätsvolle und hochwertige Bebauung gewährleistet. Das Projekt ermöglicht attraktives und leistbares Wohnen in zwei einfachen Baukörpern. Zu den Besonderheiten zählen großzügige Freiräume und ein Vorplatz Richtung Südwesten mit Öffnung zum Grünraum“, hebt  GWG-Aufsichtsratsvorsitzende Vizebürgermeisterin Karin Hörzing die Vorzüge des Siegerprojekts hervor. „Der Baubeginn könnte eventuell bereits im kommenden Jahr erfolgen, mit der Fertigstellung wäre dann 2018 zu rechnen“.

Auf dem zweiten und dritten Platz rangieren die ARGE transparadiso ZT KG und x-architekten ZT GmbH, Linz sowie die Superblock ZT GmbH, Wien.

Wettbewerbsareal

Wettbewerbsareal

Wettbewerbsareal an der Karl-Steiger-Straße

Der Baugrund wird durch die Karl-Steiger-Straße vom Westen her erschlossen. Nördlich und westlich des Grundstückes prägen mehrgeschoßige Wohnbauten das Landschaftsbild. Im Osten und Süden befinden sich Grünzüge und Sportanlagen. Fußläufig sind sowohl ein Einkaufszentrum, Einkaufsmärkte, Ärzte und die Apotheke erreichbar. Bus- und Straßenbahnhaltestelle befinden sich in der Nähe.

Der Bauplatz der GWG ist ein Grundstück im Zentrum von Kleinmünchen im Ausmaß von 6.444 m² mit einem zusätzlichen Grünstreifen im Ausmaß von 577 m².

Vorgegebener Wohnungsschlüssel:

Als Wohnungsschlüssel waren je ein Drittel Zweiraum-, Dreiraum- und Vierraum-Wohnungen vorgegeben:

  • 1/3  2-Raumwohnungen (55 m² inkl. Loggia oder Balkon)
  • 1/3 3-Raumwohnungen (75 m² inkl. Loggia oder Balkon)
  • 1/3 4-Raumwohnungen (90 m² inkl. Loggia oder Balkon)

Beurteilungskriterien für die Juryentscheidung

Die Bewertung und Reihung durch das Preisgericht erfolgte anhand der nachfolgend angeführten Beurteilungskriterien:

Beurteilt wurden die städtebauliche Qualität der Gliederung und Gestaltung der Baukörper und Außenräume sowie die Berücksichtigung der Umgebung.

Städtebauliche Lösung:

  • Gliederung und Gestaltung der Baukörper und Außenräume, Ausbil-dung quartiersmäßiger Identitäten.
  • Berücksichtigung der Umgebung, Verkehrslösung.

Architektonische Lösung:

  • Architektonische Qualität / äußeres Erscheinungsbild
  • Räumliche Gestaltung der Innenbereiche, identitätsstiftende Gestaltung des Außenbereiches.

Konstruktiv-wirtschaftliche Lösung:

  • Wirtschaftlichkeit in der Herstellung und in den Folgekosten. 
  • Erreichen von möglichst ökonomischen Errichtungs- und Nutzungskosten.

Funktionelle Lösung:

  • Der Wohnungsgrundrisse/des Raumprogramms.
  • Der Beziehung zum jeweils zugeordneten Außenraum.
  • Die innere Erschließung / Architektonische Kriterien.

Zusammensetzung der Jury

Die Entscheidung erfolgte durch eine Jury mit Fach- und SachpreisrichterInnen und setzte sich aus VertreterInnen der Stadtplanung, der Kammer der Architekten und Ingenieure und der GWG zusammen.   

Wesentliche Eigenschaften des Siegerprojekts

Das Projekt sieht insgesamt 94 Wohnungen in zwei Häusern vor. Die Baukosten werden auf etwa 10,5 Millionen Euro geschätzt.

Rendering des Siegerprojekts; Arch. DI Stögmüller

Projektbeschreibung

Idee und Städtebau

Das Planungsgebiet wird geprägt durch größtenteils orthogonale, großvolumige Baukörper, die beinahe systematisch in zweifacher identischer Ausprägung auftreten. Der Vorschlag von Architekt DI Stögmüller greift diese Typik auf und positioniert zwei gleichwertige, jedoch im Winkel von 90 Grad zueinander gedrehte, würfelartige Punkthäuser. Durch die Übernahme der Straßenflucht, Höhe und Richtung des nördlich gelegenen, achtgeschoßigen Gebäuderiegels wird einerseits der Straßenraum definiert, andererseits werden gut proportionierte Höfe innerhalb der Anlage und die Wahrung der Distanz zum nordseitigen Bestand hin geschaffen. Die zwischen den beiden Punkthäusern gelegene, unter Beachtung des Grundwasserspiegels um ein Halbgeschoß zum Umgebungsterrain erhöhte Tiefgarage bildet  eine selbstbewusste, identitätsprägende Geländekante und formuliert dadurch einen Quartiersplatz mit hoher Aufenthaltsqualität. Dieser mit relativ geringen Mitteln gestaltete Platz schafft eine zentrale Erschließung und differenziert den Außenbereich nach den unterschiedlichen Funktionen. Die Balkonanordnung mit Horizontalversatz bzw. -Verdrehung im dritten und vierten Obergeschoß schafft Höhenbezug zum fünfgeschoßigen Bestand im Norden und gliedert die Fassaden.

Funktion

In Anlehnung an die bestehenden Stellplätze im Norden werden möglichst platzsparend 42 Freiparkplätze direkt an der Karl-Steiger-Straße geschaffen. Die Verkehrslösung ist einfach und übersichtlich mit vorzugsweise zwei Ein- und Ausfahrten oder Einbahnlösung am Parkplatz. Im bestehenden Kreuzungsbereich befinden sich gut erkennbar sowohl der Aufgang zum Platz, die Einfahrt in die Tiefgarage und der Müllraum, für die BewohnerInnen möglichst direkt von beiden Ebenen erreichbar. Ebenso weist die Tiefgarage mit gut zuordenbaren Stellplätzen direkte Zugänge in beide Häuser auf, das „Herausheben" der Garage schafft eine kurze Rampe und eine kostensparende natürliche Lüftungsmöglichkeit. Durch die sehr kompakte Anordnung der unterirdischen Stellplätze nimmt die Tiefgarage nur einen kleinen Teil des Hofbereichs in Anspruch und schafft dadurch viel natürliches Entwicklungspotential an der Oberfläche.

Erdgeschoßig betritt man beide Häuser über ein angemessenes Foyer gut ablesbar vom zentralen Platz, Fahrrad-Abstellplätze sind in beiden Geschoßebenen vorhanden. Die 6-Spänner verfügen über ein kompaktes, aber durch die geschoßversetzte Anordnung der einläufigen Treppen, lichtdurchflutetes Atrium im Zentrum. Die windmühlenartig angeordneten Wohnungen sind zu einem großen Teil über Eck belichtet, durch die günstige Stellung der Häuser gibt es somit keine rein nordorientierten Wohnungen.

Der Systemgrundriss bietet flächeneffiziente, aber trotzdem gut möblierbare Wohnungen, die stringente Anordnung der Sanitärbereiche im Gebäudeinneren erzielt große Variabilität der Aufenthaltsräume, die den Bedürfnissen in wechselnden Lebenssituationen entspricht.

Konstruktion

Um das Ziel optimierter Kosten zu erreichen, sind alle Komponenten so einfach wie möglich gehalten. Ein ökonomisch ausgereizter aber räumlich und nutzungsmäßig vielseitiger Grundriss, eine einfache Statik mit angemessenen Deckenspannweiten und die haustechnisch völlige Durchgängigkeit der Schächte gewähren die maximale Wirtschaftlichkeit in Errichtung und Betrieb. Einfache, robuste und dauerhafte Materialien werden eingesetzt. Die Wohnhäuser werden in Massivbauweise und Fertigteilelementbau errichtet. Ein hoher Vorfertigungsgrad und eine einfache Elementierung sorgen für eine positive Primärenergiebilanz. Alle Außenbauteile sind auf Niedrigstenergiestandard gedämmt. Zur Schaffung eines angenehmen Wohngefühls werden dezente Farben gewählt.

Jurybewertung

Der vorgeschlagene Entwurf besticht durch die Positionierung zweier einfacher Baukörper, die trotz dem reichlichen Angebot überirdischer PKW-Stellplätze einen großzügigen Freiraum definieren. Dieser bindet nach Nordosten das Nachbargebäude zum Ensemble ein und lässt nach Südwesten einen Vorplatz mit einer Öffnung zum Grünraum hin entstehen. Die Nähe zum Bachufer stellt für die angrenzenden Wohnungen einen zusätzlichen Attraktivitätsgewinn durch einen unmittelbaren Ausblick dar.
Die Tiefgaragenstellplätze können sehr einfach realisiert werden, sind gut orientierbar an die Stiegenhäuser angebunden und reagieren leichter auf veränderbare künftige Anforderungen.

Im Inneren sind die beiden achtgeschoßigen Punkthäuser mit jeweils sechs Wohnungen je Geschoß um ein inneres Atrium organsiert, in welchem zwei gegenläufige Treppen eingehängt sind.

Die Wohnungsgrundrisse sind gekonnt organisiert und erfüllen die geforderten Kriterien von Wohnbauförderung und Bauherr.

Ausgeschnittene Ecken im Erdgeschoß ermöglichen einen intuitiven Eingang in die Gebäude, welcher von Fahrradabstellplätzen sinnvoll flankiert wird. Gestalterisch wird die Strenge der gerasterten Lochfassade angenehm von Balkonen aufgelockert.

Ausstellung in der GWG-Zentrale

Die Projekte können von 2. November 2015 bis 6. November 2015, jeweils von 8 bis 12.Uhr und von 13 bis 16 Uhr (Montag bis Donnerstag), Freitag von 7.30 bis 12 Uhr) im 2. Stock in den Räumen der Bautechnik der GWG besichtigt werden.

Weiterer Gesprächspartner:
DI Jörg Stögmüller

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz der GWG-Aufsichtsratsvorsitzenden Vizebürgermeisterin Karin Hörzing und der GWG-Geschäftsführer Dir. Mag. Nikolaus Stadler und Dir. Wolfgang Pfeil MBA zum Thema „Wettbewerb für Areal an der Karl-Steiger-Straße“)

KONTAKT

Magistrat der Landeshauptstadt Linz
Hauptstraße 1-5
4041 Linz

Tel: +43 732 7070 0
Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

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