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SOZIALES
Presseaussendung vom 19.12.2016

Obdachlose - Niemand muss in Linz auf der Straße leben (Foto)

Rund 130.000 Nächtigungen in den B37 Einrichtungen

Für Menschen ohne Dach über dem Kopf ist das Überleben auf der Straße besonders in der Winterzeit sehr hart. Sie sind verstärkt auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. In Linz übernimmt den größten Anteil dieser Hilfe der Sozialverein B37 mit seinen Einrichtungen. An vorderster Front ist die Notschlafstelle NOWA in der Anastasius-Grün-Straße, die 2016 mehr als 18.000 Nächtigungen verzeichnen konnte. Insgesamt stellt der Sozialverein 248 Betten und 140 mobilbetreute Wohnplätze zur Verfügung. Zusammen erreichten die Einrichtungen heuer knapp 130.000 Nächtigungen im Jahr.

„Wie jedes Jahr leisten die MitarbeiterInnen in der Linzer Obdachlosenhilfe Enormes, um Menschen das Leben auf der Straße zu erleichtern. Allen voran der Sozialverein B37, der dabei in den unterschiedlichsten Bereichen aktiv ist. Ich bedanke mich im Namen der Stadt Linz bei allen helfenden Personen in den sozialen Einrichtungen für ihr Engagement“, sagt Sozialstadträtin Karin Hörzing.

Aktuelle Situation in Linz

Es gibt vielfältige Gründe, warum Menschen wohnungslos werden. Einige sind zum Teil unverschuldet durch Scheidung und Arbeitsplatzverlust in die Obdachlosigkeit gerutscht, andere haben aufgrund von Suchterkrankungen oder psychischen Problemen kein Dach mehr über dem Kopf. Wohnungslose Menschen in Linz müssen nicht auf der Straße leben. Der Linzer Sozialverein B37 stellt dazu unterschiedliche Einrichtungen und Unterstützungsangebote zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Tätigkeit in der kalten Jahreszeit liegt vorrangig in der Versorgung und Hilfe der Obdachlosen auf der Straße. Primär sollen sie bewegt werden, die Notschlafstelle NOWA in der Anastasius-Grün-Straße zu nützen. Für manche kommt das trotz der Kälte nicht in Frage. Im Durchschnitt leben in Linz 50 obdachlose Menschen auf der Straße. Sie wollen keine stationäre Betreuungseinrichtung in Anspruch nehmen. Zu ihnen zählt auch eine Reihe psychisch erkrankter EinzelgängerInnen.

Um sie kümmert sich der Sozialverein B37. Im Rahmen des Projekts Obdachlosen-Outreachwork (OBST) suchen Streetworker regelmäßig Wohnungslose in deren Umfeld auf. Dabei werden die auf der Straße lebenden Personen mit Decken,

Thermoschlafsäcken und adäquater Winterbekleidung versorgt. Eine medizinische Grundversorgung sowie Untersuchungen einer praktischen Ärztin werden ebenso angeboten. OBST ermöglicht wohnungslosen Personen auch das Erhalten einer Meldeadresse. So sind derzeit über 100 Menschen im Psychosozialen Wohnheim an der Bethlehemstraße gemeldet.

Zum Aufgabengebiet der OBST-MitarbeiterInnen gehört auch das sozialräumliche Konfliktmanagement. Dabei wird der Kontakt zu verschiedenen Sicherheitsdiensten, etwa am Bahnhof, gesucht. Ebenso arbeiten die Outreachworker an der Wiederherstellung ehemaliger familiärer Netzwerke, damit einer Rückkehr in die Heimatgemeinde nichts mehr im Weg steht. 2016 konnte bisher insgesamt 50 Personen von der Straße in stabile Wohnverhältnisse gebracht werden.

Mehr als 18.000 Nächtigungen in der Notschlafstelle

Das wichtigste Angebot im B37-Programm für akut Wohnungslose stellt die Notschlafstelle dar. Seit September 2007 stehen in dem Gebäude 59 Schlafplätze für Männer, Frauen und Familien in Ein- bis Vierbettzimmern zur Verfügung. Im Winter wird diese Zahl um neun Betten aufgestockt. In Notfällen können zusätzliche Betten untergebracht werden.

Rund 1.517 Nächtigungen verzeichnet die Notschlafstelle pro Monat. Insgesamt dürfte sich die Nächtigungszahl im heurigen Jahr (Dezemberzahlen sind hochgerechnet) daher auf 18.204 belaufen. Somit ist das Ergebnis in der NOWA gegenüber dem vergangenen Jahr relativ gleichgeblieben. Die durchschnittliche Belegung lag bei 49,7 Betten.

Neben einem reinen Schlafplatz umfassen die Aufgaben der NOWA auch noch die Beratung, Information und Weitervermittlung der Betroffenen. Sie erhalten eine medizinische Grundversorgung, soziale Unterstützung sowie Hilfe in Konfliktsituationen.

Freiwilliges Leben auf der Straße

Die Gründe sind sehr unterschiedlich, warum Menschen kein stationäres Wohnungsangebot des Sozialvereins B37 annehmen. Manche haben Schwierigkeiten mit den Regeln der jeweiligen Einrichtungen (zum Beispiel regelmäßiges Waschen, keine Haustiere). Andere wiederum erhalten durch ihr hohes Gewaltpotential und ihre Aggressivität Hausverbote. Ebenso erschweren Kontaktschwierigkeiten wie Ängste vor Menschen oder schwere Alkohol- und Drogenabhängigkeit eine stabile Unterbringung.

Verein B37 bietet etwa 400 Menschen Wohnmöglichkeiten

Nachdem 1988 die Heilsarmee Linz verließ, kaufte die Stadt Linz das verwaiste Haus Bethlehemstraße 37. Zirka 160 Personen wohnten zu diesem Zeitpunkt noch dort. Der neu gegründete, selbstständige Verein „Sozialheim B37“ baute seine Leistungen sukzessive aus. Heute zählen zum Sozialverein B37 neun verschiedene Einrichtungen, die insgesamt 388 Betten anbieten. 110 MitarbeiterInnen stehen für die Anliegen der BewohnerInnen und Hilfebedürftigen zur Verfügung. Damit ist der Verein der Größte seiner Art in Linz. Das Land Oberösterreich ist der Hauptfinanzier des Vereins, die Stadt Linz trägt etwa ein Viertel zum B37-Budget bei.

Neben der Notschlafstelle NOWA an der Anastasius-Grün-Straße mit 59 Schlafplätzen ist das psychosoziale Wohnheim an der Bethlehemstraße (PSWB) eine wichtige Einrichtung des B37. Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen finden hier längerfristige eine Unterkunft. Insgesamt bietet das PSWB 124 Wohnplätze.

Im ALOA, Projekt Aktiv Leben ohne Alkohol, in der Goethestraße bieten 15 Wohnplätze in Einzelzimmern Menschen die Chance, nach einer Entwöhnungsbehandlung in einer „trockenen“ Umgebung wieder Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Das in Wohngemeinschaften gegliederte Wohnheim ist ein Ort der Ruhe und Gemeinsamkeit.

Das Übergangswohnheim SCHU in der Schumannstraße gilt für Männer, Frauen, Paare und auch Familien als Sprungbrett zu einer eigenen Wohnung. 50 Betten stehen hier für in Not geratene Menschen bereit. Ein erfahrenes, multidisziplinäres Team hilft den BewohnerInnen, die Grundlagen für eine neue Existenz zu schaffen. Die Wohndauer im SCHU wird individuell festgelegt, die Obergrenze liegt bei zwei Jahren.

Nach der Betreuung durch den Sozialverein können viele Menschen wieder im normalen Leben Fuß fassen und in Wohnungen des Vereins übersiedeln. Damit diese Personen nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen, unterstützt sie die Mobile Wohnbetreuung (MOWO) auch im neuen Heim für einen individuell angepassten Zeitraum. Dabei wird versucht, insbesondere Altlasten wie Schulden, Beziehungskrisen und Suchtprobleme in den Griff zu bekommen. Zusätzlich werden Ziele formuliert und Lösungswege erarbeitet. Die MOWO kann auf 140 Wohnungen zurückgreifen.

2016 verzeichnete der B37 in seinen Einrichtungen insgesamt 129.921 Nächtigungen. Führend war dabei das Mobile Wohnen mit 45.703 und das Psychosoziale Wohnheim Bethlehemstraße mit 45.588 Nächtigungen.

 

Stark frequentierte Tageszentren

Ergänzt wird dieses Angebot durch mehrere Tageszentren. So bietet die Wärmestube der Caritas in der Dinghoferstraße warme Speisen und Getränke, Waschgelegenheiten sowie die Möglichkeit, Wäsche zu reinigen. Zirka 100 Menschen suchen sie pro Tag auf. Speziell für Frauen hat die Caritas das Frauencafé FRIDA geschaffen. Es ist am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 bis 13:30 Uhr und am Mittwoch von 13 bis 15:30 Uhr geöffnet.

Die Vormittagsbetreuung hat die Stadtdiakonie mit ihrem Of(f)n‘ Stüberl an der Starhembergstraße übernommen. Von Montag bis Freitag ist es zwischen 8 und 12 Uhr ein Zuhause für 90 bis 110 Menschen. Die Barmherzigen Schwestern tragen mit ihrem montags bis freitags von 13 bis 17 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bereits ab 8 Uhr geöffneten Vinzenzstüberl an der Herrenstraße wesentlich zur Betreuung von sozial Schwachen bei. 120 bis 180 Menschen finden sich dort täglich ein.

„Help Mobil“ mit drei Stationen

Das Help-Mobil der Caritas macht am Montag beim Neuen Dom (17 bis 18.45 Uhr) sowie am Volksgarten gegenüber der Arbeiterkammer (19 bis 20.45 Uhr) und am Freitag am Domplatz – Eingang Herrenstraße (17 bis 18.45 Uhr) und bei der Martin-Luther-Kirche (19 bis 20.45) Station. Ehrenamtliches medizinisches Fachpersonal versorgt dort Verletzungen, wechselt Verbände, gibt Medikamente aus und berät die Hilfesuchenden. Bei Bedarf erhalten die Menschen auch Schlafsäcke, warme Unterwäsche, Socken, Babynahrung oder Windeln. Das „Help-Mobil“ ist ein gemeinsames Angebot von Caritas, Arbeitersamariterbund, Rotes Kreuz, Barmherzige Schwestern und dem Hilfsdienst des Lazarus-Ordens. Zirka 400 Menschen nutzen die Betreuungsleistungen.

Vielschichtiges Angebot

Der Verein Arge für Obdachlose betreut derzeit in Linz 32 Übergangswohnungen und erleichtert die Wohnungssuche mit einem zins- und verwaltungskostenfreien Darlehenssystem. Ein Besuch des vereinseigenen „Trödlerladens“ in der Bischofstraße lohnt sich besonders in der Weihnachtszeit. Wer ein außergewöhnliches Geschenk sucht, wird in diesem speziellen Raritätengeschäft sicher fündig. Die Arge führt jährlich über 100 Wohnungsräumungen als Beschäftigungsprojekt für 250 wohnungslose Menschen durch. Da finden sich antike Möbel, besondere Lampen, Porzellanfiguren, Bücher, Spielwaren und vieles mehr. Und die besten Stücke bietet der Trödlerladen zum Verkauf an.

Die Straßenzeitung „Kupfermuckn“ ist ein Kultur- und Beschäftigungsprojekt. Es bietet über Mitgestaltung und Verkauf der Zeitung Tagesstruktur und Zuverdienst für wohnungslose Menschen. Die Mitarbeit bei der „Kupfermuckn“ bedeutet für alle Beteiligten eine Horizonterweiterung, in der redaktionellen Auseinandersetzung mit schwierigen Themen, in der Reflexion persönlicher Erfahrungen und im täglichen Straßenverkauf. Übrigens ist „Kupfermuckn“ ein Begriff aus dem speziellen Wortschatz Wohnungsloser, eine Art Geheimwort und bedeutet Schlafplatz. Die von 200 VerkäuferInnen angebotene Dezember-Ausgabe erfreut sich erfahrungsgemäß einer besonders hohen Nachfrage.

Titelseite Obdachlosenratgeber Linz

Obdachlosenratgeber erschienen

Aktuell erschienen ist gerade der Obdachlosenratgeber in seiner dritten Auflage mit 6.000 Stück. Es ist ein Kooperationsprojekt der Linzer Wohnungslosenhilfe.

Darin finden sich leicht verständlich und übersichtlich alle Hilfseinrichtungen für Wohnungslose inklusive Karte, wo diese zu finden sind. Initiatoren waren die Betroffenenvertreter, die einen derartigen "Akuthilfefalter" vorgeschlagen haben.

Weihnachten: Kekse für Wohnungslose

Mehr als ein Nahrungsmittel sind für viele Wohnungslose hausgemachte Weihnachtskekse. Ihr Genuss weckt Erinnerungen an glücklichere Kindheitstage im Kreise der eigenen Familie. Der Verein B37 bittet daher eifrige Weihnachtskeks-BäckerInnen, einen Teil ihrer süßen Köstlichkeiten am Schalter des Wohnheims Bethlehemstraße 37 abzugeben.

Sozialstadträtin Karin Hörzing (Bildmitte) übergab 18 Schachteln Weihnachtskekse an die Obdachloseneinrichtung B37. Das Weihnachtsgebäck wurde von der Küche und den BewohnerInnen des Seniorenzentrums Spallerhof für diesen Zweck gemacht.

Dieser Wunsch wird auch sehr gerne von Sozialstadträtin Karin Hörzing unterstützt und sie brachte Kekse in die Obdachloseneinrichtung. Insgesamt 18 Schachteln Weihnachtsgebäck wurden von der Küche und den BewohnerInnen des Seniorenzentrums Spallerhof für diesen Zweck gemacht.

„Ich bedanke mich von Herzen bei den MitarbeiterInnen und BewohnerInnen des SeniorInnenzentrums, die in gemeinsamer Zusammenarbeit so viele Kekse gebacken haben, um den Linzer Obdachlosen eine Freude zu machen“, so Sozialstadträtin Hörzing abschließend.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Sozialstadträtin Karin Hörzing zum Thema „Linzer Sozialeinrichtungen betreuen Wohnungslose“)

Obdachlosenratgeber Linz 2017 (PDF, 106 kB) (neues Fenster).
Informationsunterlage (PDF, 645 kB) (neues Fenster).
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