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FRAUEN
Presseaussendung vom 06.03.2017

Verleihung des Frauenpreises der Stadt Linz

Auszeichnung geht an das GewaltOpferBetreuungsTeam (GOBT) des Kepler Universitätsklinikums

Seit 2012 würdigt die Stadt Linz alljährlich herausragendes frauenpolitisches Engagement. Heuer geht der mit 3.600 Euro dotierte Frauenpreis an das GewaltOpferBetreuungsTeam (GOBT) des Kepler Universitätsklinikums.

„In Österreich erlebt mindestens jede fünfte in einer Beziehung lebende Frau Gewalt von ihrem Ehemann/Lebensgefährten. Häusliche Gewalt ist dennoch nach wie vor ein Tabu. Umso wichtiger ist es, dass von Gewalt betroffene Frauen im Krankenhaus auf kompetente und sensibilisierte ÄrztInnen und MitarbeiterInnen treffen, die Krisensituationen erkennen und einfühlsam darauf reagieren können. Die Einführung des interdisziplinären GewaltOpferBetreungsTeams am Linzer AKh 2008 war beispielgebend für zahlreiche weitere Krankenhäuser in Oberösterreich. Die Vergabe des Frauenpreises 2017 bringt die Wertschätzung für diese Pionierarbeit zum Ausdruck. Ich gratuliere dem gesamten GOBT-Team“, sagt Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Verliehen wird der Frauenpreis 2017 am 9. März bei der anlässlich des Internationalen Frauentags stattfindenden Veranstaltung „talk of fem“ um 19 Uhr im Alten Rathaus.

Insgesamt wurden 33 Projekte für den Frauenpreis eingereicht. Der Jury gehörten neben Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger die Gemeinderätinnen Helga Eilmsteiner, Anita Neubauer, Maria Mayr, Elisabeth Leitner-Rauchdobler und Mag.a Gerlinde Grünn an. Die Entscheidung für das Projekt wurde einstimmig getroffen und wie folgt begründet:

„Gewalt an Frauen hat viele Gesichter. Häufig findet sie im häuslichen Umfeld statt. Oft, ganz besonders aber wenn Gewalt innerhalb der Familie ausgeübt wird, bleibt sie ein Tabu und ist auf Seiten der betroffenen Frauen mit Scham und Angst verbunden. Mit der Implementierung eines interdisziplinären GewaltOpferBetreuungsTeams im Kepler Universitätsklinikum wurde und wird seit 2008 sichergestellt, dass Betroffenen sensibel begegnet und geholfen wird: mit Gesprächen, dem Aufzeigen von Hilfsmöglichkeiten bis hin zu professioneller Spurensicherung.

Diese gleichermaßen wertvolle wie herausfordernde Arbeit soll mit der Verleihung des Frauenpreises 2017 nun vor den Vorhang geholt werden. Die Jury will mit dieser Wahl nicht zuletzt dazu beitragen, das Thema ,Gewalt in der Familie‘ aktiv aufzugreifen und einmal mehr aus dem Tabubereich zu holen. Um Betroffenen und deren Angehörigen Mut zu machen und sie zu stärken.“

Siegerinnenprojekt GOBT

2008 wurde am AKh Linz – nunmehr Kepler Universitätsklinikum MC3 – das Pilotprojekt GOBT zur Sensibilisierung des Personals gestartet. Federführend bei der Umsetzung war Mag.a Monika Kern, die nunmehr als leitende Soziologin der Abteilung Sozialberatung und Entlassungsmanagement im Kepler Universitätsklinikum tätig ist.

Gesundheitseinrichtungen stellen insbesondere für von Gewalt betroffene Frauen sehr wichtige Ansprechpartnerinnen dar: sie können den Betroffenen professionelle Versorgung, Schutz vor dem Täter und Hilfe in der Krisensituation bieten. Da es in Gesundheitsberufen jedoch keine spezifische Gewaltopferbetreuungsausbildungen gibt, und die Versorgung von Menschen mit Gewalterfahrungen in allen Krankenhäusern vorwiegend symptomatisch durchgeführt wurde, startete Mag.a Monika Kern 2008 das Pilotprojekt GOBT.

Im Auftrag der Geschäftsführung wurde ein interdisziplinäres Gewaltopferbetreuungsteam am AKh Linz aufgestellt. Zusammen mit externen ExpertInnen und KooperationpartnerInnen wurden in der Folge verschiedene Sensibilisierungsmaßnahmen und Handlungsrichtlinien für das Betreuungspersonal ausgearbeitet. Die Entwicklung des Gewaltopferbetreuungsteams GOBT dauerte zwei Jahre (2008 – 2010). Der engere Arbeitskreis besteht nunmehr aus 32 MitarbeiterInnen (ÄrztInnen, DGKP, PsychologInnen, klinische SozialarbeiterInnen aus den Bereichen Unfallchirurgie, Notfallaufnahme, Gynäkologie, Anästhesie, Neurologie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Dermatologie, HNO, Chirurgie, Urologie, Kinderschutzgruppe, der Kinderchirurgie, Sozialdienst, Psychologie). Dieses intradisziplinäre Team bietet eine bereichsübergreifende Versorgung für Gewaltopfer vor Ort an. Zudem arbeitet das GOBT mit vielen externen Hilfseinrichtungen eng zusammen. Die betroffenen Frauen werden über Unterstützungsmöglichkeiten aufgeklärt und an Hilfseinrichtungen vermittelt. Seit der Gründung wurden so bisher mehr als 900 Personen vom GOBT begleitet.

Preisverleihung beim „talk of fem“

Anlässlich des Internationalen Frauentages findet die Preisverleihung am 9. März 2017 ab 19 Uhr im Gemeinderatssaal des Alten Rathauses im Rahmen des diesjährigen „talk of fem“ statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Verleihung des Frauenpreises der Stadt Linz an das GewaltOpferBetreuungsTeam durch Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.

Moderiert wird der Abend von der Frauenbeauftragten Mag.a Jutta Reisinger, als Gebärdendolmetsch steht Mag.a Stefanie Gunesch zur Verfügung. Die Veranstaltung ist barrierefrei. Für das musikalische Rahmenprogramm im Gemeinderatssaal im Alten Rathaus sorgen nana d. und Golden Crown Sound. Nach der Verleihung klingt der „talk of fem“ mit einem Büffet aus. Der Eintritt ist frei.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger, GOBT-Initiatorin Mag.a Monika Kern sowie Mag.a Jutta Reisinger, Frauenbeauftragte der Stadt Linz zum Thema „Verleihung des Frauenpreises der Stadt Linz“)

www.linz.at/frauen

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