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SOZIALES
Presseaussendung vom 26.07.2016

KICK – das VSG-Jugendangebot startet in das 20. Jahr

Seit Bestehen 808 Jugendliche erfolgreich vermittelt

Das erfolgreiche Jugendangebot KICK des Vereins für Sozial- und Gemeinwesenprojekte besteht bereits seit 19 Jahren und bietet jungen Menschen ohne Schulabschluss bzw. bei anderen Hemmnissen Hoffnung auf eine Lehrstelle oder Arbeitsplatz. Insgesamt 966 Jugendliche haben seit dem Beginn 1997 einen KICK-Kurs absolviert. 808 von ihnen oder 84 Prozent konnten daraufhin eine Lehrstelle, ein Dienstverhältnis oder eine Ausbildung finden. 2015 waren es sogar 89 Prozent.

„Die konstant hohen Vermittlungsquoten des KICK-Angebotes sind nicht nur für die Stadt Linz sehr erfreulich. Besonders für die Jugendlichen eröffnet sich dadurch eine Tür für ein eigenständiges und selbst-bestimmtes Leben. Die Unterstützung der Stadt für KICK und den VSG zeigt, dass wir uns intensiv um die Anliegen von Jugendlichen mit Berufsschwierigkeiten kümmern“, freut sich Sozialreferentin Stadträtin Karin Hörzing über den großen Erfolg des Jugendangebotes.

19 Jahre (Berufs-)KICK für Jugendliche

Die globale Wirtschaftssituation und ein schwieriger Arbeitsmarkt birgt vor allem für Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen die Gefahr, aus dem Erwerbsleben ausgeschlossen zu werden. Der Einstieg in Arbeit und Beschäftigung scheint oft nicht oder nur sehr schwer möglich. Besonders betroffen sind Jugendliche, die keinen Schulabschluss oder keinen höheren Abschluss als den einer Pflichtschule vorweisen können. Wobei hier nochmals zwischen sozialer Herkunft und soziodemographischen Merkmalen unterschieden werden muss. So sind Jugendliche, deren Eltern ebenfalls ein geringes Bildungsniveau aufweisen oder Jugendliche mit Migrationshintergrund und ausländische Jugendliche deutlich höher von Arbeitslosigkeit betroffen als andere.

Aktuell sind in Oberösterreich 5.250 Jugendliche (AMS-Daten Juni 2016) zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos gemeldet. Zusätzlich sind 1.471 auf der Suche nach einer Lehrstelle. Die Jugendarbeitslosigkeit ist erfreulicher-weise zum Vergleichszeitraum 2015 um rund acht Prozent gesunken, bei den Lehrstellensuchenden sind es rund zwei Prozent weniger. Sozial benachteiligte Jugendliche haben dennoch weiterhin Probleme, einen Lehr- oder Ausbildungsplatz zu bekommen – die Hintergründe dafür sind vielfäl-tig.
Um dieser Zielgruppe eine Chance am Arbeitsmarkt zu geben, wurde bereits 1997 das Jugendangebot KICK durch den Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG) ins Leben gerufen.

Das oberste Ziel dieses Projekts besteht in der nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt. Darüber hinaus gehört auch die soziale und persönliche Stabilisierung, die fachliche und allgemein bildende Qualifizierung sowie Selbständigkeit und eigenverantwortliches Handeln im Alltag zum Förderprogramm. Eine gute, stabile Vermittlung bedeutet für die KICK-TeilnehmerInnen auch, dass ein Betrieb gefunden wird, der den Jugendlichen mit seinen Defiziten stützt und fördert.

Erfolgreicher Vermittlungserfolg: 84 Prozent in 18 Jahren

 Jahr/e  aufgenommene TeilnehmerInnen  KICK abgeschlossen  Vermittlungen Lehre/Job/AM  VQ Prozent
 1997 - 2015  1.206  966  808  Ø 84 %

Seit dem Projektstart wurden mit dem Jugendangebot KICK knapp mehr als 1.200 Linzer Jugendliche mit schwerwiegenden Vermittlungshemmnissen betreut. 966 haben die KICK-Betreuung erfolgreich abgeschlossen, 808 TeilnehmerInnen wurden am lokalen Arbeitsmarkt bzw. in eine andere Form der Qualifizierung (Ausbildungen, Teilqualifizierungen, Schule,…) integriert. Im 18-jährigen Durchschnitt liegt die Vermittlungsquote bei 84 Prozent.

Die Qualitätssicherung umfasst seit 2003 unter anderem die Überprüfung der nachhaltigen beruflichen Integration am Arbeitsmarkt. 80 Prozent der KICK-Jugendlichen waren ein Jahr nach Kursbeendigung in Beschäftigung.

Bilanz 2015

Im vergangenen Jahr wurden zu fünf unterschiedlichen Zeitpunkten insgesamt 85 Jugendliche aufgenommen bzw. 20 davon setzten ihre Betreuung aus dem Jahr 2014 fort. Insgesamt 47 TeilnehmerInnen konnten erfolgreich vermittelt werden. 26 begannen eine Lehre – unter anderem als Informationstechnologe, Schilderhersteller, Großhandelskaufmann oder Einzelhandel - Einrichtungsberaterin. 16 wurden in ein Arbeitsverhältnis übernommen, fünf fanden anderweitige Angebote bzw. eine Weiterbildung. Eine Person brach den Kurs ohne Begründung ab. Vier TeilnehmerInnen mussten aufgrund von Karenz, Umzug ins Ausland oder lang andauernder Krankheit vorzeitig KICK beenden.

Während der Kurszeit absolvierten drei TeilnehmerInnen den B-Führerschein und einer den Staplerschein. Weitere drei Jugendliche legten die außerordentliche Lehrabschlussprüfung in den Berufen Floristin, Einzelhandelkauffrau – Textil und Einzelhandelskaufmann – Baustoffhandel ab. In den Lehrberufen Tischler, Bürokauffrau sowie Hotel- und Gastgewerbeassistentin wurden ebenfalls drei TeilnehmerInnen vorbereitet.

Von den 85 jungen TeilnehmerInnen besuchten 2015 jede/r im Durchschnitt zwei Unternehmenspraktika, insgesamt waren es 180. Für zwei Drittel der Jugendlichen bedeuteten diese Praktika in der freien Wirtschaft (96 Prozent) oder in stadtnahen/ öffentlichen Einrichtungen (4 Prozent) den Einstieg ins Berufsleben. Sie erhielten danach eine Anstellung im gleichen Betrieb.

Im Durchschnitt verblieben die TeilnehmerInnen vier Monate im KICK-Programm. Die Maximaldauer beträgt neun Monate.

Erfolg durch individuelle Betreuung

Die KICK-TeilnehmerInnen weisen unterschiedlichste Ausgangssituationen auf, welche die BerufspädagogInnen mit verschiedenen Problemlagen konfrontiert. Durch ein individuelles Job-Coaching, Berufsorientierung, Arbeitspraktika, Schulungen und Sozialberatung wird auf diese Problemlagen eingegangen und werden diese großteils beseitigt.

Das umfangreiche Ausbildungsangebot umfasst neben Deutsch-, Mathematik- und EDV-Kursen auch Deutsch Intensiv-Kurse für MigrantInnen. Zudem gibt es Schulungen von JuristInnen der Arbeiterkammer über Rechte und Pflichten von Lehrlingen oder den richtigen Umgang mit Geld und Verschuldung durch den Verein „klartext“.

Vielfältige TeilnehmerInnen

Die 85 TeilnehmerInnen 2015 waren zu 53 Prozent männlich und 47 Prozent weiblich. Das Alter der Jugendlichen lag zwischen 15 und 21 Jahren. 18-Jährige waren dabei mit 19 Personen die größte betreute Gruppe. 61 Prozent besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft, gefolgt von Afghanen, Türken, Kroaten und weiteren Nationen. 

Die Ausgangsqualifikation der KICK-TeilnehmerInnen ist vielfältig. 45 Prozent der Jugendlichen haben eine Lehre oder ein Dienstverhältnis abgebrochen, weitere 26 Prozent die Schule. 20 Prozent oder 17 TeilnehmerInnen weisen als Ausgangsqualifikation den Abschluss der Haupt- bzw. Neuen Mittelschule oder Polytechnischen Schule auf. Die restlichen neun Prozent sind AbgängerInnen von Sonderschulen oder anderen abgebrochenen Ausbildungen.

Mehr als die Hälfte aller Jugendlichen (58 Prozent) war vor Eintritt in den KICK-Kurs ein halbes Jahr ohne Beschäftigung und Arbeit suchend gemeldet. 13 Prozent waren zwischen sieben Monaten und einem Jahr und 29 Prozent länger als ein Jahr ohne Anstellung. Insgesamt betrachtet besitzen jedoch 65 Prozent aller TeilnehmerInnen einen positiven Pflichtschulab-schluss.

Zufriedenheit bei Jugendlichen und AMS

Die Zufriedenheit der Jugendlichen mit dem VSG Jugendangebot KICK wird extern durch das AMS mittels einer Online-Befragung und intern durch den VSG KICK-TeilnehmerInnen-Feedbackbogen nach Kursabschluss erhoben. Beide Befragungen sind anonym.

Die KlientInnenzufriedenheit des Jahres 2015 fiel sowohl bei der Überprü-fung durch das AMS als auch durch interne Befragung sehr positiv aus. So empfehlen 97 Prozent der TeilnehmerInnen den KICK-Kurs weiter. 89 Prozent der TeilnehmerInnen bezeichneten das KICK-Programm mit sehr gut.

Aussagen von TeilnehmerInnen:

„Ich empfehle den Kurs weiter, weil ich durch den KICK-Kurs und meine Betreuer erfahren habe, was meine wirklichen Ziele im Leben sind. Ich habe auch bereits mehreren Leuten gezeigt, was der KICK-Kurs wirklich bringt und die jetzt auch im Kurs sind. Ich würde ihn auch immer weiterempfehlen. Die Betreuer sind sehr freundlich, helfen, wo immer man Probleme hat und lösen es mit dir. Hat mir echt gut gefallen. Danke."

"Ich empfehle den KICK-Kurs weiter, weil die Arbeit mit den Trainern hat mir Spaß gemacht, sie dir helfen, dass man seine Ziele erreicht und eine besse-re Zukunft hat, ich würde sie weiterempfehlen. Ihr seid der Hammer. Danke an alle, ich werde euch vermissen."

QUICK-KICK – die Kurzberatung


Im Jänner 2010 startete mit QUICK-KICK eine neue erweiterte Form der Beratung für einen speziellen Personenkreis. QUICK-KICK richtet sich an Jugendliche, die 

  • bereits KICK-TeilnehmerInnen waren und, aus welchen Gründen auch immer, ihre Lehrstelle bzw. ihre Arbeitsstelle wieder verloren haben.
  • KICK im Umfang von bis zu neun Monaten nicht brauchen und einen geringen Unterstützungsbedarf benötigen,
  • selbstständig mit wenigen Beratungseinheiten am Arbeitsmarkt Fuß fassen können, 
  • bereits eine Berufsorientierungsmaßnahme absolviert haben,
  • Begleitung und Beratung von KICK-BerufspädagogInnen benötigen, um mit deren Problemlagen in eine adäquate Maßnahme bzw. Institution übergeleitet werden zu können (z.B. Sucht) 
  • durch eine Anfrage von anderen (sozialen) Einrichtungen, Institutionen und Maßnahmen an QUICK-KICK vermittelt werden (z. B. AK, Amt für Soziales, Jugend und Familie, Jugendzentren, …) und kurzfristige Beratungseinheiten in Anspruch nehmen.

QUICK-KICK bietet neuerliche Berufsorientierung und Bewerbungstraining,  Reflexion über den Verlust der Lehr- bzw. Arbeitsstelle sowie allgemeine soziale Beratung und Information zu Förderungen, Lehrwerkstätten und Maßnahmen des 2. Arbeitsmarktes.

2015 wurden 29 Jugendliche betreut. Alle Beratungen konnten erfolgreich abgeschlossen werden. So zum Beispiel die Vermittlung in ein Lehrverhältnis oder andere Dienstverhältnisse, die Abdeckung des Informationsbedarfs  oder den Einstig in das KICK-Programm. Insgesamt wurden 151 Beratungsstunden an den 384 Öffnungstagen durchgeführt.
 
(Informationsunterlage zur Pressekonferenz zum Thema „Erfolgreiches Jugendangebot KICK“ von Sozialreferentin Stadträtin Karin Hörzing und Mag.a Claudia Mutschlechner, Leiterin von KICK)

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